Schwarzblau, saftig und lecker: Heidelbeeren pflanzen und pflegen

Heidelbeeren benötigen sehr wenig Pflege, wachsen sogar im Topf, sehen schön aus und liefern jede Menge gesunde Früchte. Mit den folgenden Tipps fürs Pflanzen, Düngen und Schneiden gelingt der Anbau garantiert.

Jetzt die Heidelbeeren pflanzen und pflegen
Im Frühling geht es los mit dem Pflanzen von Kulturheidelbeeren. Ob im Garten oder Topf: Mit der richtigen Pflege werden Sie viele süsse Früchte ernten können! Foto: © iStock / Thinkstock
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Wer kennt sie nicht, die fruchtig-süssen, kleinen Heidelbeeren, die in lichten Wäldern an kleinen Sträuchern zum Naschen einladen? Oder jene Heidelbeeren, die im Detailhandel, bei denen nicht nur Obstfans und Kuchenbäcker gerne zugreifen? Beide Heidelbeersorten gehören zwar zu einer Familie, jene der Heidekrautgewächse (botanische Bezeichnung Ericaceae), doch ausser dem haben sie nicht viel gemeinsam.

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Für den heimischen Garten oder Töpfe: Kulturheidelbeeren bevorzugen

Was wir aus dem Wald kennen, das ist die kleinwüchsige auch eurasische oder Waldheidelbeere (bot. Vaccinium myrtillus) genannte Wildpflanze. Sie hat sich ideal an die halbschattigen Standorte in unseren Wäldern mit ihren mageren Böden gewöhnt. Was Sie aus dem Obstregal oder Garten kennen, dass ist die Kulturheidelbeere. Kulturheidelbeeren (bot. Vaccinium corymbosum) sind Züchtungen Heidelbeeren, die ursprünglich in Nordamerika heimisch war. Wir kennen diese Heidelbeeren auch als Blaubeere, Schwarzbeere, Moosbeere und in der deutschsprachigen Schweiz ebenso als Heubeere.

Es gibt knapp 500 Arten der Heidelbeeren und die Auswahl an Pflanzen ist besonders im Frühjahr, die beste Pflanzzeit, in den Gärtnereien und Gartencentern gross. Übrigens: Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idaea) und Cranberries (Vaccinium macrocarpon) gehören ebenfalls in die Vaccinium-Familie, sind also mit der Blaubeere verwandt.

Während übrigens die Waldheidelbeere auch dunkles Fruchtfleisch besitzt, ist es bei der Kulturheidelbeere weiss bis hellgrün. Lediglich die Schale ist blau. Diese Färbung erhält die Beere durch den Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der sehr gesund ist und vor Krebs schützen soll. Davon besitzt die kultivierte Blaubeere zwar nicht so viel, dafür liefert sie hohe Erträge von bis zu acht Kilogramm Früchte und damit um ein Vielfaches mehr, als die heimische Waldheidelbeere.

Sie können natürlich auch die heimische Sorte setzen. Das verspricht dann zwar weniger Ertrag, dafür punkten ihre Beeren in Sachen Geschmack.

Die Blüte der Heidelbeeren ist im Frühjahr und aus diesen kleinen weissen bis rosafarbenen Blüten entstehen später die Beeren. Die reifen Blaubeeren können in der Regel von circa Mitte Juli bis Anfang September geerntet werden. 

Expertentipp: Heidelbeeren fruchten besser, wenn sie nicht alleine gepflanzt werden. Der Profi wählt hier zudem mindestens 2 Sorten der Kulturheidelbeere. Das erhöht nicht nur den Ertrag. Denn diese Massnahme kann bei der richtigen Sortenwahl die Erntezeit verlängern.

Heidelbeeren pflanzen: Sonne bis Halbschatten

Wenn Sie Ihre neuen Heidelbeeren pflanzen, wählen Sie einen Platz, der gut von der Sonne beschienen wird, gerne aber etwas Schatten vor der Mittagshitze spendet. Aber auch den Halbschatten verträgt die Pflanze gut, zumindest die meisten Züchtungen und entsprechend ihren wilden Verwandten, die im lichten Wald wachsen. Die Früchte werden dann allerdings nicht ganz so süss.

In der Nachbarschaft von Obstbäumen oder an einem Holz-Gartenzaun fühlen sich die kleinen Sträucher wohl. Doch auch im Blumenbeet macht die Pflanze einen gute Figur, denn praktisch alle Kulturheidelbeeren trumpfen mit einer schönen Herbstfärbung auf.

Kulturheidelbeeren richtig pflanzen

Heidelbeeren im Garten oder auf Balkonien sind pflegeleicht, sie benötigen wenig Dünger und lieben leicht sauren Boden. Sie können sogar in grosse Blumentöpfe gepflanzt werden, um auf Terrasse oder Balkon einen fruchtig-leckeren Herbstsnack zu ernten. Die Heidelbeerpflege ist selbst für Laien ein Kinderspiel. Die beste Pflanzzeit für Heidelbeeren ist im Frühjahr und im Herbst.

Wichtig ist die saure Erde. Diese müssen sie den Kulturheidelbeeren im heimischen Garten wie im Topf bieten. Am einfachsten nutzen Sie hier Rhododendron-Erde. Auch diese Sträucher wünschen saure Erde, die es fertig gemixt im Garten-Center gibt.

Alternativ können Sie in die Erde des grosszügig ausgehobenen Pflanzloches Rindenkompost aus Tannen, Fichten oder Kiefern einarbeiten.

Gepflanzt wird die Heidelbeere etwa 5 Zentimeter höher, als sie zuvor im Topf sass. In dieser erhöhten Position sollten Sie die Pflanze mit Rindenmulch oder Hackschnitzeln mulchen. Die Schicht darf ruhig 10 - 15 Zentimeter hoch sein. So schützen Sie die Pflanze gleichzeitig vor Wildwuchs. Denn: hacken sollte man die flachwurzelnden Pflanzen nicht.

Für Topfgärtner gilt die gleiche Vorgehensweise beim Pflanzen. Zudem gibt es die eine oder andere Sorte, die nicht so gross wird. Nicht so gross heisst, dass die Heidelbeeren unter einem Meter Höhe bleiben. Trotzdem sollte Sie dann die Pflanze alle zwei bis drei Jahre in einen grösseren Topf umtopfen.

Sitzt die Pflanze an Ort und Stelle, dann erhält sie nur noch einen sogenannten Pflanzschnitt. Hier werden alle Triebe um etwa ein Drittel eingekürzt.

Heidelbeeren düngen & richtig giessen

Heidelbeeren gedeihen ohne grosses Zutun. Im Frühjahr zum Austrieb und im Frühsommer, dann, wenn sich die Früchte bilden, sollten Sie sie düngen. Unbedingt nötig ist das düngen zwar nicht und kann bei gepflanzten Waldheidelbeeren auch entfallen. Die Kultur-Sorten jedoch sind deutlich ertragreicher mit einer Nährstoffgabe.

Hierzu geben Sie den Pflanzen im Frühjahr Hornmehl oder Urgesteinsmehl, im Sommer einen flüssigen Dünger für Beeren oder Rhododendron-Dünger.

Heidelbeeren haben es nicht so mit Kalk, daher ist es möglichst zu vermeiden mit sehr hartem, kalkhaltigem Leitungswasser zu giessen. Ideal ist Regenwasser. Zudem sollte man sie regelmässig giessen. Sie mögen zwar keinen sehr nassen Boden. schätzen aber eine gleichmässige Feuchte.

Kulturheidelbeeren schneiden

Vor allem die in Schweizer Gärten reichlich gepflanzten Kulturheidelbeeren lassen ihre begehrten blauen Beeren vornehmlich an einjährigen Seitentrieben spriessen.  Alte Triebe tragen mit der Zeit kaum mehr Früchte oder nur wenige kleine. Deshalb gehört zur richtigen Pflege und dem bestmöglichen Ertrag ein regelmässiger Schnitt.

Dieser erfolgt erstmalig nach etwa drei, vier Jahren und, im Gegensatz zu anderen Beeren-Sorten, muss der Schnitt nicht unbedingt jährlich gemacht werden. Aber auch hier gilt: Mit dem regelmässigen Schnitt erhöhen Sie den Ertrag. Zudem fördern Sie die Gesundheit der Pflanzen.

Die beste Zeit, um Heidelbeeren zu schneiden, sind die Herbstmonate, wenn die Heidelbeersträucher ihr Laub bereits abgeworfen haben, wobei Sie darauf achten sollten, die Heidelbeertriebe nur an frostfreien Tagen zu kürzen.

So wird geschnitten

Schneiden sollten Sie die Heidelbeere zweimal im Jahr. Fangen Sie im Frühjahr an auszutreiben, dann nehmen Sie die ältesten Haupttriebe komplett und bodennah heraus und lassen etwa sechs bis acht kräftige Triebe pro Strauch stehen.

Nachdem sich bereits die Früchte gebildet habe, circa im Mai, dann entfernen Sie die ältesten, oberen Seitentriebe bis auf einen jungen Seitentrieb. Dies sorgt für eine tolle Ernte von besonders grossen und aromatischen reifen Früchten.

Die heimische Waldheidelbeere müssen Sie übrigens nicht schneiden.

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