Feine Farbtupfer: Wie essbare Blüten Gerichte aufpeppen

Von der Suppe mit Gänseblümchen bis zum Veilchen-Blüten-Glace – essbare Blumen bringen nicht nur Farbe auf den Tellern, sondern auch einen ganz besonderen Geschmack ins Essen.

Essbare Blüten und essbare Blumen
Es gibt viel mehr essbare Blüten und Blumen als man vermuten mag. Einige davon schmecken super auf einem einfachen Butterbrot. Foto © ulrike brusch/ iStock / Getty Images Plus
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Gänseblümchen, Kornblumen oder Löwenzahnblüten laden auf Wiesen zum Pflücken ein. Am Waldrand wartet dann noch der blühende Holunder. Wichtig: Nicht alle Blüten entfernen, dann freuen sich auch die Vögel und Insekten.

Überwiegend im Gartenbeet finden sich ebenso einige essbare Blüten. Rosen- und Zucchini-Blüten oder auch die Kapuzinerkresse und Huflattich sind hier häufiger anzutreffen. Weniger bekannte essbare Blumen sind dagegen die Blüten von Borretsch, Thymian, Salbei oder Schnittlauch.  Auch von Ringelblumen, Lavendel, Taglilie, Stiefmütterchen, Nelken, Hibiskus und Hornveilchen sind die Blüten essbar.

Wir zeigen welche essbaren Blumen udn Blüten es gibt und wie man sie verwendet, zeigen einfache und feine Rezepte mit den essbaren Blüten und erklären auf was Sie achten müssen, wenn Sie essbare Blumen sammeln, kaufen oder im Garten selber ziehen.

Welche essbaren Blüten wie verwenden

De Blüten von Begonien trumpfen mit einer leichten Säure auf die besonders gut zum Salat passt.

Bärlauch ist eigentlich eher bekannt für seine würzeigen Blätter. Doch auch die Blüten sind essbar. Ihr Geschmack erinnert an den von Zwiebeln. Deshalb passen die Blüten super zu Salat.

Die blauen Blüten des Borretsch halten einiges aus und eignen sich als Garnitur in Eiswürfeln oder kandiert als Verzierung von Desserts.

Die Phlox oder Flammblume ist eine Pflanze mit besonders vielen Blüten, die ein kräftiges Aroma haben und jeden Salat aufpeppen oder als kandierte Köstlichkeit das Dessert zieren.

Flieder ist eine Pflanze, deren Blüten besonders intensiv duften. Sie lassen sich wie Holunderblüten zu Sirup oder Honig verarbeiten. Ein Rezept für Sirup und Honig finden Sie weiter unten. Gleiches gilt übrigens für die Goldmelisse.

Essbare Blüten im Salat

Stiefmütterchen aber auch viele andere Blumen passen bestesn in einen frischen Salat. Foto: © PGStudija, iStock, Thinkstock

Gänseblümchen schmecken leicht nussig. Besonders fein: Ein einfaches Butterbrot mit Gänseblümchen.

Gladiolen geben Obst- und Blattsalat einen exotischen Touch.

Holunder gehört wohl zu den bekanntesten Pflanzen mit essbaren Blüten. Abgesehen vom beliebten Sirup schmecken die Blüten auch im Bierteig ausgebacken richtig fein. Vor der Verwendung – frittiert in Backteig oder als Sirup – bitte die Holunderblüten ausschütteln, denn oftmals sind sie voller schwarzer, kleiner Käfer.

Die roten, orangen oder gelben Blüten der Kapuzinerkresse schmecken würzig scharf und eignen sich bestens zum Aufpeppen von Salaten.

Schon im Frühsommer blühen die gelben Blüten des Löwenzahns, aus denen sich ein feiner Honig machen lässt.

Zu den Exoten unter den Pflanzen mit essbaren Blüten gehört die Palmlilie auch Yucca genannt. die grossen Blüten zieren ein asiatisches Gericht mit Reis perfekt.

Ringelblumen sind eher bekannt für ihre heilende Wirkung als Ringelblumensalbe. Doch die aromatischen Blüten sind auch essbar. kleingehackt passen sie sehr gut in eine feine Kräuterbutter oder Sie geben die ganzen Blumen einfach in einen Salat.

Auch die Rose ist essbar. Die duftenden Blüten lassen sich zu Rosen-Konfitüre verarbeiten. Oder man kandiert sie und verwendet die Blätter der Blüten als Deko auf dem Kuchen oder Dessert.

Schlüsselblumen haben einen zart süssen Geschmack, der gerade für Desserts wie geschaffen ist. Allerdings sind Schlüsselblumen geschützt und dürfen nicht gepflückt werden. Vielleicht haben Sie ja welche im Garten? Wichtig: die essbaren Blüten nur in Massen geniessen. Zu viel davon können den Magen reizen.

Salbei hat mehr zu bieten als nur essbare Blätter. Auch die Blüten der Pflanze sind essbar und schmecken je nach Sorte bitter, säuerlich oder süsslich.

Sonnenblumen liefern nicht nur gesunde Kerne, sondern auch feine Blüten. Der Geschmack ist sehr dezent, weshalb es hier wohl eher um die besonders leuchtend gelbe Farbe geht, mit der man viele Gerichte aufpeppen kann.

Die Taglilie gehört zu den exotischen essbaren Blüten mit einem süsslichen leicht scharfen Geschmack. Wer experimentierfreudig ist, macht aus den Blüten ein Yoghurt-Glace. In unserem Rezept können Sie die Veilchen einfach durch die Taglilie ersetzen.

Veilchen besonders in kandierter Forma als Deko für Torten und Desserts bekannt. Wir haben ein feines Rezept für Veilchen-Yoghurt-Eis. Die Veilchen können Sie auch durch Lavendel ersetzen. Verwenden Sie aber für Speisen ausschliesslich den echten Lavendel, da er als einziger im Geschmack überzeugt.

Essbare Zucchettiblüten und Kapuzinerkresse

Zucchettiblüten lassen sich sogar füllen und zu ganzen Gerichten verarbeiten. ein feines Rezept mit gefüllten Zucchettiblüten finden Sie weiter unten.

Essbare Blüten kaufen und selbst anbauen

Wer die gewünschten essbaren Blumen nicht ungespritzt im Garten hat, sollte sie sich übrigens unbedingt in Bioqualität kaufen. Die normalen Pflanzen aus dem Blumengeschäft sind meist mit schädlichen Stoffen behandelt. Sicherheitshalber sollten Sie sich immer gut informieren beim Verkäufer und fragen, ob die Blüten unbehandelt sind und auch gegessen werden können.

Direkt vom Wegesrand oder aus dem Park mitten in der Stadt sollten sie essbare Blüten zudem nicht nehmen, sie könnten übermässig mit Schadstoffen belastet sein.

Essbare Blüten kaufen ist meist schwierig. Kurze Zeit im Sommer mag es sie auf dem Wochenmarkt geben oder in gut sortierten Geschäften. Viel einfacher ist es, die Samen der entsprechenden Blumen oder Gemüsesorten selbst zu säen. Korn-, Ringelblume oder Kapuzinerkresse können beispielsweise im Frühjahr direkt draussen gesät werden und gedeihen selbst im Topf. Heute gibt es zudem spezielle Samenmischungen für essbare Blüten in hervorragender Bioqualität.

Raffinierte Rezepte mit essbaren Blüten

Den Salat können sowohl ein Farbenmeer aus verschiedenen Blumen als auch einzelne Blütenblätter aufpeppen. Schön beim Apéro machen sich etwa gerollte Frischkäsebällchen mit essbaren Blüten. Frischkäse hierfür etwas salzen und pfeffern, kleine Portionskugeln ausstechen und in fein geschnittenem Schnittlauch rollen. Jede Kugel nun einfach mit einer essbaren Blume verzieren.

Frisch zubereitet ist auch ein Blumenquark ein geschmackliches wie optisches Highlight. Essbare Blüten frisch vom Stängel zupfen, sind sie gross wie jene der Taglilie, Rosen oder Kapuzinerkresse, dann einfach grob zupfen und vorsichtig unterrühren. So verfahren kann man auch mit einer Blumenbutter. Hierzu einfach unter zimmerwarme Butter grob gehackte Blüten rühren, das Ganze in Form bringen und für einen geeigneten Anlass kalt stellen.

Eiswürfel mit essbaren Blumen

Eiswürfel mit essbaren Blumen machen sich in jedem Coctail gut. Foto © Manuta/ iStock / Getty Images Plus

Schick und aromatisch zugleich sind essbare Blumen in Eiswürfeln. Besonders gut geeignet sind hierfür unter anderem Rosenblättern. Aber auch die leuchtend blauen Borretschblüten machen auf Eis etwas her und geben dem Getränk dazu eine ganz feine Säure. Hierzu einfach Blüten waschen, in einen Eiswürfelbereiter geben, mit Wasser aufgiessen und einfrieren.

Blüten kandieren

Kandierte Blumen

Kandierte Blüten. Foto © HeikeRau/ iStock / Getty Images Plus

Blüten waschen, 100 g Zucker in einem dl Wasser aufkochen. 2 Minuten zu eine Sirup einköcheln, in eine Schüssel giessen und abkühlen lassen. Die Blütenblätter oder ganzen Blüten vorsichtig eintauchen und den Sirup vorsichtig mit dem Finger überall verteilen. Die Blüten auf ein Backpapier legen und bis zu 5 Tage trocknen lassen. Wer mag bestreut sie zusätzlich mit Zucker.

Fruchtig-süsser Sirup: Essbare Blüten im Glas

Aus Holunder lässt sich ein feiner Sirup ganz einfach herstellen. Mit Sekt oder Prosecco wird dieser zum beliebten Hugo, er schmeckt aber auch in einem Glas Wasser. Hier geht's zum Rezept für den Holunderblütensirup.

Tipp: Anstatt mit Holunderblüten funktioniert das Rezept auch mit 20 Dolden Flieder. Der Haken an diesem Getränkezusatz ist jedoch, dass die winzig kleinen Blüten einzeln in den Sud gezupft werden müssen.

Zu den Klassikern in der Blumenküche gehören gefüllte Zucchettiblüten. Mit etwas Glück kann man diese im Hochsommer in Delikatessenläden oder auf dem Markt kaufen. Aber auch aus dem eigenen Biogarten eignen sie sich bestens. Hier geht's zum Rezept für gefüllte Zucchettiblüten.

Haben Sie schon mal Konfitüre aus Rosen gemacht? Nein? Hier finden Sie ein einfaches Rosen-Kunfi-Rezept.

Für ein ausgefallenes Dessert sorgen Sie mit einem Joghurt-Eis aus Veilchen. Und mit einer Pasta mit Sonnenblumenblüten oder den Ravioli gefüllt mit Borretsch haben Sie gleich einen blumigen Zweigänger.

Eines der bekanntesten Rezepte mit essbaren Blüten ist wohl der Löwenzahn-Honig. Das Rezept können Sie auch mit Flieder machen.

Ein tolles Rezept im Frühling ist eine Kartoffel-Pastinaken-Suppe garniert mit Gänseblümchen.

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Feiner Geruch und Geschmack: Marmelade aus Rosenblüten

Rosenblüten wirken romantisch und bezaubern mit ihrem intensiven Duft. Aber auch essen kann man die Schönheiten. Die essbaren Blüten schmecken mild und leicht süsslich. Man kann aus ihnen deshalb zum Beispiel bestens Sorbet, Sirup oder Gelee herstellen.

Rosenmarmelade: Schmeckt fein und sieht fantastisch aus

Für eine Rosenmarmelade braucht man 100 g frische Rosenblüten. Der Kelchansatz wird zunächst entfernt. Dann vermengt man die Blüten mit 250 g Gelierzucker.

Die Blüten in dem Zucker 4 Stunden ziehen lassen und dann in einem Mixer oder mit einem Pürierstab zerkleinern. Nun kommt der Saft von 3 Zitronen dazu, sowie 350 ml Wasser und 1 EL Vanillezucker. Das Ganze aufkochen und noch heiss abfüllen.

Aber Vorsicht, nutzen Sie hier, wie bei allen anderen essbaren Blumen, nicht jede beliebige aus dem Handel. Denn um essbar zu sein, dürfen die Pflanzen nicht gespritzt werden und keine Giftstoffe enthalten. Fragen Sie im Handel deshalb unbedingt nach, ob die Blumen geeignet zum Essen sind. Foto: © kobeza /iStock / Getty Images Plus

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