Kerbel nachhaltig im eigenen Garten anbauen

NachhaltigkeitHerkunftAnwendungenIdealer Standort und BodenZeitpunkt zum Pflanzen und MischkulturSchneiden und PflegenWasserbedarf und HitzeresistenzSchädlings- und KrankheitsbekämpfungDüngerMehrwert für BienenLebensdauer und VermehrungNachhaltigkeitsscore

Ob als kulinarisches Kraut, das deine Küche bereichert, oder als Heilpflanze mit einer langen Tradition in der Naturmedizin – Kerbel ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines nachhaltigen Gartens. Lerne alles über seinen Anbau, seine Pflege und die vielen Vorteile, die er zu bieten hat, und wie du ihn optimal in deinen Garten integrieren kannst.

Kerbel
Kerbel ist in der Medizin ein wichtiges Kraut. © emer1940 / Getty Images / iStocks

Nachhaltigkeit

Kerbel ist ein wertvolles Kraut für die Küche und Naturheilkunde, das eine wichtige Rolle für die Biodiversität im Garten spielt. Trotz seiner Anfälligkeit für Hitze und der Notwendigkeit regelmäßiger Bewässerung, bietet er durch seine Förderung von Nützlingen und Bestäubern sowie seine Eignung für Mischkulturen und natürliche Vermehrung, einen nachhaltigen Beitrag für jeden Garten. Kerbel erhält insgesamt von unserem Nachhaltigkeitsscore 2 von 8 Punkten.

Herkunft des Kerbels

Der Kerbel (Anthriscus cerefolium) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Seine Ursprünge liegen im Kaukasusgebiet und in Südosteuropa. Von dort aus verbreitete sich das aromatische Kraut über die Mittelmeerregion und gelangte schliesslich mit den Römern nach Mitteleuropa. In der Antike wurde Kerbel bereits als Gewürz- und Heilpflanze geschätzt. Die Römer verwendeten ihn zum Würzen von Hühnergerichten, wie ein Rezept aus dem berühmten Kochbuch «De re coquinaria» des Apicius belegt. Im Mittelalter gehörte Kerbel zum festen Bestandteil der Klostergärten und wurde in der Kräuterheilkunde als blutreinigendes Mittel eingesetzt.

Anwendungen von Kerbel in Küche und Medizin

In der Küche verleiht Kerbel mit seinem leicht süsslichen, an Anis und Fenchel erinnernden Aroma vielen Gerichten eine frische, frühlingshafte Note. Er ist besonders beliebt zur Verfeinerung von Suppen, Saucen, Salaten, Gemüse- und Eierspeisen sowie zu zartem Geflügel, Kalb und Fisch. Unverzichtbar ist Kerbel für die Frankfurter Grüne Sosse und die französische Kräutermischung «Fines herbes». In der österreichischen Küche findet er Verwendung als Füllung für die traditionellen Kärntner Kasnudeln. 

Auch in der Naturheilkunde spielt Kerbel dank seiner Inhaltsstoffe wie ätherischen Ölen, Flavonoiden und Vitaminen eine Rolle. Man schreibt ihm unter anderem harntreibende, blutreinigenden und verdauungsfördernde Eigenschaften zu.

Idealer Standort und Boden für den Kerbel

Kerbel stellt keine grossen Ansprüche an Standort und Boden. Er gedeiht am besten an einem halbschattigen bis sonnigen Platz mit lockerem, humusreichem und durchlässigem Gartenboden. Staunässe mag die Pflanze allerdings nicht. Im Garten lässt sich Kerbel gut mit schattenspendenden Gemüsesorten wie Mangold kombinieren. Auch als Unterpflanzung von Rosen oder zwischen Gehölzen findet er ideale Bedingungen.

Kerbel im Topf
Kerbel gedeiht auch wunderbar im Topf. © emer1940 / Getty Images Plus / iStocks

Zeitpunkt zum Pflanzen und Mischkultur

Kerbel ist sehr frosthart und kann bereits ab März direkt ins Freiland ausgesät werden. Für eine kontinuierliche Ernte über den Sommer empfiehlt es sich, in Abständen von 4-6 Wochen nachzusäen. Als Mischkultur harmoniert Kerbel gut mit Dill, Borretsch, Gartenkresse, Majoran, Petersilie, Schnittlauch und Fenchel.

Diese Kräuter fördern sich gegenseitig und locken zudem Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge an. Zu meiden sind hingegen Kombinationen mit starkwüchsigen Gemüsesorten wie Tomaten, Gurken und Kohl, da Kerbel von diesen leicht überwuchert werden kann.

Schneiden und Pflegen des Kerbels

Kerbel ist eine pflegeleichte Pflanze, die nur gelegentliches Unkrautjäten und ausreichend Wasser benötigt. Die ersten Blätter können bereits 45-60 Tage nach der Aussaat geerntet werden, solange die Pflanze noch nicht blüht. Um eine Samenbildung zu verhindern, sollten verblühte Triebe konsequent abgeschnitten werden. Kerbel neigt dazu, nach der Blüte rasch abzusterben. Durch regelmässiges Ernten lässt sich die Wachstumsphase jedoch verlängern.

Wasserbedarf und Hitzeresistenz des Kerbels

Kerbel bevorzugt einen gleichmässig feuchten Boden und sollte bei Trockenheit regelmässig gewässert werden. Staunässe verträgt er hingegen nicht gut. In sehr heissen und trockenen Sommern neigt die Pflanze dazu, frühzeitig zu verblühen. 

Um den Kerbel im Hochsommer vor zu starker Hitze und Trockenheit zu schützen, bietet sich eine Beschattung durch höherwachsende Gemüsesorten wie Mangold an. Auch eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Schädlings- und Krankheitsbekämpfung des Kerbels

Trotz seiner Förderung von anderen Pflanzen ist der Kerbel nicht frei von Schädlingen und Krankheiten.

Nachhaltige und natürliche Schädlingsbekämpfung

Zu den häufigsten Schädlingen an Kerbel zählen Blattläuse, Minierfliegen und Raupen von Schmetterlingen. Da Kerbel sehr insektenfreundlich ist, lassen sich viele dieser Schädlinge durch den gezielten Einsatz von Nützlingen wie Marienkäfern, Florfliegen und Schlupfwespen gut in Schach halten. Auch Kulturschutznetze oder Spritzungen mit Neemöl oder Bacillus thuringiensis können bei starkem Befall helfen, die Schädlinge naturnah zu bekämpfen.

Nachhaltige und natürliche Krankheitsbekämpfung

Kerbel ist anfällig für Pilzerkrankungen wie Mehltau, Grauschimmel und Wurzelfäulen. Vorbeugende Massnahmen sind ein ausreichender Pflanzabstand für gute Belüftung, die Wahl eines sonnigen Standorts und die Vermeidung von Staunässe. 

Bei ersten Krankheitssymptomen können befallene Pflanzenteile entfernt und ein Spritzpräparat auf Basis von Backpulver oder Natriumbicarbonat eingesetzt werden. Auch Giessbrühen aus Schachtelhalm, Brennnessel oder Beinwell wirken pilzhemmend.

Blühender Kerbel
Blühender Kerbel sieht nicht nur schön aus, sondern ist auf für Insekten wie Bienen interessant. © Copyright

Welcher Dünger ist für Kerbel geeignet?

Als Schwachzehrer benötigt Kerbel nur geringe Nährstoffmengen. Eine einmalige Gabe von maximal 40g/m² organischem Dünger wie Hornspänen oder Kompost zu Vegetationsbeginn reicht in der Regel aus. 

Für eine nachhaltige Düngung eignen sich auch selbstgemachte Giessbrühen aus Brennnesseln, Schachtelhalm oder Beinwell. Diese versorgen die Pflanzen bedarfsgerecht mit Nährstoffen und stärken zugleich die Widerstandskraft gegen Krankheiten.

Mehrwert für Bienen und andere Bestäuber

Mit seinen weissen Doldenblüten ist Kerbel eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und andere Bestäuberinsekten. Die Pflanze bietet den Tieren nicht nur Nektar, sondern auch Pollen als Eiweisslieferant. Durch den Anbau von Kerbel im Garten kann man so aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt und Bestäubung der Nutzpflanzen beitragen. Eine insektenfreundliche Bepflanzung mit Kräutern wie Kerbel schafft zudem ein gesundes Gleichgewicht im Garten.

Lebensdauer und Vermehrung von Kerbel

Als einjährige Pflanze keimt Kerbel im Frühjahr, bildet im Sommer Blüten und Samen aus und stirbt dann wieder ab. Um im nächsten Jahr neue Pflanzen zu erhalten, muss er jährlich neu ausgesät werden. Kerbel kann sich durch natürliche Selbstaussaat aber auch ungewollt im Garten vermehren.

Die Samen bleiben meist über Winter im Boden und keimen dann im Frühjahr. Wer das nicht möchte, sollte die Samenstände rechtzeitig entfernen. Für eine gezielte Vermehrung eignet sich das Sammeln der Samen nach der Blüte. Diese können dann im Folgejahr an der gewünschten Stelle ausgebracht werden. So lässt sich Kerbel über viele Jahre im Garten halten. 

Nachhaltigkeitsscore

  1. Wasserbedarf: Kerbel bevorzugt gleichmässig feuchten Boden, toleriert jedoch keine Staunässe. Er sollte regelmässig bewässert werden, speziell bei Trockenheit (-1 Punkt).
  2. Hitzeresistenz: Kerbel neigt dazu, bei starken Hitzeperioden frühzeitig zu verblühen. Um ihn vor starker Hitze zu schützen, sind Massnahmen wie Beschattung oder Mulchen notwendig (-1 Punkt).
  3. Natürliche Schädlings- und Krankheitsbekämpfung: Kerbel kann mit Hilfe von Nützlingen und natürlichen Spritzmitteln gepflegt werden. Dies entspricht einem umweltfreundlichen Ansatz (+1 Punkt).
  4. Hilfe bei der Vermeidung anderer Schädlinge: Kerbel trägt durch die Anlockung von Nützlingen dazu bei, Schädlinge natürlich zu regulieren (+1 Punkt).
  5. Attraktivität für Insekten und Bestäuber: Kerbel ist mit seinen Blüten eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber (+1 Punkt).
  6. Gute Eigenschaften für Mischkulturen: Kerbel harmoniert gut mit vielen anderen Kräutern und fördert gesunde Mischkulturen (+1 Punkt).
  7. Mehrwert als mehrjährige Pflanze: Kerbel ist eine einjährige Pflanze. (-1 Punkt).
  8. Selbstständige Vermehrung: Obwohl Kerbel einjährig ist, kann er sich durch Selbstaussaat im Garten vermehren (+1 Punkt).

Gesamtscore: 2

So entsteht der Score

Der Nachhaltigkeitsscore stellt sich aus 8 verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit zusammen, der von der Redaktion mit Hilfe von ChatGPT berechnet wird. Dabei fliessen verschiedene Faktoren in die Beurteilung ein, die nicht alle eindeutig sind. Mit dem Score lassen sich verschiedene Pflanzen vergleichen und nachhaltigere Entscheidungen im Garten treffen. Die maximal zu erreichende Punktzahl ist 8, die tiefste ist -8. 

– Erstellt von Philippe mit Unterstützung von ChatGPT und Perplexity.

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