Dahlien: So pflanzen, pflegen & überwintern Sie Dahlien richtig

Mignon-Dahlien, Pompon-Dahlien, Halskrausen-Dahlien – die Vielfalt dieser Sommerblume ist riesig. Um ihre Blütenpracht in Topf oder Beet zu entfalten, brauchen die Pflanzen eine gute Pflege – von der Pflanzung bis zum Überwintern.

Dahlien aus dem Garten überwintern
Dahlien bringen ein wahres Blütenmeer in den Garten. Foto © iStock / Thinkstock
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Mit der üppigen Farbenpracht ihrer Blüten machen sie jeden Spätsommertag zum Fest. Die wunderhübschen Dauerblüher begeistern bei guter Pflege bis zu den ersten Nachtfrösten mit ihrem Blütenflor. Doch mit dem ersten Frost ist es bald Zeit, die frostempfindlichen mexikanischen Schönheiten auszugraben und an einem geschützten Ort unterzubringen. Dahlien überwintern am besten im kühlen Keller.

Dahlien im Frühjahr pflanzen: Blütenpracht im Garten oder auf der Terrasse

Die Vielzahl der Dahliensorten ist nahezu unüberschaubar. Von kleinen einfachen Blüten bis hin zur üppig gefüllten und hoch hinauswachsenden Kaktus-Dahlie, Pompon-Dahlie oder Ball-Dahlie sind die Pflanzen im Fachhandel oder auch Rhizome erhältlich. Wenn Sie in Ihrem Garten oder im Kübel auf Balkonien oder der Terrasse Dahlien pflanzen möchten, müssen Sie bedenken, dass die Blumen zu den nicht winterharten Knollenpflanzen gehören. Minustemperaturen vertragen die zauberhaften Sommerblüher nicht.

Ins Freie dürfen Sie Dahlien setzen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

Dahlien vorziehen

Um den Blumen einen kleinen Vorsprung zu geben, lassen sich Dahlien schon ab Anfang - Mitte April auf der Fensterbank vorziehen. In rauen Regionen reicht Anfang Mai. Dazu werden Pflanzgefässe mit einfacher Pflanzerde vorbereitet, in die Sie die Knollen pflanzen können. An einem sonnigen, nicht zu warmen Fenster entwickeln die Knollen die ersten Triebe, wenn nicht bereits vorhanden. Optional: Die vorgezogenen Dahlien ins Freie (absonnig!) oder Gewächshaus stellen und bei Frostgefahr hereinholen.

Dahlien im Beet pflanzen: Standort und Erde

Mitte Mai, in besonders kalten Gegenden Ende Mai oder Anfang Juni, bereiten Sie die Pflanzlöcher vor. Ein sonniger Standort ohne Staunässe, der etwas windgeschützt liegt, ist ideal, um Dahlien zu setzen. Ein ausreichend grosses Loch wird gegraben, der Aushub mit etwas Kompost, Urgesteinsmehl und/oder Hornspänen gemischt. Allzu lehmige, nasse Böden sollte man mit Sand oder Pflanzerde mischen.

In das vorbereitete Loch kommen die vorgetriebenen Knollen und werden vorsichtig mit Erde bedeckt, sodass die kleinen Triebe leicht aus dem Boden gucken und die Knolle knapp mit Erde bedeckt ist. Gut angiessen. Der Pflanzabstand bei hohen Sorten sollte nicht unter 80 Zentimetern liegen, bei kleineren Pflanzen reichen 40 bis 60 Zentimeter.

Topfdahlien pflanzen

Dahlia gedeihen genauso im Topf. Er sollte nur entsprechend gross sein für die spätere Grösse der Pflanze. Diese kann 30 cm bis über 2 Meter betragen. Kleinwüchsige Dahlien kommen mit einem Topfvolumen von 6 bis 10 L zurecht. Pflanzen, die über einen Meter hoch wird, sollten mindesten einen 20-Liter-Topf bekommen. Normale Pflanzerde reicht aus. Sie wird ebenso verbessert, wie bei den Dahlien im Beet (vgl. oben). Zudem sollte der Topf einen guten Abzug haben.

Tipps:

  • Dahlien gedeihen top im Topf.
  • Gerade die kleinwüchsigen Sorten sind es, die hierfür ideal geeignet sind.
  • Sie blühen von Juni/Juli bis Oktober und teils sogar bis zu den ersten Frösten.
  • Die Vielfalt der Dahlien ist gross. Offen blühende Exemplare wie die Sorte 'Halskrausen-Dahlie' sind wunderbare Nektar- und Pollenspender für Wildbienen und Schmetterlinge.
  • Halten Sie einen stabilen Stützstab parat. Vor allem für hohe Sorten, die hoher als einen Meter wachsen.

Dahlien richtig giessen und düngen

Für eine optimale Pflege giessen Sie selten, aber dann reichlich Wasser, vermeiden dabei aber Staunässe. Ein Abtrocknen der Erde macht den Pflanzen nichts aus. Das Bewässern von unten (über den Topfuntersetzer) hat den Vorteil, dass sich weniger Pilzkrankheiten entwickeln können.

Wenn die Erde im Garten gut vorbereitet wurde, dann sollten Sie den Beetpflanzen im Juli und Mitte August nochmals etwas Flüssigdünger geben, vor allem bei sandigen, lockeren Böden, um die Dauerblüher mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Tipp: Organischen und keinen stickstofflastigen mineralischen Dünger verwenden. Der sorgt für dünne lange Triebe und wenig Blüten. Nach August sollten Sie Dahlien im Garten nicht mehr düngen. Das könnte die Knollen später im Winterlager anfälliger für Fäulnis machen.

Im Topf werden Dahlien von Juni bis August wöchentlich gedüngt.

Ausputzen und blühen

Damit Ihre Sommerblüher lange, stets neue Blüten nachschieben, werden bei Dahlien mehrmals die Woche verblühte Blüten entfernt. Hierzu nehmen Sie eine scharfe Schere und entfernen die Blüte samt ihrem langen Stängel.

Tipp 1: Schauen sie auf das darunterliegende Blattpaar. Dort stehen sicher schon die neuen Blüten in den Startlöchern. Knapp darüber alte Triebe kappen.

Tipp 2: Neue oder alte Blüte? Verblühte Knospen laufen vorne spitz zu, frische sind kugelrund.

Dahlien vor dem Frost ausgraben

Die Knolle mit ihren fingerartigen Auswüchsen aus der Mitte ist das Speicherorgan der Dahlien. Sie enthält wichtige Nährstoffe, die die Pflanze im nächsten Frühjahr wieder zum Austreiben benötigt. Diese Knollen werden bei drohenden Nachtfrösten rechtzeitig aus der Erde genommen, nachdem Sie bodennah die Triebe abgeschnitten haben. Im Garten ist hierzu eine Grabegabel top, in Pflanzgefässen verwenden Sie eine Handgrabegabel. Vorsichtig und großzügig um die Pflanze einstechen und ebenso vorsichtig aus der Erde nehmen. Ist ein Stück der fingerähnlichen Verdickungen abgebrochen, auf dem Kompost entsorgen.

Lassen Sie die gerodeten Knollen einige Tage an einem mässig warmen Ort abtrocknen. Lehmige Erde vorher grob mit Wasser abspülen. Nur gesunde, unverletzte Exemplare überwintern erfolgreich. Der Rest ist leider meist nur noch für den Kompost geeignet.

  • Tipp: Mögen Sie sich von einer kranken oder verletzten Knolle nicht trennen, können Sie sich als Knollendoktor versuchen: Faulstellen grosszügig herausschneiden und Schnittflächen mit Asche einstreuen, damit verschliessen und desinfizieren. Die verarzteten Knollen aber unbedingt getrennt von den anderen Dahlien im Winter aufbewahren!

Dahlien überwintern: Kühl, trocken, dunkel

Zum Einlagern der Dahlienknollen im Winter an einem frostfreien Ort eignen sich am besten Holzkisten, die mit Zeitungspapier ausgelegt und mit trockenem Sand (Spiel- oder Bausand) oder Sägemehl gefüllt werden. Früher wurde hierfür ein Torf-Sand-Gemisch verwendet, aber aus Klimaschutzgründen ist Torf einfach nicht mehr zeitgemäss.

Sie können die Knollen auch stabilen Kartons überwintern. Dann aber die Spalte an der Unterseite zukleben. Geben Sie zunächst eine dünne Schicht des Füllmaterials in die Kiste. Legen Sie die Knollen so darauf, dass sie einander nicht berühren, bedecken sie mit einer weiteren Schicht Füllmaterial und legen die nächsten Knolle darauf aus. Die Wurzeln müssen vollständig mit Füllmaterial bedeckt sein.

Dahlien überwintern am besten dunkel bei Temperaturen um 5 - 10 Grad Celsius. Gut geeignet ist ein trockener, kühler Keller. Licht und wärmere Temperaturen führen dazu, dass die Knollen bereits während der Winterpause wieder austreiben.

Noch ein Tipp: Wenn Sie keinen Wert auf Überraschungen im Dahlienbeet legen, sollten Sie die Knollen nach Sorten getrennt und entsprechend beschriftet einlagern.

Dahlien leicht vermehren

Nach ein paar Jahren guter Pflege können Sie im Frühjahr gross gewachsene Knollen mit einem scharfen Messer teilen.

Leichter und effektiver arbeiten Sie mit einem Tipp aus dem Gärtnerland England: Wenn Sie Dahlien vorziehen und die Knolle mehrere, etwa 10 cm lange, neue Triebe gebildet hat, dann können Sie einen davon mit einem scharfen Messer direkt an der Basis als Steckling abschneiden und sofort in feuchte Pflanzerde in ein kleineres Pflanzgefäss setzen. Daraus wächst eine neue Pflanze.

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