Kartoffeln pflanzen und pflegen für eine gute Ernte

Ein Kartoffelbeet darf in keinem Nutzgarten fehlen. Doch nicht nur im Garten, sondern auch im Hochbeet oder im Topf kannst du Kartoffeln pflanzen. Die Knollen können ab April in die Erde, wenn der Boden eine Temperatur rund 9 Grad Celsius aufweist. Bereits drei Monate nach dem Anpflanzen kannst du die ersten Kartoffeln ernten. Wie du Kartoffeln setzt und pflegst: Eine Anleitung für Garten und Balkon.

Frisch geerntete Kartoffeln in einem Einmer auf der Erde
Kartoffeln kannst du im Beet oder Topf anpflanzen. © Avdeev_80 / iStock / Getty Images Plus
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Das Wichtigste in Kürze:

Es gibt über hundert Kartoffelsorten. Doch eines haben sie gemeinsam: Kartoffeln aus eigenem Anbau schmecken einfach am besten. Und das Schöne ist, dass du sogar im Topf auf dem Balkon Kartoffeln pflanzen kannst.

Wann Kartoffeln setzen?

Pflanzzeit für Kartoffeln ist hierzulande ab etwa Mitte April. In kühleren Bergregionen wartet man besser bis Anfang, Mitte Mai. Damit die Kartoffeln gut wachsen, sollte die Bodentemperatur bei 7 bis 9 Grad Celsius liegen.

Welche Kartoffeln pflanzen?

Welche Kartoffelsorte du am besten pflanzt, hängt damit zusammen, wann du sie in die Erde setzen möchtest. Denn es gibt frühe Sorten, mittelfrühe Sorten und späte Sorten. Hier findest du einen Überblick der verschiedenen Sorten für den Kartoffelanbau im Garten oder auf dem Balkon:

Frühe Sorten (Erntezeit ab Juli)

Christa, Hela, Glorietta, Charlotte, Sieglinde, Princess, Rosara, Annabelle, Friesländer

Mittelfrühe Sorten (Erntezeit ab August)

Saskia, Quarta, Cilena, Blauer Schwede, Nicola, Bintje, Blaue St. Galler, Laura

Späte Sorten (Erntezeit ab September)

Bamberger Hörnchen, Palma, Granola, Arran Victory, Lady Rosetta, Agria

Übrigens: Du kannst auch Kartoffeln aus dem Detailhandel pflanzen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie möglichst nicht gewaschen wurden und vor allem nicht mit keimhemmenden Mitteln behandelt sind. Unbehandelte Bioqualität ist hier zu empfehlen.

Spezielle Pflanzkartoffeln können unter Umständen mehr Ertrag erbringen. Sie sind allerdings deutlich teurer und bei überschaubaren Pflanzmengen ist die Verwendung von Speisekartoffeln vom Markt eine Alternative.

Kartoffeln vortreiben lassen

Bevor du die Kartoffeln pflanzt, kannst du sie drinnen vorkeimen lassen und somit Vorarbeit für eine reiche Ernte leisten. Frühe Sorten wie Glorietta oder Charlotte kannst du bereits ab März vorziehen.

So lässt du Kartoffeln vor dem Pflanzen vortreiben:

1. Fülle eine Holzkiste oder einen leeren Eierkarton mit Pflanzerde. Tipp: Sandige Erde ist besonders geeignet.

2. Stecke die sogenannten Saatkartoffeln in die Erde – aber nur zur Hälfte.

3. Stelle die Kiste nun an einen ca. 15 Grad warmen und hellen Ort und lasse die Kartoffeln zwei bis vier Wochen lang vortreiben.

Kartoffeln pflanzen: Standort und Boden

Der ideale Boden, um Kartoffeln zu setzen, ist ein tiefgründiger und durchlässiger Boden. Schwere Lehmböden kannst du mit etwas Sand auflockern, um Staunässe zu vermeiden.  Da Kartoffeln Starkzehrer sind, reicherst du den Boden am besten mit reifem Kompost oder natürlichem Dünger an.

Als Faustregel werden hier etwa 4, 5 Liter Mist oder Kompost pro Quadratmeter ausgebracht. Ist beides nicht vorhanden, kannst du auch Urgesteinsmehl verwenden. Es wird empfohlen, hiervon 300 g pro m² auszubringen. Während der Anbauphase müssen Kartoffeln dann nicht mehr gedüngt werden.

Stichwort Starkzehrer: Starkzehrer nennt man Pflanzen, die viele Nährstoffe benötigen. In normaler Pflanzerde oder in einer üblichen Beeterde erbringen sie ohne zusätzlichen (Natur-)Düngereinsatz wenig Ertrag und wachsen schlecht.

Du solltest den Boden spätestens zwei Wochen vor dem Setzen der Kartoffeln vorbereiten.

Gut zu wissen: Ob Beet oder Balkonkasten, Urgesteinsmehl ist für jede Erde geeignet. Der Langzeitdünger (enthält u. a. Stickstoff und Kalium) verbessert die Erde und fördert das Bodenleben.

Kartoffeln pflanzen – eine Anleitung

Lege die Kartoffeln – ob vorgekeimt oder nicht – in 10 bis 20 cm tiefe Rillen mit möglichst allen Austrieben nach oben zeigend. Der Pflanzabstand sollte pro Knolle etwa 30 cm betreffen. Von Reihe zu Reihe ist ein Mindestabstand von 70 cm ratsam.

Hand mit Gartenhandschuh legt gekeimte Kartoffel in eine Pflanzrille
Die Kartoffeln mit den nach oben zeigenden Keimen in die Erde legen. © PavelRodimov / iStock / Getty Images Plus

Nun die Knollen gut angiessen, stets leicht feucht halten und abwarten.

Idealerweise baust du Kartoffeln nur alle vier Jahre im selben Beet an. Und die Nähe zu Tomaten solltest du vermeiden. Denn: Wenn Kartoffeln Krautfäule haben, dann geht diese sehr leicht auf die Tomaten über.

Kartoffeln pflegen

Sobald die Kartoffelpflanze 15 bis 20 cm hoch gewachsen ist, kannst du beginnen, die Erde regelmässig anzuhäufeln. Hierzu die Erde rechts und links der Reihen mit einer Hacke hochziehen, sodass eine Art Wall entsteht. Dies fördert die Ertragsmenge, die bei dem 9 – 12-fachen der gepflanzten Kartoffeln liegt.

Das Anhäufeln sollte alle zwei bis drei Wochen wiederholt werden. Nimm dies am besten auch zum Anlass, Unkraut zu jäten.

Auch das Giessen ist ein wichtiger Bestandteil der Pflege deiner Kartoffeln. Insbesondere in den Wochen nach der Blüte ist es wichtig, die Pflanzen gleich morgens ausreichend zu giessen.

Halte die Kartoffeln generell leicht feucht, aber nicht zu nass. Sie brauchen nicht zu viel Wasser und vertragen keine Staunässe.

Kartoffeln pflanzen im Topf auf dem Balkon

Kartoffeln benötigen Platz und Nährstoffe für einen guten Start. Das kannst du der Pflanze auch in einem grossen Topf bieten, wenn du sie auf Terrasse oder Balkon anpflanzen möchtest.

Fülle den Topf ca. 10 cm hoch mit Blähton oder Kies. Um Staunässe zu vermeiden ist darüber hinaus wichtig, dass der Topf unten ein Loch hat – so fliesst überschüssiges Wasser ab.

Auf die Drainage kommt nun eine 15 cm hohe Schicht aus Pflanzerde. Darauf kannst du nun zwei bis vier Kartoffeln setzen, mit den Augen oder Trieben nach oben zeigend.

Kartoffeln werden auf die Erde in den Topf gelegt
Kartoffeln werden auf die Erde in den Topf gelegt © Emma Brewster / iStock / Getty Images Plus

Nun solltest du die Kartoffeln gleichmässig feucht halten und warten, bis sie ca. 10-15 cm lange Triebe gebildet haben. Dann erfolgt die nächste Erdschicht, die so hoch ist, dass die Blattspitzen der Triebe herausschauen.

Wiederhole den Vorgang so lange, bis der Topf vollständig gefüllt ist. Ernten kannst du die ersten Kartoffeln nach rund 100 Tagen.

Kartoffeln pflanzen im Sack

Du kannst Kartoffeln auch in einem Sack anpflanzen – sei es ein Jutesack oder ein leerer Sack Blumenerde. Der Sack sollte etwa 45 Liter Fassungsvermögen haben. Schneide den Sack oben komplett auf und schlage ihn möglichst mehrmals um, um für besseren Halt zu sorgen. Damit das Giesswasser abfliessen kann, solltest du zudem ein paar kleine Entwässerungsschlitze in den Boden schneiden.

Kartoffeln in einem Sack auf Erde gepflanzt
Pflanze 3 bis 4 Kartoffeln in einen Sack. © Grahamphoto23 / iStock / Getty Images Plus

Den Kartoffelsack nun mit 10 cm Blähton oder Kies füllen. Darauf 15 cm Pflanzsubstrat geben und etwa 4 Kartoffel auflegen. Bedecke diese nur leicht mit Erde und giesse sie regelmässig. Wenn die Kartoffeln 10-25 cm hohe Triebe entwickelt haben, erfolgt die nächste Erdschicht, sodass nur die Spitze der Triebe herausschaut. Diesen Vorgang wiederholst du so lange, bis der Sack voll ist.

Tipp: Kompost gibt es – auch in Bio-Qualität – als Sackware zu kaufen. Er ist nicht nur optimal für Starkzehrer, sondern verbessert ausgelaugte Garten- oder Topferde, die in die Jahre gekommen ist.

Nicht mit Komposterde verwechseln. Dies ist Pflanzerde mit geringem Kompostanteil.

Kartoffeln pflanzen im Hochbeet

Auch im Hochbeet kannst du Kartoffeln pflanzen. Gehe hierbei gleich vor, wie wenn du Kartoffeln im Topf pflanzt. Auch hier arbeitest du schichtweise und bedeckst die kleinen Pflänzchen nach und nach mit Erde.

Durch das regelmässige Aufschütten von Erde entstehen mehr Wurzeln – nämlich auch dort, wo eigentlich Blattachsen austreiben würden.

Wann und wie Kartoffeln ernten?

Hand zieht eine Kartoffelpflanze aus der Erde
Die Kartoffelpflanze fürs Abernten aus der Erde ziehen. © Jun Zhang / E+

Geerntet wird als Faustregel bei frühen Sorten nach 90 bis 100 Tagen. Spätkartoffeln sind oft erst nach 150 Tagen nach dem Pflanzen reif. Das ist spätestens dann, wenn das Laub abtrocknet. Man kann jetzt die Kartoffeln portionsweise bis zum Frost entnehmen oder alle gleichzeitig ernten.

Wenn du Kartoffeln im Sack gepflanzt hast, kannst du auch den ganzen Sack über einer alten Decke oder Plane ausleeren und die Knollen einsammeln.

Tipp fürs Kartoffeln ernten: Am besten wählst du einen sonnigen Tag und lässt die Kartoffeln einen Tag auf der Erde antrocknen, bevor du sie einsammelst.

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