Ginster richtig schneiden, pflegen und vermehren

Ginster ist ein leuchtender Frühjahrsblüher, der an Robustheit seinesgleichen sucht Vorausgesetzt, du pflegst und schneidest Ginster richtig. Unser Gartenprofi hat alles Wissenswerte zum Strauch und Tipps für Pflege, Standort und Vermehrung parat.

Ginster
Damit der Ginster in all seiner Pracht erblühen kann, muss man ihn hin und wieder schneiden. Foto: iStock / Thinkstock
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Echter Ginster (Genista) und Besenginster (Cytisus)

Die Botaniker oder Namenerfinder in Sachen Pflanzen machen es dem Hobbygärtner manchmal schon schwer. im Fall von Ginster: Nicht überall wo die Bezeichnung draufsteht ist er auch wirklich drin. So wird unterschieden in Echten Ginster (Genista) und Edelginster, auch Besenginster (Cytisus) und speziell in der Schweiz Besenkraut genannt.

Edel- oder Besenginster trägt zwar den Wortbestandteil '-ginster' im Namen, ist allenfalls aber nur ein sehr ferner Verwandter und gehört nicht zur Gattung Ginster, sondern zur Gattung Geissklee. Genista wie Cytisus für den Garten kommen beide in Europa wild vor. Daneben gibt es noch den Spanischen Ginster, den Dornginster und den Stechginster, die ebenfalls eigene Gattungen darstellen.

Genista werden selten höher als einen Meter. Zahlreiche seiner Vertreter sind gut als kleinwüchsige, bodendeckende Sträucher geeignet. Die Ausnahme stellt der Ätna-Ginster (Genista aetnensis) dar, der auf Sizilien heimisch ist und eine Wuchshöhe von bis zu fünf Metern erreicht, in Mitteleuropa allerdings wenige Gartenfans findet. Der Besenginster wird zwischen ein und zwei Metern hoch, je nach Sorte, selten höher.

Besenginster wurde tatsächlich einst zur Herstellung von Besen verwendet und der Färberginster (Genista tinctoria) wurde bereits bei den Griechen und Römern zum Färben von Wolle und Leinen verwendet. Je nach Weiterbehandlung ist das lichtechte Ergebnis zitronengelb, dunkelbraun oder olivgrün.

Besenginster-Züchtungen gibt es in vielen verschiedenen Farben, während der Echte Ginster stets gelb blüht.

Standort für die Pflanzen

Beide Familien - Ginster und Besenginster - liefern sehr robuste Pflanzen, denn eingewachsen kommen die Sträucher auch mit sehr sonnigen, trockenen und nährstoffarmen Standorten mit durchlässigem Boden zurecht, was sie zu Gewinnern der heissen Sommermonate macht.

Durch ihre langen Pfahlwurzeln sind die Pflanzen optimal für eine Hangbegrünung, den sie perfekt vor Erosion schützen. Sie machen sich äusserst gut in vielfältig bepflanzen Rabatten, vor Steinmauern oder in einem Heidegarten. Durch ihre Unkompliziertheit sind sie zudem sehr gut für Kübel geeignet.

Die meisten Sorten blühen bereits im Frühjahr, manche etwas später im Juni. Gleich, ob Genista oder Cytisus, beide werden von Bienen und Hummeln dank einem reichen Pollenangebot geschätzt.

Ginster pflanzen und pflegen

Genista oder Cytisus sind wirklich pflegeleichte Pflanzen. Einmal gesetzt, was das ganze Jahr über an frostfreien Tagen gelingt, fühlt er sich schnell wohl. Lediglich im Anpflanzjahr solltest du die ansonsten robusten Pflanzen regelmässig wässern, danach kannst du eingewachsenen alten Ginster praktisch sich selbst überlassen. In allzu frostigen Lagen solltest du die Basis mulchen oder die Pflanze mit Reisig abdecken. Dies trifft insbesondere für den kleinwüchsigen, bodendeckenden Steinginster (Genista lydia) zu.

Die Ausnahme besteht in der Topfkultur von Ginster-Pflanzen. Hier benötigen die Sträucher etwas mehr Zuwendung. Sie eignen sich zwar gut als Kübelpflanzen, brauchen dann aber gelegentlich Wasser. Auch sollte der Topf tief genug für die Pfahlwurzeln sein, eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies ist zudem ratsam, um Staunässe zu vermeiden und den gewünschten durchlässigen Boden zu bieten. Ein bis zwei Mal im Jahr ist auch eine leichte Düngung der Kübelpflanze für einen guten Wuchs hilfreich. Im Beet ist keine Düngung nötig, zumal die Genista-Sorten hier sogar beleidigt reagieren und weniger Blüten bilden.

Zwischenfazit: Die Frühlingspflanzen, die zu der Gattung der Schmetterlingsblütler gehören, stellen keine grossen Ansprüche an den Boden. Ginster wächst eigentlich überall, mag aber, wie die meisten Sträucher, keine Staunässe. Tipp zur Überwinterung der Kübelpflanzen: Bitte an einem geschützten Standort im Winter aufstellen und den Topf einpacken, sodass der Wurzelballen vor Frost geschützt ist.

Und wie sieht es mit dem Schnitt aus?

Ginster schneiden: So geht's

Die Anleitung zum Schneiden der Genista-Ginster.

  • Strenggenommen benötigt diese Gattung keinen Rückschnitt.
  • Rückschnitt ist aber möglich, etwa, um ihn klein zu halten. Dann allerdings nicht mehr als ein Drittel und nicht ins alte Holz.
  • Erfrorene Triebe und kahle Triebe nach dem Winter durch Schneiden entfernen. Hierzu den frühen Blattaustrieb abwarten.
  • Der Schnitt von Genista erfolgt nach der Blüte.

Anleitung zum Schneiden von Edelginster:

  • Edelginster bekommt vor allem in jungen Jahren ein Schnitt.
  • Der Rückschnitt fördert die Blüte, weil der Strauch am vorjährigen Holz blüht.
  • Schneiden Sie die Pflanze im Garten nach der Blüte um etwa die Hälfte zurück.
  • Dies gilt insbesondere für ältere Sträucher, die so wieder in eine schön kompakte Form wachsen.
  • Zurückschneiden sollten Sie ebenfalls erfrorene Triebe. Diese erkennen Sie an der grauen Farbe. Diese direkt am Boden ab- beziehungsweise zurückschneiden.

Die Schneide sollte immer scharf für den Rückschnitt sein, um eine saubere Schnittstelle zu erhalten. 

Beim Ginster schneiden Handschuhe tragen!

Ginster sondert eine Flüssigkeit ab, die giftig ist und die Haut reizen kann. Auch manche Allergiker reagieren auf diesen Saft. Wenn du Ginster schneidest, solltest du immer Handschuhe tragen, damit die Flüssigkeit nicht an die Haut dringen kann.

Bei sehr kleinen Kindern, knabbernden Hunden und Katzen sollte das Pflanzen wohl überlegt sein.

Nachbarn im Beet: Die perfekten Begleiter

Im Garten kannst du Ginster, gleich ob Genista- oder Cytisus-Arten, vielfältig kombinieren, vornehmlich mit Pflanzen, die ebenfalls trockenheitsverträglich sind. Sie passen wunderbar zu Wachholder, Winter- und Sommerheide. Unter Kiefern gepflanzt machen sie sich ebenso toll, wie in Nachbarschaft zu Wildrosen, Gräsern und zahlreiche Stauden, die sie durch ihren filigranen Wuchs begleiten und den anderen Pflanzen nicht die Schau stellen wollen.

Wer ein spezielles Frühjahrsbeet im Garten anlegen möchte, ist ebenfalls mit den verschiedenen Ginster- und Edelginster-Sträuchern gut beraten.

Ginster vermehren

Die Vermehrung von Cystius- und Genista-Arten ist einfach und gelingt recht gut. Beide Arten sind gleichsam durch Samen und Stecklinge zu vermehren. Mit Ausnahme der Zuchtformen des Edelginsters.

  • Der Einfache Ginster wie der Besenginster samt sich an geeigneten Standorten gerne selbst aus. Dann solltest du die samengefüllten Hülsenfrüchte nicht (alle) durch einen Schnitt entfernen.
  • Du kannst die Edelginster durch Samen (nur die reinen Arten!) auch gezielt vermehren. Da Cystius-Arten Kaltkeimer sind, erfolgt die Aussaat in einem Fenster zwischen -4 und +4 Grad Celsius, so etwa bereits im Herbst und dann im Freien in kleinen Töpfen mit normaler Pflanzerde. Kaltkeimer benötigen einen Kältereiz, damit die Samen keimen.
  • Wahlweise an der Wunschstelle im Garten ausstreuen und mit etwas Erde bedecken.
  • Im Frühjahr können auch Stecklinge von jungen Trieben zur Vermehrung des Strauchs genutzt werden. Hierbei gibt es aber keine Gelinggarantie.
  • Für Stecklinge nimmst du 10 - 15 cm lange Triebe, die du wenige Millimeter unter einem Auge (wo ein Blatt wuchs) schneidest. Sofort in eine Mischung aus Pflanz- oder Anzuchterde und Sand stecken (1:1) und stets feucht halten. Anfänglich kann eine Haube, die du regelmässig lüftest, die Wurzel-Bildung fördern.
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