So nutzt du Teebaumöl als Heilmittel von Kopf bis Fuss

Teebaumöl ist seit Jahrhunderten als wirkungsvolles Heilmittel bekannt. Wir zeigen, in welchen Bereichen das ätherische Öl eingesetzt wird und worauf du bei Kauf und Anwendung achten musst.

Teebaumöl – Wirkung und Tipps zur richtigen Anwendung
Teebaumöl ist ein Alleskönner: Von Fusspilz bis zu schuppiger Kopfhaut ist es ein wirksames Heilmittel. Foto © temmuzcan (l.) / Holly Guerrio / iStock / Getty Images Plus 
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Ob gegen unreine Haut, bei Erkältungssymptomen oder für die Kopfhaut: Das Öl des australischen Teebaums gilt als eines der wirkungsvollsten und kostbarsten ätherischen Öle und kann vielseitig verwendet werden. Die antiseptische und fungizide Wirkung ist wissenschaftlich nachgewiesen und sorgt für die Beliebtheit des Öls für die Behandlung verschiedener Beschwerden.

Herkunft und Geschichte des Teebaumöls

Bereits die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, kannten die heilende Wirkung des Teebaumöls. Als der Botaniker Dr. Joseph Banks etwa 1770 mit dem Weltumsegler James Cook in Australien eintraf, beobachtete er die Nutzungsweise der Ureinwohner. Sie verwendeten den Sud der Teebaumblätter, um Wunden und Entzündungen der Haut zu heilen.

Der australische Teebaum (Melaleuca alternifolia) gehört der Familie der Myrthengewächse an. Das naturreine Öl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Der stark herbe Duft des Teebaumöls wird als frisch, von vielen aber auch als zu intensiv empfunden.

Nach der Entdeckung des entzündungshemmenden Öls geriet es jedoch wieder in Vergessenheit. Erst 1925 wiesen Wissenschaftler die antiseptische, bakterizide und fungizide Wirkung nach und man begann, das ätherische Öl zu destillieren.

Teebaumöl als Alleskönner: Wirkung und Inhaltsstoffe

Das australische Teebaumöl enthält über 100 Wirkstoffe, die für seine Heilkraft verantwortlich sind. Um nur einen Bruchteil der Inhaltsstoffe zu nennen: α-Terpinen, Terpinolen und p-Cymen haben eine antibakterielle, entzündungshemmende und fungizide Wirkung. Die wichtigsten Hauptwirkstoffe sind Terpinen-4-ol und Cineol. Sie sind unter anderem dafür verantwortlich, dass das Teebaumöl ein beliebtes Hausmittel gegen Akne, Schuppenflechte, Nagelpilz oder Erkältungen ist.

Insbesondere die enthaltenen Terpinen sind der Grund für die antibakterielle Wirkung des Teebaumöls. Da das Hausmittel Bakterien effektiv bekämpft, wird es auch als natürliches Antibiotikum bezeichnet.

Anwendungsbereiche: Von Kopf bis Fuss

Das Öl des Teebaums kannst du – am besten verdünnt – zur äusseren Anwendung nutzen. Aufgrund der antiseptischen Wirkung könnte man meinen, dass auch die innerliche Anwendung bei Erkrankungen heilsam ist. Doch bei der inneren Anwendung ist Vorsicht geboten: Wenn eine geringe Menge (etwa 5 Tropfen) überschritten wird, kann Teebaumöl den Magen-Darm-Trakt beeinträchtigen, bei grösseren Mengen wirkt das Öl toxisch.

Für die innere Anwendung bei infektiösen oder parasitären Krankheiten sowie Pilzinfektionen (Candida albicans) kannst du zwei Tropfen Teebaumöl mit einem Teelöffel Honig oder Zucker einnehmen. Die Einnahme solltest du jedoch vorab mit einem Arzt oder Apotheker absprechen.

Neben der Anwendung auf der Haut gegen Pickel, Warzen oder Ackne kann das Teebaumöl auch in anderen Bereichen von Kopf bis Fuss seine positive Wirkung entfalten: Das Hausmittel hilft bei schuppiger Kopfhaut bis hin zur Behandlung von Fuss- und Nagelpilz.

Reine Haut dank Teebaumöl: Die richtige Anwendung bei Hautunreinheiten

Besonders bekannt ist Teebaumöl für seine Wirksamkeit bei der Bekämpfung von unreiner Haut. Es ist jedoch wichtig, dass du das Öl richtig anwendest und vorher testest, ob du möglicherweise eine Allergie dagegen hast.

Wenn du das Öl des Teebaums gezielt auf betroffene Hautstellen verwendest, kannst du das reine Öl mit einem Wattestäbchen auf die Hautpartien auftragen. Hierfür reicht bereits ein Tropfen. Damit das Öl lange einziehen kann, trägt man das Öl vor dem Zubettgehen auf.

Zur Behandlung und Pflege der gesamten Gesichtshaut solltest du das Teebaumöl mit einem Basisöl mischen. Hierfür eignen sich etwa Kokos- oder Mandelöl. Das verhindert, dass du trockene Haut bekommst.

Tipp: Mische 3 Tropfen Teebaumöl mit 10 Tropfen Nachtkerzenöl. Letzteres wirkt beruhigend und wird ebenfalls als bewährtes Mittel gegen Akne eingesetzt. Feuchte deine Haut vor der Anwendung leicht an, damit die Haut das Öl besser aufnehmen kann.

Teebaumöl als natürliches Mittel gegen Schuppen

Was gibt es nicht alles für Shampoos und Mittelchen gegen schuppige, juckende Kopfhaut. Dabei hilft ein einziges Hausmittel, die Beschwerden zu lindern: Teebaumöl ist bei der Haarwäsche sehr wirksam.

Besonders wohltuend ist eine Haarmaske mit Kokosöl oder Olivenöl. Die Haarmaske hast du im Nu selbst angerührt. Du brauchst dafür: 

  • 30 Tropfen Teebaumöl
  • 100 ml Basisöl (Kokos- oder Olivenöl)

Verrühre die beiden Zutaten gut und gib sie vor der Haarwäsche auf Kopfhaut und Haar. Mit einem Handtuch befestigst du das Haar so, dass die Maske 15 Minuten einwirken kann. Danach sorgfältig ausspülen und wie gewohnt mit Shampoo waschen.

Alternativ kannst du auch 3 bis 5 Tropfen des unverdünnten Teebaumöls zusätzlich zu deinem Shampoo ins Haar einmassieren. Diese Anwendung geht schneller, die Wirkung ist jedoch nicht so intensiv wie mit einer Haarmaske. Ebenso gibt es Anti-Schuppen-Shampoos mit Teebaumöl zu kaufen. Achte bei allen Teebaumöl-Produkten auf Bio-Qualität und auf eine hohe Konzentration des Öls, um von der vollen Kraft des Öls zu profitieren.

Frischer Atem und gesunde Zähne

Von der antibakteriellen Wirkung des Teebaumöls profitierst du auch bei der Zahnpflege. Gerade als frische Mundspülung eignet sich das ätherische Öl mit lauwarmem Wasser verdünnt hervorragend. Hierfür mischst du ein kleines Glas Wasser (etwa 120 ml) mit 3 bis 4 Tropfen des Öls und gurgeln einige Male damit.

Diese Mundspülung hilft bei entzündetem und gereiztem Zahnfleisch, beugt aber auch Karies vor. Für die Zahnpflege kannst du einen Tropfen Teebaumöl zur Zahnpasta auf die Zahnbürste hinzugeben. Das sorgt ganz nebenbei für langanhaltend frischen Atem.

Fuss- und Nagelpilz effektiv bekämpfen

Dank der fungiziden Wirkung hat Teebaumöl sich als effiziente Waffe gegen Fuss- und Nagelpilz bewährt. Bei Nagelpilz empfiehlt es sich, das reine Teebaumöl auf die betroffenen Nägel aufzutragen. Verwende lieber nicht zu viel des wertvollen Öls, sondern wiederhole den Vorgang täglich einmal vor dem Schlafengehen.

Auch lästigen Fusspilz bekämpfst du mit Teebaumöl auf natürliche Weise. Träufel hierfür 15 bis 20 Tropfen in eine Wanne mit warmem Wasser und halte die Füsse für etwa 15 Minuten ins Fussbad.

Erkältungs-Helfer: So wirkt Teebaumöl gegen Halsweh und Co.

Die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung lässt es schon vermuten: Das ätherische Öl hilft auch bei Erkältungssymptomen wie Halsschmerzen oder verstopften Atemwegen.

Inhalieren mit Teebaumöl

Bei Erkältungen sorgt ein Dampfbad mit Teebaumöl für freie Atemwege. Foto © plprod / iStock / Getty Images Plus 

Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen wirkst du mit einer Mundspülung entgegen. Gib hierfür 3 bis 4 Tropfen des Öls in ein Glas warmes Wasser und spülen damit mehrmals täglich Mund und Rachen. Achte dabei darauf, keine grossen Mengen der Mundspülung zu schlucken.

Für eine freie Nase ist ein Dampfbad die optimale Lösung. Gib dafür etwa 1 bis 2 Liter heisses Wasser in eine grosse Schüssel oder einen Topf und träufel etwa 15 Tropfen Teebaumöl hinzu. Um besonders von einem Dampfbad zu profitieren, beugst du dich mit geschlossenen Augen über das Dampfbad und legst eine Wolldecke über Kopf und Schüssel. So entfliegt der Dampf nicht zu schnell.

Mit Teebaumöl zu reiner Wäsche

Die antibakteriellen Eigenschaften von Teebaumöl kannst du auch im Haushalt nutzen. Für besonders schmutzige Wäsche wie beispielsweise Sportkleidung oder Stoffwindeln gibst du neben dem Waschmittel einfach eine Mischung aus 15 bis 20 Tropfen Teebaumöl und 100 ml Wasser in die Spülkammer.

Beachte mögliche Nebenwirkungen

Die Anwendungsbereiche und Vorteile des Teebaumöls sind umfangreich. Doch bevor du es anwendest, solltest du sicher gehen, dass du das Öl und seine Inhaltsstoffe verträgst. Denn Teebaumöl kann – insbesondere auf empfindlicher Haut – allergische Reaktionen oder eine Kontaktallergie auslösen.

Führe unbedingt einen Verträglichkeitstest durch. Hierfür mischst du 3 Tropfen Öl mit einem Teelöffel des Trägeröls und trägst die Mischung auf der Arminnenseite auf. Wenn nach einer Stunde keine Nebenwirkungen auftreten, kannst du davon ausgehen, dass du das Teebaumöl verträgst.

Um eine Kontaktallergie ausszuschliessen, solltest du jedoch 12 Stunden warten. Die Allergie entwickelt sich erst durch häufigen oder langen Kontakt mit dem ätherischen Öl und macht sich durch starke Rötungen bemerkbar.

Tipps zum Kauf: Setze auf hochwertige Qualität

Beim Kauf solltest du auf Bio-Teebaumöl setzen. Das garantiert eine gute Qualität und du erhältst ein hochwertiges Öl ohne unerwünschte Zusätze.

Gerade dann, wenn du das Öl unverdünnt und für Verwendung auf der Haut oder im Mund nutzt, ist ein Bio-Teebaumöl die richtige Wahl. Beim Kauf erkennst du ein naturreines Teebaumöl am Etikett: Ausser des Teebaumöls sollte auf der Zutatenliste nichts weiter stehen. Auf manchen Produkten steht auch der botanische Name Melaleuca Alternifoli. Beim biologischen Anbau von ätherischen Ölen wird darüber hinaus auf Pestizide verzichtet und somit die Umwelt geschont.

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