Diese Schweizer Städte erhalten bald einen eigenen Leihladen

Leihen statt kaufen! Die Berner LeihBar der Stiftung für Konsumentenschutz ist so erfolgreich, dass bald auch in anderen Schweizer Städten Leihläden eröffnen.  

Erfolgreiche Berner LeihBar: Wo es bald ähnliche Projekte gibt
Foto: © Matthias Luggen
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Seit rund einem Jahr kann man in der Berner LeihBar, einer Bibliothek der Dinge, Alltagsgegenstände ausleihen, die man nur selten braucht und daher nicht kaufen möchte.

Das Konzept hat Erfolg. Was als Projekt des Konsumentenschutz’ begonnen hat, ist heute selbsttragend und wird von einem Verein geführt.

In den Finken zur LeihBar

Lesetipp:

Etwas Bange war es Raffael Wüthrich, Leiter Nachhaltigkeit des Konsumentenschutz’ zu Beginn schon, ob das Konzept hierzulande überhaupt aufgehen würde: «In der Schweiz ist die Kaufkraft doch sehr hoch, und oft ist es bequemer, etwas Neues zu kaufen, als den Aufwand auf sich zu nehmen, um etwas auszuleihen.»

Umso mehr freut sich Wüthrich, dass die LeihBar in Bern so erfolgreich ist. Er findet, dass es Leihläden in jedem grösseren Quartier geben sollte: «Das Ziel wäre, dass man einfach schnell in den Finken raus kann, wenn man etwas braucht.»

Bohrmaschine spart Strom eines Single-Haushalts

Lesetipp:

Am Beispiel der Bohrmaschine, dem Gegenstand, der in der Berner LeihBar im ersten Jahr am häufigsten ausgeliehen wurde, zeigt sich das grosse Potential in Sachen Energiesparen, das der Verleih von Gegenständen mit sich bringt.

Denn hätten die 20 Personen, die die Bohrmaschine ausgeliehen haben, stattdessen eine eigene gekauft, wäre nur durch die Herstellung ein Energieaufwand von rund 2000 kWh angefallen. Dies entspricht dem jährlichen Strombedarf eines ganzen Single-Haushalts.

Weitere LeihBars in der Schweiz?

Weil nicht nur eine Menge Energie gespart werden kann, sondern auch die Portemonnaies der Mitglieder geschont werden, möchte der Konsumentenschutz in der Schweiz noch weitere LeihBars aufbauen.

«Das nächste LeihBar-Projekt wird mit grosser Wahrscheinlichkeit in Luzern entstehen», verrät Raffael Wüthrich.

Auch in Basel sei kürzlich dank Crowdfunding ein ähnliches Konzept umgesetzt worden, das «Leihlager», und in der Westschweiz gebe es bereits mehrere solcher Bibliotheken der Dinge.

Damit es in Zukunft auch LeihBars in Zürich und anderen Schweizer Städten gibt, werden Organisatoren oder motivierte Menschen gesucht, die bereit sind, das Konzept in Kooperation mit dem Konsumentenschutz umzusetzen.

So funktioniert die LeihBar

Der Jahresbeitrag für die LeihBar Bern beträgt 60 Franken. Für diesen Betrag können so viele Gegenstände ausgeliehen werden, wie man möchte. Einen Überblick über das mittlerweile rund 350 Gegenstände umfassende Sortiment, kann man sich im Online Katalog der LeihBar verschaffen. Vom Schlauchboot bis zum Waffeleisen findet man fast alles. Das Sortiment wird laufend erweitert.

 

 

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