Erbsen anpflanzen – So kann nichts schief gehen!

Erbsen anpflanzen kannst du, sobald die Bodentemperatur 8 Grad beträgt. Achte auf einen Abstand der Samen von rund 5 cm. Wie du die Hülsenfrüchte pflegst, wann und wie du Erbsen ernten kannst und wie du den Ertrag steigerst und eigenes Saatgut gewinnst.

Erbsen anpflanzen
Foto: © JulijaDmitrijeva / iStock / Getty Images Plus
  • 10
  • 1

Erbsen kann man pflanzen sobald der Boden eine Temperatur von 8 Grad erreicht. Ab dann bis zum Frühsommer kannst du Erbsen etappenweise anbauen.

Bei der Aussaat solltest du die Samen in vorgezogene Rillen setzten mit einem Abstand von rund 5 cm. Die einzelnen Reihen sollten ca. 35 bis 40 cm Abstand haben. Gut zu wissen: Erbsen kannst du drei Jahre in Folge ins gleiche Beet setzen, danach solltest du den Standort wechseln. Denn Erbsen sind keine mehrjährigen Pflanzen und müssen jedes Mal neu gesät werden.

Es lohnt sich, auch auf kleinstem Raum die tollen Schoten mit den wertvollen Inhaltsstoffen selbst anzubauen, denn  die Schoten reifen nach und nach aus und du kannst die Erbsen mehrfach ernten. Die Erntemenge variiert pro Quadratmeter zwischen 500 g und 1 Kg.

Welche Erbsen pflanzen

Unterschieden wird in Markerbsen. In der Regel sind dies jene Erbsen, die du im Detailhandel als Tiefkühlware findest. Erbsen gibt es übrigens nicht nur mit grüner Schale. Alte Sorten sind auch mal gelb, bräunlich oder violett wie 'Blauwschogger'.

Dagegen ist die Palerbse eine Hülsenfrucht, die sich sowohl zum Frischverzehr als auch zum Trocknen eignet. Sie ist allerdings eher mehlig in der Konsistenz.

Die Dritte im Bunde ist die Zuckererbse, auch Zuckerschote, Kaiserschote und Kefen genannt. Zuckerschoten werden ganz gegessen, weshalb sie in Frankreich, der französischen Schweiz und England auch schlicht 'Mange-tout' für 'alles essen' genannt werden. Letztere gibt es im gut sortierten Detailhandel zwar auch zu kaufen, doch auch hier gilt: Frisch aus dem eigenen Anbau schmecken diese Erbsen einfach am besten und glänzen mit jeder Menge Inhaltsstoffe, die sie beim Transport und dem Warten in der Gemüse-Theke allmählich verlieren.

Und dann gibt es noch die Blatterbse, die extra wegen ihres anfänglich zarten Laubs angebaut wird. Das schmeckt roh wie ganz kurz gedünstet. Ältere Pflanzen bilden dann zunächst Zuckerschoten und können später wie Markerbsen geerntet werden. Das Laub ist dann zu hart. Apropos Laub. Junges Erbsenlaub kannst du von allen Pflanzen essen. Teste mal im Vorbeigehen eine Triebspitze. Sehr gutes Erbsenaroma!

Tipp: Zuckerschoten gibt es auch als gelbe (z. B. 'Golden Sweet') und violett-rote Sorten (z. B. 'Shiraz') als Saatgut. Beide wachsen regelmässig im Redaktionsgarten. Die roten Mange-tout verlieren beim Kochen aber leider ihre schöne Färbung, werden also auch grün. Dafür sind sie bei der Ernte, wie die gelben auch, leichter zu sehen.

Erbsen säen: Vorkultur oder direkt

Erbsen kannst du ab Ende Februar bis Ende März säen und vorziehen. Das lohnt sich vor allem in rauen Gegenden, bei extremer Bodenfeuchte, Minustemperaturen und, unser Redaktionstipp, bei übermässigem Schneckenbefall im Garten.

Für die Aussaat werden etwa 9 cm messende Töpfe mit normaler Pflanzerde gefüllt. Diese andrücken, die Erbsensamen 3, 4 cm tief mit etwas Abstand hineindrücken, Loch verschliessen, angiessen und hell, aber nicht zu warm stellen. 8 - 10 Grad reicht der Erbse bereits völlig aus, um zu keimen. Nach 2 - 3 Wochen ist dies der Fall. Sobald die Pflänzchen 15 - 20 cm hoch sind, kannst du die Erbsen in den Gemüsegarten pflanzen oder in einem grossen Topf auf dem Balkon.

Wie du Erbsen anbauen solltest

Nachhaltigleben

Foto: © LisaIson / iStock / Getty Images Plus

Folgendes solltest du beachten, wenn du die Erbsen im Beet oder Topf pflanzt – und das gilt auch, wenn du die Erbsen oder Kefen direkt im Garten aussäen möchtest:

Der Standort kann vollsonnig sein, gerne aber auch im Halbschatten (mindestens 2, 3 Stunden Sonne), was bei späteren Saaten ein bevorzugter Standort ist und vor Sommerhitze schützt.

Erbsen in der Mischkultur: gute und schlechte Beetnachbaren

Erbsen solltest du nicht mit Bohnen, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Tomaten anpflanzen. Dagegen sind gute Partner, ganz im Stile einer effizienten Mischkultur: Fenchel, Dill, alle Kohlsorten, Mais, Radieschen, Rucola und Kopfsalat.

Tipp: Da es Erbsensorten gibt, die nicht später als Ende Mai in die Erde wollen und andere Sorten, mit denen man noch bis Ende Juni erfolgreich sein kann. solltest du unbedingt beachten, was auf der Packungsangabe steht.

Das wichtigste in Kürze

  • Die Bodentemperatur sollte genannte 8 Grad aufweisen.
  • Die Erde sollte frei von Wildwuchs sein, bei festen Böden diesen lockern.
  • In der Reihe hältst du etwa einen Abstand von 4, 5 cm zwischen den einzelnen Samen/Pflanzen.
  • Von Reihe zu Reihe sind 40 cm Abstand vonnöten. Gerne auch mehr, wenn du etwa Kopfsalate zwischen die Reihen setzen möchtest.
  • Das Saatgut wird nun 3, 4 cm tief gesteckt, so als Faustregel: Einfach mit dem Zeigefinger bis knapp über dem ersten Fingerglied in die Erde drücken. Loch verschliessen, Erde andrücken, angiessen.
  • Du brauchst für die Erbsen eine Rankhilfe. Die Höhe dieser Rankhilfe, die aus Rankgittern, Hasendraht oder Maschendrahtzaun, gerne auch Reisig vom letzten Baum- oder Strauchschnitt bestehen kann, richtet sich nach der Erbsensorte. Denn, je nach Sorte, Wachsen sie nur etwa 30 cm oder bis an die Zwei-Meter-Marke. Auch hier gilt es die Packungsangabe beachten. Die Rankhilfe steckst gleich nach der Aussaat ein.

Den Ertrag steigern

Ein Ertragsteigerungstipp ist, zwei Reihen Erbsen in einer sogenannten Doppelreihe zu ziehen. Hierzu zeihst du eine etwa 40 cm breite Reihe und in der Mitte zwei Rillen mit einem Abstand von ca. 5 cm. Die einzelnen Samen sollten zueinander ebenfalls einen Abstand von gut 5 cm haben. Anschliessend die Rille schliessen, angiessen und die Rankhilfe mittig einstecken.

Keim-Beschleunigungs-Tipp: Weiche die Erbsensamen über Nacht in Wasser ein. Das fördert den Keimprozess, da die harte Schale so poröser wird (geht mit allen grossen Samen).

Nachhaltigkeits-Tipp: Gegen spätere Krankheitsanfälligkeit kannst du die Samen in Kamillentee einweichen.

Alles was die Erbsenpflanze nicht mag:

  • Sehr nasse Böden, was im Frühjahr durchaus der Fall sein kann, dann faulen die kugeligen Samen.
  • Saure Böden, wie sie Rhododendren mögen.
  • Sehr sandige Böden.
  • Sehr verdichtete Böden.
  • Jede Menge Wildwuchs.
  • Beete, in denen die letzten 4, 5 Jahre Erbsen sassen, da die Hülsenfrucht mit sich selbst unverträglich ist.

Erbsen pflanzen im Topf

Der Topf sollte nicht allzu klein sein, 40, 50 Liter Fassungsvolumen sind ideal. Gerne auch grösser. Alles andere ist identisch zum Freilandanbau. Tipp: Die Erbsensamen in Kreisen mit genanntem Abstand stecken und ein, zwei Rankmöglichkeiten einstecken. Der Reihenabstand entfällt. Die Pflege der leckeren Hülsenfrüchte ist identisch zum Anbau im Beet.

Erbsen pflegen

An den Boden stellt die Erbse wie gesagt keine hohen Ansprüche, daher entfällt eine Düngung. Sie mögen regelmässige Wassergaben und das Umfeld sollte frei von Unkraut gehalten werden. Das gelingt, nicht nur bei Erbsen, sehr gut mit einer Pendelhacke. Dieses spezielle Werkzeug wird gerne von Bauern genutzt, die ihre dicht bepflanzten Felder noch von Hand und ohne Pestizideinsatz pflegen. Nebeneffekt: Der Boden wird gelockert, nimmt so deutlich besser Wasser auf und aufgrund des langen Stiels geschieht das Ganze rückenschmerzenfrei.

Das Schnittgut verbleibt als Mulch und Bodenverbesserer auf dem Boden. Mulchen ist übrigens einer von 11 Tipps für einen klimafesten Garten.

Sobald die Erbsen ungefähr zehn Zentimeter hoch sind, wird die Erde an der Basis ein paar Zentimeter angehäufelt. Das ist ein 'Kann' und kein 'Muss', doch so werden die jungen Erbsenpflanzen etwas stabilisiert und bilden mehr Wurzeln aus.

Erbsen ernten

Erbsen ernten

Foto: © Vaivirga / iStock / Getty Images Plus

Die erste Ernte ist von der Aussaat ab etwa zwei bis drei Monate später möglich. Bei Kefen respektive Zuckerschoten kannst du in praktisch jedem Stadium zugreifen, gerne mal als Naschgemüse bei der Giessarbeit. Bei der Markerbse solltest du abwarten, bis die Schote prall gefüllt ist. Ab diesem Zeitpunkt werden pro Woche zwei bis drei Erntedurchgänge gemacht. So förderst du die Bildung von weiteren Blüten und hast einen grösseren Ernteerfolg. 

Zeichnet sich ab, dass die Ernte der Erbsen so langsam weniger wird, die Zeit noch optimal und Platz im Garten ist, dann werden junge Erbsen entweder gleich wieder vorgezogen oder an anderer Stelle wird ein neuer Schwung des Gemüses gesät.

Denn Erbsen sind keine mehrjährigen Pflanzen und müssen jedes Mal neu gesät werden. Nach ca. zwei Monaten sind die Erbsenpflanzen durch. Sofern sie nicht krank sind, bodennah abschneiden, gerne auf den Kompost geben und die Wurzeln der Erbsen als Stickstoffdünger im Boden belassen.

Schädlinge und Krankheiten

Ein wichtiger Punkt, um Erbsen durch die richtige Pflege zu gutem Gedeihen zu bringen, ist die Kontrolle auf Schädlinge. Der Erbsenwickler und die Erbsenblattlaus gehören zu den schlimmsten Schädlingen. Gerade der Erbsenwickler, ein Kleinschmetterling, der seine Eier an den Schoten ablegt, wird nicht gleich erkannt. Die Larven fressen sich nämlich durch die grünen Erbsen und wachsen in der Hülle mit. Diese kann man entfernen, um den Schaden zu minimieren.

Hier findest du Hausmittel gegen Blattläuse.

Auch Pilzkrankheiten treten gerne mal auf. Hier sind zunächst der Echte und der Falsche Mehltau zu nennen, der aber erst spät auch die Schoten befällt. Solange diese noch nicht betroffen sind, kannst du bedenkenlos ernten. Um die Mehltaubildung möglichst zu verhindern, Erbsen nicht neben mehltauanfällige Pflanzen setzen und die Reihen nicht zu eng stecken, sowie die Pflanzen möglichst bodennah giessen.

Hausmittel gegen Echten Mehltau: Haltbare Vollmilch (beides wichtig!) mit Wasser 1:1 mischen und die Pflanze satt an einem regenfreien Tag einsprühen.

Während Echter Mehltau auf der Blattoberseite sitzt, sitzt der Falsche Mehltau auf der Unterseite. Milch wirkt hier zwar auch, doch man kommt schlechter an den Pilz heran. Bewährt hat sich auch, betroffene Blätter im Frühstadium zu entfernen.

Verheerender wirken sich Fusarien-Pilze aus. Dieser Pilz breitet sich von den Wurzeln aus, kappt die Wasser- und Nährstoffzufuhr, lässt die unteren Blätter welken und die Erbsenpflanzen irgendwann absterben. Hausmittel aus der Naturapotheke gibt es hier keine.

Eigenes Saatgut gewinnen

Sofern du keine Hybridformen anbaust - Saatgut ist mit 'F1' gekennzeichnet -, dann ist es einfach für das nächste Jahr die eigene Saat zu produzieren. Hierzu, wie bei Bohnen, die letzten Hülsen hängenlassen und an den Trieben komplett abtrocknen lassen. die trockenen Erbsen aus der Hülle nehmen und kühl wie trocken lagern. Keimfähig sollten sie zwei, drei Jahre sein.

 

Eine der ältesten Kulturpflanzen

Die ältesten Erbsenfunde können auf 10'000 v. Chr. datiert werden. Damit gehört das Gemüse zu einer der ältesten Kulturpflanzen. Sie wurde zu dieser Zeit in Klein- und Vorderasien angebaut. Funde gibt es aus Syrien, dem Jordantal oder Jericho.

Die Hülsenfrüchte wurde auch bereits im alten Rom und bei den Griechen angebaut. Später eroberte die Erbse ganz Europa und wurde überall dort kultiviert, wo auch Getreideanbau stattfand.

Heute wie damals wurde die Kulturpflanze als Nahrungs- aber auch Futtermittel (Acker- oder Futtererbse) angebaut. Bis es Gefriertruhen und Konserven gab, setzte man auf Trockenerbsen, die das ganze Jahr über den Speiseplan bereicherten. Gerne wurden die Trockenerbsen gemahlen und zu einem Mus verarbeitet.

Die Bedeutung der Kulturpflanze zeigt sich darin, dass es in vielen Ländern ein Brauchtum rund um die Hülsenfrucht gibt. Sie galt als Totenspeise - in Deutschland etwa traditionell bei der Totenwache oder dem Leichenschmaus als Erbsensuppe -, als Fruchtbarkeitssymbol und sollte, wenn man einen Sack voller Trockenerbsen an Obstbäume schlägt, eine reiche Ernte bescheren.

Nicht zuletzt fand sie Einzug in Märchen wie Die Prinzessin auf der Erbse.

Passend zum Thema: