Dill nachhaltig im eigenen Garten anbauen

NachhaltigkeitHerkunftAnwendungenStandort und BodenPflanzen und MischkulturSchneidenWasserbedarfSchädlings- und KrankheitsbekämpfungDüngerMehrwert für BienenLebensdauer und VermehrungNachhaltigkeitsscore

Möchtest du deinen Garten nachhaltiger gestalten und gleichzeitig köstliche Kräuter ernten? Dill ist nicht nur einfach zu pflegen, sondern auch perfekt für die Mischkultur geeignet, um das ökologische Gleichgewicht und die Artenvielfalt zu fördern. In diesem Leitfaden zeigen wir dir, wie du Dill effektiv anbauen, pflegen und ernten kannst, um deinen Garten zu einem robusten, umweltfreundlichen Ort zu machen.

Nahaufnahme Dill
Saftig, grün und grazil – Dill.© AegeanBlue / Getty Images / iStocks

Nachhaltigkeit

Dill ist ein sehr nachhaltiges Kraut mit hoher Hitzeresistenz und der Fähigkeit, natürliche Schädlingsbekämpfer anzuziehen. Er verbessert die Umgebung für andere Pflanzen, lockt Bestäuber an und kann leicht selbst vermehrt werden. Trotz seines Bedarfs an jährlicher Neusaat und mittlerem Wasserbedarf überwiegen seine positiven ökologischen Eigenschaften, was ihn insgesamt sehr vorteilhaft für nachhaltiges Gärtnern macht. Mit 5 von 8 Punkten ist der Dill laut unserem Nachhaltigkeitsscore immer noch sehr nachhaltig.

Herkunft des Dills

Dill hat eine lange und spannende Geschichte hinter sich. Schon die alten Ägypter wussten um die Vorzüge dieses Krauts und bauten es fleissig an. Auch im antiken Griechenland und Rom war Dill als Gewürzpflanze hoch geschätzt. Von dort aus eroberte er dann ganz Europa und ist heute auf der gesamten Nordhalbkugel zu finden. Ursprünglich stammt Dill aber wohl aus dem Orient, genauer gesagt aus Vorderasien und Nordafrika. Dort wächst er wild in der Natur und wurde irgendwann von findigen Gärtnern entdeckt und kultiviert.

Anwendungen von Dill in Küche und Medizin

In der Küche ist Dill ein echter Tausendsassa. Mit seinem erfrischend-würzigen Aroma peppt er Fischgerichte, Salate, Sossen und Suppen auf. Besonders gut harmoniert er mit Gurken – nicht umsonst wird er auch liebevoll «Gurkenkraut» genannt. Aber auch zu Kartoffeln, Eiern und Gemüse wie Karotten oder Zucchini passt Dill hervorragend. Probier doch mal einen leckeren Gurkensalat mit frischem Dill, Joghurt und Knoblauch – ein Gedicht!

Doch Dill kann noch viel mehr als nur gut schmecken. Schon unsere Vorfahren wussten um seine heilsamen Kräfte und setzten ihn gezielt bei allerlei Beschwerden ein. Dill wirkt verdauungsfördernd, entkrampfend und beruhigend. Daher wird er gerne bei Magenproblemen, Blähungen oder Unruhe verwendet. Auch bei Menstruationsbeschwerden kann ein Dillsud wahre Wunder wirken. Das liegt an den ätherischen Ölen, Flavonoiden und Mineralstoffen, die in Dill stecken. Ein wahrer Gesundheitsschatz aus Mutter Naturs Apotheke!

Idealer Standort und Boden für den Dill

Wenn du Dill im eigenen Garten anbauen möchtest, solltest du ihm einen sonnigen und windgeschützten Platz gönnen. Dill mag es gerne warm und hell. Der Boden sollte locker, durchlässig und kalkhaltig sein. Staunässe mag der Dill gar nicht, also achte auf gute Drainage. Ansonsten ist er recht anspruchslos und gedeiht auf den meisten Gartenböden problemlos. Wenn du Dill im Topf auf dem Balkon ziehen möchtest, nimm einen schön tiefen Kübel, denn Dill bildet eine lange Pfahlwurzel aus.

Junger Dill im Boden
Junger Dill im Wachstum. © DevidDO / Getty Images / iStocks

Zeitpunkt zum Pflanzen und Mischkultur

Die Aussaat von Dill erfolgt am besten direkt ins Freiland ab April bis Juni. Du kannst alle paar Wochen neu säen, dann hast du den ganzen Sommer über frischen Dill zur Verfügung. Die feinen Samen werden einfach in Reihen ausgebracht und leicht mit Erde bedeckt. Nach etwa 2-3 Wochen zeigen sich dann die ersten zarten Keimlinge.

Dill ist ein prima Partner für die Mischkultur. Er hält mit seinen ätherischen Ölen Schädlinge von anderen Pflanzen fern. Besonders Gurken, Kohl, Salat und Zwiebeln profitieren von der Nähe des Dills. Auch zwischen Möhren und Tomaten fühlt sich Dill pudelwohl. Ungünstig sind dagegen Petersilie, Fenchel und Kümmel in direkter Nachbarschaft. Durch geschickte Kombination mit anderen Gemüsen und Kräutern kannst du deinen Garten zu einem vielfältigen Ökosystem machen.

Schneiden und Pflegen des Dills

Sobald dein Dill etwa 15-25 cm hoch ist, kannst du anfangen die Spitzen und Blätter zu ernten. Schneide immer nur soviel ab, wie du gerade brauchst, denn frischer Dill schmeckt einfach am besten. Je öfter du erntest, desto buschiger wird die Pflanze. Lass ruhig einige Dolden stehen und blühen, das sieht nicht nur hübsch aus, sondern lockt auch jede Menge Bienen und Schmetterlinge an.

Ansonsten ist Dill sehr pflegeleicht. Lediglich Unkraut solltest du regelmässig entfernen, da Dill etwas empfindlich auf Konkurrenz reagiert. Wenn du deinen Dill in Reihen säst, lässt sich das Unkraut leicht per Hand oder mit einer kleinen Hacke entfernen. Gönn dem Dill ab und zu etwas organischen Dünger wie Kompost oder Brennnesseljauche, dann dankts er dirs mit üppigem Wuchs und tollem Aroma.

Wasserbedarf und Hitzeresistenz des Dills

Dill braucht regelmässig Wasser, vor allem wenn es heiss und trocken ist. Lass den Boden aber zwischendurch immer gut abtrocknen und vermeide Staunässe. Zu viel Nässe mögen die feinen Wurzeln gar nicht. Ansonsten kommt Dill gut mit Hitze klar, schliesslich stammt er ja ursprünglich aus dem Orient. Selbst in voll besonnten Kübeln auf dem Balkon wächst und gedeiht Dill prächtig, wenn er ausreichend gegossen wird.

Schädlings- und Krankheitsbekämpfung des Dills

Dill hat einige Schdlinge und Krankheiten, die dem Wachstum und der Ernte gefährlich werden können. Auch gewisse Schmetterlingsraupen haben den Dill zum Fressen gerne. Damit nicht aller Dill gefressen wird, kannst du zum Beispiel mit einem selbstgemachten Raupenkasten den Schmetterling heranzüchten.

Eine Schwalbenschwanzraupe auf einem Dillstängel
Die Raupen des Schwalbenschwanz mögen besonders gerne Dill. © Dcwcreations / Getty Images Plus / iStocks

Nachhaltige und natürliche Schädlingsbekämpfung

Zum Glück hat Dill relativ wenig Probleme mit Schädlingen. Am ehesten können Blattläuse den zarten Blättern und Trieben zusetzen. Kontrolliere deine Dillpflanzen regelmässig und entferne befallene Teile konsequent. Mit einem scharfen Strahl aus der Gartenspritze lassen sich die Läuse einfach abspülen. Ansonsten helfen Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen, die Blattläuse in Schach zu halten. Durch bunte Blühpflanzen in der Nähe des Dills kannst du diese natürlichen Helfer in deinen Garten locken.

Nachhaltige und natürliche Krankheitsbekämpfung

Auch mit Krankheiten hat Dill selten zu kämpfen, wenn er optimal gepflegt wird. Achte auf gute Luftzirkulation zwischen den Pflanzen und vermeide zu dichte Bestände, dann kann sich kein Pilz ausbreiten. Entferne befallene Pflanzenteile sofort und vermeide Verletzungen an Stängeln und Wurzeln. Sollte doch mal Mehltau oder Rost auftreten, hilft ein Schachtelhalm-Sud als natürliches Fungizid. Sprüh die Pflanzen damit alle paar Tage ein, bis der Pilz verschwunden ist.

Welcher Dünger ist für Dill geeignet?

Dill ist recht genügsam und braucht nicht viel extra Nahrung. Etwas reifer Kompost oder Mist im Frühling reicht völlig aus. Während der Hauptwachstumszeit kannst du alle paar Wochen mit Brennnesseljauche, Pflanzentee oder Algenkalk düngen. Diese organischen Dünger versorgen den Dill schonend mit allen wichtigen Nährstoffen, ohne den Boden oder das Grundwasser zu belasten. Auf mineralischen Stickstoffdünger solltest du lieber verzichten, der macht die Pflanzen nur anfällig für Krankheiten und mindert das Aroma.

Mehrwert für Bienen und andere Bestäuber

Dill ist nicht nur für uns Menschen ein Genuss, sondern auch für unzählige Insekten. Die leuchtend gelben Blütendolden sind ein Magnet für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Von Juni bis September herrscht ein reges Treiben rund um die Dillblüten. Durch das Stehenlassen einiger Dolden bis zur Samenreife unterstützt du aktiv die Insektenvielfalt in deinem Garten. Und ganz nebenbei sorgst du so auch noch für jede Menge Samen für die nächste Dillgeneration. Eine echte Win-Win-Situation für Mensch und Natur!

Nahaufnahme von Dill-Kräuter-Blütenstand in einem Garten mit einer Biene
Blühender Dill kann zwar nicht mehr geerntet werden, aber dafür danken es dir die Bienen. © sasapanchenko/ Getty Images / iStocks

Lebensdauer und Vermehrung von Dill

Botanisch gesehen ist Dill übrigens eine einjährige Pflanze. Das heisst, er blüht und fruchtet nur einmal und stirbt dann ab. Aus den Samen wachsen im nächsten Jahr neue Dillpflanzen heran. Wenn du deinen Dill sich selbst aussäen lässt, hast du ganz ohne Zutun jedes Jahr frischen Dillnachwuchs. Oder du sammelst die reifen Dolden, reibst die Samen aus und bewahrst sie trocken und dunkel bis zur nächsten Aussaat auf. So hast du immer eigenes, kostenloses Saatgut zur Hand und bleibst unabhängig von Saatgutfirmen. Nachhaltiger geht's nicht!

Nachhaltigkeitsscore

  1. Wasserbedarf: Dill benötigt regelmässig Wasser, vor allem bei Hitze. Da er mittleren Wasserbedarf hat (0 Punkte).
  2. Hitzeresistenz: Dill kommt gut mit Hitze zurecht, da er ursprünglich aus warmen Regionen stammt (+1 Punkt).
  3. Natürliche Schädlingsbekämpfung: Es gibt natürliche Mittel wie das Abspülen von Blattläusen und den Einsatz von Nützlingen (+1 Punkt).
  4. Hilfe gegen Schädlinge/Krankheiten: Mit seinen ätherischen Ölen hilft Dill, Schädlinge von anderen Pflanzen fernzuhalten (+1 Punkt).
  5. Interesse für Insekten und Bestäuber: Dill zieht mit seinen Blüten viele Bienen und Schmetterlinge an (+1 Punkt).
  6. Nachbarschaftsverhalten: Dill ist in Mischkulturen vorteilhaft und verträgt sich gut mit vielen Gemüsesorten und Kräutern (+1 Punkt).
  7. Mehrjährigkeit: Dill ist nicht mehrjährig, er muss jedes Jahr neu gesät werden (-1 Punkt).
  8. Selbstständige Vermehrung: Dill kann leicht aus Samen gezogen werden, die direkt ins Freiland gesät werden (+1 Punkt).

Gesamtpunktzahl: 5

So entsteht der Score

Der Nachhaltigkeitsscore stellt sich aus 8 verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit zusammen, der von der Redaktion mit Hilfe von ChatGPT berechnet wird. Dabei fliessen verschiedene Faktoren in die Beurteilung ein, die nicht alle eindeutig sind. Mit dem Score lassen sich verschiedene Pflanzen vergleichen und nachhaltigere Entscheidungen im Garten treffen. Die maximal zu erreichende Punktzahl ist 8, die tiefste ist -8. 

– Erstellt von Philippe mit Unterstützung von ChatGPT und Perplexity.

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