Einmachen leicht gemacht: So bleiben Gemüse & Co. länger haltbar

Beim Begriff Einmachen kommen Erinnerungen an Grosis süssen Zwetschgenkompott und duftende Konfi hoch. Eingemacht sind Früchte und Gemüse aber nicht nur fein, sondern auch besonders lange haltbar. Wir haben ein Grundrezept parat und verraten, wie das Eingemachte lange haltbar bleibt.

Eingemachte Feigen in Weck- und Schraubgläsern in einer Küche auf der Ablage
Eingemacht bleiben Früchte lange haltbar und schmecken erst noch richtig gut. © GMVozd / E+
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Einmachen – das Wichtigste in Kürze:

  • Der Unterschied zwischen Einmachen und Einkochen liegt darin, dass Früchte oder Gemüse beim Einmachen schon vor dem Abfüllen gekocht werden.
  • Beim Einmachen werden Früchte oder Gemüse in einem Sud aus Wasser und Zucker oder Salz und Essig erhitzt und anschliessend in Schraubgläser abgefüllt. In den Gläsern bildet sich beim Abkühlen ein Vakuum, was das Eingemachte vor Keimen schützt.
  • Hier findest du ein Grundrezept fürs Gemüse einmachen sowie fürs Früchte einmachen.

Früchte und Gemüse schmecken am besten, wenn sie Saison haben und aus der Region kommen. Wenn du das intensive Aroma konservieren möchtest, ist Einmachen eine gute Methode. Denn dabei machst du Lebensmittel für mehrere Monate haltbar und musst so auch im Winter nicht auf Kirschen, Zucchetti & Co. verzichten.

Was ist der Unterschied zwischen Einmachen und Einkochen?

Einmachen steht für das heisse Abfüllen von Früchten und Gemüse und hat streng genommen nichts mit dem Einkochen (auch Einwecken genannt) zu tun. Wobei das Wort Einmachen gerne als Überbegriff für jede Art des Konservierens von Lebensmitteln verwendet wird.

Eine Frau macht zusammen mit zwei Mädchen rote Konfitüre ein
Beim Einmachen werden die Früchte vor dem Abfüllen in die Gläser erhitzt. © GMVozd / iStock / Getty Images Plus

Der Unterschied zwischen Einmachen und Einkochen liegt in der Vorgehensweise: Beim Einmachen erhitzt du die Zutaten im Sud vor dem Abfüllen. Beim Einkochen hingegen wird das Obst oder Gemüse nach dem Abfüllen in den Gläsern erhitzt, zum Beispiel im Wasserbad oder im Backofen. Eingemachte Lebensmittel sind etwa 6 Monate haltbar. Eingekochte Lebensmittel halten sich noch länger – nämlich mindestens ein Jahr lang.

Typische Beispiele für Eingemachtes sind Konfitüre, Chutneys und Kompott.

So funktioniert Einmachen

Fürs Einmachen von Lebensmitteln gibt es verschiedene Varianten. Ob süss, salzig oder sauer – grundlegend dabei ist, dass du die Früchte oder das Gemüse in einem Sud aus Wasser und Zucker oder Salz und Essig sowie nach Wunsch mit Gewürzen aufkochst.

Nach dem Aufkochen werden die Früchte oder das Gemüse inklusive des Suds in saubere Gläser abgefüllt. Anschliessend schraubst du diese zu und lässt das Eingemachte in den Gläsern auskühlen. Durch das Zusammenziehen der heissen Luft bildet sich ein Vakuum. Letzteres macht sich an einem leicht nach innen gewölbten Deckeln sichtbar. Bei Bügelgläsern oder solchen mit Dichtungsring, Glasdeckel und Metallklammern kannst du das Vakuum überprüfen, in dem du den Bügel bzw. die Klammern löst. Besteht ein Vakuum, bleibt der Deckel trotzdem fest auf dem Glas. Hat das funktioniert, bleibt dein Gemüse oder Obst in den Gläsern etwa 6 Monate haltbar.

Info: Wenn sich kein Vakuum bildet, hält dein Eingemachtes allenfalls ein paar Tage, sofern du es im Kühlschrank aufbewahrst. Besser ist es in diesem Fall, das Obst oder Gemüse sofort zu verbrauchen oder es nochmals zu kochen und in sterilisierte Gläser zu füllen.

Muss man beim Einmachen die Gläser umdrehen?

Es ist ein häufig genannter Trick, die Einmachgläser nach dem Abfüllen und Verschliessen umzudrehen. Dadurch, dass das noch heisse Eingemachte dabei an den Deckel gelangt, sollen allfällige Keime abgetötet werden. Das ist aber nicht nötig, wenn du die Gläser (inklusive der Deckel!) richtig sterilisiert hast. hier erfährst du, wie Gläser sterilisieren funktioniert.

Wenn du Schraubgläser verwendest, ist es sogar empfehlenswert, auf das Umdrehen der Gläser zu verzichten. Denn in den Deckeln befindet sich eine dünne Kunststoffschicht, welche ungesunde Weichmacher enthalten können. Kommt diese in Berührung mit dem heissen Inhalt des Glases, können sich die ungesunden Stoffe lösen und in dein Essen übergehen.

Gemüse einmachen – Rezept

Eingemachte rote Zwiebeln in einem Bügelglas, das auf einem Holzbrett steht
Eingemachte rote Zwiebeln schmecken fein zu Suppen, Currys und Wähen. © LiliGraphie / iStock / Getty Images Plus

Möchtest du Gemüse einmachen, stellst du einen Sud aus Wasser, Zucker und Essig her. Die Säure und der Zucker sind wichtig, damit dein Gemüse haltbar bleibt.

Zum Einmachen eignen sich etwa Randen, Zwiebeln, Rüebli, Kabis, Gurken und Radieschen.

Zutaten

  • 1 kg Gemüse
  • 100 g Zucker
  • 200 ml Essig
  • 300 ml Wasser

Rezept

  • Das Gemüse in Scheiben oder Streifen schneiden.
  • Nebenher den Sud aus Wasser, Essig und Zucker aufsetzen.
  • Wenn sich der Zucker aufgelöst hat, das Gemüse hineingeben und nur so lange darin köcheln, dass es noch bissfest ist.
  • Nach Wunsch das Gemüse mit Senfkörnern, Pfeffer oder Lorbeerblättern würzen.
  • Das Gemüse mit dem Sud in sterilisierte Gläser abfüllen und diese verschliessen. Nachdem die Gläser abgekühlt sind, diese kühl und dunkel lagern.

Früchte einmachen – Rezept

Eingemachte Früchte verlängern die Saison und schmecken richtig fein im Porridge oder Müesli, zu Waffeln und Pfannkuchen oder einfach pur als Dessert.

Zum Einmachen eignen sich zum Beispiel Zwetschgen, Rhabarber, Kirschen, Aprikosen und Himbeeren. Aber auch andere Früchte eignen sich für die Herstellung von Kompott oder Konfitüre.

Zutaten

  • 500 g Früchte
  • 100-250 ml Wasser (je nach Wassergehalt im Obst)
  • 100 g Zucker

Rezept

  • Das Obst rüsten.
  • Nebenher das Wasser in einem Topf erhitzen. Den Zucker unter Rühren darin auflösen.
  • Die Früchte hinzugeben und alles etwa 10 Minuten zugedeckt köcheln lassen.
  • Den heissen Früchtekompott in sterilisierte Gläser abfüllen und auskühlen lassen.

Die wichtigsten Tipps fürs Einmachen

Einmachen ist nicht nur etwas für Küchengenies. Dennoch gibt es ein paar Punkte zu beachten, wenn du Lebensmittel einmachen und damit länger haltbar machen möchtest.

  • Das Wichtigste beim beziehungsweise vor dem Einmachen ist, dass du die Gläser sterilisierst. Dafür müssen sie für mehrere Minuten in kochendem Wasser stehen. Ansonsten können die eingemachten Lebensmittel schnell verderben.
  • Vergiss beim Gläser sterilisieren die Deckel nicht! Auch diese müssen abgekocht werden, damit keine Bakterien dein Eingemachtes verunreinigen.
  • Du kannst sowohl Schraubgläser wie auch Bügelgläser nutzen. Bevor du viel Geld für Einmachgläser ausgibst, kannst du also einfach verwenden, was du schon zuhause hast: Leere Schraubgläser von Konfi, sauren Gurken & Co.
  • Achte beim Abfüllen der gekochten Früchte oder des Gemüses darauf, dass nichts an den Glashälsen bzw. im Gewinde der Gläser hängen bleibt. Essensreste, die beim Zuschrauben zwischen Glashals und Deckel geraten, sind eine Nährquelle für Bakterien und können zum schnellen Verderben des Eingemachten führen. Tipp von Redaktorin Pauline: Verwende zum Abfüllen des Eingekochten in Gläser einen breiten Trichter (vorher sterilisieren!). Dadurch bleiben die Glashälse sauber und du kannst besser beeinflussen, wie hoch du die Gläser befüllst.
  • Mach die Schraubgläser nicht zu voll. Es muss etwas Platz im Glas bleiben, damit sich das Vakuum bilden kann. Am besten lässt du oben im Glas ca. 2 cm frei.
  • Wie lange deine eingekochten Lebensmittel haltbar sind, hängt davon ab, wie sauber du gearbeitet hast, und ob das Vakuumieren erfolgreich war. Wenn du das Eingemachte nach einigen Monaten aus der Vorratskammer holst, solltest du es vor dem Verzehr gut kontrollieren: Riecht es gut? Sieht es gut aus? Bei einem Geschmackstest merkst du schnell, ob das Eingemachte noch geniessbar ist. Wichtig: Wenn das Vakuum nicht mehr besteht, solltest du Eingemachtes immer entsorgen. Dann besteht die Gefahr, dass es von Keimen befallen ist.
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