Macht sauer gesund? Was eine Zitronensaftkur bewirken kann

Die Zitronensaftkur oder auch Zitronendiät soll entgiften und Pfunde purzeln lassen. Aber macht der saure Drink wirklich fit und schlank? Hier lesen Sie, was es damit auf sich hat.

Zitronensaftkur: Macht Zitronendiät wirklich schlank und gesund?
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Die Zitronensaftkur ist eigentlich eine Form des Fastens über eine Woche hinweg, die den Körper entgiften soll. Doch häufig wird die Zitronendiät auch als Wundermittel zum Abnehmen angepriesen und ist ein Teil von Programmen zum gesunden «Clean Eating» oder reinigenden «Detox». Doch was bringt so eine Zitronensaftkur wirklich?

Womit die Zitronensaftkur helfen soll

Eine Zitronensaftkur enthält als wirkende Anteile die saure Frucht sowie Ahornsirup und Cayennepfeffer. In dieser Mischung liefert die Zitrone jede Menge Vitamin C. Zusammen mit den Enzymen der Frucht, kurbelt dieses die Fettverbrennung an und unterstützt die Leber. Zudem wirkt Vitamin C antioxidativ und schützt damit vor freien Radikalen.

Das ebenfalls in den Zitronen enthaltene Kalium stärkt Muskeln, insbesondere das Herz, und hat einen entgiftenden Effekt. Schliesslich wirkt die Säure der Frucht verdauungsfördernd, entzündungshemmend und fettverbrennend.

Zitronensaftkur: Macht Zitronendiät wirklich schlank und gesund?

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Cayennepfeffer dagegen wirkt mit seinem Capsaicin, das den Stoffwechsel und die Verdauung auf Trab bringt. Eine niederländische Studie belegte zudem, dass Capsaicin ebenfalls die Fettverbrennung anregt.

Der Ahornsirup liefert dazu Kohlenhydrate und Mineralien, welche zusätzlich antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen haben.

Insgesamt soll die Zitronensaftdiät so zu purzelnden Pfunden, einem gesunden Körper und schöner Haut beitragen. Doch die Kur sollte nur mit Vorsicht ausprobiert werden. Denn ihre tatsächlichen Erfolge sind nicht belegt und sie kann Nebenwirkungen mit sich bringen:

Vor- und Nachteile der Zitronensaftkur

Das spricht für eine Zitronensaftkur:

  • Durch die fettverbrennde Wirkung kann die Kur beim Abnehmen helfen.
  • Die Säure der Zitrone soll einer Übersäuerung des Körpers entgegenwirken.
  • Eine Entgiftung mit der Zitronensaftkur kann zur Gesundheit beitragen.
  • Eingebunden in ein Ernährungskonzept, liefert die Kur wichtige Mineralstoffe.

 

Das spricht gegen eine Zitronensaftkur:

  • Die Säure der Zitrone kann den Magen belasten und zu Krämpfen führen.
  • Mundschleimhaut und Zahnschmelz können angegriffen werden, daher nach dem Saft den Mund mit Wasser ausspülen.
  • Nach Ende der Kur kann sich ein Jojo-Effekt einstellen.
  • Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die Wirkung einer Zitronensaftkur.

Sollten Sie es mit der klassischen Zitronensaftkur versuchen, steigen Sie unbedingt langsam ein und besprechen Sie das Vorhaben mit Ihrem Arzt. Zeigen sich unangenehme Nebenwirkungen, brechen Sie die Kur ab.

Mit Zitronsaftkur light entschlacken und abnehmen?

Eine originale Zitronensaftkur ist Ihnen zu aufwendig und unsicher? In vielen Berichten kursiert auch eine einfachere Methode, welche die Fettverbrennung und Entgiftung ankurbeln soll: das Zitronenwasser. Hierbei trinken Sie den Saft einer halben Zitrone mit warmem Wasser aufgegossen morgens vor dem Essen. Das enthaltene Pektin soll dabei sättigen und die Säure die Verdauung verbessern sowie das Immunsystem stärken.

Eine Zitronensaftkur Deluxe selber machen

Bei dem vollen Programm mit dieser Kur heisst es sieben Tage lang Zitrone, Zitrone, Zitrone. Die folgende Rezeptur wird dafür 6-12 Mal über den Tag verteilt getrunken. Wann ist egal. Da die Zitronensäure den Appetit zügelt, ist der Drink jedoch ideal, wenn Hunger aufkommt.

Zutaten pro Glas:

2 EL frisch gepresster Zitronensaft (etwa der Saft einer Zitrone)
2 EL Ahornsirup
1 Messerspitze Cayennepulver
300 ml Wasser

Zitronensaftkur: Macht Zitronendiät wirklich schlank und gesund?

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Für ein optimales Ergebnis soll diese Zitronensaftkur mit einer Fastenzeit verbunden werden. Darauf sollte man sich jedoch zwei bis drei Tage vorbereiten, an denen die Portionen immer kleiner werden. Ebenso sollte man nach der Kur erst wieder langsam anfangen zu essen. Tierische Produkte sollten in der Vor- und Nachbereitung tabu sein, denn sie belasten die Verdauung.

Wichtig: Nur gesunde Menschen sollten fasten und vor Beginn den Hausarzt konsultieren!

Fastenexperten raten vorher auch zu einer Darmreinigung. Dies habe den Vorteil, dass der Darm entleert wird, was während der Fastenkur eine Belastung für den Körper wäre. Zudem verspüren Fastende dadurch weniger Hungergefühle. Und der entleerte Darm geht auf Reinigungsmodus, wodurch er gezielt Giftstoffe ausscheide.

Woher die Zitronensaftkur kommt

Die original Zitronensaftkur umfasste zehn Tage, was vielen Experten heute jedoch zu lang ist und wurde in den 1940er Jahren von dem US-amerikanischen Heilpraktiker Stanley Burroughs erfunden. Nach einer Studie mit mehreren Patienten interpretierte er sie als eine «Master Cleanse-Diät», die zahlreiche Beschwerden bei seinen Patienten beseitigte. Dies führte er auf den Entgiftungseffekt der Zitrone zurück.

Sein Freund und Schüler Tom Woloshyn gab später zudem an, dass man damit  besserer gelaunt wäre, leistungsfähiger und der Schlaf sei nach einer Zitronensaftkur viel erholsamer. Selbst Süchte, etwa nach Zucker, Fast Food, Nikotin oder Alkohol liessen sich hiermit in den Griff bekommen. Als Gründe hierfür führte er eine gesunde Entgiftung des Körpers an. 

Soweit die Theorie, welche Burroughs und Woloshyn jeweils in einem Buch festhielten. In der Praxis kann eine Zitronensaftkur nur vielleicht zum Wohlbefinden beitragen, denn durch grössere Studien abgesichert sind die Aussagen des Erfinders nicht.

Autor: Jürgen Rösemeier im Mai 2018

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