Jeder Schritt zählt: Berechnen Sie Ihren ökologischen Fussabdruck

Der ökologische Fussabdruck zeigt auf, wie sehr der Mensch die Umwelt beansprucht. Wie Sie Ihren persönlichen ökologischen Fussabdruck berechnen und 10 Tipps wie Sie ihren eigenen Footprint verkleinern können.

Der ökologische Fussabdruck dargestellt mit Fussabdrücken.
Bild: © smartboy10/ DigitalVision Vectors; Collage: Redaktion Nachhaltigleben
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Der «ökologischen Fussabdruck» oder «ecological footprint» zeigt, wie viele Ressourcen wir mit unserem Lebensstil und Konsum verbrauchen beziehungsweise welche Fläche nötig ist, um unsere Bedürfnisse abzudecken. Alle Lebensbereiche von Ernährung über Arbeit bis zur Freizeit werden analysiert, um den persönlichen ökologischen Fussabdruck zu erstellen. Aber es gibt auch den ökologischen Fussabdruck für die ganze Welt und jedes einzelne Land.

Gemäss der Non-Profit-Organisation Global Footprint Network bräuchte es aktuell 1,75 Erden, um den Lebensstandard der Weltbevölkerung und unseren Ressourcenverbrauch zu decken. 2014 hatten wir am 19. August bereits alle Ressourcen aufgebraucht, die uns für ein Jahr zur Verfügung stehen würden, 2019 war dies bereits am 29. Juli der Fall. In der Schweiz wurde der so genannte «Overshoot Day» sogar bereits am 9. Mai erreicht. Der ökologische Fussabdruck ist hierzulande also noch etwas grösser als der durchschnittliche weltweit. So hat die Schweiz derzeit einen Footprint von 2,8 Erden und liegt damit auf Platz 5 weltweit.

Die Idee und das Konzept für den ecological Footprint stammt von Mathis Wackernagel und William Rees. Sie haben den ecological Footprint bereits 1994 entwickelt. 2003 gründete Wackernagel das heute weltweit bekannte Global Footprint Network. Die Non-Profit-Organisation errechnet den Fussabdruck jedes Landes und des Planeten.

So wird der ökologische Fussabdruck gemessen

Der ökologische Fussabdruck wird in sogenannten globalen Hektaren (gha) bemessen. Um diesen Wert zu erhalten, wird der persönliche Lebensstil analysiert und berechnet, wie viel Fläche der Welt es beanspruchen würde, um die jährlich verbrauchten Ressourcen wieder herzustellen.  Dabei wird der Bedarf an Ackerland, Wald, Weideland aber auch jener für den Verbrauch fossiler Energie berücksichtig. Je nachhaltiger man lebt, um so kleiner ist die Fläche, also die Anzahl benötigter globaler Hektare.

Im Brennpunkt

In der Schweiz sind zum Beispiel durchschnittlich pro Kopf 5 globale Hektare Land nötig. Wobei der grösste Teil der Verbrauch fossilier Energien ausmacht.

Das Problem dabei: Auf der Fläche der Schweiz selbst stehen eigentlich nur 1,2 gha Ressourcen pro Jahr zur Verfügung. Mit 5 Hektaren pro Kopf verbraucht der durchschnittliche Schweizer somit deutlich mehr als er eigentlich dürfte. In anderen europäischen Ländern sieht dies aber ähnlich aus. Unseren Nachbarn wie Deutschland oder Frankreich steht zwar mehr Fläche zur Verfügung, weshalb sie pro Kopf theoretisch auch etwas mehr an Ressourcen verbrauchen dürften. Der tatsächliche Ressourcenverbrauch liegt jedoch auch hier im Durchschnitt sehr weit über dem, was unser Planet tatsächlich zur Verfügung stellt. Das zeigen die Statistiken und Infografiken von Global Footprint Netork. Der Konsum des Menschen belasten also die Umwelt und unseren Planeten weit mehr, als nachhaltig ist. Mit anderen Worten: Der Mensch lebt auf viel zu grossem Fuss.

Lesetipp:

Das Bundesamt für Statistik (BFS) weist in seinem Bericht zum ökologischen Fussabdruck der Schweiz unter anderem daraufhin, dass die Berechnungen nur einen Teil der Umweltdimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtige. Beispielsweise würden Gesellschaft und Wirtschaft nicht berücksichtigt. Themen wie der Verlust an Biodiversität und Lebensraum, Umweltbelastung durch Schwermetalle oder etwa der Süsswasserverbrauch werden nicht berücksichtigt. «Der ökologische Fussabdruck ist somit kein vollumfänglicher Nachhaltigkeitsindikator», schreibt das BFS.

Den persönlichen ökologischen Fussabdruck berechnen

Die für das jeweilige Land angegebenen Werte des ecological footprint sind nur Durchschnittswerte. Wer seinen persönlichen ökologischen Fussabdruck berechnen möchte, findet in der Schweiz beim WWF einen Footprint-Rechner. Dieser stellt Fragen zum Verhalten in unterschiedlichen Lebenssituationen und misst, wie hoch der eigene Ressourcenverbrauch im Vergleich zum Durchschnitt ist.

Auch Global Footprint Network bietet auf seiner Website einen Rechner an, der den persönlichen Footprint berechnet. Er ist allerdings nur auf Englisch verfügbar.

In Deutschland kann man den ökologischen Fussabdruck unter fussabdrdruck.de berechnen lassen, Verbesserungsvorschläge inklusive, sowie auf footprint-deutschland.de. Interessierte österreichische Konsumenten können ihren ecological footprint auf Mein-Fussabdruck.at messen.

Tipp der Redaktion zu den Fussabdruck-Rechnern: Die erfassten Daten und die daraus errechneten Ergebnisse sind bei diesen ökologischen Fussabdruck-Rechnern teilweise sehr unterschiedlich. Vielleicht probieren Sie einfach mehrere Rechner aus.

10 Tipps zum Verkleinern des ökologischen Fussabdrucks

Wie kann man seinen ökologischen Fussabdruck verkleinern? Ein paar einfache Massnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag:

  1. Den Zug statt das Flugzeug für die Ferienreise nutzen.
  2. Öffentliche Verkehrsmittel wählen und das Auto so oft wie möglich stehen lassen.
  3. Das Licht in jedem Raum, in dem man sich nicht aufhält, ausschalten verkleinert den Energiebedarf und damit den ökologischen Fussabdruck.
  4. Sehr alte, stromfressende Geräte gegen neue energieeffiziente eintauschen - das lohnt sich auch finanziell. Warum sich das vor allem bei Haushaltsgeräten lohnt, veranschaulicht der Beitrag über graue Energie.
  5. Die Raumtemperatur im Winter um ein Grad reduzieren spart alleine bis zu sechs Prozent der benötigten Heizenergie.
  6. Regionale und saisonale Lebensmittel einkaufen statt weitgereiste oder solche, die aus dem Treibhaus stammen.
  7. Auch mal etwas selbst anbauen, auf dem Balkon oder im Garten. Denn hierfür ist der ökologische Fussabdruck gleich null, zumindest, wenn torffreie Erde gewählt wird und man Regenwasser nutzt.
  8. Den Einkauf genau planen und so Lebensmittelverschwendung vermeiden.
  9. Öfter mal vegetrisch oder vegan essen.
  10. Beim Kauf auf Bioprodukte setzen, da diese in einem natürlichen Kreislauf angebaut werden und ohne Kunstdünger oder hohen Wasserverbrauch produziert werden. Dies gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Bekleidung.

Dieser Artikel wird unterstützt von der Coop-Nachhaltigkeitsinitiative «Taten statt Worte». Erfahren Sie mehr darüber, wie Coop bis 2023 klimaneutral werden möchte und mit welchen innovativen Projekten die Detailhändlerin ihre Vision «CO2-neutral bis 2023» umsetzt..

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