Lavendelöl selber machen und seine vielseitige Wirkung nutzen

Lavendelöl gehört eigentlich in jeden guten Haushalt. Erfahren Sie mehr über seine vielseitige Wirkung und Anwendung. Auch lässt sich Lavendelöl einfach selber machen. Wir zeigen wie.

Lavendelöl: Wirkung, Anwendung und wie selber machen
Bereits einige Tropfen Lavendelöl können eine positive Wirkung auf die Haut oder das zentrale Nervensystem haben. Foto: © Madeleine_Steinbach/ iStock / Getty Images Plus
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Lavendelöl ist ein richtiger Alleskönner! Die vielfältige Wirkung der Heilpflanze Lavendel sorgt nicht nur für Entspannung, sie ist auch gut für unsere Haut und nützt sogar gegen Rheuma. Als ätherisches Öl kommt Lavendel zudem in verschiedenen Bereichen wie Kosmetik oder Putzmittel zur Anwendung.

Und das Beste: Egal für welche Verwendung oder Behandlung, fast immer reichen bereits einige Tropfen Lavendelöl.

Lesen Sie hier, wie das Öl aus Lavendel wirkt und wie es richtig zur Anwendung kommt. Zudem: Wie Sie ätherisches Lavendelöl ganz einfach selber herstellen.

Lavendelöl und seine Wirkung

Entspannung:  Der Duft des Lavendelöls entspannt, beruhigt und harmonisiert. Die Wirkung des Lavendelöls kann daher helfen, Stressgefühle und eine innere Unruhe zu mindern. 

Als Lavendeltee hat Lavendel ebenfalls eine beruhigende Wirkung. Zudem wirk die Heilpflanze so gegen Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen und Erkältung.

Schlafprobleme: Bei Einschlafproblemen kann der Duft von Lavendel wahre Wunder wirken. Die beruhigende Eigenschaft ist auch eine der bekanntesten Wirkung des Öls.

Hautproblemen:Eine Hautcreme oder ein Hautöl, das als Inhaltsstoff einige Tropfen Lavendelöl enthält, wirkt bei empfindlicher oder trockener Haut, aber auch bei unreiner Haut. So werden Akne, Psoriasis, Dermatitis oder Pilzinfektionen gemildert.

Wundheilung: Lavendel enthält antiseptische Wirkstoffe, daher heilen Kratzer oder kleine Wunden wie auch Sonnenbrand besser durch Kosmetikprodukte mit ätherischem Lavendelöl.

Lavendelöl: Wirkung des Lavendeldufts

Ätherisches Öl aus Echtem Lavendel (Lavandula angustifolia) hilft bei der Behandlung vieler Beschwerden und kommt in der Naturheilkunde oft zur Anwendung. Foto: © Tay Jnr/ iStock / Getty Images Plus

Insektenstiche: Mit Lavendelöl behandelte Insektenstiche jucken oder brennen nicht mehr so stark. Die betroffene Stelle auf der Haut schwellt weniger an.

Schwangerschaftsstreifen: Eine Massage mit ätherischem Lavendelöl soll Schwangerschaftsstreifen auf der Haut mildern.

Rheumatische Beschwerden: Gegen rheumatische Beschwerden wirkt eine Massage mit Lavendelöl. Bei anhaltenden Beschwerden oder bestimmten Verwendungszwecken bitte den Arzt oder Heilpraktiker befragen.

Wichtiger Hinweis für Allergiker: Wenn der natürliche Duftstoff Linalool bei Ihnen allergische Reaktionen hervorruft, sollten Sie vorsichtig sein mit Produkten, die Lavendel enthalten. Testen Sie eine allfällige Allergie, indem Sie einige Tropfen Öl auf den Unterarm geben.

Lavendelöl und seine Anwendung

Ätherisches Öl aus Lavendel kann pur, als wohlriechender Inhaltsstoff von Pflegeprodukten, als Raumduft oder in Putz- und Waschmittel angewendet werden.

Wie Sie Lavendel in der Küche nutzen und mit dem Kraut Speisen verfeinern.

Für Massagen kann reines Lavendelöl verwendet werden. In selbstgemachten Cremes, Bodylotions oder im Badezusatz bringen einige Tropfen Lavendelöl eine sommerliche Duftnote.

Weiter ist das ätherische Öl super als Aroma und gleichzeitiger Keimkiller in selbstgemachter Seife (für Hände oder zum Putzen) oder als Odeur beim Wäschewaschen mit selbstgemachtem Waschmittel aus Waschnüssen, Birken- oder Efeublättern sowie Kastanien. 

Und schliesslich: Verwenden Sie das Öl aus der Heilpflanze zum Wiederbeleben des alten Lavendelkissens. Das ätherische Öl sorgt wieder für einen angenehmen Duft und damit für einen erholsamen Schlaf.

Tipp: Lavendelöl ist nicht zum Verzehr geeignet, vor allem, wenn es aus Speick-, Woll- oder Schopflavendel gewonnen wurde! Zur innerlichen Anwendung in der Küche werden getrocknete oder frische Blüten vom Echten Lavendel verwendet, Lavandula angustifolia. Destilliertes Lavendelöl ist intensiver in der Heilwirkung, wird aber nur zur äusserlichen Anwendung genützt.

Pflanze «Nicht zum Verzehr geeignet»? Das steht meistens auf gekauftem Lavendel. Der Grund: Die Pflanzen sind, wenn nicht biologisch angebaut, oft mit Fungiziden behandelt worden. Im Naturgarten sollten diese Lavendel mindestens ein Jahr ohne jegliche Behandlung gewachsen sein, dann stellt die Qualität für die Verwendung pur oder für selbstgemachtes ätherisches Öl kein Problem mehr dar.

Gekauftes vs. selbstgemachtes Lavendelöl: Wenn wir unser Lavendelöl selber machen, dann ist das in Intensität und Wirkung nicht wie Gekauftes. Gekauftes Lavendelöl wird mittels Wasserdampf destilliert und damit werden mehr Inhaltsstoffe aus den Blüten gewonnen. Für den Eigenbedarf ist das selbstgemachte Lavendelöl aber völlig ausreichend. Für beide gilt: Vorsicht mit der Dosierung! Ein Tropfen des Lavendelöls reichen.

Lavendelöl selber machen

Kräuteröle lassen sich sehr einfach selber machen, so auch das Lavendelöl. Als Basis für ein kosmetisches Lavendelöl eignet sich ein neutrales Öl wie Mandelöl oder Jojobaöl. Wobei Jojobaöl streng genommen kein Öl, sondern ein Wachs ist, und daher auch nicht fettet. Mit diesen Ölen kann das hochwertige Lavendelöl später gut pur angewendet werden, etwa zur Massage.

Lavendelöl: Wirkung, Anwendung und wie selber machen

Für die optimale Wirkung auf den Körper, verwenden Sie für das ätherische Öl Pflanzen in Bio-Qualität. Foto: © mauro_grigollo/ iStock / Getty Images Plus

Lavendel im eigenen Kräutergarten: Erfahren Sie, wie Sie Lavendel aus dem Garten oder Topf ganz einfach vermehren und wie Sie Lavendel richtig schneiden für sommerlichen Duft- und Farbenrausch.

Will man sich selbst kreierte Cremes oder Haushaltsmittel mit Lavendel beduften, dann genügt ein neutrales Öl aus der Küche wie Sonnenblumen-, Distel- oder Olivenöl für die Herstellung.

Am intensivsten duftet das ätherische Öl, wenn frischer Lavendel verwendet wird. Doch auch mit getrocknetem Lavendel kann man das Öl gut ansetzen. Der beruhigenden und entspannenden Wirkung tut dies keinen Abbruch.

Tipp: Mit einem Mörser oder Kartoffelstampfer die Lavendelblüten vor dem Ansetzen grob zerkleinern. Das Endergebnis duftet später noch besser.

So stellen Sie naturreines Lavendelöl her

  1. Um ätherisches Lavendelöl herzustellen werden frische oder getrocknete Lavendelblüten aus biologischem Anbau – ein kleiner Strauss oder 50 bis 100 Gramm – in eine gut verschliessbare Schüssel gegeben.
  2. Anschliessend so viel Öl angiessen, bis die Blüten komplett bedeckt sind.
  3. Nun gut verschliessen und an einem warmen Ort 3 bis 4 Wochen ziehen lassen.
  4. Danach durch ein Tuch oder Kaffeefilter giessen und Öl von Pflanzenteilen trennen.
  5. Jetzt das ätherische Öl lediglich noch abfüllen. Eine Glasflasche ist hierfür optimal.

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