Einen Steingarten anlegen: So wird's gemacht

Wer einen Steingarten anlegen möchte, braucht die richtigen Steine und Pflanzen. Eine Anleitung und Tipps, wie Sie einen pflegeleichten Steingarten anlegen.

Steingarten anlegen: Anleitung und Tipps für die richtigen Steine und Pflanzen im Steingarten
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Ein Steingarten ahmt im Idealfall ein kleines Stück Alpenflora nach. Robuste Steine bilden hier das Gerüst, an dem sich ganz typische Pflanzen nach Lust und Laune ausbreiten. Ein Gefälle ist eine optimale Ausgangslage und kann künstlich erzeugt werden. Dennoch können Sie auch in der Ebene einen Steingarten anlegen.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Hier finden Sie eine Anleitung, um sich ein Stück malerische Gebirgslandschaft in den Garten zu holen.

Steingarten anlegen: Darauf müssen Sie achten

Einen Steingarten kann man auf verschiedene Weise anlegen. Er kann sich wie eine Landschaft in Miniatur an einen Hang lehnen oder, wenn kein natürliches Gefälle vorhanden ist, dann kann man dies mit etwas Aufwand und Erdbewegung auch künstlich erschaffen. Dadurch kann das Wasser besser ablaufen. Ein Gefälle ist aber nicht zwingend nötig. Denn auch auf ebener Fläche kann sich ein Steingarten gut entfalten.

Steingarten Anlegen: Anleitung, Tipps und Ideen

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Einen Steingarten kann man auch wie ein oder mehrere Hochbeete anlegen oder in Form einer geschichteten Trockenmauer. Die Zwischenräume eignen sich besonders gut zum Bepflanzen. Doch Vorsicht: Wenn man sich auf diese Weise einen Steingarten anlegen möchte, braucht eine Trockenmauer aus geschichteten Steinen ab etwa einem Meter Höhe ein gutes Fundament. Ansonsten ist die Stabilität der Mauer gefährdet.

Ausrichtung des Steingartens

Weil die Pflanzen in einem Steingarten viel Sonne und Trockenheit mögen, sollten Sie den Steingarten nach Süden oder Südwesten hin ausrichten. Achten Sie dabei auch auf möglichst wenig Schatten. 

einen Steingarten anlegen und einen Kontrast schaffen im Garten

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Die richtige Erde für den Steingarten

Die richtige Erde für einen Steingarten sollte wasserdurchlässig sein, respektive gute Drainageeigenschaften haben, wie «Gartenjournal.net» empfiehlt. Komposterde, die normalerweise im Handel erhältlich ist, eignet sich dagegen nicht, denn Steingartenpflanzen mögen karge Böden mit eher wenig Nährstoffen.

Eine gute Mischung für den Steingarten stellen Sie aus Pflanzsubstrat mit wenig Ton und geringem organischem Anteil zusammen. Kakteenerde zu je einem Drittel gemischt mit Sand und Kies ergibt, laut dem Magazin für Boden und Garten, «Ahabc.de», eine gute Steingarten-Erde.

Eine besondere Form des Steingartens: Anlegen eines Kräuterbeetes in Form einer Kräuterspirale.

Die richtigen Steine für den Steingarten

Die Steine für so einen Garten sollten zum heimischen Klima passen. Hitze im Sommer und Frost im Winter – wer da etwa Sandstein verwenden würde, hätte, übertrieben gesagt, in ein paar Jahren nur noch Krümel übrig. Dagegen witterungsbeständig und damit gut geeignet für die Anlage eines Steingartens sind Granitsteine, Gneis und vergleichbar stabiles Gestein.

Achten Sie darauf, Steine aus Ihrer Region zu verwenden. Sie fügen sich optimal in die Umgebung ein. Zudem vermeiden Sie lange Transportwege. Eine Möglichkeit ist es, sich die Steine aus einem nahe gelegenen Steinbruch zu organisieren oder dann im Handel.

Typisch für die Juraregion ist der gelbliche Kalkstein, in der Innerschweiz bietet sich der graue Alpenkalk an und der Alpenraum hält verschiedene Gneis- und Granitsorten bereit.

Man sollte beim Anlegen des Steingartens allerdings bei einer Gesteinsart bleiben, sonst wird die Anlage optisch schnell unruhig. Zudem wirkt ein Steingarten mit zu vielen verschiedenen Steinarten unnatürlich.

Die Steine für den Garten sollten unterschiedliche Grössen aufweisen, um Spannung und Bewegung zu erzeugen. Mehr oder weniger grosse Freiflächen zwischen den Steinen werden ausreichend und abwechslungsreich bepflanzt.

Den Boden für den Steingarten vorbereiten

Heben Sie auf der vorgesehenen Fläche Ihres künftigen Steingartens 30 bis 50 cm des Bodens aus. Dabei können Sie, falls nötig, ein Gefälle einbauen.

Entfernen Sie Wurzeln von unerwünschten Pflanzen und verteilen Sie auf der gesamten Fläche eine Drainageschicht aus Sand, Kies, Bauschutt und Erde. «Gartenhaus.ch» empfiehlt hier eine Schicht von 10 bis 20 cm. Sie können dabei natürlich auch kleine Hügel in die Fläche einarbeiten. Dazu eignet sich Bauschutt.

Vlies gegen unerwünschte Kräuter

Wenn Sie Ihren Steingarten anlegen, können Sie mit Vlies arbeiten, genauer, mit Gartenvlies. Dieses wird unter dem Steingarten grossflächig und lückenlos verlegt, um den unerwünschten Wuchs von Wildkräutern zu vermeiden. Gleichzeitig ist es ein gutes Temperatur- und Wasserrückhaltesystem.

Das Vlies können Sie einfach über die Drainageschicht ausbreiten. Falls gewünscht, können Sie für die spätere Bepflanzung das Vlies kreuzweise einschneiden. Als nächstes bringen Sie auf dem Vlies den sogenannten Mutterboden aus. Eine rund 20 cm dicke Schicht aus einer geeigneten Mischung aus Sand, Kies und Erde. Achten Sie darauf, dass Sie die Stellen mit den Löchern für die Bepflanzung etwas aussparen, damit Sie diese später noch erkennen.

Dann können Sie die Steine für den Steingarten platzieren, in die Zwischenräume setzen Sie die gewünschten Pflanzen, dort, wo Sie die Löcher gemacht haben.

Zum Schluss füllen Sie die Zwischenräume noch mit Kies oder Split auf.

Pflanzen, mit denen Sie einen Steingarten anlegen

Diese Pflanzen eignen sich für den Steingarten

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Beim Steingartenanlegen kann eine grosse Pflanzenvielfalt zum Einsatz kommen. Hier lohnt es sich, Rat vom Fachmann zu holen, da Kriterien wie Sonne/Schatten, Blütezeit, Pflanzenhöhe aber auch Bodenart eine wichtige Rolle spielen.

Nachhaltigkeitstipp: Ein Steingarten an sich ist schon eine nachhaltige Sache. Mit einem Insektenhotel oder Vogelhäuschen bieten Sie zusätzlichen Lebensraum für die Tiere.

Um Höhe zu generieren können hier zahlreiche, wärmeliebende Gräser gepflanzt werden. Etwas weniger hoch, dafür immergrüne Akzente erzeugt man mit Zwergkiefern. Besonders wohl im Steingarten fühlen sich Dachwurz, Sempervivum, und kriechende wie aufrecht stehende Pflanzen aus der Familie der Fetthennen, Sedum-Arten, oder Echinacea. Verschiedene Steinbrecharten fühlen sich zudem im Steingarten wohl, genauso wie Thymian. Selbst Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen, Krokusse, Tulpen, Herbstzeitlose oder Winterlinge nehmen gerne in einem Steingartenbeet Platz und verwildern, ganz wie in der Natur, zu einem willkürlichen Ensemble.

Auch Sukkulenten gedeihen im Steingarten sehr gut, wenn sie viel Sonne abbekommen.

Sukkulenten eignen sich, um einen Steingarten anzulegen

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Achten Sie bei der Pflanzung des Steingartens darauf, hochwachsende Pflanzen weiter hinten zu setzen und niedrige Gewächse eher vorne.

Geeignte Steigartenpflanzen

Eine Auswahl an krautigen Pflanzen:

  • Alpen-Aster
  • Alpen-Gänsekresse
  • Blauschwingel
  • Edelweiss
  • Felsensteinkraut
  • Gänsekresse
  • Kugelprimel
  • Lavendel
  • Mauerpfeffer
  • Sonnenröschen
  • Steinbrech
  • Wildtulpe
  • Zitronenthymian
  • Zwerg-Iris

Für den Steingarten geeignete Blumen

  • Narzissen
  • Nelken
  • Strauchrose
  • Glockenblumen

Zwerggehölze im Steingarten

  • Blauer Zwerg-Wachholder und -Kriechwachholder
  • Zwerg-Balsamtanne
  • Zwerg-Latschenkiefer
  • Zwerg-Rhododendron

Weitere Steingartenpflanzen: Fuchsien, Katzenpfötchen, Kirschlorbeer, Reiher-Federgras, Zittergras

Steingarten mit Gräsern bepflanzen

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Steingarten anlegen ist auch nachhaltig

Vieles spricht dafür, dass ein Steingarten, und sei es auch nur ein Beet, sehr nachhaltig ist. Es sind meist heimische Pflanzen, die den Steingarten bewachsen, die vielen Insekten Nahrung bieten. Auch entstehen zwischen den Steinen immer wieder schöne Schlupflöcher für allerhand Tiere im Garten und wer einmal eine sich auf warmen Steinen sonnende Eidechse gesehen hat, weiss, dass auch diese teils selten gewordenen Tiere sich in einem Steingarten sehr wohl fühlen. Zumal so ein Steingarten sehr pflegeleicht ist und, sind die Pflanzen gut eingewachsen, wenig Wasser zum Giessen nötig ist.