Kartoffeln richtig pflanzen und pflegen bringt eine gute Ernte

Ein Kartoffelbeet darf in keinem Nutzgarten fehlen. Doch auch für Topfgärtner lohnt es sich, Kartoffeln zu setzen. Wie und wann Sie Kartoffeln pflanzen: Eine Anleitung für Garten und Balkon.

Kartoffeln Pflanzen: Eine Anleitung, wie Sie Kartoffeln setzen im Beet oder Topf und Tipps zum Zeitpunkt
Kartoffeln setzen ist nicht schwer. Mit unserer Anleitung können Sie sogar im Topf auf dem Balkon Kartoffeln pflanzen. Foto: © gdas/ iStock / Getty Images Plus
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Es gibt über hundert Kartoffelsorten. Doch eines haben sie gemeinsam: Kartoffeln aus eigenem Anbau schmecken einfach am besten. Und das Schöne ist, dass Sie sogar im Topf auf dem Balkon Kartoffeln pflanzen können.

Die richtigen Kartoffeln pflanzen

Es gibt über 100 Kartoffelsorten, die Sie pflanzen können. Besonders beliebt ist auch die Blaue St. Galler

Es gibt über 100 Kartoffelsorten, die Sie pflanzen können. Foto: © CampPhoto/ iStock / Getty Images Plus

Kartoffeln aus dem Detailhandel pflanzen, ist zwar möglich. Voraussetzung ist allerdings, dass sie möglichst nicht gewaschen wurden und vor allem nicht mit keimhemmenden Mitteln behandelt sind. Unbehandelte Bioqualität ist hier zu empfehlen.

Spezielle Pflanzkartoffeln können unter Umständen mehr Ertrag erbringen. Sie sind allerdings deutlich teurer und bei überschaubaren Pflanzmengen ist die Verwendung von Speisekartoffeln eine Alternative.

Hier gehts direkt zur Pflanzanleitung für Balkongärtner

Kartoffeln pflanzen im Beet: Die richtige Vorbereitung

Der ideale Boden, um Kartoffeln zu setzen ist ein tiefgründiger und durchlässiger Boden. Bevor die Kartoffeln in die Erde kommen, muss das Beet vorbereitet werden. Wer im Herbst die Zeit findet, gibt abgelagerten Mist oder Kompost ins Beet und arbeitet den Naturdünger für die sogenannten Starkzehrer in die Erde ein.

Stichwort Starkzehrer: Starkzehrer nennt man Pflanzen, die viele Nährstoffe benötigen. In normaler Pflanzerde oder in einer üblichen Beeterde erbringen sie ohne zusätzlichen (Natur-)Düngereinsatz wenig Ertrag und wachsen schlecht.

Der Boden ist nun, je nach Beschaffenheit, gut gelockert. Optional macht man diese Arbeit im Frühjahr, bevor Sie die Kartoffeln pflanzen, spätestens aber etwa zwei Wochen vor dem Setzen der Kartoffeln.

Als Faustregel werden hier etwa 4, 5 Liter Mist oder Kompost pro Quadratmeter ausgebracht. Ist beides nicht vorhanden, können Hobbygärtner auch Urgesteinsmehl ausbringen. Es wird empfohlen, hiervon 300 g/m² auszubringen. Während der Anbauphase müssen Kartoffeln dann nicht mehr gedüngt werden.

Gut zu wissen: Ob Beet oder Balkonkasten, Urgesteinsmehl ist für jede Erde geeignet. Der Langzeitdünger (enthält u. a. Stickstoff und Kalium) verbessert die Erde und fördert das Bodenleben.

Optional: Kartoffeln vorkeimen lassen

Wenn Sie Kartoffeln in kühlen (Berg-)Regionen pflanzen oder eine frühere Ernte erzielen möchten, dann sollten Sie Kartoffeln vorkeimen.

Ein optimales Ergebnis erzielen Sie, wenn die Kartoffeln in einem kühlen, hellen Raum keimen. In dunklen Räumen bilden sie schwache, lange Triebe, die nur allzu schnell abbrechen, sobald Sie die Kartoffeln pflanzen.

Der Raum sollte 10 bis 15 Grad haben, die Kartoffeln liegen in einer Kiste oder stehen in Eierkartons. Mit dem Vorkeimen beginnen Sie etwa 4 Wochen vor dem Setzen.

Wann Kartoffeln setzen?

Pflanzzeit für Kartoffeln ist hierzulande ab etwa Mitte April. In kühleren Bergregionen wartet man besser bis Anfang, Mitte Mai.

Kartoffeln setzen – eine Anleitung

Kartoffeln setzen in V-förmige Rillen und mit Abstand von 30 cm und einer Tiefe von 10 bis 20 Zentimeter

Halten Sie beim Kartofelsetzen einen Abstan von 30 cm von Knolle zu Knolle. Foto: © eag1e/ iStock / Getty Images Plus

Vorgekeimt oder nicht werden Kartoffeln in 10 bis 20 cm tiefe Rillen gepflanzt, mit möglichst allen Austrieben nach oben zeigend. Pflanzabstand pro Knolle ist 30 cm. Von Reihe zu Reihe ist ein Mindestabstand von 50 cm ratsam.

Nun die Knollen noch gut angiessen, stets feuchthalten und abwarten.

Idealerweise bauen Sie Kartoffeln nur alle vier Jahre im selben Beet an. Und die Nähe zu Tomaten sollten Sie vermeiden. Denn: Wenn Kartoffeln Krautfäule haben, dann geht diese sehr leicht auf die Tomaten über.

So pflegen Sie Kartoffelpflanzen

Kartoffelpflanzen werden mit Erde angehäuft.

Das Anhäufeln fördert die Erntemenge der Kartoffeln. Foto: © georgeclerk/ E+

Sobald das Kartoffellaub 15 bis 20 cm hoch gewachsen ist, wird angehäufelt. Hierzu die Erde rechts und links der Reihen mit einer Hacke hochziehen. Dies fördert die Ertragsmenge, die bei dem 9 – 12-fachen der gepflanzten Kartoffeln liegt.

Geerntet wird als Faustregel bei frühen Sorten nach 90 bis 100 Tagen. Spätkartoffeln sind auch mal erst 150 Tage nach dem Pflanzen reif. Das ist spätestens dann, wenn das Laub abtrocknet. Man kann jetzt die Kartoffeln portionsweise bis zum Frost entnehmen oder alle ernten.

Tipp Kartoffeln ernten: Am besten wählen Sie einen sonnigen Tag und lassen die Kartoffeln einen Tag auf der Erde antrocknen.

Kartoffeln pflanzen auf dem Balkon: Im Sack oder Topf

Kartoffeln benötigen Platz und Nährstoffe für einen guten Start. Ob Sie Kartoffeln im Beet, Topf oder Sack anpflanzen ist dem Nachtschattengewächs praktischerweise egal.

Nachhaltigkeitstipps: Sie haben Erde für das Befüllen Ihrer Töpfe und Balkonkästen gekauft? Dann können Sie einen Erdsack upcyceln und für den Kartoffelanbau nutzen. Ein Volumen von 60 Litern ist optimal.

Torffreie Erde ist unsere 1. Wahl.  

Für die Kartoffeln im Sack benötigen Sie lediglich gute Pflanzerde und etwas Kompost oder Urgesteinsmehl. Der Kartoffelsack oder -topf wird mit 10 cm Erde gefüllt, die Kartoffel aufgelegt und nochmals mit 20 cm Erde bedeckt.

Ist das Laub etwa 15 cm gewachsen, dann wird erneut Erde nachgefüllt. Und zwar so viel, dass diese fast bis zu den Blättern reicht. Wenn Sie Kartoffeln im grossen Topf pflanzen, verfahren sie genauso.

Wenn Sie Kartoffeln in solch einem Sack oder in einem grossen Kübel pflanzen, dann sollte sie pro Behältnis nicht mehr als zwei oder drei Kartoffeln pflanzen.

Tipp für Balkongärtner und Besitzer kleiner Gärten: Kompost gibt es – auch in Bio-Qualität – als Sackware zu kaufen. Er ist nicht nur optimal für Starkzehrer, sondern verbessert ausgelaugte Garten- oder Topferde, die in die Jahre gekommen ist.

Nicht mit Komposterde verwechseln. Dies ist Pflanzerde mit geringem Kompostanteil.

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