Checkliste Reiseapotheke: Diese homöopathischen Mittel gehören rein

Wenn Sie in den Urlaub fahren, möchten Sie sich erholen. Doch manchmal kommt es ganz anders. Man verletzt sich oder wird krank. Im Urlaub ist es oft schwierig, natürliche Medikamente zu finden. Die Lösung: Eine eigene homöopathische Reiseapotheke.

Homöopathische Mittel für die Reiseapotheke
Eine Reiseapotheke kann gut mit homöopathischen Mitteln angereichert werden. Foto: © Thinkstock / iStockphoto
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Vielleicht haben Sie in jungen Jahren das Merkspiel «Ich packe meinen Koffer» mit Ihren Freunden gespielt und dabei T-Shirts, Hosen und Spielsachen verstaut. Aber niemand packte wahrscheinlich eine Reiseapotheke für den Krankheitsfall ein. Bis heute hat sich daran kaum etwas geändert. Die Urlaubsvorbereitungen schliessen meist nur neue Kleidung, Diäten oder Maniküre mit ein. Das besagt jedenfalls der Ferienreport eines Schweizer Reiseanbieters. Viele vergessen, dass man in der schönsten Zeit des Jahres auch krank werden kann. Ob fremdes Essen oder ungünstige Wetterverhältnisse – wenn Sie keine Reisemedikamente parat haben, können Verdauungsstörungen, Verletzungen oder Erkältungen den Urlaubsspass verderben. Doch was gehört in eine Reiseapotheke?

Reiseapotheke: natürliche Medikamente gehören dazu

Die optimale Reiseapotheke richtet sich nach dem jeweiligen Reiseziel und den eigenen Bedürfnissen. Wer gerne in der Schweiz mit dem Rucksack unterwegs ist und heimisches Essen auf den Tisch bekommt, benötigt andere Reisemedikamente als jemand, der in einem fremden Land im Hotel am Strand liegt. Die passende Beratung und fertige Taschenapotheken für Kinder oder Sportler erhalten Sie in der Apotheke. Wenn Sie Ihre eigene Reiseapotheke zusammenstellen wollen, gibt es für viele Urlaubskrankheiten sogar  natürliche und homöopathische Mittel.

Reisemedikamente für die Fahrt

Homöopathische Mittel für die Reiseapotheke

Der Alleskönner Kamille kann unter anderem bei Magenproblemen helfen. Foto: © Thinkstock / iStockphoto

Ihr Urlaub kann etwas turbulenter beginnen, falls Sie unter Reisekrankheit leiden. Dann wird Ihnen im Auto oder im Flugzeug schon mal übel. Es kommt in vielen Fällen auch zu Schwindel, Mattheit oder zu schnellem Puls. Dagegen helfen einfache Vorsorgemassnahmen. Wenn Sie davon betroffen sind, setzen Sie sich in der Bahn oder im Auto in die Fahrtrichtung, trinken keinen Alkohol, vermeiden zu lesen, bewegen den Kopf so wenig wie möglich, nehmen viel Flüssigkeit zu sich und legen gegebenenfalls Pausen ein. Sollte nichts davon helfen, sind Reisekaugummis eine Alternative. Diese kaut man, wenn sich erste Anzeichen melden. Ferner ist Ingwer ein beliebtes Hausmittel bei Übelkeit. Sie können dafür entweder dünne Scheiben während der Fahrt kauen oder Ingwer-Präparate einnehmen. Dieses natürliche Mittel eignet sich jedoch nicht für Schwangere oder Menschen mit Bluthochdruck. Experten in der Apotheke raten auch zum homöopathischen Mittel Cocculus, das als Kockelskörner bezeichnet wird. Die Globuli sollen bei Schwindelgefühl, Erbrechen und Durchfall helfen. Die Packungsbeilage oder das Fachpersonal in der Apotheke erklären, wie und wann Sie die Reisemedikamente genau einnehmen können.

Wenn es juckt und weh tut: Behandlung von Insektenstichen

Bienen oder Wespen stechen auch im Urlaub. Normalerweise schwillt die Stelle an und beruhigt sich nach wenigen Stunden wieder. Bei einer allergischen Reaktion dauert es bis zu einer Woche, dass die Schwellung vollständig verschwindet. Menschen mit einer schweren Allergie sollten ein Notfallset bei sich tragen, um im Fall der Fälle gerüstet zu sein. Um nicht gestochen zu werden, ist  es ratsam, geschlossene Schuhe zu tragen, auf Parfüm zu verzichten und natürlichen Insektenschutz wie «Insectfree» oder «Anti Insect natural» aufzutragen. Wenn Sie dennoch gestochen werden, dann hilft das Einreiben mit dem Kraut Ledum oder wildem Rosmarin.

Ingwer dient in der Reiseapotheke als schneller Helfer gegen Übelkeit.

Ingwer dient in der Reiseapotheke als schneller Helfer gegen Übelkeit und Reisekrankheit. Foto: © Thinkstock / iStockphoto

Natürliche Medikamente bei Magen-Darm-Beschwerden

Fast Zwei Drittel der Schweizer lernen das Reiseland auch über den Magen kennen (Ferienreports 2011). Wer in ferne Länder reist, muss besonders aufpassen. Dann sollte jeder folgenden Reisetipp beherzigen: Iss nur, was du kochen oder schälen kannst. Etwa 40 Prozent halten sich jedoch nicht an diese Regel und leiden häufig unter Reisedurchfall. Dann ist es wichtig, Durchfall und Erbrechen nicht medikamentös zu unterbinden. Es hilft in jedem Fall, Infekte mit Schonkost auszukurieren. Fenchel- und Kamillentee sowie Elektrolytegetränke unterstützen die Gesundung. Wer hingegen unter Blähungen leidet, kann das homöopathische Mittel Chamomilla oder Kamille einsetzen. Diese natürliche Hilfe empfehlen die  Experten in der Apotheke auch bei Durchfall. Ferner setzt man Nux Vomica (Brechnuss) bei Verstopfung, die sich mit Durchfall abwechselt, oder bei Stuhldrang ein.

Homöopathische Mittel bei Fieber und Halsschmerzen

Der rasante Wechsel zwischen kalter Klimaanlagenluft und sommerlicher Hitze führt schon mal zu  einer Erkältung. Das äussert sich häufig in Form von Halsschmerzen. Dann sollten Sie viel trinken und Lutschtabletten zu sich nehmen. Sie können stechende Halsschmerzen mit dem homöopathischen Medikament Apis mellifica (von der Biene) bekämpfen. Gegen pulsierende Schmerzen im Hals und Kopfbereich hilft die Belladonna (Tollkirsche). Treten  plötzliche Fieber, Grippe- und Erkältungssymptome sowie Kopfschmerzen auf, raten Apotheker zu Aconitum (Sturmhut).  Bei einer verstopften Nase helfen  Sprays und Spülungen mit Meerwasser.

Krank im Urlaub: Verletzungen

Bei Sportverletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Muskelschmerzen, Blutergüssen und Rückenschmerzen hilft Arnica. Dies gibt es als Gel, Salbe, Globuli und Spray in der Apotheke zu kaufen. Zudem hilft es, das Bein oder den Arm ruhig zu stellen oder hochzulegen und zusätzlich zu kühlen. Ein Stützverband kann zudem die Schmerzen mindern. Bei tieferen Wunden oder grösseren Verletzungen sollten Sie jedoch den Arzt aufsuchen.

Wer sportlich aktiv ist, der kann sich auch verletzen. Es passiert häufig, dass sich Seeigel an steinigen Stränden verstecken. Deshalb empfiehlt es sich, Badeschuhe oder Schwimmflossen zu tragen. Falls Sie sich doch einen oder mehrere Stachel eingetreten haben, tauchen Sie die betroffene Stelle in heisses Wasser. Damit werden sowohl die Gifte als auch die Schmerzen abgetötet. Passen Sie aber auf, dass das Wasser nicht so heiss ist, dass Sie sich verbrennen. Sichtbare Stacheln kann man mit einer sterilen Pinzette selber entfernen. Ratsam ist, dabei Handschuhe zu tragen, die Wunde mit warmem Wasser zu reinigen und am Ende alles zu desinfizieren, sowie zu verbinden. Die Wirksamkeit von Hausmitteln wie Essigumschlägen ist allerdings nicht belegt. Der Gang zum Arzt empfiehlt sich bei tiefsitzenden Stacheln.

Wenn Sie verreisen, dann sind Durchfall & Co nicht zwingend notwendige Reisebegleiter an Ihrer Seite. Dennoch ist es immer gut, eine Reiseapotheke – ob mit homöopathischen Mitteln oder konventionell gepackt - im Koffer mit sich zu führen. Es ist jedenfalls beruhigend, im Krankheitsfall gerüstet zu sein.

Reiseapotheke - Checkliste: Was gehört in eine Reiseapotheke?

  • Grundausrüstung: Schere, Verbandszeug, Pflaster, Fieberthermometer, Pinzette, Insektenschutzmittel, Verhütungsmittel, Einweghandschuhe
  • Medikamente gegen: Schmerzen, Fieber, Allergien, Sonnenbrand, Durchfall (u.a. Mittel als Elektrolytersatz), Schnupfen, Husten, Bindehautreizung, Schlafstörungen, Reisekrankheit, Sportverletzungen, Pilzinfektionen
  • Bei Tropenreisen: verschreibungspflichtige Breitbandantibiotika (Infektionen), Mittel zur Trinkwasserdesinfektion

Homöopathie kritisch gesehen

Die Wirksamkeit homöopathischer Mittel ist noch nicht bewiesen. Wissenschaftler nehmen teilweise auch  Placeboeffekte an. Zudem können Veränderungen der Lebensweise sowie mögliche Nebenbehandlungen mit nicht-homöopathischen Mitteln einen positiven Einfluss haben.

Wer Vorbehalte oder Bedenken bezüglich deren Wirksamkeit hat, kann sich konventionelle Reisemedikamente als Taschenapotheke zusammenstellen lassen. Bei schwereren Krankheitsfällen ist der Gang zum Arzt unausweichlich. Die Behandlungen bei tropischen Krankheiten, wie beispielsweise Malaria, erfordert jedoch spezielle Medikamente. Deshalb ist eine Beratung in entsprechenden Infostellen für Reisemedizin bei der Planung von tropischen Reisezielen ratsam.

 

Linktipps:

  • Der Verlag A. Vogel hat die wichtigsten Mittel auf einer Checkliste zusammengefasst.
  • Sonnenbrand und Sonnenschutz – nachhaltigleben rät, wie man sich vor der Sonne schützt und Sonnenbrand mit natürlichen Mitteln behandelt.
  • Länderinfos -  Ostschweizer Infostelle für Reisemedizin

 

Quelle: A.Vogel, Löwen Apotheke Zürich, rosenfluh.ch, Pharmawiki.ch, Kuoni Ferienreport 2011 Gesundheitsamt für Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg, Lexikon der Homöopathie, Wikipedia

Text: Kerstin Borowiak