Nicht nur gegen Coronavirus: So waschen Sie Ihre Hände richtig

Sei es die saisonale Grippe, das Coronavirus oder eine einfache Erkältung: Richtiges Händewaschen ist eine der wichtigsten Hygienemassnahmen gegen Viren, Keime und Bakterien. Warum Seife alleine nicht reicht und wie Sie beim Händewaschen nichts mehr falsch machen.

Hände waschen: So geht's richtig und wann es nötig ist
Regelmässiges Händewaschen schützt vor Infektionen. Foto © kieferpix / iStock / Getty Images Plus
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Unsere Hände sind ständig im Einsatz: Beim Arbeiten, in der Küche, in öffentlichen Verkehrsmitteln. Kein Wunder also, dass Hände die Hauptüberträger von Infektionen sind.

Gerade im Pandemiefall schützt regelmässiges und richtiges Händewaschen unsere Gesundheit. Ein Griff zu Nase, Mund oder ans Auge reicht aus, um sich mit einem Virus zu infizieren. So dringt der Virus über die Schleimhäute ein und die Infektion kann ausbrechen.

Jeder Einzelne kann etwas gegen die Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infektionen unternehmen. Gründliches Händewaschen gehört zu den wichtigstem Massnahmen, um sich und andere Menschen zu schützen.

Richtiges Händewaschen: Die Anleitung

Damit die Hände nach dem Händewaschen wirklich sauber sind, gibt es einiges zu beachten. Es reicht nicht aus, einfach Wasser über die Hände laufen zu lassen. Tatsächlich waschen viele Menschen die Hände falsch: Oft werden wichtige Bereiche ausgelassen oder die empfohlene Dauer wird nicht eingehalten. Auch die Seife alleine tötet keine Bakterien und Vieren. «Erst die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen schafft das» heisst es beim Bundesamt für Gesundheit. Nur durch richtiges Händewaschen lassen sich 99,9 Prozent der Viren und Bakterien abtöten.

Anleitung zum richtigen Händewaschen

  • Halten Sie Ihre Hände unter fliessendes Wasser. Die Temperatur kann nach Belieben eingestellt werden und ist für die Effektivität irrelevant. 
  • Waschen Sie Ihre Hände immer mit Seife. Stellen Sie den Wasserhahn während dem Einseifen ab.
  • Schäumen Sie die Hände gründlich ein. Wichtig: Die Seife nicht nur auf den Handinnenflächen verteilen. Seifen Sie einzelne Finger, Handrücken und Handgelenke ein. Auch die Haut zwischen den Fingern und die Fingernägel dürfen nicht ausgelassen werden.
  • Beim Händewaschen gilt: Achten Sie auf die Zeit. Sie sollten Ihre Hände 20 bis 30 Sekunden lang einseifen. Tipp für Kinder: 30 Sekunden entsprechen etwa der Zeit, in der man zweimal Happy Birthday summen kann. So macht das Händewaschen Spass!
  • Waschen Sie Ihre Hände nach dem Gebrauch der Seife gründlich ab.
  • Die gewaschenen Hände sollten Sie mit einem sauberen Handtuch gut abtrocknen. Auf feuchter Haut können sich schnell neue Mikroorganismen bilden.

Gewusst? Wir greifen uns innert einer Stunde durchschnittlich 16 mal ins Gesicht. Das bedingt nicht nur die Übertragung von Infektionen, sondern sorgt auch für unreine Haut.

Wann sollte ich meine Hände waschen?

  • Immer, wenn Sie nach Hause kommen
  • Vor und nach dem Zubereiten von Essen. Insbesondere rohes Fleisch oder Eier sind Bakterienherde und können Salmonellen übertragen.
  • Bevor Sie Ihren Kindern Essen servieren
  • Nach dem Gang zur Toilette
  • Nach dem Niesen, Schnäuzen oder Husten
  • Nachdem Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren sind
  • Wenn Sie mit Abfall hantiert haben
  • Vor dem Einsetzen und Herausnehmen von Kontaktlinsen
  • Vor dem Zubettgehen
  • Vor und nachdem Sie Medikamente einnehmen oder verabreichen

Tipp: Verzichten Sie während einer Grippewelle oder Pandemie darauf, bei der Begrüssung die Hände zu schütteln. Falls es sich nicht vermeiden lässt, sollten Sie sich die Hände nach dem Händedruck gut waschen.

Tipps für optimiertes Händewaschen

Waschen Sie Ihre Hände mit Flüssigseife. Gerade in öffentlichen Toiletten ist diese wesentlich hygienischer. Achten Sie bei fester Seife zu Hause darauf, dass die Seife zwischendurch trocknen kann.

Regelmässiges Händewaschen trocknet die Haut aus. Verwenden Sie pH-neutrale Seife, wenn Sie besonders trockene Hände haben. Auch eine Feuchtigkeitscreme schützt rissige Haut.

Schneiden Sie ausserdem Ihre Fingernägel kurz und verwenden regelmässig eine Nagelbürste. Unter den Nägeln sammeln sich schnell Keime an, die ansteckende Krankheiten übertragen. Wenn unterwegs mal kein Lavabo in der Nähe ist, sollten Sie zwischendurch Desinfektionsmittel nutzen. Auch hier gilt: Einzelne Finger, Handrücken und Handgelenke müssen gründlich eingerieben werden.

Keimschleuder Smartphone: Richtige Hygiene ist ein wichtiger Schutz

Sie können sich die Hände noch so oft waschen – wenn Sie Ihr Smartphone nicht reinigen, ist das Händewaschen für die Katz. In der Panik vor Keimen wird schnell vergessen, dass das eigene Smartphone ein grosser Bakterienherd ist.

Gewusst: Laut einer US-Studie befinden sich zehnmal mehr Viren und Bakterien auf dem Smartphone, als auf einem Toilettensitz.

Deshalb raten wir: Halten Sie neben Ihren Händen auch Ihr Smartphone sauber. Dafür können Sie es einfach mit einem Tuch und etwas Desinfektionsspray oder Glasreiniger abwischen. Sprühen Sie das Spray nie direkt auf das Handy, um die Elektronik nicht zu beschädigen. Einfach etwas Mittel aufs Tuch sprühen.

Weitere Infos, wie man sich vor dem Coronavirus schützt und wichtige Verhaltensregeln finden Sie auf unserer Partnerplattform Familienleben.ch.

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