Trauermücken bekämpfen: Mit diesen 8 Hausmittel klappt's

Beim Giessen deiner Pflanzen steigen kleine Fliegen aus dem Blumentopf? Dann haben Trauermücken sich in der Erde eingenistet. Sie legen ihre Eier in die Erde und die geschlüpften Larven fressen die Wurzeln an. Doch du kannst deine Pflanzen schützen! Wie du Trauermücken erkennst, bekämpfst und ihnen vorbeugst.

Trauermücken: Mit diesen Hausmitteln Trauermücken bekämpfen
Trauermücken sind ganz schön lästig und ihre Larven schaden den Pflanzen. Doch es gibt effektive Hausmittel gegen die kleinen schwarzen Fliegen. Foto © Henrik_L/ iStock / Getty Images Plus
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Trauermückenlarven fressen die Wurzeln von Pflanzen an und können sie stark beschädigen.
  • Meist kommen Trauermücken in neuen Pflanzen oder gekaufter Erde in die Wohnung.
  • Die Mücken in der Erde ähneln Fruchtfliegen, sind jedoch schwarz und etwas kleiner.
  • Einen Trauermückenbefall erkennst du daran, dass die Fliegen um die Blumentöpfe schwirren sowie an glasig-weissen Larven in der Erde.
  • Trauermücken und Trauermückenlarven kannst du mit Hausmitteln wie Kaffeesatz oder Teebaumöl bekämpfen.
  • Mit einer Schicht Sand oder Kies auf der Erde kannst du Trauermücken vorbeugen.

Trauermücken erkennen: So bemerkst du einen Befall

Trauermücken (Sciaridae) sind dunkle, kleine Fliegen. Das Insekt wird nur wenige Millimeter gross. Die kleinen Mücken tummeln sich meist auf der Oberfläche der Erde von Topfpflanzen und schwirren hoch, wenn du befallene Pflanzen giesst.

Einen Befall erkennst du neben den umherschwirrenden Fliegen an folgenden Merkmalen:

  • kleine glasig bis weisse Larven im Blumensubstrat
  • Angefressene oder faulende Wurzeln
  • Wachstumsstörungen oder Verkrümmung der Pflanze
  • Verfärbung der Blätter

Sind Trauermücken gefährlich?

Trauermücken sind Schädlinge und können bei Pflanzen grossen Schaden anrichten. Für Menschen sind sie jedoch harmlos. Strenggenommen sind es nicht die kleinen Fliegen, sondern ihre Larven, die die Wurzeln anfressen und somit der Pflanze schaden.

Wie du Trauermücken bekämpfen kannst

Es ist wichtig, Trauermücken frühzeitig zu bekämpfen. Es gibt verschiedene Mittel oder Tricks, mit denen du die Mücken aus dem Blumentopf loswirst:

1 Mit Gelbtafeln Trauermücken bekämpfen

Gelbtafeln kannst du im Baumarkt oder Gartencenter kaufen. Sie werden einfach in die Erde der betroffenen Pflanze gesteckt. Die Farbe zieht die kleinen Fliegen an, die dann an ihrer klebrigen Oberfläche hängen bleiben. So können die Fliegen keine Eier mehr in die Erde legen. Gelbtafeln helfen jedoch nicht gegen die Larven, sondern nur gegen die Fliegen und reichen daher nicht zur Bekämpfung aus.

Gelbtafel in einer Zimmerpflanze

An Gelbtafeln bleiben Trauermücken kleben. Foto © Marc Leupold / iStock / Getty Images Plus

Achtung: Nicht im Gewächshaus anwenden, wo Nützlinge ebenfalls an den Tafeln kleben bleiben.

2 Mücken im Blumentopf mit Nematoden bekämpfen

Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die gegen Schädlinge wie Trauermücken eingesetzt werden. Die sogenannten Steinernema-Nematoden sind optimal, um die Larven der Trauermücke zu bekämpfen.

Nematoden kannst du in Pulverform oder als Tabletten im Fachhandel kaufen. Du bekommst sie etwa von Oeco Plan oder Migros Bio. Das Pulver oder die Tabletten löst du nach Anleitung in Wasser auf und giesst die betroffene Pflanze damit.

Bei der Behandlung mit Nematoden ist es wichtig, dass die Erde immer feucht bleibt. Nur so überleben die natürlichen Feinde in der Blumenerde.

Tipp: Auch hier empfiehlt es sich, parallel weitere Massnahmen zu treffen. Ergänzend und in Kombination sehr effektiv sind vor allem Gelbtafeln.

3 Pflanzen umtopfen

Eine effektive Massnahme gegen Trauermücken ist es auch, die Erde der betroffenen Pflanze auszuwechseln. Die alte Blumenerde sollte dabei möglichst vollständig von der Pflanze entfernt und die Wurzeln mit Wasser abgespült werden. Auch den Topf musst du gründlich reinigen.

Frau topft Pflanzen um

Pflanzen umtopfen ist eine effektive Massnahme gegen Trauermücken. Foto © Vera_Petrunina / iStock / Getty Images Plus

Nachdem du die Pflanze in neue Erde gesetzt hast, hilft eine Schicht Quarzsand auf der Erde, einen neuen Befall zu verhindern.

4 Zimmerpflanze nicht mehr giessen

Da sich Trauermückenlarven nur in feuchter Erde wohlfühlen hilft es auch, die Erde der betroffenen Pflanze einmal austrocknen zu lassen. Diese Massnahme vertragen jedoch nicht alle Pflanzen.

Trauermücken mit Hausmitteln bekämpfen

Neben den genannten Methoden und Mitteln aus dem Fachhandel helfen auch einige Hausmittel gegen Trauermückenbefall.

Mit Kaffeesatz gegen Trauermücken

Kaffeesatz ist ein wirksames Hausmittel gegen Trauermücken. Lass den Kaffeesatz dafür trocknen, um Schimmel zu vermeiden, und verteile ihn anschliessend auf der Blumenerde. Schon eine dünne Schicht Kaffeesatz stört die weiblichen Mücken bei der Eierablage, sodass ihre Vermehrung behindert wird.

Zusätzlich wirkt Kaffeesatz übrigens als Dünger für deine Zimmerpflanze.

Streichhölzer gegen Trauermücken

Ein weiteres hilfreiches Mittel bei der Bekämpfung sind Streichhölzer. Stecke zwei bis drei abgebrannte Streichhölzer kopfüber in die betroffenen Töpfe. Den Schwefel mögen die Trauermückenlarven nicht. Wechsle die Streichhölzer alle paar Tage aus.

Trauermücken mit Natron oder Backpulver bekämpfen

Natron und Backpulver haben die meisten zuhause. Die Anwendung gegen Trauermücken ist ganz einfach: Streue das weisse Pulver auf die Erde rund um die Pflanze und befeuchte Backpulver oder Natron anschliessend. Wenn es in die Erde sickert, sterben die Larven dadurch ab.

Muskatnuss gegen Trauermücken verwenden

Die in der Muskatnuss enthaltene Myristinsäure bekämpft Trauermücken ebenfalls effektiv. Dafür einfach etwas Muskatnusspulver auf die Erde streuen und die Pflanze giessen. Dadurch gelangt das Gewürz in die Erde und bekämpft die Larven der Schädlinge.

Trauermücken mit Knoblauch bekämpfen

Genau wie abgebrannte Streichhölzer enthält auch Knoblauch Schwefel, der die Larven abtöten kann. Um die Trauermückenlarven mit Knoblauch zu bekämpfen, schneide einfach eine oder mehrere geschälte Zehen in Stücke und stecke sie in die Erde.

Essig gegen Trauermücken

Anders als die anderen Hausmittel gegen Trauermücken gibst du den Essig nicht direkt in die Erde. Die meisten nutzen diesen Trick bereits, um Fruchtfliegen zu bekämpfen: Mische einfach 4 EL Apfelessig mit 2 EL Wasser in einer Schale zusammen und gib einen Tropfen Spülmittel hinzu. Platziere die Falle neben der befallenen Pflanze. Die Trauermücken werden vom Duft angelockt und landen in der Falle, wo sie ertrinken.

Ätherische Öle zur Bekämpfung von Trauermücken verwenden

Die etwas duftere Alternative zu Knoblauch oder Essig ist es, wenn du das Giesswasser mit ätherischen Ölen mischst. Du kannst Trauermücken etwa mit Lavendelöl oder Teebaumöl bekämpfen. Gib dafür 20 Tropfen Öl in ein Liter Wasser und giesse die Pflanze damit.

Auch Neemöl hilft gegen den Schädlingsbefall. Mische 10 Milliliter mit einem Liter Wasser und nutze es zum Giessen. Hier erfährst du, wo du Neemöl kaufen kannst und weitere Tipps zur Anwendung.

Trauermücken mit einem Feinstrumpf bekämpfen

Pflanzen, die einen Stamm haben, kannst du mit folgendem Trick retten: Stülpe ein abgeschnittenes Bein einer Feinstrumpfhose über den Blumentopf. Das andere Ende fixierst du mit einem Gummi oder Klebeband am Stamm. Durch das feinmaschige Netz kommt keine Fliege mehr in die Blumenerde. Lass die Strumpfhose mindestens 14 Tage über der Erde, um einen neuen Befall zu verhindern.

Woher kommen Trauermücken?

Meistens stecken die Larven schon

  • in der Blumenerde neu gekaufter Pflanzen
  • in neuer Blumenerde aus dem Supermarkt oder Gartencenter.

Dabei ist es egal, welches Pflanzsubstrat du kaufst. Blumenerde für Topfpflanzen, Pflanzerde für den Garten oder Anzuchterde für die Pflanzenzucht im Frühjahr. Jede Erde, aber auch Rindenmulch, kann Trauermücken oder deren Larven enthalten.

Auch möglich: Man trägt die Larven mit im Haus überwinternden Pflanzen herein. Das kann mit Blattläusen, weissen Fliegen und Spinnmilben übrigens genauso passieren, wie mit dieser Fliege.

Was zieht Trauermücken an?

Feuchtes Pflanzensubstrat wirkt auf Trauermücken anziehend. In warmen Räumen und feuchter Erde fühlen sie sich besonders wohl und vermehren sich schnell. Daher sind Trauermückenlarven nicht selten schon in neu gekauften Pflanzen enthalten, die oft in feuchten, warmen Gewächshäusern gezüchtet werden.

Auch in Gemüsestecklingen wie Tomaten-, Gurken- oder Zucchinipflanzen nisten Trauermücken sich gerne ein und können diese erheblich beschädigen. 

Trauermücken vorbeugen mit Sand

Kakteen im Blumentopf mit Kieseln

Kiesel, Blähton und Sand halten Trauermücken von der Blumenerde fern. Foto © kittimages / iStock / Getty Images Plus

Sind Trauermücken erstmal in einer Pflanze, können sie sehr hartnäckig sein. Du kannst einem Befall aber vorbeugen: Gib eine dünne Schicht (0,5 bis 1 cm dick) Sand oder Kiesel auf die Erde. So hältst du die Fliegen davon ab, ihre Eier in der Blumenerde abzulegen. Hierfür eignet sich feiner Quarzsand besonders gut.

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