Swiss Overshoot Day: Ab dem 11. Mai lebt die Schweiz auf Pump

Ab dem 11. Mai leben wir auf Pump. Denn wir Schweizer haben die Ressourcen, die uns für 2021 zur Verfügung stehen, bereits aufgebraucht.  

Swiss Overshoot Day: Die Ressourcen für 2019 sind aufgebraucht
Die Schweizer hinterlassen einen besonders grossen ökologischen Fussabdruck. Foto: © selimaksan / E+
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Bereits am 11. Mai haben die Schweizer alle Ressourcen aufgebraucht, die ihnen für das ganze Jahr zur Verfügung stünden. Das sind laut zahlen des Global Footprint Network gerade mal drei Tage später als im Vorjahr. Unser Land gehört damit zu den Spitzenreitern, was das Leben auf Pump betrifft.

Der Overshoot Day bezeichnet den Tag, an dem die weltweiten Ressourcen aufgebraucht wären, wenn die gesamte Weltbevölkerung leben würde wie die eines bestimmten Landes. Würden also alle Menschen leben wie wir in der Schweiz, wären am besagten 11. Mai die Ressourcen aufgebraucht. 

Fast gleich rasant verbrauchen Portugal und Italien (13. Mai) sowie England (19. Mai) ihre Ressourcen. Allerding gibt es auch einige europäische Länder, die ihre Ressourcen jedes Jahr noch viel schneller aufbrauchen und ihren Overshoot Day noch früher im Kalender eintragen müssen. Dazu gehören Deutschland (5. Mai) und Holland (27. April) oder etwa Schweden (6. April) und Belgien (30. März). 

Weltweit am wenigsten Ressourcen verbraucht übrigens Indonesien, das erst am 18. Dezember alle Ressourcen aufgebraucht haben wird. An der Spitze liegt Qatar, dessen Overshoot Day bereits am 9. Februar war.

Jedes Jahr drei Planeten

Es kommt nicht von ungefähr, dass wir bereits Anfang Mai den Overshoot Day erreichen (Zum Vergleich: Der World Overshoot Day ist jeweils Anfang August.) Die Schweizer hinterlassen einen so grossen ökologischen Fussabdruck, weil sie weltweit zu den grössten Abfallproduzenten zählen, dreimal so oft fliegen wie EU-Bürger und die grössten Autos von ganz Europa fahren.

Der WWF hat berechnet, dass die Menschheit jedes Jahr drei Planeten brauchen würde, wenn alle so leben würden wie die Schweizer.

Wie gross ist Ihr CO2-Fussabdruck? Hier geht’s zum WWF-Footprint-Rechner.

Alles andere als vorbildlich

Vor allem auch in Sachen CO2-Emissionen sind die Schweizer alles andere als vorbildlich. Der Durchschnittsschweizer schafft es jedes Jahr auf unglaubliche 14 Tonnen CO2 jährlich. Selbst Vegetarier, die auf das Velo und ÖV setzen, produzieren rund 3,5 Tonnen CO2 im Jahr.

Die Zahlen sprechen für sich: Soll der Klimawandel aufgehalten werden, darf jeder Erdenbürgern nicht mehr als 600 kg CO2 verursachen. Ein Ziel, das noch in weiter Ferne liegt.

 

 

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