Heuschnupfen erkennen und natürlich behandeln

Heuschnupfen ist hierzulande die am meisten verbreitete Allergie. Was sie gegen die lästige Pollenallergie tun können und wie Sie die Symptome erkennen.

Heuschnupfen: Symptome und Hausmittel gegen Pollenallergie
Die Veranlagung für Heuschnupfen wird häufig vererbt. Foto: © Kontrec/ E+
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Im Artikel

Ursache von Heuschnupfen

Laut dem Allergiezentrum Schweiz leiden hierzulande rund 20 Prozent der Bevölkerung unter Heuschnupfen, wobei man auch von Pollenallergie oder Pollinosis spricht. Denn Menschen, die darunter leiden, reagieren allergisch auf Pollen, also Blütenstaub von Bäumen, Kräutern oder Gräsern. Ob man Allergiker ist, liegt oft an  einer vererbten Veranlagung und die Betroffene reagieren auf eine oder mehrere Pollenarten.

Ist man auf Pollen allergisch, schüttet der Köper Histamin aus, wenn sobald man diese einatmet oder sie direkt auf der Haut landen. Damit reagiert das Immunsystem auf die Eiweisse der Pollen, auf sogenannte Allergene. Das führt zu einer entzündeten Nasenschleimhaut und Augenbindehaut.

Obwohl es in der Schweiz rund 3500 verschiedene Pflanzen gibt, spielen bei Heuschnupfen nur gerade mal 20 Pflanzen eine Rolle.

Wer an einer Pollenallergie leidet, ist oft auch von einer sogenannten Kreuzallergie betroffen. Beim Verzehr von bestimmten Lebensmitteln wie Früchten oder Gemüse werden dabei ähnliche Symptome ausgelöst wie bei Pollen. Grund dafür ist eine Ähnlichkeit in der Eiweissstruktur, auf welche das Immunsystem reagiert.

Die häufigsten Auslöser von Heuschnupfen

Bei den Baumarten sind die wichtigsten Auslöser der Allergie Hasel, Eiche, Esche, Birke, Erle und Hagebuche. Bei den Kräutern zählen Traubenkraut (Ambrosia) und Beifuss zu den Top-Auslösern und bei den Gräsern lösen Knäulgras, Wiesenlieschgras, oder englisches Raygras oft eine allergischer Reaktion aus.

Gut zu wissen: Nadelhölzer können keine allergische Reaktion auslösen. Der gelbe Pollenstaub der Nadelhözer im Frühling löst höchstens eine Reizung der Bindehaut aus.

Symptome von Heuschnupfen

Typische Symptome des Heuschnupfens ähneln oft der einer Erkältung.

Nase: Niesattacken, Fliessschnupfen, eine erschwerte Nasenatmung oder verstopfte Nase. Hinzu kommen eine juckende Nase, Ohren und Gaumen. Auch Kiefer- und Kopfschmerzen können auftreten, wenn sich in den Nasennebenhöhlen Schleim anstaut.

Augen: Juckende, brennende, und gerötete und tränende Augen, seltener Lichtempfindlichkeit.

Hals: Heiserkeit und Husten.

Körper allgemein: Allergiker leiden während der Pollensaison nicht selten an Konzentrationsstörungen oder haben Schlafprobleme und fühlen sich schlapp.

Bleibt eine Pollenallergie länger Zeit unbehandelt, kann es zum sogenannten Etagenwechsel kommen. Das bedeutet die Allergie weitet sich auf tieferliegende Atemwege aus und es kann zu allergischem Asthma kommen.

Diagnose der Pollenallergie

Ob jemand eine Allergie hat und auf welche Pollen genau man allergisch ist, ermittelt der Dermatologe mit einem Haut- und Bluttest. Dabei stellt der Arzt eine ausführliche Anamnese und erstellt eine Diagnose. Denn eine Hausstaubmilbenallergie kann ähnliche Symptome auslösen wie die Pollenallergie. Für eine richtige Therapie ist es deshalb wichtig, zeitliches und örtliches Auftreten der Allergie, also der Beschwerden, genau zu beobachten.

Wann welche Pollen fliegen

Grundsätzlich gibt es fast während des ganzen Jahres Pollenstaub in der Luft. Denn verschieden Pflanzen blühen zu verschiedenen Jahreszeiten. Zudem spielen Faktoren wie Wetter oder Höhenlage eine wichtige Rolle.

Der Pollenkalender zeigt, wann welche Pollen fliegen. Wann die allergieauslösenden Pflanzen aber ihren Blütenhöhepunkt erreichen, schwankt von Jahr zu Jahr um zwei bis drei Wochen. Deshalb werden jedes Jahr und länderabhängig aktuelle Pollenkalender erstellt. Hier finden Sie einen Pollenkalender für die Schweiz.

Das Allergiezentrum Schweiz bietet zudem eine aktuelle Pollenprognose.

Eine detaillierte Karte zum aktuellen Pollenflug inklusive Flugprognose bietet auch MeteoSchweiz.

Weiter bietet das Allergiezentrum «aha!» für die Schweiz eine Gratis-App: «Pollen-News» zeigt den aktuellen Pollenflug und gibt Tipps für Heuschnupfen-Geplagte. In die Berechnungen fliessen regionale Pollenmessungen und aktuelle Wetterdaten ein.  Die App können Sie unter folgenden Links downloaden:

Für Android: Google Play Store

Für iPhones: iTunes Store

Heuschnupfen mit Hausmitteln behandeln

Zur Behandlung gibt es zahlreiche Hausmittel, die den Schnupfen bekämpfen und Symptome lindern.

Eine natürliche Therapie für Allergiker bietet eine Kur mit Schwarzkümmelöl. Die enthaltenen ätherischen Öle sind nicht nur bei Allergien, sondern auch bei vielen anderen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Asthma heilsam. Die Entzündungsreaktionen des Körpers werden abgebremst und der Juckreiz gelindert. Am besten nimmt man täglich einen Esslöffel pur vor den Mahlzeiten zu sich. Der Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig, wem er völlig zu wider ist, der kann das Öl mit etwas Honig mischen.

Äpfel, Knoblauch und Zwiebeln haben etwas gemeinsam im Kampf gegen die lästige Pollenallergie, den Pflanzenfarbstoff Querzentin. Dieser hilft die Freisetzung von Histamin zu blockieren und wirkt so als natürliches Antihistaminika. Die tägliche Aufnahme des Wirkstoffs kann helfen frei von Beschwerden durch den Frühling zu kommen.

Brennesseln selbst können zwar eine Allergie auslösen, wer keine Probleme mit der Pflanze hat, kann sie jedoch bestens als natürliches Mittel gegen Heuschnupfen verwenden, da sie Entzündungen lindert. Zudem taugt die Brennessel für eine natürliche Desensibilisierung. Dafür einfach drei Tassen Brennesseltee am Tag trinken, am Anfang jedoch besser vorsichtig herantasten mit kleinen Mengen, falls Sie auch auf die Brennessel allergisch reagieren. Eine solche Kur sollte man auch nicht länger als 4-6 Wochen machen und dann erst einmal für gut drei Wochen eine Pause einlegen. Denn Brennesseln wirken besonders harntreibend und können bei Dauerzufuhr zu Nierenbeschwerden führen.

Salzwasser kann bei gereizten Atemwegen wahre Wunder wirken. Wer davon betroffen ist, löst einfach 1 Tl Meersalz in kochendem Wasser auf und zieht das abgekühlte Wasser abwechselnd durch beide Nasenlöcher. Durch das salzige Wasser werden die Schleimhäute desinfiziert und die Pollen ausgespült. In der Drogerie oder Apotheke erhält man eine Nasendusche als Hilfsgerät. Am besten täglich wiederholen. Wer nicht so gerne eine Nasendusche verwenden möchte, der kann einfach auf ein Nasenspray mit Salzwasser zurückgreifen. Auch den erhält man in der Drogerie oder Apotheke.

Zink ist nicht nur unerlässlich für das Immunsystems, es reduziert auch die Freisetzung von Histamin. Dadurch kann die allergische Reaktion im Zaum gehalten werden. Selen ist ebenfalls besonders wichtig für das Zusammenspiel der Körperabwehr und stellt sich den freien Radikalen entgegen. Selen kann diese entzündungsfördernden Stoffe abfangen und so direkt die allergische Entzündung mildern. Zink ist in Weizenkleie, Haferflocken, Soja und Sonnenblumenkernen reichlich enthalten. Selen kann über den Verzehr von Hülsenfrüchten, Knoblauch, Fisch und jeder Form von Kokusnussprodukten aufgenommen werden.

Magnesium kann gegen die Beschwerden einer Pollenallergie helfen. Der Mineralstoff kann die Histaminproduktion senken, wodurch die Heuschnupfensymptome gemindert werden. Magnesium und andere wertvolle Mineralstoff sind zu Genüge in Vollkornprodukten und Vollkornreis, aber auch in vielen anderen gesunden Lebensmitteln, zu finden.

Nicht nur gegen Erkältungen wird Vitamin C empfohlen, auch bei einer Pollenallergien kann Vitamin C helfen. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem sozusagen über und Entzündungsstoffe werden freigesetzt. Es kommt zu Entzündungsreaktionen der Schleimhäute in den Atemwegen. Die in Vitamin C enthaltenen Antioxidantien können helfen, die Entzündung der Atemwege abzumildern. Besonders viel Vitamin C ist nicht nur in Zitrusfrüchten, sondern auch Erdbeeren, Peperoni oder Broccoli enthalten.

Praktische Tipps bei Pollenallergie

Kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen oder damit zu kühlen kann gegen Kopfschmerzen helfen. Der kleine Kälteschock regt den Stoffwechsel an, bringt den Kreislauf wieder in Schwung und löst Spannungen im Kopf. Sich kaltes Wasser regelmässig über die Handgelenke oder Unterarme laufen lassen hat ebenfalls eine entspannende Wirkung. Bei stark juckenden und geschwollenen Augen hilft eine Abkühlung besonders gut. Man kann sich auch beispielsweise kalter Kompressen machen. Das Lutschen von Eiswürfel wirkt angenehm, wenn Rachen und Gaumen durch die Pollenattacke jucken oder gereizt sind.

Wichtig ist ein erholsamer Schlaf, damit das Immunsystem über Nacht neue Kraft tanken kann und die Symptome abklingen. Man sollte sich darum bemühen, das Schlafzimmer frei von den lästigen Pollen zu halten. Gut ist es daher, die Tagesgarderobe nicht neben dem Bett liegen zu lassen, da in ihr die Pollen hängen. Gut ist es auch die Haare abends zu waschen und die angesammelten Pollen so auszuspülen, damit man sie nicht die ganze Nacht über einatmet, was zu Beschwerden führt.

Für Fenster gibt es Pollengitter. Sie können aber auch einfach darauf achten, während der Pollensaison nur jeweils kurz stosszulüften. Lüften Sie ausgiebig kurz nach einem intensiven Regen.

Auch sollten Sie während des Pollenflugs Ihre Wäsche nicht draussen trocknen.

Besonders erholsam für die Atemwege ist eine frische Meeresbrise oder die klare Bergluft. Ab einer Höhe von über 1.200 Metern gibt es so gut wie keinen Pollenflug mehr. Hier kann man mal wieder richtig tief durchatmen. Für kurze Erholung lohnt sich daher ein Ausflug in die Bergwelt oder auch die Sauna. Das bringt kurzzeitige Entlastung und die geplagten Schleimhäute können sich regenerieren.

Ein einfaches Mittel für zu Hause ist das Inhalieren mit ätherischen Ölen. Wenn die Bronchien durch die anhaltende Entzündung verschleimt sind, hilft besonders gut eine Inhalation mit Dill- oder Fenchelöl. Für eine Behandlung bringt man drei Liter Wasser zum Sieden und gibt diesem fünf Tropfen Öl hinzu. Die aufsteigenden Dämpfe zieht man dann durch Mund und Nase tief ein, damit sie in der Lunge wirken können. Der Wasserdampf löst zusätzlich die Spannungen in den Bronchien. Man kann auch wohlriechendes Eukalyptusöl verwenden.

Natürliche und alternative Behandlung gegen Heuschnupfen

Nicht nur die Homöopathie kennt pflanzliche Heilmittel gegen Pollenallergie. Auch in der Pilzheilkunde sind drei Pilze bekannt, die sich für eine Therapie eignen. Sie setzen bei der Ursache der Allergie an. Wie das funktioniert und welche Alternativen die Homöopathie bietet, lesen Sie im Artikel, Heuschnupfen: Pollenallergie natürlich behandeln.

Desensibilisierung bei Heuschnupfen

Desensibilisierung ist ein bischen wie Abhärten. Bei Pollenallergien aber auch bei Insektengiftallergien werden entsprechende Allergene gespritzt oder eingenommen. zuerst in Minimaldosen, die aber allmählich gesteigert werden. So kann der Körper und das Immunsystem sich an das Allergen gewöhnen, wodurch letztlich eine allergische Reaktion verhindert werden soll.

Regionaler Honig kann als natürliches Mittel zur Desensibilisierung gegen die lästige Pollenallergie verwendet werden. Allerdings muss der Honig von besonderer Qualität sein. Das wichtigste ist, er muss in der eigenen Region gesammelt worden sein, da er nur so auch den Körper nach und nach an die Pollen gewöhnen kann, denen man im Frühjahr und Sommer täglich begegnet. Ausserdem sollte er roh, also unerhitzt sein, naturbelassen, unbestrahlt und ungefiltert. Um das Immunsystem nun an die Pollenbelastung zu gewöhnen, nimmt man täglich einen kleinen Löffel eines solchen Honigs entweder pur, oder in einem Glas warmen Wasser gelöst zu sich. Honig enthält zudem Vitamin C und wichtige Mineralstoffe, die das Immunsystem unterstützen.

Schlägt die Desensibilisierung an, kann sie die Symptome der Pollenallergie stark verringern oder die Allergie verschwindet im Idealfall vollständig.

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