So geht Fleischessen nachhaltiger

Nachhaltiger Fleischkonsum funktioniert nur, wenn wir unsere Gewohnheiten ändern. Welche Vorteile dies für Tiere, Umwelt und für unsere Gesundheit mit sich bringt.

Gesunder Fleischburger als Symbol für nachhaltigen Fleischkonsum
Foto © coldsnowstorm/ iStock / Getty Images Plus
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Die gute Nachricht für alle Fleischliebhaber ist: Nachhaltiger Fleischkonsum ist möglich.

Problem Massentierhaltung

Die Massentierhaltung hat es möglich gemacht, dass Fleisch zu einem billigen Produkt geworden ist, das wir uns jederzeit leisten können. Doch diese Art der Tierhaltung ist nicht nur für die Tiere eine Qual.

Auch für unsere eigene Gesundheit ist sie eine Gefahr. Denn weil die auf engstem Raum gehaltenen Tiere häufig krank werden, wird ihnen, oft sogar schon präventiv, Antibiotika verabreicht. Spuren davon lassen sich auch im Fleisch auf unserem Teller nachweisen.

Zudem macht die Massentierhaltung unserem Klima zu schaffen: Rund 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Nutztierhaltung. Diese entstehen bei der Verarbeitung und Kühlung von Fleischprodukten sowie beim Anbau und Import von Futtermitteln.

Laut Greenpeace beansprucht die Nutztierproduktion rund 75 Prozent der globalen Grünland- und Ackerflächen.

Auch der Verlust der Biodiversität geht zu einem grossen Teil auf die Futterproduktion zurück.

Bewusst einkaufen

Wer Fleisch kauft, sollte deshalb auf Bioqualität und das Tierwohl achten. Denn in der biologischen Landwirtschaft sind

Lesetipp:

Pestizide und chemische Dünger tabu. Dank regelmässigem Auslauf im Freien und auf der Weide, artgerechter Tierhaltung in geräumigen Ställen, natürlichen Zuchtmethoden und nicht zuletzt Biofutter leben die Tiere grundsätzlich unter besseren Bedingungen und sind weniger anfällig für Krankheiten. Bei der Graslandhaltung von Kühen, Ziegen oder Schafen beispielsweise ist die Fütterung mit Soja, Mais oder Getreide verboten. Wer nachhaltiger Fleisch essen möchte, sollte deshalb weniger Fleisch konsumieren und dafür bewusst auf eine nachhaltige Produktion achten, die das Tierwohl in den Vordergrund rückt.

Ratgeber: Wie Sie vertrauenswürdige Bio- und Tierwohl-Labels finden.

Alles ist wertvoll

Ein weiterer Aspekt, den es bei nachhaltigem Fleischkonsum zu beachten gilt, ist die Art und Weise, wie wir Fleischteile beurteilen. Während zum Beispiel Filet sehr beliebt ist, sind Innereien selten gefragt.

Eine nicht sehr nachhaltige Folge davon ist, dass die unbeliebten Teile im Abfall landen oder zu Tierfutter verarbeitet werden. Dabei gäbe es unzählige feine Rezepte gerade für diese weniger beliebten Fleischstücke. Nutzt man das ganze Tier und damit alle verwertbaren Teile, trägt das definitiv zu einem nachhaltigen Fleischkonsum bei.

Im Fokus

Auf die Herkunft achten

Dass wir auf eine artgerechte Haltung der Tiere achten, wenn wir Fleisch essen, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Meistens vertrauen wir da auf das Bio-Label auf der Packung. Doch auch die Herkunft zählt!

Regionale Fleischprodukte haben gleich zwei Vorteile: Erstens nimmt die Schweiz in Sachen Tierschutz und Tierhaltung eine weltweite Vorreiterrolle ein und schreibt zudem für Bio-Labels strengere Richtlinien vor als beispielsweise unsere Nachbarländer. Zweitens spart man zusätzlich Ressourcen, da ein unnötiger Transportweg wegfällt.

Positive Folgen des nachhaltigen Fleischkonsums

Nachhaltigerer Fleischkonsum bedeutet eine Umstellung, aber keineswegs nur ein Verzicht. Im Gegenteil: Er bewirkt sogar viel Gutes.

1 Gesunde Tiere

Wenn die Tiere mehr Platz und Auslauf haben, werden sie weniger krank. Das heisst, dass sie nicht mit Antibiotika behandelt werden müssen, was sich letztlich auch auf die Qualität des Fleischs und auf unsere Gesundheit positiv auswirkt.

2 Intakte Umwelt

Weniger Nutztiere zu halten, bedeutet nicht nur, dass weniger Treibhausgase unser Klima belasten. Der für eine nachhaltige Tierhaltung nötige Verzicht auf Pestizide und chemische Dünger bewirkt zudem gesunde Böden und Gewässer. Die angestrebte Weidehaltung trägt ausserdem zur Erhaltung von Graslandschaften bei, die wiederum CO2 binden können.

Gesteigerte Wertschätzung

Wer nicht täglich Fleisch konsumiert, bringt dem tierischen Lebensmittel wieder mehr Wertschätzung entgegen. Fleisch wird zu etwas Besonderem, dass bewusst konsumiert und genossen wird, wenn es auf den Teller kommt. Dafür lohnt es sich auch, einen angemessenen Preis zu bezahlen. Das so für unseren Speiseplan automatisch Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchte wichtiger werden, ist für unsere Gesundheit ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Dieser Artikel entstand mit Unterstützung der Coop-Nachhaltigkeitsinitiative «Taten statt Worte». Mit Naturaplan und Naturafarm bietet Coop seit über 25 Jahren Fleisch und Eier aus biologischer Landwirtschaft bzw. von Tieren aus Auslauf- und Freilandhaltung an und nimmt eine Pionierrolle ein wenn es um Tierwohl und Tierschutz geht. Für ihr Engagement für das Tierwohl wurde Coop bereits sechsmal mit Bestnoten ausgezeichnet und landet in der Spitzengruppe ( Tier 1) des internationalen, unabhängigen Tierwohl-Ratings Business Benchmark on Farm Animal Welfare (BBFAW).

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