Gurken pflanzen: Wann und wie Sie Gurken säen und pflegen

Gurken pflanzen, gleich ob im Beet oder auf dem Balkon, ist einfach. Wann und wie Sie Gurken anpflanzen und richtig pflegen für eine reiche Ernte plus Praxistipps aus dem Redaktionsgarten.

Gurken pflanzen: Richtig Gurken säen im Beet oder auf dem Balkon
Ob Salatgurken oder Gurken zum Einlegen, wer Gurken richtig pflanzt und pflegt, wird mit einer reichen Ernte belohnt. Foto: © digihelion / iStock / Getty Images Plus
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Gurken pflanzen, sie zu hegen, zu pflegen und zu Höchstleistungen im Ertrag – selbst im Topfgarten – zu bringen, ist eine der leichteren Disziplinen für den Hobbygärtner. Auch Gurken selbst zu säen ist wirklich nicht schwer. Dagegen überzeugen die Frische der eben geernteten Gurken sowie die Vielfalt, die Sie in Form von Samen kaufen können.

Wann Gurken pflanzen

Wenn Sie Gurken pflanzen möchten, dann sollten Sie den Zeitraum zwischen Ende März und Mitte April ins Auge fassen. Gurken dann zu säen, ist optimal und völlig ausreichend für die übliche Freilandkultur. Alle Samen, die früher in die Erde kommen, wachsen zu schnell zu grossen Pflanzen heran.

Praxistipp: Wer das Gurken säen verpasst hat, kann die Samen auch ab Mitte Mai direkt säen. Die Ernte beginnt, im Gegensatz zur Voranzucht, dann ein paar Wochen später.

Um Gurken anzupflanzen benötigen Sie nicht viele Materialien. Neben dem Saatgut benötigen Sie ein paar kleine Pflanztöpfe (etwa 9 cm Durchmesser), etwas ganz normale Pflanzerde und das war es auch schon.

So pflanzen Sie Gurken richtig

Pro Topf reicht ein Samen aus, da die Wurzeln empfindlich sind und das Pikieren nicht mögen.

Die Töpfe bis knapp unter dem Rand mit Erde füllen, diese etwas andrücken und die Gurkensamen etwa 2 cm tief in die Erde stecken und bedecken.

An einem Ende sind die Gurkensamen meist etwas spitzer. Idealerweise schaut diese Spitze nach oben.

Jetzt müssen Sie die Töpfe gut angiessen und auf einer hellen Fensterbank auf einer wasserfesten Unterlage – Anzuchtschale, Blumentopfuntersetzer, o.ä. –  platzieren.

Ideale Keimtemperatur für Gurken-Pflanzen: 20 Grad oder leicht darüber.

Gurken-Pflanzen entwickeln sich schnell. Bei den optimalen Bedingungen keimen Gurken in 5 – 10 Tagen. Die jungen Pflanzen sollten jetzt weiterhin hell und warm stehen, stets feucht, aber nicht nass gehalten werden.

Praxistipps:

  • Das Giesswasser sollte zimmerwarm sein. Erst recht, wenn die Pflanze noch nicht gekeimt ist.
  • Keimt die Gurke nach dem Säen innerhalb von 2 Wochen nicht, dann war das Saatgut alt oder die Keimtemperatur ist zu niedrig.
  • Letzteres kann am Standort liegen. Ist die Fensterbank vielleicht zu kalt? Dann etwas Isolierendes wie eine Zeitung unterlegen.
  • Schiesst die Gurke nach dem Keimen allzu arg in die Höhe (nennt sich Geilwuchs oder Vergeilen), ist es am jetzigen Standort vermutlich zu dunkel und gleichzeitig zu warm. Lösung: Kühleren (ca. 15 Grad) und hellen Standort wählen. Vorher zudem einen Topf grösser nehmen und darin tiefer eintopfen.

Nachhaltigkeitstipp: Sie kaufen regelmässig Frühjahrs-, Sommer- oder Herbstblüher? Heben Sie ein paar der Töpfe auf. Diese sind ideal um Gurken oder anderes Gemüse anzupflanzen.

Gurken pflanzen am idealen Standort

Gurken pflanzen können Sie im Beet und genauso gut im Topf auf dem Balkon. Sie wollen es möglichst sonnig, vertragen aber auch ein paar Stunden Schatten am Tag. Gurken gehören zu den sogenannten Starkzehrern, also zu jenen Pflanzen, die wirklich hungrig sind.

Gut zu wissen: Starkzehrer sind Pflanzen, die viele Nährstoffe benötigen. Eine einfache Faustregel: Pflanzen, die in einer Gartensaison sehr stark wachsen und uns immer wieder mit einer reichen Ernte begeistern, benötigen auch viele Nährstoffe. Die gängigsten Beispiele sind eben Gurken, Tomaten, Zucchetti, Kürbis oder Melonen. Naturgärtner gönnen diesen Pflanzen Kompost (gibt es auch zu kaufen für kleine Gärten oder Balkongärten) und düngen regelmässig mit flüssigem Dünger. Flüssig, da so die Nährstoffe schnell verfügbar sind.

Das Beet für die Gurken vorbereiten

Je nach Boden im Beet, hilft – gerne schon im Frühjahr – umgraben oder zumindest lockern mit eine Grabegabel und die Zugabe von Kompost zur Vorbereitung, um später die Gurken zu pflanzen. Später heisst, sobald die Eisheiligen Mitte Mai vorbei sind und definitiv keine Fröste mehr drohen. Alternativ kann abgelagerter Mist zugegeben werden.

Etwa 2 Wochen vorher sollten Sie damit anfangen, die Gurken-Pflanzen abzuhärten. Abhärten heisst letztlich, dass sie die Pflanzen an die Aussenwelt gewöhnen. Das sollte bei warmem Wetter und zunächst schattig geschehen, denn schnell haben die Blätter einen schädlichen Sonnenbrand.

Gurken pflanzen auf dem Balkon

Topfgärtner richten zeitig ihren Kübel. Ein 25 Liter-Topf ist ideal um Gurken auf dem Balkon zu Pflanzen. Etwa 50 Liter Volumen bietet Platz für zwei Gurken-Pflanzen.

Falls der Topf schon gefüllt ist, muss die Erde vom letzten Jahr nicht zwangsläufig komplett entfernt werden. Es reicht aus, das obere Drittel zu entfernen, die alte Erde zu lockern und mit Kompost, Urgesteinsmehl oder feinem Hornmehl beziehungsweise mit Hornspänen aufzubereiten. Dann die restliche Erde mit etwas Kompost, etwa im Verhältnis 1:4, auffüllen.

Gut zu wissen: Hatte im letzten Jahr eine Pflanze im geplanten Topf Mehltau, dann bitte den Rand mit sehr heissem Wasser abwischen. Dies verhindert, dass die Gurken-Pflanze befallen wird. Wer partout keinen Kompost bekommt, setzt mehr Horn- oder Mehlspäne und/oder Urgesteinsmehl ein. Vom einen oder anderen je eine Handvoll reicht aus. Eine wunderbare, ökologische Alternative zur Bodenverbesserung – auch für den Garten – ist zudem Terra Preta. Im Redaktionsgarten kommt es jedes Jahr auf die Beete und erfrischt mit etwas Kompost und Urgesteinsmehl die ausgelaugte Topferde.

Gurken brauchen Rankhilfen

Gurken pflanzen mit Rankhilfe

Egal ob auf dem Balkon oder im Beet: Eine Rankhilfe hält die Gurken gesund und spart Platz. Foto: © Yulia-Images / iStock / Getty Images Plus

Da die Gurken-Pflanzen schnell ordentlich an Länge gewinnen, können sie sich an einem entsprechenden Rankhilfe gut festhalten. An den Trieben zur Hilfe und für besseren Halt sogenannte Staudenklammern oder auch dickere Schnüre als zusätzliche Fixierung anbringen. Dann haben sie besseren Halt mit den Gurken.

Ohne Rankhilfe kriechen sie am Boden entlang und das benötigt mehr Platz, macht die Gurken-Pflanzen gerade bei feuchter Witterung krankheitsanfälliger (Mehltau) und im Beet werden die Gurken bei Regen unnötig mit Beeterde überzogen. Kommt hinzu, dass Schnecken durchaus mal die Triebe und Gurken anknabbern.

Als Rankhilfe für Gurken eignen sich etwa 1 – 1,5 Meter hohe Rankgitter aus Metall oder Holz.

Tipp, nicht nur für Topfgärtner: Mehrere länger Bambusstangen rund um die Pflanze stecken und von unten nach oben eine stabile Gartenschnur ringsherum anbringen. Dabei immer einen Stab einmal umwickeln. So kann sich die Gurken-Pflanze prima nach oben bewegen. Die Rankhilfe für die Gurke wird gleich mit dem Pflanztermin gesetzt.

Gurken-Pflanzen richtig giessen und düngen

Gurken sind durstig und, wie erwähnt hungrig. Die Erde, gerade im Topf, sollte nie austrocknen. Zudem erhalten sie unabhängig vom Standort alle 14 Tage eine Gabe Flüssigdünger. Ein flüssiger Gemüsedünger oder Tomatendünger ist hierfür ideal. Bioprodukte sind hier empfehlenswert, denn schliesslich will man ja unbelastetes Gemüse geniessen.

Gurken pflanzen: Wann und wie Sie Gurken richtig pflegen und ernten

Gurken brauchen reichlich Wasser und Dünger, damit sie eine reiche Ernte abwerfen. Foto: © Yulia-Images / iStock / Getty Images Plus

Wer seinen Naturdünger selbst richten möchte und etwas mehr Platz hat, setzt sich in einem Eimer – möglichst mit Deckel, da die Geruchsentwicklung stark ist – zunächst eine Brennnesseljauche an. Diese sorgt für kräftiges Wachstum und kann auch aus getrocknetem Material (im Handel manchmal erhältlich) hergestellt werden.

Bei bodennahen Blättern ist es ratsam, diese abzuschneiden. Das verringert die Krankheitsanfälligkeit, genauso wie die regelmässige Düngergabe. Auch gelbwerdendes, eintrocknendes Laub können Sie entfernen. Zudem werden bodennahe Seitentriebe entfernt.

Gurken-Pflanzen regelmässig abernten

Gurken pflanzen: Wie Sie Gurken richtig ernten

Egal welche Gurkensorte Sie gepflanzt haben, ernten Sie sie regelmässig ab. Foto: © TommL/ E+

Gurken können Sie in jeder Grösse ernten. Sie sind immer reif. Sie etwas wachsen zu lassen, macht für eine schöne Erntemenge allerdings Sinn.

Regelmässiges Ernten sorgt zudem für zuverlässigen Nachschub.

Gurken-Samen gewinnen

Die Samen von reifen Gurke können sie trocknen, kühl aufbewahren und für die Aussaat in den nächsten Jahren nutzen. Bei Schlangengurken sind die Samen reif, wenn sie die übliche Grösse erreicht haben. Dies gilt nur bedingt bei Zuchtsorten, gekenzeichnet mit «Hybrid» oder «F1». Aus selbst gewonnenen Samen solchen Züchtungen wächst sicher auch was. Man weiss vorher nur nicht was…

Gurken bitter & kein Fruchtansatz: Kann passieren

Mangel an Wasser und/oder Nährstoffen (auch in schlicht zu klein gewählten Töpfen), aber auch plötzliche Temperaturschwankungen lassen vor allem, aber nicht nur, die Gurken in der Topfkultur auch mal bitter werden. Die ungeniessbaren Bitterstoffe sitzen meist am ehemaligen Blütenansatz und in der Schale, ebenfalls eher am Ende der Pflanze.

Testen sie die Gurke.  Es ist immer ratsam, vor allem bei brütend-heisser Witterung, das Endstück einer Gurke zu probieren. Ist dieses okay, dann sollte die Gurke keine weiteren geschmacklichen Auffälligkeiten aufweisen. Ist es bitter, dann etwas weiter Richtung Stielansatz erneut probieren und das Bittere entsorgen.

Zudem ist es immer hilfreich, die Gurke im Zweifelsfall vom Stielansatz Richtung Spitze zu schälen. So werden die Bitterstoffe nicht über das Gemüse verteilt.

Gleiches gilt für den mangelnden Fruchtansatz. Zu wenig Platz, Temperaturschwankungen, zu wenig, regelmässige gegebene Nährstoffe und Wassermangel. All dies sind Gründe, warum Gurken-Pflanzen nur oder fast nur männliche Blüten bilden können.

Feuchte Witterung kann zudem die Pollen verkleben und die Bestäubung verhindern. Mit einer guten Versorgung und baldiger Wetterbesserung ist der Ausfall aber schnell wieder ausgeglichen.

Rezepttipp für (über-)reife Gurken

Wenn Sie nicht nur Salatgurken sondern eine typische alte Landgurke anbauen, dann dürfen diese ruhig auch mal extragross und leicht gelb werden. Roh sind sie dann zwar nicht mehr so ein Genuss, doch als geschmorte Gurken, etwa mit Rösti oder einem Stück gebratenem Fisch, eine lecker-leichte Mahlzeit.

Eine Zwiebel fein würfeln und zusammen mit etwas Speckwürfeln (alternativ geräucherten Tofu) in Öl andünsten. Gurken zunächst schälen (am besten immer vom Stielansatz), halbieren, Kerne entfernen und in etwa 2 cm breite Streifen schneiden. Gurken mit in die Pfanne geben etwas Brühe angiessen und etwa 10 – 15 Minuten dünsten. Dann mit 2, 3 EL Sauerrahm, Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und etwas gehacktem Dill abschmecken.