Feine Farbtupfer: Wie essbare Blumen Gerichte aufpeppen

Von der Suppe mit Gänseblümchen bis zum Veilchen-Blüten-Glace – essbare Blumen bringen nicht nur Farbe auf den Tellern, sondern auch einen ganz besonderen Geschmack ins Essen.

Essbare Blüten: Welche Blumen man essen kann und leckere Rezepte
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Welche essbaren Blumen es gibt

Gänseblümchen, Kornblumen oder Löwenzahnblüten laden auf Wiesen zum Pflücken ein. Am Waldrand wartet dann noch der blühende Holunder. Tipp: Nicht alle Blüten entfernen, dann freuen sich auch die Vögel. Denn dann können sich noch Beeren bilden, die ein Festschmaus für die gefiederten Freunde sind. Vor der Verwendung – frittiert in Backteig oder als Sirup – bitte die Holunderblüten ausschütteln, denn oftmals sind sie voller schwarzer, kleiner Käfer. Direkt vom Wegesrand oder aus dem Park mitten in der Stadt sollten sie essbare Blüten zudem nicht nehmen, sie könnten übermässig mit Schadstoffen belastet sein.

Überwiegend im Gartenbeet finden sich ebenso einige essbare Blüten. Rosen- und Zucchini-Blüten oder auch die Kapuzinerkresse sind hier häufiger anzutreffen. Weniger bekannte essbare Blumen sind dagegen die Blüten von Borretsch, Thymian, Salbei oder Schnittlauch.  Auch von Ringelblumen, Lavendel, Taglilie, Stiefmütterchen und Hornveilchen sind die Blüten essbar.

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Feiner Geruch und Geschmack: Marmelade aus Rosenblüten

Rosenblüten wirken romantisch und bezaubern mit ihrem intensiven Duft. Aber auch essen kann man die Schönheiten. Die essbaren Blüten schmecken mild und leicht süsslich. Man kann aus ihnen deshalb zum Beispiel bestens Sorbet, Sirup oder Gelee herstellen.

Rosenmarmelade: Schmeckt fein und sieht fantastisch aus

Für eine Rosenmarmelade braucht man 100 g frische Rosenblüten. Der Kelchansatz wird zunächst entfernt. Dann vermengt man die Blüten mit 250 g Gelierzucker.

Die Blüten in dem Zucker 4 Stunden ziehen lassen und dann in einem Mixer oder mit einem Pürierstab zerkleinern. Nun kommt der Saft von 3 Zitronen dazu, sowie 350 ml Wasser und 1 EL Vanillezucker. Das Ganze aufkochen und noch heiss abfüllen.

Aber Vorsicht, nutzen Sie hier, wie bei allen anderen essbaren Blumen, nicht jede beliebige aus dem Handel. Denn um essbar zu sein, dürfen die Pflanzen nicht gespritzt werden und keine Giftstoffe enthalten. Fragen Sie im Handel deshalb unbedingt nach, ob die Blumen geeignet zum Essen sind. Foto: © Anna Pustynnikova / iStock / Thinkstock
 

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Wer die gewünschten essbaren Blumen nicht ungespritzt im Garten hat, sollte sie sich übrigens unbedingt in Bioqualität kaufen. Die normalen Pflanzen aus dem Blumengeschäft sind meist mit schädlichen Stoffen behandelt.

Raffinierte Rezepte mit essbaren Blüten

Im Salat können sowohl ein Farbenmeer aus verschiedenen Blumen als auch einzelne Blütenblätter aufpeppen. Schön beim Apéro machen sich etwa gerollte Frischkäsebällchen mit essbaren Blüten. Frischkäse hierfür etwas salzen und pfeffern, kleine Portionskugeln ausstechen und in fein geschnittenem Schnittlauch rollen. Jede Kugel nun einfach mit einer essbaren Blume verzieren.

Frisch zubereitet ist auch ein Blumenquark ein geschmackliches wie optisches Highlight. Essbare Blüten frisch vom Stängel zupfen, sind sie gross wie jene der Taglilie, Rosen oder Kapuzinerkresse, dann einfach grob zupfen und vorsichtig unterrühren. So verfahren kann man auch mit einer Blumenbutter. Hierzu einfach unter zimmerwarme Butter grob gehackte Blüten rühren, das Ganze in Form bringen und für einen geeigneten Anlass kalt stellen.

Schick und aromatisch zugleich sind essbare Blumen in Eiswürfeln. Besonders gut geeignet sind hierfür unter anderem Rosenblättern. Aber auch die leuchtend blauen Borretschblüten machen auf Eis etwas her und geben dem Getränk dazu eine ganz feine Säure. Hierzu einfach Blüten waschen, in einen Eiswürfelbereiter geben, mit Wasser aufgiessen und einfrieren.

Zu den Klassikern in der Blumenküche gehören gefüllte Zucchettiblüten. Mit etwas Glück kann man diese im Hochsommer in Delikatessenläden oder auf dem Markt kaufen. Aber auch aus dem eigenen Biogarten eignen sie sich bestens. Für das Rezept einfach die essbaren Blüten mit Ricotta füllen, welcher vorher mit gehackten Kräutern verrührt wird. Wer möchte, kann auch eine Gemüse- oder Fleischfüllung dafür nehmen. Dann die Zucchettiblüten damit bis zur Hälfte füllen. Die Spitzen etwas zusammendrehen oder, optisch schön, mit einem Schnittlauchhalm zubinden. Die Zucchettiiblüten können dann kurz frittiert oder gebraten werden. Fast noch schöner ist es, wenn die essbaren Blüten mit den Minizucchetti fest verbunden sind. Dann kann man sie ebenfalls füllen und mit dem Zwerggemüse kurz anbraten. Gleiches funktioniert übrigens wunderbar mit einigen essbaren Kürbisblüten.

Fruchtig-süsser Sirup: Essbare Blüten im Glas

Aus Holunder lässt sich ein feiner Sirup ganz einfach herstellen. Mit Sekt oder Prosecco wird dieser zum beliebten Hugo, er schmeckt aber auch in einem Glas Wasser. Für die Herstellung von Holunderblütensirup benötigt man etwa 40 Blütendolden. Die dicken Stängel hiervon abschneiden, sie könnten den Sirup bitter machen. Dann fehlen nur noch 4 Bio-Zitronen, 80 g Zitronensäure (zur natürlichen Konservierung), 3 Kg Zucker und 3 Liter Wasser.

Wasser, Zucker und Zitronensäure werden aufgekocht. Abkühlen lassen und über die in einer grossen Schüssel platzierten Holunderblüten und Zitronenscheiben giessen. Diese Schüssel abgedeckt für zwei Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Gelegentliches umrühren verstärkt das Aroma. Nun den Holunderblütensirup nur noch in einen Topf abseihen, erneut aufkochen lassen und in sterile Flaschen mit Schraubverschluss füllen. Steril werden sie, wenn sie in einem Topf kurz in kochendem Wasser stehen.

Tipp: Anstatt mit Holunderblüten funktioniert das Rezept auch mit 20 Dolden Flieder. Der Haken an diesem Getränkezusatz ist jedoch, dass die winzig kleinen Blüten einzeln in den Sud gezupft werden müssen.

Essbare Blüten kaufen und selbst anbauen

Essbare Blüten kaufen ist meist schwierig. Kurze Zeit im Sommer mag es sie auf dem Wochenmarkt geben oder in gut sortierten Geschäften. Viel einfacher ist es, die Samen der entsprechenden Blumen oder Gemüsesorten selbst zu säen. Korn-, Ringelblume oder Kapuzinerkresse können beispielsweise im Frühjahr direkt draussen gesät werden und gedeihen selbst im Topf. Heute gibt es zudem spezielle Samenmischungen für essbare Blüten in hervorragender Bioqualität.

Quelle: Redaktionsgarten & -Küche

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann