Schwarzkümmelöl innerlich und äusserlich angewendet wirkt gegen zahlreiche Beschwerden

Schwarzkümmelöl wird seit dem Altertum gegen zahlreiche Beschwerden eingesetzt. Das Öl soll entzündungshemmend, antioxidativ und schmerzlindernd wirken. Schwarzkümmelöl kannst du innerlich und äusserlich anwenden. Je nach Verwendung ist die Dosierung des Öls unterschiedlich.

Schwarzkümmelöl
Schwarzkümmelöl hat bei innrer und äusserer ANwendung eine entzündungshemmende, antioxidative und schmerzlindernde Wirkung. Foto © Rouzes/ E+
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Seit vorchristlicher Zeit wird der Echte Schwarzkümmel (bot. Nigella sativa) geschätzt, da er bei allerlei Beschwerden einen positiven Effekt aufweist. Insbesondere das Schwarzkümmelöl gilt als besonders gesund, unter anderem, weil es dem Darm Gutes tut. Doch, es kann noch weitaus mehr.

Du kannst Schwarzkümmelöl innerlich wie äusserlich anwenden und die Samen sind ideal für eine orientalische Würze. Ihren Geschmack kannst du zwischen Anis und Schwarzem Pfeffer einordnen. Nigella sativa ist übrigens nicht mit dem richtigen Kümmel verwandt und schmeckt auch nicht danach.

Die Geschichte des Schwarzkümmelöls

Reines, aus den kleinen schwarzen Samen kaltgepresstes Öl wird aufgrund seiner zahlreichen positiven Effekte auf den Körper bereits seit Jahrtausenden im Orient und dem Nahen Osten als Heil- und Pflegemittel eingesetzt.  Schwarzkümmelöl wurde auch das 'Gold der Pharaonen' genannt und aufgrund seiner Wirkung geschätzt. So hatte der Pharao Tutenchamun (um 1.350 v. Chr.) eine Flasche Schwarzkümmelöl als Grabbeigabe in seinem Sarkophag und bei Kleopatra gehörte es zum festen Sortiment ihrer Kosmetika. Vom Propheten Mohammed wurde überliefert, dass er sagte «Schwarzkümmel heilt alle Krankheiten, ausser den Tod» und selbst im Alten Testament wird das Öl erwähnt. Die Heilwirkung von Schwarzkümmelöl ist in allen Weltreligionen verankert.

Auch heute noch wird die Wirkung des Öls in seiner ursprünglichen Heimat und in der Naturheilkunde geschätzt und ist in zahlreichen Studien belegt. Die Samen von Nigella sativa sind zudem fester Bestandteil in der orientalischen Küche.

Inhaltsstoffe & Wirkung von Schwarzkümmel

Die Samen des Echten Schwarzkümmels liefern zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe, die sich konzentriert im daraus gewonnenen Öl wiederfinden. Schwarzkümmelöl enthält in Summe mehr als 100 Inhaltsstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung, erklärt der Münchner Immunologe Dr. Peter Schleicher in seinem Buch 'Natürlich heilen mit Schwarzkümmelöl'. Das kann innerlich wie äusserlich angewendet werden, stärkt den Organismus, hat eine vorbeugende oder heilende Wirkung bei zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen.

Inhaltsstoffe im Überblick:

  • Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Kalzium, Kalium und Barium sind enthalten.
  • Hinzu kommen Spurenelemente wie Zink, Chrom, Vanadium, Mangan und Selen.
  • Was Vitamine angeht, so sind B-Vitamine wie Vitamine B1, B6, Niacin (Vitamin B3) Folsäure (Vitamin B9), Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) und Biotin (Vitamin H oder B7) sowie Vitamin C in Schwarzkümmel und damit in seinem Extrakt enthalten.
  • Darüber hinaus enthält Schwarzkümmel Phenole, Saponine und Stereole.
  • Das Öl hat schliesslich einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und Omega-6 Fettsäuren, die sogenannten ungesättigten Fettsäuren, wovon nicht nur dein Herz-Kreislauf-System profitiert.

Besonders spannend fanden Wissenschaftler der Uni Ulm die nur in Nigella enthaltene phytochemische Verbindung Thymochinon. Ihrer Meinung nach hat es eine stark antivirale Wirkung, die der des Malariamittels Hydroxychloroquin überlegen sei, ohne dessen Nebenwirkungen. Ein Wirkstoff, der auch bei einer Covid-19-Therapie zum Einsatz kam. Hierzu und zu seiner starken antiviralen und krebshemmenden Wirkung soll es weitere Forschungen geben.

Innerliche Anwendung

Wirkung bei Magen-Darm-Beschwerden

Bei Magen-Darm-Problemen ist das Öl ideal da es regulierend und krampflösend auf den Magen-Darm-Trakt wirkt. Insbesondere beim Reizmagen (funktionelle Dyspepsie), der mit Druck- und Völlegefühl, Stuhlunregelmässigkeiten oder Blähungen einhergeht, ist die Linderung durch eine Doppelblindstudie belegt.

Anwendung Autoimmunerkrankungen

Entzündliche Prozesse im Körper und auf der Haut soll Schwarzkümmelöl nachweislich lindern. Zudem stärkt das Öl unser Immunsystem. Beides zusammen wirke laut Studien positiv bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Hashimoto, Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis. Die entzündlichen Prozesse auf der Haut und im Körper werden durch das Öl abgemildert.

Wirkung gegen 'Wohlstandskrankheiten'

Am besten untersucht ist die positive Wirkung bei den sogenannten Wohlstandskrankheiten Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Hyperlipidämie, also bei erhöhten Cholesterin-Werten. In einer Beschreibung zur Studienlage über die positive Wirkung von Schwarzkümmel und daraus gewonnenem Öl schreibt Prof. Dr. Sigrun Chrubasik-Hausmann, dass Untersuchungen Folgendes ergaben: Nach Behandlung mit dem Öl sank der erhöhte Nüchtern-Blutzucker bei Typ-2-Diabetes, nach einigen Wochen der Gesamt-Cholesterinwert und minimal auch der Blutdruck.

Von der Medizin wird die Pflanzenheilkunde oft belächelt oder gar als nicht wirksam bezeichnet. Dabei wird oft vergessen, dass die Pharmazie ihre Ursprünge der Verwendung von pflanzlichen Wirkstoffen hat.

Allenfalls in sehr grossen Studien erprobt, wird die Wirkung pflanzlicher Heilstoffe akzeptiert. Zu Schwarzkümmelöl gibt es zahlreiche Untersuchungen mit kleineren Probanden-Gruppen, wenige grössere Studien. Alle haben allerdings bestätigt, dass die Behandlung verschiedener kleiner und grösserer Leiden positiv ausfiel.

Weniger Asthma-Anfälle und Allergien?

Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Allergien und Asthma. Schwarzkümmelöl wird schon lange in der arabischen, afrikanischen und asiatischen Volksmedizin zur Verbesserung dieser Beschwerden eingesetzt. In kleineren Studien konnte die unterstützende Wirkung bei diesen Krankheitsbildern bestätigt werden.

Schwarzkümmelöl gegen ADHS

Eines der vielen Einsatzgebiete, in denen das Pflanzenöl Linderung bringt, ist die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, die sonst mit starken Medikamenten behandelt wird. Hier sind viele Eltern positiv überrascht. Schwarzkümmel eine positive Wirkung.

Laut der Deutschen Apotheker Zeitung steht die immer häufiger diagnostizierte Störung auch in Zusammenhang mit dem Mangel von Omega-3-Fettsäuren, Omega-6-Fettsäuren, Magnesium oder Zink. Alles Stoffe, die das Öl liefert.

Äusserliche Anwendung

Hautirritationen, Pickel und Ekzeme natürlich lindern

Schwarzkümmelöl ist gut für eine schöne Haut, da es Beta-Carotin enthält, welches unser Körper zum wichtigen Hautvitamin A umbaut. Weiterhin fördert Vitamin C sowie der besonders hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren ein gesundes Hautbild. Selbst kleine Falten sollen durch diese Inhaltsstoffe gemildert werden.

Die beruhigende und entzündungshemmende Wirkung des Schwarzkümmel-Extrakts verspricht auch Erfolg gegen Pickeln, die durch den dünnen Auftrag des Öls sichtlich schrumpfen. Und wer unter gelegentlichen Hautirritationen oder allergischen Reaktionen der Haut leidet, kann mit Schwarzkümmel Linderung erfahren.

In einer Untersuchung haben Mediziner die Wirkung auf Ekzeme untersucht. Ergebnis bei diesem lästigen Hautproblem: Schwarzkümmel wirkte genauso schnell wie ein Cortison-Präparat.

Schwarzkümmelöl für schöne Haare

Viele der genannten Inhaltsstoffe sorgen für eine wahre Wohlfühlkur für die Haare, insbesondere auch hier Biotin und Beta-Carotin. Regelmässig etwas Schwarzkümmelöl in die Haarspitzen einmassieren ist ein gutes Antisplissmittel. Massierst du indes ein paar Tropfen in das ganze Haar, dann wird es kräftiger und erhält mit der Zeit einen natürlich-schönen Glanz.

Neigt man zu Haarausfall, dann ist es ideal, ein paar Tropfen Schwarzkümmelöl sanft in die Kopfhaut einzumassieren. Anschliessend einfach 15 Minuten einwirken lassen und lediglich gut mit lauwarmem Wasser ausspülen.

Studie belegt Hilfe bei Arthrose

In einer Crossover-Studie mit Senioren, die unter Kniegelenk-Arthrose litten, wurde belegt, dass die Beschwerden deutlich zurückgingen, wenn sie sich 3 x täglich mit je 1 ml Schwarzkümmel-Öl die Gelenke eingerieben haben. Das Schmerzniveau sank nach einem Monat der Verwendung mehr als in der Kontrollgruppe, die das Schmerzmittel Paracetamol einnahm.

Schwarzkümmelöl: Hausmittel gegen Zecken und andere Parasiten

Das wohlduftende Öl ist den Zecken wohl einfach zu viel, zumindest soll es die Zahl der Zecken beim Hund reduzieren. Regelmässig und bis auf die Haut 10 - 15 Tropfen bei mittlerer Grösse soll dem Versuch eines Schülers nach bei dem Wettbewerb 'Jugend forscht' helfen. Viele Hundebesitzer schwören zudem auf das Extrakt des Echten Schwarzkümmels bei Allergien, insbesondere der Haut. In der Tiermedizin wird Pferden eine Ölmischung ins Fell gegen Parasiten gerieben.

Katzen solltest du das Mittel nicht geben, da sie das Mittel nicht vertragen und starke Nebenwirkungen auftreten können. Unter anderem wirken Inhaltsstoffe lebertoxisch.

Weitere Wirkungen

Die Studienlage wird von der Schulmedizin in anderen Bereichen als noch unzureichend bezeichnet, doch selbst sie sieht Anzeichen, dass die Wunderwaffe aus dem Pflanzenreich sich beispielsweise positiv bei Krebserkrankungen zeigt. Wie das Wissensmagazin Scinexx schreibt, konnte das Tumorwachstum und die Metastasierung bei Haut-, Brust-, Leber- oder Kolonkrebs sowie bei verschiedenen Sarkomen beobachtet werden.

Weitere Wirkbereiche: Epilepsie bei Kindern oder neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Morbus Parkinson. Selbst beim Abnehmen soll das Öl helfen.

Dosierung von Schwarzkümmelöl

Grundsätzlich ist es ratsam, dass Schwarzkümmelöl bio ist und immer kaltgepresst. Für die innerliche Anwendung gilt als Faustregel, dass von dem Wirkstoff 1 x am Tag 1 Teelöffel eingenommen wird. Wem der Geschmack zu intensiv ist, der kann das Öl mit Honig mischen oder in einen Fruchtsaft geben.

Äusserlich richtet es sich nach der Fläche der Anwendung. Wie das Beispiel der Haare oder Arthrose zeigt, sind hierfür jeweils wenige Tropfen ausreichend.

Alternativ gibt es Schwarzkümmelöl-Kapseln im Handel.

Nebenwirkungen durch Behandlung

Die Liste der Nebenwirkungen ist kurz:

  • Eine Nebenwirkung ist, dass bei längerer Einnahme die enthaltenen ätherischen Öle die Magenschleimhaut reizen können. Tipp: Nicht auf nüchternen Magen einnehmen.
  • Genauso kann vermehrtes Aufstossen vorkommen, wenn auf leeren Magen eingenommen.
  • Schwangere sollten auf eine Behandlung verzichten.
  • Bei extremer Überdosierung ist die Wirkung auf Nieren und Leber toxisch.

Nigella sativa: Einfach selbst anbauen

Schwarzkümmel lässt sich ganz einfach selbst anbauen. Zwar werden wir im Garten oder am Balkon nicht zum Ölproduzenten, doch alleine für ein paar Samen für eine schöne Würze lohnt es sich, den Sommerblüher einfach mal selbst zu ziehen. In gut sortieren Samenshops bekommst du das Saatgut, das du im März oder Anfang April in ganz normale Erde im Beet oder in Töpfen aussäst.

Die einjährigen, etwa 50 cm hohen Sommerblüher entfalten im Juni und Juli ihre aparten Blüten. Wenn die Samenkapseln rasseln, dann sie die pechschwarzen Samen für die Ernte reif.

Diese kannst du dann im hausgebackenen Brot, Currys, Quarkspeisen und vieles andere und gerne auch gemörsert einsetzen.

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