Die Küche als Natur-Apotheke: Heilkräuter und ihre Wirkung

Viele Pflanzen, die uns als Gewürze oder Tee bekannt sind, haben eine heilende Wirkung. Welche Wirkung die Heilkräuter und Heilpflanzen haben und wie sie am besten angewendet werden.

Heilkräuter: Wirkung und Zubereitung wichtiger Heilpflanzen
Die meisten unserer Gewürze spielen auch in der Naturheilkunde eine wichtige Rolle. Foto: © Almaje, tycoon751, Almaje/ iStock / Getty Images Plus, Collage: Redaktion Nachhaltigleben
  • 240
  • 0

Sind Heilkräuter etwas bitter, wie die Blätter der beliebten Gartenstaude Schafgarbe, dann fördern sie in der Regel die Verdauung und sorgen für eine gesunde Darmflora.

Haben sie einen scharfen Geschmack, wie die Kapuzinerkresse oder Ruccola, enthalten die Heilpflanzen meist Senföle, die antibakteriell wirken und Atemwegs- oder Harnwegsinfekten vorbeugen sollen.

Doch Heilpflanzen können noch viel mehr. Wir zeigen die medizinische Wirkung der bekanntesten Kräuter sowie in der Bildgalerie, wie sie am besten verwendet werden.

Küchengewürze, die auch wichtige Heilkräuter sind

Petersilie kann bei Eisen- oder Kalziummangel helfen, das Grün ist dazu reich an Vitamin C, A und E und somit sehr gut für die Gesundheit. Frisch zu Salat oder Gemüse kann diese Heilpflanze zudem munter machen und die Abwehr stärken.

Petersilie wirkt verdauungsfördernd, treibt die Entgiftung von Leber und Niere an und hilft bei Blasen- oder Magenbeschwerden. Für eine stärkere Wirkung verwendet man die Wurzeln der Petersilie.

Die wichtigsten Heilkräuter und ihre Verwendung

Bild: 1 von 12

Leicht scharfes Heilkraut: Brunnenkresse für Tee oder Tinkturen

Da die heilsamen Wirkstoffe der Brunnenkresse beim Trocknen verloren gehen, sollte sie immer frisch verwendet werden. Für einen Tee verwendet man 2 TL Brunnenkresse und kocht sie in Wasser auf. Für eine Tinktur gegen Hautirritationen lässt man die Blätter eine Woche im Wasser ziehen. Foto: © HandmadePictures iStock / Getty Images Plus

Weitere Bilder anschauen

Petersilie, Kerbel, Fenchel, Minze, Basilikum und Zitronenmelisse (Melissa officinalis) haben übrigens gemein, dass sie eine entzündungshemmende Wirkung haben. Ihr regelmässiger Verzehr soll sogar chronische Gelenkbeschwerden verbessern.

Auch der würzige Schnittlauch hat jede Menge gesunde Inhaltstoffe. Die Pflanze enthält die Vitamine C, B 6, A und E sowie Folsäure. Schnittlauch ist eine der Heilpflanzen, die Arterienverkalkung verhindern soll und harntreibend wie auch antibakteriell wirkt.

Salbei (Salvia officinalis) kennen fast alle als Hausmittel. Er wird bei Halsschmerzen genutzt oder zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden. Die ätherischen Öle der Heilpflanze wirken desinfizierend und schmerzlindernd auf gereizte Schleimhäute und auf die Organe. Zudem enthält Salbei viele Vitamine und Zink und ist somit gut für die Gesundheit.

Aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung lindert Rosmarin (Rosmarinus officinalis) Blähungen und Kreislaufbeschwerden.

Thymian ist ein wahrer Alleskönner auf der Liste der Heilkräuter. In einem warmen Bad oder im Tee helfen die beruhigenden, ätherischen Öle Stress abzubauen.

Lesetipp:

Ein Tee aus frischen oder getrockneten Blättern hilft bei Erkrankungen der Atemwege und bringt Linderung bei Durchfallbeschwerden. Durch seine antibakterielle Wirkung kann er auch helfen, Fiebererkrankungen zu bekämpfen.

Einsetzen kann man Thymian auch bei Hauterkrankungen wie Warzen. Als Tinktur auf der Kopfhaut hilft die Pflanze zudem bei Haarschuppen und gereizter Kopfhaut.

Die Blüte des Echten Lavendels ist bekannt für seine beruhigende Wirkung und gehört zu den wichtigsten Heilpflanzen.

Lavendelöl kann zudem als Umschlag bei Glieder- oder Gelenkschmerzen wohltuend sein.

Brunnenkresse ist eine wahre Vitaminbombe. Sie enthält viel Vitamin C, Eisen, Jod, Calcium und Gerbstoffe, welche man auch Antioxidantien oder Radikalenfänger nennt. Sie sollen insbesondere vor Krebs und Hautalterung schützen. Die Brunnenkresse nützt aber auch bei vielen anderen Beschwerden wie Halsschmerzen, Verdauungsproblemen und Blasenentzündung.

Aus den Blättern der Pflanze kann zudem ein intensiver Sud gekocht werden, der als Kompressen angewendet bei verschieden Hautproblemen helfen soll.

Wachholder ist besonders gut für den Magen und die Verdauung. Daher ist Wachholder auch ein sehr beliebtes Gewürz zu fettigen Speisen.

Auch um die Muskeln und Gelenke zu entspannen, können Wachholderbeeren wirksam sein. Dafür braut man eine Tinktur zusammen, die für Umschläge verwendet werden kann.

Wilde Heilpflanzen, die Beschwerden lindern

Heimische Wildpflanzen sammeln sollte nur, wer das nötige Wissen besitzt. Denn oft haben Pflanzen in der Natur giftige Zwillinge, von denen sie kaum zu unterscheiden sind.

Lesetipp:

Heilkräuter sollten ausserdem nicht von verunreinigten Standorten gesammelt werden, weil sie dann Giftstoffe enthalten können.

Wer Petersilie mag, der kann den stark wuchernden Giersch wild oder aus dem Garten pflücken. Er hilft etwa bei Verdauungsschwäche oder Durchfall.

Löwenzahn wird zwar oft als Unkraut angesehen, er gehört aber auch zu den Heilpflanzen. Teile der Wildblume sollen Entzündungen hemmen und den Appetit anregen.

Auch Brennnesseln gehören ganz oben auf die Liste der Heilpflanzen. Sie enthalten viel Vitamin C, Mineralien und Spurenelemente. Das Kraut wirkt entschlackend und regt den Stoffwechsel an. Zudem stärkt es das Immunsystem. Sehr beliebt ist Brennnessel-Tee auch bei Erkrankungen der Harnwege.

Äusserlich angewendet kann die Brennnessel bei Hautausschlag oder Reizungen der Kopfhaut helfen.

Eisenkraut wird besonders häufig bei Nervosität, Stresssymptomen und Schlaflosigkeit angewendet. Je eine Tasse Tee morgens und abends soll die Nerven beruhigen.

Als Gesichtswasser erfrischt und strafft das Kraut die Haut.

Unter den pflanzlichen Arzneimitteln ist Johanniskraut (Hypericum perforatum) eine kleine Wunderwaffe. Besonders bekannt ist es für seine Anwendung bei innerer Unruhe, Magenproblemen und Depressionen oder Stress. Es gibt Johanniskraut-Kapseln zu kaufen, aber auch als Getränk hilft das Kraut.

Lesetipp:

Bei äusserer Anwendung, zum Beispiel als Salbe, hilft Johanniskraut wundheilend, schmerzstillend und antibakteriell. Allerdings muss man bei der regelmässigen Verwendung darauf achten, dass man die Haut nur wenig der Sonne aussetzt, da sie deutlich empfindlicher wird.

Kamille ist in vielen Salben, Lotionen, Badezusätzen zu finden, denn die Pflanze heilt Entzündungen und Wunden. Sie zählt zu den wichtigesten Arzneipflanzen.

Schafgarbe verdankt seine heilende Wirkung einer Fülle an ätherischen Ölen, Bitter- und Gerbstoffen. Verwendet wird die Heilpflanze häufig bei Verletzungen, Stress oder Menstruationsbeschwerden, da sie beruhigt, entspannt und Krämpfe löst.

Bei der äusseren Anwendung sind Bäder oder Kompressen optimal, um seine wundheilende, antibakterielle und blutstillende Wirkung zu entfachen.

Nimmt man Ginkgo regelmässig zu sich, soll er der Konzentration helfen. Seine Inhaltsstoffe fördern die Durchblutung im gesamten Körper, besonders aber im Gehirn.

Tinkturen aus den Blättern der Heilpflanze helfen bei der Wundheilung. Übrigens auch die Ringelblume (Calendula officinalis), die in Schweizer Garten hervorragend gedeiht, ist eine bewährte Heilpflanze für Wundheilung. Wie Sie Ringelblumensalbe selber machen und welche Wirkung das Heilkraut als Salbe hat.

Heilkräuter im Garten und auf dem Balkon anbauen

Lesetipp:

Zahlreiche Heilpflanzen sind recht anspruchslos und benötigen nur wenig Pflege, um im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu gedeihen.

Allein die mediterranen Vertreter sind manchmal etwas anspruchsvoller, weil ihnen Verhältnisse hierzulande nicht entgegenkommen. 

Im kleinen Garten mehr ernten: 6 einfache Tipps

Im kleinen Garten mehr ernten: 6 einfache Tipps

Nehmen Sie eine Auszeit: Das sind die schönsten Orte dafür

Nehmen Sie eine Auszeit: Das sind die schönsten Orte dafür

Trockene Haut pflegen: Die besten Hausmittel

Trockene Haut pflegen: Die besten Hausmittel