Löwenzahn: So nutzen Sie das würzige Wildkraut in der Küche

Löwenzahn ist eine unterschätzte Heilpflanze und wird als Unkraut oft aus dem Garten entfernt. Warum das Kraut künftig auf dem Teller statt im Abfall landen sollte und drei feine Löwenzahn-Rezepte.

Löwenzahn: Seine heilende Wirkung & feine Löwenzahn-Rezepte
Löwenzahn – mehr als ein Beikraut. Foto © Oksana_Schmidt / iStock / Getty Images Plus
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Löwenzahn bringt manchen Hobbygärtner zur Verzweiflung, denn das Kraut breitet sich sehr schnell aus und ist mit seinen langen Pfahlwurzeln nur schwer zu entfernen. Was viele nicht wissen: Löwenzahn hat eine heilende Wirkung und lindert als Heilkraut zahlreiche Beschwerden – und er schmeckt gut.

Im Artikel:

Facts zum Löwenzahn

Der Gemeine Löwenzahn mit der botanischen Bezeichnung Taraxacum sect. Ruderalia gehört zur Löwenzahn Gattung (Taraxacum) und somit zu den Korbblütlern (Asteraceae). Im Volksmund heisst der gemeine Löwenzahn auch Pusteblume, Butterblume, Sonnenwirbel oder etwa Kornblume.

Taraxacum sect. Ruderalia und Leontondon

Der Taraxacum sect. Ruderalia (links) unterscheidet sich visuell kaum vom Leontondon. Foto © iStock / Getty Images Plus

Seit Urzeiten ist der Löwenzahn eine wichtige Heilpflanze, das etwa in schamanischen Ritualen Verwendung fand. Das gelbblühende Wildkraut enthält einen weissen Milchsaft in allen Pflanzenteilen – vom gelben Blütenkopf über die Blätter bis in die Wurzel.

Löwenzahn und seine Heilwirkung

Bereits die alten Griechen und später mittelalterliche Ärzte wussten um die Heilwirkung des Gewöhnlichen Löwenzahns. Die Pflanze ist ein richtiger Allrounder: Sie regt den Appetit an, hat eine harntreibende Wirkung, lindert Arthritis und wirkt Gallen- und Leber-Beschwerden entgegen. Zudem gilt Löwenzahn als blutreinigend und kräftigend.

Die heilsame Wirkung des Taraxum sect. Ruderiala  basiert auf einer Vielzahl gesunder Inhaltsstoffe. Allen voran die gesunden Bitterstoffe. Aber auch Radikalenfänger wie Flavonide und Carotinoide, Mineralien wie Kalzium und Kalium und Vitamin C sind in den Blättern, Wurzeln und Blüten der Pflanze enthalten.

Alle Pflanzenteile des Löwenzahns sind essbar. Aus getrockneten Löwenzahn-Wurzeln und -Blättern können Sie etwa einen wohltuenden Löwenzahntee kochen. Aber nicht nur das: Löwenzahn eignet sich auch für den rohen Verzehr und schmeckt etwa in frischem Salaten.

Vom Feld auf den Teller: 3 Feine Rezepte mit Löwenzahn

Gerade die leuchtend gelben Blüten und die jungen Blätter können hervorragend in einem Löwenzahnsalat roh gegessen werden oder einen gemischten Salat aufpeppen. Sind die Blätter etwas kräftiger, schmecken sie fein in einem grünen Smoothie.

1 Frischer Löwenzahnsalat mit würzigem Dressing

Für einen feinen Löwenzahnsalat eignen sich die jungen, frischen Blätter der krautigen Pflanze am besten. Diese können Sie zwischen April und September sammeln. Jung sind die Blätter, bevor aus den Löwenzahn-Blüten Pusteblumen geworden sind.

Tipp: Sammeln Sie die frischen Blätter auf einer Wiese, im Wald oder im eigenen Garten. Auf Pflanzen vom Strassenrand sollten Sie aufgrund der Schadstoffbelastung verzichten.

Löwenzahnsalat schmeckt frisch und ist gesund
Frisch aus der Natur: Löwenzahnsalat schmeckt gut und ist gesund. Foto © dulezidar / iStock / Getty Images Plus

Für einen Salat für 2 Personen brauchen Sie

  • 250 Gramm Löwenzahn-Blätter
  • Optional: Löwenzahn-Blüten zum garnieren

Ins Dressing gehören

  • 2 EL Olivenöl
  • 3 EL heller Balsamico Essig
  • 1 TL Honig
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack

Hier finden Sie weitere feine Salatdressing-Rezepte.

Und so geht´s:

  1. Waschen Sie den Löwenzahn gründlich mit kaltem Wasser - am besten im gefüllten Waschbecken.
  2. Schneiden Sie die Blätter nach Belieben etwas kleiner oder geben sie im Ganzen in eine Salatschüssel.
  3. Vermischen Sie anschliessend alle Zutaten für das Dressing und geben es über die grünen Blätter.
  4. Tipp: Peppen Sie den Salat vor dem Servieren mit einigen Blüten auf.

2 Wohltuender Löwenzahntee

Wegen der wohltuenden Wirkung des Taraxacum sect. Ruderalia eignet sich das Kraut bestens für einen Verdauungs-Tee. Er regt den Magen-Darm-Trakt an und wirkt Völlegefühlen und Blähungen entgegen.

Löwenzahntee hat eine wohltuende Wirkung
Löwenzahntee wirkt beruhigend auf Magen und Darm. Foto © dulezidar / iStock / Getty Images Plus

Für eine Tasse Tee kochen Sie 1 EL getrocknete Löwenzahnblätter und -Wurzeln in 250 ml Wasser in einem Topf auf. Lassen Sie den Tee etwa eine Minute kochen und anschliessend 10 Minuten ziehen. Wegen der Bitterstoffe hat Löwenzahntee einen würzig-herben bis bitteren Geschmack. Verfeinert mit einem TL Honig schmeckt er milder.

3 Löwenzahnhonig als vegane Alternative zu Bienenhonig

Ein Klassiker unter den Löwenzahn-Rezepten ist Löwenzahnsirup, besser bekannt als Löwenzahnhonig. Diesen Namen bekam der Sirup, weil er farblich und in der Konsistenz dem Bienenhonig sehr ähnlich ist und in der Küche ebenso verwendet werden kann.

Zutaten:

  • 300 Gramm Blüten 
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Kilo Zucker
  • Saft einer Zitrone

Zubereitung:

  1. Waschen Sie die Blüten vorsichtig ab. Übergiessen Sie die Blüten anschliessend in einem grossen Topf mit dem Wasser und lassen sie für etwa 2 Stunden ziehen.
  2. Lassen Sie das Blütenwasser samt den Blüten anschliessend kurz aufkochen und wieder abkühlen.
  3. Für einen intensiven Geschmack die Blumen nun über Nacht einweichen lassen.
  4. Am nächsten Tag die Blüten durch ein Sieb abgiessen und Zucker sowie Zitronensaft ins Wasser rühren.
  5. Die Mischung nun nochmals aufkochen und so lange köcheln lassen, bis sie die gewünschte Konsistenz hat.
  6. Anschliessend in sterilisierte Gläser abfüllen und an einem lichtgeschützten Ort lagern.
Löwenzahnhonig ist ein guter Ersatz für Bienenhonig
Löwenzahnhonig schmeckt kaum anders als der von Bienen. Foto © Ulyashka / iStock / Getty Images Plus

Der Löwenzahnhonig ist etwa ein Jahr haltbar. Bewahren Sie ihn nicht im Kühlschrank oder an einem warmen Ort auf, sondern in der Speisekammer oder dem Vorratsschrank.

Der Geschmack von Löwenzahnhonig ist dem vom «echten» Honig sehr ähnlich und kann als Brotaufstrich, zum Süssen von Tee, Desserts oder Kuchen verwendet werden.

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