Wann und wie sie Kürbisse pflanzen und richtig pflegen

Butternut, Hokkaido oder Bischofsmützen: Die Zahl der Kürbissorten ist riesig. Wie Sie im Garten oder auf dem Balkon Kürbisse pflanzen und richtig pflegen für eine reiche Ernte.

Kürbis pflanzen im Garten und auf dem Balkon und richtig pflegen
Kürbisse sind wahre Hingucker im eigenen Garten. Doch wie und wann pflanzt man sie richtig an? Foto: © maximkabb / iStock / Getty Images Plus
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Wer Kürbisse im Garten pflanzt ist bei der Wahl der Sorte kaum eingeschränkt. Wer Kürbisse auf dem Balkon im Topf planzen möchte, setzt besser auf kleinwüchsige Kürbissorten. Der wunderbare und früh reifende Patisson beispielsweise oder Jack be Little sowie der Hokkaidokürbis eignen sich für die Topfkultur.

Wann Kürbisse pflanzen für eine frühe Ernte

Kürbis pflanzen lohnt sich in jedem Garten. Wenn die Kürbis-Pflanzen genügend Platz, Nährstoffe und Sonne bekommen, können Sie sich ab dem Hochsommer über eine schöne Ernte freuen.

Da Kürbisse nach dem Pflanzen lange benötigen, bis sie reife Früchte tragen, ist es sinnvoll, ab Ende März Kürbisse im Haus vorzuziehen. Das verschafft Ihnen einen kleinen Vorsprung und erhöht die Erntemenge.

Ab Ende März bis Mitte April ist es ideal, auf der Fensterbank Kürbis zu säen.

Kürbis pflanzen - das benötigen Sie:

  • Kürbissamen (für eine Familie genügen Ihnen 3, 4 Pflanzen, die doppelte Anzahl an Samen ist ratsam)
  • Töpfe etwa 9, 10 cm im Durchmesser
  • Pflanzerde

Kürbis säen, ist ganz einfach und auch der Anfänger sollte damit gut zurechtkommen.

Zunächst füllen Sie normale Pflanzerde bis kurz unter den Rand in die Töpfe. Die Erde wird etwas angedrückt. Dann stecken Sie pro Topf 2 Samen in die Erde. Dies macht man, um die gewünschte Zahl der Kürbis-Pflanzen definitiv zu erreichen. Lassen Sie etwas Abstand zwischen den Samen, die etwa 2 cm unter der Erde stecken sollten. Ideal ist es, wenn die leicht gewellte Seite der Samen nach oben schaut. Hier treibt der Kürbis in 5 bis 10 Tagen aus. Giessen Sie jetzt nur noch die einzelnen Töpfe gut an.

Der ideale Standort der Anzucht ist eine warme und zugleich helle Fensterbank, auf der die Töpfe nie austrocknen sollten. Die ideale Keimtemperatur sollte bei 20 Grad oder etwas darüber liegen. Gegossen wird immer mässig und bei Bedarf.

Praxistipps

  • Oftmals sind Fensterbänke Kältebrücken. Dies kann die Keimdauer erhöhen und die Keimrate deutlich senken. Ein paar Prospekte oder eine Zeitung unter die Anzuchtschale legen schafft meist Abhilfe.
  • Giessen Sie die Keimlinge mit handwarmem Wasser. Kaltes Wasser reduziert die Temperatur in der Erde. Auch das hat negativen Einfluss auf die Keimung der Kürbis-Pflanzen.
  • Ein Zimmergewächshaus (wasserfeste Schale und durchsichtiger Deckel) erzeugt ein ideales, feucht-warmes Klima, dass das Keimen der Kürbis-Pflanzen verbessert. Mit durchsichtiger Folie über den Töpfen können Sie diesen Effekt auch erzielen.
  • Richtig warm aber nicht hell genug – dies führt zu ungewünschtem Längenwuchs. Der Fachmann spricht hier von «Vergeilen». Gegenmassnahme: Die gekeimten Kürbis-Pflanzen unter 20 Grad warm stellen (15 reichen aus) und dafür so hell wie möglich.
  • Sind beide Kürbisse aufgegangen, die schwächere der beiden Pflanzen entfernen. Vereinzeln durch sogenanntes Pikieren mögen Kürbisgewächse nicht.

Kürbisse direkt ins Freiland pflanzen

Sie können Kürbis-Pflanzen auch direkt am späteren Standort säen, von Mitte Mai und bis spätestens Anfang Juni. Der Ertrag Ihrer Kürbis-Pflanzen kann dann allerdings  geringer ausfallen, auch die Ernte beginnt später.

Etwa 4 – 6 Wochen nach der Anzucht im genannten Zeitraum, so ab Mitte Mai, können die Kürbis-Pflanzen an ihren späteren Standort ins Beet. Für Kürbisse, die im Topf gepflanzt werden muss der Topf 50 bis 60 Liter Erdvolumen fassen.

Kürbis-Pflanzen abhärten

Bevor die Kürbisse im Freiland oder im grossen Topf auf dem Balkon ausgepflanzt werden, sollten sie sich zuvor an die Witterung gewöhnen können. Vor allem müssen sie sich an das intensive UV-Licht der Sonne gewöhnen. Das Ganze nennt sich «Abhärten».

Hierzu starten Sie, je nach Witterung etwa 14 Tage vor dem Auspflanzen der Kürbisse. Stellen Sie die Töpfe mit dem jungen Gemüse bei milder Witterung tagsüber nach draussen. Anfänglich nicht in die direkte Sonne. Dies gibt meist richtigen Sonnenbrand, der im schlimmsten Fall zum Totalausfall führt.

Kürbis pflanzen am richitgen Standort

Wenn Sie Kürbis pflanzen, sollten Sie einen Standort mit möglichst langer Sonnenscheindauer wählen. Diese mag die wärmeliebende Pflanzen am liebsten.

Zur Not vertragen die Pflanzen auch ein paar Stunden Schatten am Tag. Der Standort darf ruhig geschützt und gerne an einer warmen Hauswand sein.

Die richtige Erde zum Kürbis pflanzen

Eingetopft: Kürbis pflanzen auf dem Balkon oder der Terrasse

Zugegeben, ein 50 – 60 Liter Topf ist schon ordentlich gross. Aber wer schon Mal Kürbis-Pflanzen angebaut hat oder sie auf einem Acker wachsend sah, weiss, es werden grosse, ertragreiche Pflanzen. Dazu brauchen die Wurzeln viel Raum und nährstoffreiche Erde.

Zunächst die «Zutaten», um im Topf Kürbis zu pflanzen:

  • Ein grosser Pflanzkübel (mit Wasserabzugslöchern)
  • An eher regengeschützten Standorten und auf dem Balkon ein passender Untersetzer. Frei stehende Pflanzen im Hof, der Terrasse oder am Haus erhalten Topffüsse für besseren Wasserablauf
  • Scherben alter Töpfe, um die Abzugslöcher vor dem Verstopfen zu schützen
  • Entsprechend brauchen Sie viel Pflanzerde (torffrei) und Kompost im Verhältnis 1:4 – 1:5. Kompost gibt es als Sackware zu kaufen, was besser ist als Mischungen, die oft sehr viel Erde und wenig Kompost enthalten.
  • Mineralstoffreicher Langzeitdünger (dies ist im Redaktionsgarten immer Hornspäne oder das feinere Hornmehl und/oder Urgesteinsmehl, etwa 1 Handvoll bei dieser Topfgrösse)

Mischen Sie alle Zutaten und drücken Sie die Erde im Topf an. Dann können Sie die Setzlinge pflanzen. Die Pflanze im Pflanzloch gut andrücken und sehr gut angiessen, bis das Wasser aus dem Topfboden läuft. Dann ist sie für die nächsten Tage gut gewässert und es sind keine Luftlöcher vorhanden.

Haben Sie einen entsprechend grossen Topf mit Erde aus der letzten Gartensaison? Dann geht man vor dem Kürbisanbau wie folgt vor.

  • 30 bis 50 Prozent der alten Erde entfernen
  • Die alte Erde mit den genannten Langzeitdüngern und etwas Kompost mischen. Neu auffüllen mit dem Erde-Kompostgemisch
  • Sollten in dem Topf letztes Jahr Kürbisse, Zucchetti oder Gurken gewachsen sein, den Rand mit heissem Wasser abwischen. Das minimiert die Gefahr des Mehltaubefalls.

Damit die Pflanze nicht Ihren ganzen Balkon oder die Terrasse einnimmt, ist es hilfreich, sie am Balkongeländer entlangwachsen zu lassen.

Kürbis ins Beet oder Gewächshaus pflanzen

Ob Beet oder Gewächshaus –  auch hier muss der Boden nährstoffhaltig sein. Ein paar Schaufeln Kompost oder abgelagerten Mist und oberflächlich einen Langzeitdünger einzuarbeiten, fördert den Ertrag. Auch ein Komposthaufen mit reifem Kompost, der diese Gartensaison nicht genutzt wird, ist ein guter Standort, um den Kürbis zu pflanzen.

Idealerweise sind an dem gewählten Standort in den letzten 3, 4 Jahren keine Kürbisgewächse oder Gurken gewachsen. Damit minimieren Sie die Krankheitsanfälligkeit, allen voran, den Befall mit Mehltau.

Kürbis-Pflanzen richtig pflegen und düngen

Da Kürbisse hungrig sind, sollten sie etwa alle 14 Tage gedüngt werden, ausser, wenn sie direkt auf dem Kompost wachsen. Hierfür ist ein flüssiger Gemüse- oder Tomatendünger schon bestens geeignet. Für guten Wuchs sorgt ein stickstoffreicher Brennnesselsud. Um den Schmetterlingsraupen diese Nahrungspflanze im Garten oder der Natur zu lassen, können Sie Brennnesselpulver zum Ansetzen der Jauche kaufen.

Ab der ersten Blüte hat sich im Redaktionsgarten Beinwelljauche bewährt. Dieser Naturdünger enthält weniger Stickstoff, dafür einen hohen Anteil an Kalium, was Blüten- wie Fruchtbildung und Geschmack fördert.

Praxistipp: Da bei den meisten Kürbissorten die Früchte recht schwer werden, ist es nicht ratsam, sie an einem Rankgitter wachsen zu lassen. Besser: Am Boden entlang. Früchte werden später dick mit Stroh, Holzbrettern oder Steinplatten unterlegt, um ein Faulen oder Schneckenfrass zu verhindern.

Kürbis schneiden?

Kann man, muss man aber nicht. Wer möglichst viele kleine Kürbisse ernten möchte, lässt die langen Ranken und ihre Seitentriebe einfach wachsen. Bei Platzmangel und dem Ziel grössere Kürbisse zu ernten, verbleiben pro Trieb jeweils eine weibliche Blüte und zwei Blätter. Danach wird gekappt.

Gut zu wissen

  • Weibliche Blüten sind jene, die, sofern bestäubt, an ihrem Blütenansatz noch während der Blüte eine kleine Frucht ansetzen.
  • Die Hauptriebe sollten nicht kürzer als etwa 1,5 m sein.

Wer auf Rekordjagd in Sachen Grösse des Kürbis ist, kann wie folgt vorgehen: Es werden alle weibliche  Blüten bis auf zunächst zwei entfernt. Sobald eine offensichtlich befruchtet ist und am Stielansatz eine Frucht bildet, kann auch die andere weibliche Blüte entfernt werden.  So kann die Kürbis-Pflanze ihre ganze Kraft auf einen grossen Kürbis konzentrieren.

 

Kürbissorten im Überblick

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Eine vielseitige und beliebte Kürbissorte: Der Butternusskürbis

Den Butternusskürbis nennt man auch Birnenkürbis. Er hat nämlich eine Birnenform. Sein Fruchtfleisch ist buttrig und hat einen nussig-aromatischen Geschmack. Deshalb ist er, neben dem Hokkaido, eine der beliebtesten Kürbissorten.

Sowohl das einfache Schälen als auch die wenigen Kerne machen die Verarbeitung dieses Wintergemüses zudem besonders leicht. Hinzu kommt, dass der Butternusskürbis sich für alle möglichen Rezepte eignet, wie zum Beispiel für «Kürbis-Rezepte: Die einfachen Klassiker».

Verarbeiten Sie ihn zudem als Püree, Suppe oder geröstete Beilage. Ebenso gut schmeckt er aber eingelegt. Sie können auch gut Kuchen und Puddingspeisen aus dieser Kürbissorte herstellen. Mit Gewürzen und Kräutern dürfen Sie beim Butternusskürbis mutig sein. Er passt gut beispielweise zu Knoblauch, Curry, Chili oder frischen Kräutern. Foto: © Nungning20 / iStock / Thinkstock
 

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