Stangenbohnen pflanzen im Beet oder Topf: Das musst du wissen

Stangenbohnen kannst du ab Mitte Mai im Beet oder Topf pflanzen. Achte auf einen eher windgeschützten sonnigen Standort. Der Boden sollte gelockert sein. Vor dem Säen platzierst du die Rankhilfen für die Stangenbohnen. Welche Sorten besonders reiche Ernte bringen und Tipps zur Pflege und Mischkultur.

Stangenbohnen pflanzen
Im Gegensatz zu Buschbohnen wachsen Stangenbohnen gerne mal zwei Meter hoch. Foto © nito100/ iStock / Getty Images Plus
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Wann ist der richtige Zeitpunkt um Stangenbohnen zu pflanzen?

Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris) kannst du ab Mitte Mai im Beet oder Topf auf dem Balkon anpflanzen. Die Bohnen wachsen relativ schnell und brauchen bis zur Reife der Früchte rund 10 Wochen. Deshalb kannst du bis Mitte Juli Stangenbohnen anbauen und im Herbst noch ernten.

Geeigneter Standort und Boden um Stangenbohnen anzubauen

Der richtige Standort

Stangenbohnen brauchen einen eher windgeschützten, sonnigen, warmen Standort. Auch ein halbschattiger Platz ist möglich, allerdings wachsen dann etwas weniger Früchte.

Die Erde für Stangenbohnen

Achte auf einen humusreichen, tiefen Boden. Ansonsten sind Stangenbohnen eher genügsam, was die Erde betrifft, in der sie wachsen. Was du machen solltest: Den Boden/das Substrat lockern und Wildwuchs entfernen.

Stangenbohnen musst du auch nicht düngen, denn Knöllchenbakterien an den Wurzeln bilden ihren eigenen Dünger in Form von Stickstoff. Tipp für Topfgärtner: Du brauchst keine Spezialerde. Eine normale Pflanzerde reicht völlig aus.

Welche Sorten Stangenbohnen eignen sich für den Anbau

Einige Sorten und Züchtungen unter den Stangenbohnen haben sich besonders bewährt da sie robust sind und hohe Erträge bringen.

  • Mombacher Speck: grüne, fadenlose Hülsen, sehr ertragreich, ein Klassiker
  • Neckargold: hellgelbe Hülsen, sehr fleischig und fadenlos, sehr aromatisch
  • Smeraldo: hellgrüne, sehr breite Hülsen, sehr guter Geschmack
  • Matilda: grüne längliche Hülsen, frühe Sorte mit sehr reiche Ernte
  • Algarve:  hellgrüne, fadenlose, lange Hülsen, sehr ertragreich
  • Blauhilde: Lila bis dunkelviolette, fadenfreie Hülsen, robust und resistent gegen verschiedene Krankheiten
  • Eva: grüne, sehr lange Hülsen, frühe Reife mit guten Erträgen

Alternativ kannst du auch Feuerbohnen pflanzen. Sie wachsen ähnlich hoch wie Stangenbohnen sind ebenfalls essbar und auch für den Anbau im Topf auf dem Balkon geeignet. Feuerbohnen bilden hübsche rote Blüten und werden oft als Sichtschutz im Garten angebaut, da sie sehr schnell wachsen.

Kann man Stangenbohnen vorziehen?

Stangenbohnen musst du nicht vorziehen, doch es kann gerade in sehr kühlen Gegenden Sinn machen. Zudem sind die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge wie die Schwarze Bohnenlaus.

Für die Voranzucht von Stangenbohnen nimmst du Anfang, Mitte April etwa 9 cm messende Töpfe, füllst sie mit Pflanzerde und steckst 4, 5 Samen etwa 2, 3 cm tief hinein. Mit Erde bedecken, angiessen, Stützstäbe (z. B. Schaschlikspiesse aus Holz) einstecken und stets feucht halten. Jetzt lediglich warm und hell aufstellen, ideal ist ein Gewächshaus oder eine Fensterbank. Die jungen Triebe jeweils zweier Töpfe kannst du, sobald frostfrei und nach den Eisheiligen Mitte Mai, an jeweils eine Stange pflanzen. Dabei werden die einzelnen Pflanzen nicht vereinzelt.

Stangenbohnen pflanzen – Anleitung für die Direktsaat

Damit die Samen schneller keimen kannst du sie vor dem Säen in warmem Wasser oder Milch einweichen. Steck die Samen etwa 5 cm tief in die Erde. Bedeck die Samen mit Erde und giesse sie an. In den folgenden Tagen hältst du die Erde feucht. 

Welchen Abstand brauchen Stangenbohnen

Setzte die Samen direkt rund um die Rankhilfen . Wenn du die Rankhilfen kreisförmig steckst (Vgl. weiter unten im Artikel), säe pro Kreis 6 bis 8 Samen. Wenn du die Bohnen in einer Reihe anpflanzt, setzt du pro Stütze 2 bis 3 Samen. Ob kreisförmig oder in einer Reihe: Der Pflanzabstand bzw. die einzelnen Stützen sollten jeweils 40 bis 50 cm Abstand haben.

Rankhilfen vor dem Säen platzieren: 3 Möglichkeiten

Rankhilfe Stangenbohnen

Es gibt verschiedene Methoden, die Rankhilfen für Bohnen zu stecken. Wichtig ist, dass die Stützen tiefgenug in der Erde stecken, um optimalen Halt zu geben. Foto © Gea Veenstra/ iStock / Getty Images Plus

Die Kletterstangen solltest du vor der Aussaat in die Erde bringen. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Auf jeden Fall sollten sie gut und fest im Erdreich stecken, denn die ausgewachsenen Bohnen bieten jede Menge Windwiderstand. Das könnte deine Konstruktion einstürzen lassen.

Die Rankhilfe wird wie folgt angebracht:

  1. Stützen in einer Reihe mit 50 cm Abstand etwa 30 cm tief in das Beet stecken.
  2. In einem schrägen Winkel Stäbe in Reihen stecken wie ein Zeltgerüst, jeweiliger Abstand etwa 60 cm. Eine zweite Stütze jeweils gegenüber mit einem Abstand von 80 - 100 cm platzieren. So, dass sich alle in etwa gleicher Höhe kreuzen. Hier quer eine Stange auflegen und die Kreuzung mit der Querstange zum Beispiel mit Kokos-, Sisal- oder Hanfseil verknoten.
  3. Wie ein Tipizelt-Gerüst 4 bis 6 Stangen in einen Kreis von etwa 1 bis 1,5 m Durchmesser stecken und oben zusammenbinden.

Tipps:

  • Die Rankhilfen kannst du mit einem Seil locker umwickeln. Dann hat das Gemüse mehr Halt beim Klettern.
  • Auf dem Balkon kann man auch Seile oder einen stabilen Draht zum Klettern spannen.

Stangenbohnen auf dem Balkon anbauen

Egal für welche Bohnensorte du dich entscheidest: Sie eigenen sich immer auch für den Anbau im Topf auf dem Balkon. Wenn du Stangenbohnen auf dem Balkon anbauen möchtest, musst du einen grossen Topf verwenden, da die Pflanzen tief wurzeln und einen festen Halt brauchen. Setzte nicht mehr als 4 bis 5 Samen in den Topf und verwende wie im Beet Rankstützen. 

Gute Nachbarn für Stangenbohnen: Die ideale Mischkultur

Ideale Nachbarn für die Mischkultur mit Stangenbohnen sind Spinat, Gurken, Kohlsorten, Radieschen, Zucchini und Bohnenkraut. Schlechte Nachbarn sind Spinat, Erbsen und Salat.

Stangenbohnen pflegen

Da die Pflanzen keinen Dünger benötigen, ist die Pflege wirklich einfach. Wenn sie nach 7 bis 14 Tagen gekeimt sind, kannst du dem Setzling etwas behilflich sein beim Umklammern der Rankstäbe. Mit der Zeit erklimmen die Stangenbohnen das Gerüst allerdings von ganz alleine.

Optional kann du die Stangenbohnen mit 10 bis 15 cm Erde anhäufeln. Dies sorgt für besseres Wachstum und optimale Wurzelbildung.

Nach etwa 10 bis 12 Wochen folgt rasch nach den schönen weißen oder rosafarbenen Blüten die Bildung der ersten fleischigen Hülsen.

Wann und wie Stangenbohnen ernten

Einen falschen Erntezeitpunkt gibt es nicht. Letztlich ist die Grösse egal. Im Idealfall sollten die Samen allenfalls leicht angedeutet sein und noch nicht völlig entwickelt.

Geerntet wird am besten an einem sonnigen Vormittag, wenn eventueller Tau an trüben Herbsttagen abgetrocknet ist und möglichst nicht bei Regen. Hältst du die nicht an diesen Tipp, dann sind die Bohnen krankheitsanfälliger.

Geerntet wird etwa alle 2, 3 Tage und am besten mit zwei Händen. Eine hält die Ranke, die andere nimmt die Hülse ab. So entstehen keine Schäden an der Pflanze.

Bohnen nach der Ernte verarbeiten und haltbar machen

Wer mehr Bohnen in den Beeten anbaut, muss eventuell öfter durchgehen. Die Hülsen möglichst frisch verarbeiten, da sie nicht so lange haltbar sind. In einem feuchten Tuch hält sich das Gemüse frisch aus dem Garten 2 bis 3 Tage. Was du nicht gleich essen kannst oder als Vorrat aufheben möchtest: Bohnen einfrieren und die Hülsen einkochen sind die Methoden der Wahl zum Konservieren.

Nach der Ernte

Ist die Gartensaison vorbei und das letzte Böhnchen geerntet, dann entfernst du das Grün der Pflanzen knapp über dem Erdreich. Die Wurzeln verbleiben den Winter über in der Erde. Der in den Wurzeln eingelagerte Stickstoff-Dünger wandert dann zurück in das Substrat.

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