Chili pflanzen und richtig pflegen für eine reiche Ernte

Chili pflanzen können Sie im Garten oder auf dem Balkon. Egal welche Chilisorte, die Pflanzen brauchen nur wenig Platz dafür viel Sonne. Wie Sie Chili anpflanzen, richtig pflegen und Tipps zu den Sorten.

Chili anpflanzen: Chilisorten, Pflege und überwintern
Praktisch jede Chilisorte lässt sich in unseren Breitengraden anpflanzen. Foto: themacx/ iStock / Getty Images Plus
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Chilis verleihen jedem Essen eine pikant-würzige bis höllisch scharfe Note. Mit nur wenigen Pflanztöpfen, in denen Sie verschiedene Chili-Sorten anpflanzen, können Sie den gesamten Freundeskreis mit den scharfen Schoten versorgen.

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Verschiedene Chilisorten zum Anpflanzen

  • Capsicum pereirae, Brasilien (Wildform), mässig scharf
  • Capsicum chinense, Latein- und Südamerika, sehr scharf
  • Capsicum chinense habanero, Yucatan-Halbinsel, extrem scharf
Chili anpflanzen auf dem Balkon

Chilis können Sie problemlos auf dem Balkon anpflanzen. Foto: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

Generell lässt sich praktisch jede Chilisorte in unseren Breitengraden pflanzen. Haben Sie Ihre Lieblingssorte entdeckt, dann lohnt es sich, den Samen zu trocknen und daraus Ihre Chili oder Peperoncini selber zu ziehen. Einfacher können Sie Chili nicht anbauen. Wenn Sie gern in warme Länder reisen, dann bringen Sie Ihren Samen einfach aus dem Urlaub mit. Samen exotischer, besonders scharfer Sorten bekommen Sie im Fachhandel oder bei diversen Tauschbörsen.

Setzlinge gibt es im Frühjahr in jedem Gartencenter zu kaufen. Die Bezeichnung Cayenne deutet dabei auf eine scharfe Sorte hin. Der Name Zierpaprika ist irreführend, denn auch die Früchte der vermeintlichen Zierpflanze sind essbar.

Chili und seine Formen, Farbe und Schärfe

Schärfe

Wer Chilis pflanzen möchte, hat eine riesige Auswahl an Formen, Farben und Schärfegraden. Gerade die Schärfe der Früchte der Pflanzen könnte unterschiedlicher nicht sein. So gibt es Chilis in fruchtig-mild, die selbst Ungeübte verspeisen können. Am anderen Ende der Skala warten derart scharfe Früchte, die nur wirklich geübte und erfahrene Züchter essen können. Ein «Normal-Scharf-Esser» erleidet hier Höllenqualen und kann durchaus im Krankenhaus landen.

Grundsätzlich gilt, dass Chilis mit dickerer Schale eher milder sind als Chilis mit dünner Haut. Aber das ist auch lediglich eine Richtschnur und wer Schärfe nicht gewöhnt ist, wird auch so manchen Vertreter der fleischigen Peperoncini als unerträglich scharf empfinden. Mehr zum Schärfegrad von Chilis weiter unten.

Farben und Formen

Chili anpflanzen: verschiedene Sorten ausprobieren

Bei den Chilisoten reichen die Farbvarianten von weiss über gelb, orange, rot, pfirsichfarben bis dunkel-violett, braun und schwarz. Foto: © IrinaBort/ iStock / Getty Images Plus

Unreif praktisch immer grün, erstrecken sich die Farbnuancen der reifen Chilis über ein breites Spektrum. So reichen die Farbvarianten von weiss über gelb, orange, rot, pfirsichfarben bis dunkel-violett, braun und schwarz. Alleine diese Farbgebung macht die Chili-Pflanzen zu attraktiven, dekorativen Gewächsen. Hinzu kommt eine schöne Formenvielfalt, die von kleinen, tropfenförmigen über kugelrunde, lange dünne bis hin zu kegelförmigen Früchten reicht.

Chili pflanzen: Wann und wie?

Chilis zu pflanzen ist nicht sonderlich kompliziert. Geben Sie den Gewächsen den wärmsten und sonnigsten Platz im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Topfgärtner sollten einen Topf ab 10 Liter Erdvolumen pro Pflanze wählen. Am Anfang dürfen es auch kleinere Töpfe sein. Bedenken Sie aber, dass Chili mehrjährige Pflanzen sind. Gepflanzt wird üblicherweise Mitte bis Ende Mai und in nährstoffreicher Erde.

Wenn Chilis gepflanzt sind: Die Pflege

Chili-Pflanzen sind sehr ertragreich auch wenn man sie selber anpflanzt

Chilis brauchen viel Sonne, dafür weniger Wasser. Foto: © Spod/ iStock / Getty Images Plus

Chilis schätzen es, wenn Sie sie gelegentlich etwas düngen. Gut geeignet ist flüssiger Gemüsedünger. In Sachen Wasser sind die Pflanzen nicht sonderlich anspruchsvoll und der Topf darf auch mal austrocknen. Gross pflegen müssen Sie sie also nicht.

Die Pflanzen gedeihen auch im europäischen Garten gut, werden allerdings nicht so gross und kräftig wie in der südamerikanischen Heimat. Ein Gewächshaus kann helfen, denn sie mögen es heiss mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Tipp aus dem Redaktionsgarten: Im nährstoffreichen Hochbeet an einem sonnigen Standort gedeihen Setzlinge toll. Chilis hier in die Erde gepflanzt, liefern im Redaktionsgarten eine schön reiche Ernte.

Von der Aussaat bis zur Reife der Schoten dauert es etwa 70 bis 80 Tagen.

Was die Pflanze gar nicht mag, ist Kälte und Frost. Bereits bei dauerhaft unter 10 Grad stellt sie ihre «Arbeit» ein. Wollen Sie im Herbst noch unreife Früchte ausreifen lassen? Dann sollten sie auf eine helle Fensterbank umziehen. Hier können die mehrjährigen Chilis sogar überwintern.

Chili-Ernte: Was Sie beachten sollten

Wenn Chilis reif werden, ändern die meisten ihre Farbe von grün zu rot. Einige Sorten behalten ihre grüne Farbe oder werden mit Absicht grün geerntet, weil sie dann schärfer sind.

Spätestens bereit für die Ernte sind die eigenen Chilis, wenn sich auf den Schoten kleine schwarze Flecken bilden oder die Schale beginnt, sich leicht zusammenzuziehen.

Verwenden Sie zur Ernte der kleinen Früchte ein Messer oder eine Schere, um die Schote nicht zu verletzen.

Tipp: Chilis können Sie natürlich auch nicht voll ausgereift ernten und in der Küche verarbeiten. Sie sind dann im Geschmack nicht ganz so scharf und aromatisch wie die reifen Schoten.

Während der Ernte können Sie auch Samen zur Aussaat im nächsten Jahr gewinnen. Dazu schneiden Sie eine Schote auf, entnehmen die Samen mit einem Teelöffel und lassen sie gut trocknen. Wichtig: Verwenden Sie nur die Samen von reifen Früchten für die Anzucht, die anderen sind nicht fähig zu keimen.

Chili-Pflanzen überwintern

Wenn Sie Ihre Pflanzen überwintern möchten, dann wird es spätestens bei unter 10 Grad wichtig, die Pflanzen vom Garten ins Haus zu holen.

  • Hell und kühl sollte der Winterstandort sein.
  • Zwischen 10 und 15 Grad ist optimal.
  • Giessen Sie regelmässig, aber nicht zu viel.
  • Die Chili-Pflanzen dürfen nicht komplett austrocknen, aber zu nass ist schädlicher als eher trocken.
  • Je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit kann der Wasserbedarf sehr unterschiedlich sein.
  • Sie müssen es einfach unter Ihren Bedingungen austesten, wie hoch der Giessbedarf der Pflanzen ist.

Haben Sie Ihre Chili-Pflanzen gut überwintert, dann gilt es im milder werdenden Frühjahr die Chili-Pflanzen umzutopfen. Die alte Erde wird entfernt und ersetzt und die Pflanze erhält einen grösseren Topf. Mitte Mai kann die Pflanze wieder raus in den eigenen Garten.

Profitipp, um Chili-Pflanzen zu überwintern

Gleich, ob im Beet oder einem Topf gepflanzt – bevor es richtig kalt wird, graben Profis ihre Chili-Pflanzen aus. Die Wurzeln werden grob eingekürzt und die Erde bestmöglich entfernt. Dies verhindert, dass Schädlinge wie Trauermücken oder die Weisse Fliege mit ins Haus getragen werden, die bei wärmeren Innenraumtemperaturen schlüpfen.

Schnell wachsende Sorten zu überwintern, beispielsweise Jalapenos, lohnt sich meist nicht. Die frühe Aussaat gleicht den Vorsprung der überwinterten Pflanze schnell aus.

Chili-Pflanzen und die Schärfe ihrer Früchte

Gemessen wird die Schärfe von Chilischoten in Scoville, abgekürzt SHU. Dabei sind 1000 SHU noch wirklich harmlos, denn die schärfste bekannte Chili der Welt, die Carolina Reaper, bringt es auf 1,6 Mio. SHU. Dagegen erscheint beispielsweise die bekannte Tabasco-Sauce wie eine Süssspeise. Andere, richtig höllisch-scharfe Früchte liefernde Pflanzen heissen unter anderem Scotch Bonnet oder stammen aus der Naga- oder Bhut Joloka-Familie. Diese Chilis sind allerdings wirklich nur etwas für erfahrene Züchter.

Viele andere Sorten landen schärfemässig im Mittelfeld, erträglicher, auch für den Laien, wird es mit dem klassischen spanischen Bratpaprika Pimentos de Padron (werden grün gebraten oder gegrillt mit etwas Olivenöl, Knoblauch und mit Salz abgeschmeckt. Rot und ausgereift sind sie wieder deutlich schärfer!), Bishop’s Crown, Glockenchili, Lemon Drop, Bolivian, oder Jalapeno-Chili.

Das breite Chili-Sortiment kann sich jeder auch selbst anbauen und gerade letztere sind für (normal) würzige Gerichte, zum Trocknen, für Chilisalz und -Saucen sehr gut geeignet. Aber auch hier ist die Schärfeeinschätzung und -Wahrnehmung relativ.

Leichter einzuschätzen ist der Schärfegrad mit einer vereinfachten Angabe, die viele Samenhändler angeben. Diese Skala reicht von 0 – 10+++. Bis zur Nummer 5 könnte man die Schärfe noch erträglich nennen. Allerdings wird diese Skala den schärfsten Chilis nicht so wirklich gerecht.

Tipp: Wasser kann das brennende Gefühl im Mund nicht löschen. Fett wie Öl oder fetthaltige Milch dagegen schon.

Vorsicht: Wenn Sie für den Schärfetest lediglich die Spitze einer Chilischote testen, dann kann es zu bösen Überraschungen kommen. Denn je weiter Sie zum Stielansatz kommen, desto schärfer kann die Beere werden. Die meiste Schärfe befindet sich in den Kernen. Auch kann selbst an einem kleinen Strauch die Schärfe von Frucht zu Frucht variieren.

Paprika, Peperoni, Chili – der Unterschied

Als Chili werden im allgemeinen Sprachgebrauch die schärferen Früchte der Paprikapflanze (Capsicum) bezeichnet. Die unterschiedliche Schärfe der verschiedenen Sorten Zuchtformen wird durch Capsaicin hervorgerufen. In der Schweiz heissen die feurigen Früchte (die, wie bei allen Nachtschattengewächsen, eigentlich Beeren sind) Peperoncini. Im Gegensatz zum fleischigen, milden Gemüsepaprika, in der Schweiz Peperoni genannt, sind die Pfefferschoten der verschiedenen Chilisorten deutlich kleiner und meist spitz und leuchten, je nach Reifegrad, in vielen Farben von grün über gelb bis feuerrot. Auch violette Schoten sind bekannt. Frisch oder getrocknet verleihen Chilischoten jedem südländischen Essen die nötige Würze. Weitere Bezeichnungen der scharfen Sorten sind Spanischer Pfeffer oder Cayennepfeffer.

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