Biogarten im Frühling: jetzt heisst es Lockern, Düngen, Pflanzen

Im März erwachen Biogärten zu neuem Leben. Auch der Hobbygärtner startet mit Tatendrang und bereitet den Biogarten im Frühling vor. Wichtig sind dabei der Rückschnitt, die Auflockerung des Bodens sowie die Gründüngung im Frühjahr. Weitere Gartentipps lesen Sie hier.

Bäume und Sträucher sollten zurück geschnitten werden.
Im Frühjahr gibt es wieder viel Arbeit, um den eigenen Biogaren in Schuss zu halten. Foto: monkeybusinessimages, iStock, Thinkstock
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Sanfte Sonnenstrahlen vertreiben Schnee und Wintermüdigkeit, die Gärtner und Garten fest im Griff hatten. Die neue Saison beginnt im März - mit Schneiden, Boden lockern und Düngen. Nachdem man den Biogarten im Frühling gut vorbereitet hat, kann man sich im Sommer und Herbst über eine reiche Blütenpracht und Ernte freuen.

Das Wichtigste für den Biogarten im Frühling: Bäume und Sträucher schneiden

Der Rückschnitt von Sträuchern und Obstbäumen steht ganz weit oben auf der Aufgabenliste. Markus Neubauer, Geschäftsführer der gleichnamigen Biogärtnerei rät: «Alles was bis jetzt noch nicht geschnitten ist, sollte man bis März unbedingt kürzen. Sonst wird der Saftdruck von Rosen, Obstbäumen und Reben zu hoch.» Der Winterschnitt hilft neuen Trieben auf die Sprünge. Das betrifft besonders Kernobstarten wie Äpfel und Birnen. Diese Bäume wachsen umso besser, je früher und kräftiger man diese zurückschneidet. An Steinobstarten sollte man die Schere ausschliesslich im Spätsommer ansetzen. Den meisten Sträuchern verpasst man im Spätwinter den besten Schnitt. Hingegen sollte man bei früh blühenden Straucharten bis nach der Blüte warten. Doch auch Totholzstengel und alle verdorrten Pflanzenteile dürfen nicht vergessen werden. Das trifft besonders auf Stauden zu, welche die Hobbygärtner im Winter als Vogelfutter stehen gelassen haben. Deren Reste kann man kompostieren.

Schädlingen vorbeugen

Im März legt man Leimringe um die Obstbäume, um diese gegen den Kleinen Frostspanner zu schützen. Intakte Netze helfen bei einzelnen Gemüsepflanzen gegen Fliegen. Die Ränder sollte man jedoch eingraben bzw. beschweren, damit Schädlinge keine Einschlupfmöglichkeit finden. Ferner kann man mit Tunnelnetzen ganze Beete vor unerwünschten Gästen bewahren.

Vorbereitung des Biogartens im Frühjahr.

Im Frühjahr wird der Garten für die Bepflanzung vorbereitet. Foto: Elenathewise, iStock, Thinkstock

Damit es grünt und blüht im Biogarten: im März die Bodenvorbereitung

Jetzt wird wieder in die Gartenhandschuhe gespuckt und zur Grabgabel gegriffen. Das Ziel: den abgetrockneten Boden zu lockern und zu lüften. «Es lohnt sich, die Beete zu lockern,» erklärt Markus Neubauer. «So kann man das noch kleine Unkraut einfacher und ohne grosse Mühe entfernen.» Auf das Umgraben sollte man generell verzichten, da man dadurch die Erdschichten zu sehr durcheinanderwirbelt. Damit alles gedeiht, wächst und blüht, werden zusätzliche Nährstoffe benötigt. Dafür streut der Biogärtner Hornflocken in die Beete und Rabatten. Es genügen etwa 50 Gramm je Quadratmeter. Markus Neubauer bringt anschliessend eine Schicht Kompost auf, sodass «nichts von der positiven Wirkung der Hornflocken verloren geht.» Der Kompost ist eine nährstoffreiche Alternative zum Torf. Um die Moore zu schützen, wird im Biogarten auf den Einsatz von Torf verzichtet. In den darauffolgenden Monaten genügt es, den Erdboden leicht mit einer Gartenkralle zu bearbeiten – tatkräftige Unterstützung erhält man von den Tieren «unter Tage» - wie beispielsweise vom Regenwurm.

Gründüngung im Frühjahr

Die meisten Hobbygärtner nutzen die Nachsaat. Damit können sie dem Boden neue Nährstoffe während der Winterpause zuführen. Nicht winterharte Pflanzen wie Gelbsenf oder Spinat sterben während der kalten Jahreszeit ab und bilden so eine Schutzschicht. Davon bleibt im Frühjahr nur ein karger Rest, den man abräumt oder in den Erdboden einarbeitet. Eine andere Möglichkeit ist die Vorsaat. Wenn die Beete vom Schnee befreit sind, sät man kälteunempfindliche Pflanzen wie Spinat, Winterroggen oder Ackerbohnen. Diese mäht man nach den Eisheiligen ab und baut anschliessend die Gemüsepflanzen an.

 

 

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Vorbereitung des Biogartens schon im Frühling.

Pflanzen, die später in den Garten kommen, können jetzt schon gesät und auf dem fenstersims aufgezogen werden. Foto: © kaspar-art - Fotolia.com

Im Frühjahr kommt zur Staudenpflege auch die Stecklingsvermehrung hinzu. Wenn nach Jahren die Blüten weniger werden, dann verhilft diese Verjüngungskur zum zweiten Frühling. Der Hobbygärtner trennt den Wurzelballen mit der Schere oder größere Stauden mit einem Spaten. Dabei ist Vorsicht geboten, denn Triebe können bei dieser Arbeit brechen. Danach geht es zurück in die Erde, die mit Kompost angereichert wird. So kann man Eisenhut, Rittersporn, Monarda-Hybriden, Astern, Rudbeckien und Sibirische Schwertlilie ab der zweiten Aprilhälfte teilen. Einige Wildstaudengärtnereien setzen stattdessen auf Samen. Dadurch werden Stauden gesünder, anpassungs- und widerstandsfähiger als ihre verjüngten Artgenossen. Diese Pflanzen teilen sich einen identischen Genpool. Dadurch schränkt man die natürliche Vielfalt ein. Infolgedessen leiden alle Stauden unter anderem unter gleichen Krankheiten und blühen gleichzeitig auf und ab.

Biogarten im Frühling: neues Leben durch Aufzucht und Samen

Es gibt eine Daumenregel für den Biogärtner aus Erlen: Markus Neubauer setzt keine frostempfindlichen Pflanzen vor dem 10. Mai ins Freiland. Sonst könnten diese erfrieren, denn die Zeit vor den Eisheiligen bringt noch einige Male Kälte. Deshalb ist es ratsam, etwa Tomaten, Gurken, Zucchini und Kürbis auf dem Fenstersims vorzukultivieren. Dafür eignen sich Aussaatkisten, spezielle Zimmertreibhäuschen, aber auch Blechdosen oder Töpfchen aus Zeitungspapier. Die Behälter füllt man mit Anzuchterde, die man anschliessend mit wenig Wasser befeuchtet. Die spezielle Erde ist entweder in Fachgeschäften erhältlich oder man mischt Kompost, Sand und Gartenerde zusammen. Danach drückt man einige Samen in die Erde und bedeckt alles mit einer Glasplatte, Folie oder Plastiktüte. Der Verpackungstext verrät, wo die Pflanzen am liebsten keimen: im Dunkeln oder im Licht. Währenddessen sollte man kontrollieren, ob die Erde stets feucht ist. Auch eine regelmässige Luftzufuhr ist wichtig, damit keine Pilze wachsen. Nach den Eisheiligen kann man die Setzlinge in die Beete eingraben und sich auf eine reiche Ernte im Sommer freuen.

Pflanzen, die dem Frost standhalten

Der Spätfrost macht nur wenigen Pflanzen nichts aus. Dazu gehören beispielsweise die Stiefmütterchen, aber auch Rettich, Zwiebeln und Knoblauch. Wenn sich der Boden ab März langsam erwärmt, kann man einige winterharte Pflanzen aussäen. Dazu gehören beispielsweise Bohnen, Erbsen, Rotkohl, Pastinaken, Radieschen, Schnittsalat, Schwarzwurzeln und Spinat, aber auch Kräuter wie Minze, Estragon und Schnittlauch. Bei der Gartenplanung sind auch Fruchtfolgen und Mischkulturen zu beachten. Wer Möhren und Zwiebeln nebeneinander anbaut, vertreibt auf natürliche Art und Weise Schädlinge:

 

Links:

www.neubauer.ch – Tipps einer Gärtnerei, die nach Richtlinien der Bio Suisse arbeitet.

Jahresübersicht, wann man welche Pflanzen ins Freiland säen und pflanzen kann.

 

 

Quellen: Natur im Garten, Bioterra, Biogärtnerei Neubauer, Pflanzenratgeber.ch, Staudenfreunde.ch, WWF Schweiz, Nabu, Bio-Gärtner.de Text: Kerstin Borowiak