Brennnesseljauche herstellen und richtig im Garten verwenden

Wer biologisch gärtnern möchte, muss auf Dünger und Pflanzenschutz nicht verzichten. Denn Brennnesseljauche ist beides in einem. Denn der natürliche und kostenlose Dünger aus Brennnesseln und Wasser hält Schädlinge fern und pflegt deine Pflanzen zugleich. Wie zeigen dir, wie du den Zaubertrank fürs Gemüsebeet einfach selber herstellst.

Giesskanne über einem Eimer voller Brennnesseln
Brennnesseljauche selber zu machen ist nicht schwer. © sajoiner / iStock / Getty Images Plus
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Brennnesseljauche – das Wichtigste in Kürze:

  • Brennnesseljauche stellst du aus der Grossen Brennnessel (Urtica dioica) und Wasser her. Zur Anleitung
  • Die Jauche muss bis zu 2 Wochen ziehen und entwickelt dabei einen starken Geruch.
  • Spritze mit Brennnesseljauche nur Pflanzen, deren Blätter du nicht isst. Anwendung
  • Brennnesseljauche eignet sich zum Giessen von Starkzehrern wie etwa Tomaten. Übersicht

Brennnesseljauche ist im Garten vor allem für stark zehrende Gemüsesorten perfekt als Dünger geeignet. Sie versorgt Pflanzen mit Kalzium, Kalium, Magnesium und Stickstoff, wirkt aber auch schädlingsabwehrend. Zudem enthält sie viel Kieselsäure, die bei Tomaten, Gurken und Zucchetti für einen intensiveren Geschmack sorgt.

Der einzige unangenehme Nebeneffekt der Brennnesseljauche ist ihr starker Geruch, der an Gülle erinnert. Deshalb ist es ratsam, die Jauche im Garten an einem Ort anzulegen, der in sicherem Geruchsabstand zu Fenstern und Sitzplätzen liegt.

Anleitung: Brennnesseljauche selber machen

Die Herstellung von Brennnesseljauche ist mit etwas Geduld verbunden. Es kann je nach Wetterlage eine bis zwei Wochen dauern, bis die Jauche einsatzbereit ist. Bei guter Witterung geht es meist etwas schneller.

Pro Liter Brennnesseljauche brauchst du:

  • 1 L Wasser
  • 100 g frische Brennnesseln

Tipp: Verwende am besten Regenwasser für die Brennnesseljauche.

Brennnesseln findest du, sofern sie nicht in deinem Garten rund um den Kompost wachsen, vor allem an Böschungen und schattigen Waldrändern.

Ausserdem brauchst du:

  • Gartenhandschuhe
  • Gartenschere
  • Einen Kessel aus Metall oder eine Plastiktonne
  • Holzstock
  • Jutesack
  • Sieb

So gehst du vor:

  • Zerkleinere die Brennnesseln mit der Gartenschere.
  • Lege die zerkleinerten Brennnesselstücke in den Kessel und fülle ihn mit der entsprechenden Menge Wasser auf.
  • Rühre einmal kräftig mit dem Holzstock durch und decke den Kessel mit dem Jutesack ab. Wichtig: Verwende zum Abdecken nur luftdurchlässige Materialien.
  • Warte dann 1 bis 2 Wochen und rühre die Jauche während der Gärung einmal am Tag oder alle zwei Tage um.
  • Wann die Jauche einsatzbereit ist, erkennst du daran, dass sich an der Oberfläche kein Schaum mehr bildet.
  • Vor der Anwendung gibst du die Jauche durch ein Sieb, damit die Pflanzenteile herausgefiltert werden. Wenn du die Jauche gegen Schädlinge einsetzen und mit einer Sprühflasche auftragen möchtest, solltest du sie vorher durch ein Baumwolltuch sieben.

Tipp: Gegen den unangenehmen Geruch, der während der Gärung entsteht, hilft Gesteinsmehl. Gib einfach etwas Gesteinsmehl in die Mischung, um den Geruch zu binden.

Brennnesseljauche anwenden

Mit der fertigen Brennnesseljauche kannst du dein Gemüse, Blumen und sogar Zimmerpflanzen einmal alle zwei Wochen düngen. Mische die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Leitungs- oder noch besser Regenwasser. Achte beim Giessen darauf, dass die Jauche nicht mit den Blättern in Berührung kommt, sondern nur der Boden bewässert wird. Ansonsten können die Blätter in der Sonne verbrennen.

Wichtig: Gemüse, Früchte oder essbare Blumen und Blätter solltest du nicht mit Brennnesseljauche als Insektizid behandeln. Du kannst sie zwar bestens damit giessen, doch wenn du die Jauche auf den essbaren Teil der Pflanze gibst, ist sie danach ungeniessbar.

Welche Pflanzen können mit Brennnesseljauche gedüngt werden?

Brennnesseljauche regt Pflanzen nicht nur zum Wachstum an, sondern schütz sie auch vor Krankheiten. Mit Brennnesseljauche düngen kannst du sogenannte Starkzehrer – also Pflanzen und Gemüsesorten, die viele Nährstoffe brauchen. Das sind zum Beispiel:

  • Tomate
  • Peperoni
  • Zucchetti
  • Gurke
  • Kürbis
  • Kohl
  • Lauch
  • Sellerie
  • Kartoffeln
  • Rhabarber
  • Rosen
  • Chrysanthemen
  • Dahlien

Was darf nicht mit Brennnesseljauche gedüngt werden?

Da es sich bei Brennnesseljauche um einen Stickstoffdünger handelt, eignet sie sich nicht zum Düngen von Setzlingen. Weitere Pflanzen, die nicht mit Brennnesseljauche gedüngt werden sollten, sind Schwachzehrer. Sie brauchen weniger Nährstoffe und werden schnell überdüngt. Dazu zählen etwa:

  • Rüebli
  • Zwieblen
  • Bohnen
  • Ersben
  • Knoblauch
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