Der Indoor-Garten: Wie die Fensterbank zum Minigarten wird

In der kalten Jahreszeit müssen Balkon- und Hobbygärtner nicht unbedingt auf frisches Gemüse und würzige Kräuter aus dem Selbstanbau verzichten. Denn so manches zarte Pflänzchen gedeiht dann auch noch auf der Fensterbank. Ein paar Tipps, was Sie alles wie im kleinen Indoor-Garten anbauen können.

Garten auf der Fensterbank: Was im Indoor Garten angebaut werden kann
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Grundsätzlich benötigen Pflanzen Licht und Wärme, um zu keimen und zu gedeihen. Das gilt für ganz normale Zimmerpflanzen genauso wie für Essbares wie Kräuter oder Salat. Herrscht Lichtmangel oder ist es allzu warm, wachsen Gemüse und Co. nur kümmerlich, recken sich nach dem Licht und bilden nur wenig Blattmasse aus. Vergeilen oder Geilwuchs nennt dies der Fachmann.

Haben Sie eine wirklich helle Fensterbank (nicht im wärmsten Raum der Wohnung), könnte sich der Anbau von so manchem frischen Grün allerdings lohnen. So gedeihen die meisten Kräuter hier genauso ideal wie so manche Sprossen. Aber auch andere Gemüsesorten können hier heranwachsen. Wenn auch nicht so üppig wie im Freien während der Sommermonate.

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Ein Indoor Garten erfreut jedes Hobbygärtner-Herz

Besonders in der kalten Jahreszeit lohnt es sich, auf einen Indoor Garten zu setzen. So schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Neben grünen Farbtupfern in den eigenen vier Wänden sorgt ein kleiner Garten auf der Fensterbank auch für Nachschub an frischem Gemüse und aromatischen Kräutern. Wir zeigen, was man mit wenig Aufwand auch innen anpflanzen kann. Foto: © CBCK-Christine / iStock / Thinkstock

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Wie die Fensterbank zum Garten wird

Besonders gut geeignet für den Indoor-Garten ist die Anzucht von würzigen Sprossen, die durch viele gesunde Inhaltsstoffe glänzen, wie Kresse, Erbsen oder Mungobohnen. Deren immer gut feuchtgehaltene Samen keinem schon nach wenigen Tagen. Aber auch viele andere Gemüsesorten wachsen gerne auf einer hellen Fensterbank. Wer es ausprobieren möchte, sollte sich neben Samen von Pflücksalat, auch Ruccola oder Radiesli mal dort ziehen.

Aber Achtung: Nicht zu dicht säen, sonst stehen sich die kleinen Pflänzchen später gegenseitig im Weg und wachsen nur kümmerlich oder gehen nach einiger Zeit ein. Dies kann man übrigens bestens bei gekauften Töpfchen mit Basilikum beobachten, die einfach viel zu dicht gesät sind und daher nach einiger Zeit oft eingehen. Tipp: Den Topf in Portionen aufteilen und in mehrere Töpfe pflanzen oder gleich selbst aus Samen ziehen, die mit etwas mehr Abstand als bei den gekauften Töpfen gezogen werden.

Hatten Sie auch schon mal das Problem von allzu schnell keimenden Zwiebeln oder Knoblauch? Auch diese können den Indoor-Garten bereichern! Einfach die Zehen oder Zwiebel in handelsübliche Blumenerde stecken und das wachsende Grün regelmässig ernten. Verleiht einem Salat eine herrliche Würze. Wer den Sommer über Peperoni oder Paprika in Töpfen angebaut hat, sollte diese im Spätsommer auf die Fensterbank umziehen lassen. Das verlängert die Erntezeit. Nach einigen Erfahrungsberichten in diversen Gartenforen können diese Pflanzen mit etwas Glück sogar den Winter überleben. Selbst gesunde Tomaten sollen sogar noch an Weihnachten Früchte tragen, werden sie an einen hellen Standort im Indoor-Garten aufgestellt. Tipps, wie Sie unreife Tomaten doch noch rot werden lassen, gibt es hier.

Schliesslich sind auch Kräuter gerne willkommene Gäste auf dem Fensterbank-Garten. Neben dem Basilikum gedeihen Schnittlauch oder Petersilie ebenfalls gut im hellen Indoor-Garten. Tipp: Schnellwachsende Kräuter bevorzugen, denn sie wachsen besser auf der Fensterbank. Hat man Petersilie oder Schnittlauch bereits im Gartenbeet oder auf dem Balkon angebaut, können diese Kräuter bequem auf die Fensterbank umziehen. Waren sie im Garten, einfach einen Teil hiervon abstechen und auf die Fensterbank stellen. Schnittlauch mag es übrigens, wenn er den ein oder anderen Frost vor dem Umzug draussen erlebt hat. Wenig bis gar kein Licht benötigen übrigens Pilze und sind daher sehr gut geeignet für den Indoor-Garten. Gängige Speisepilze gibt es in Anzuchtsets, die prima zuhause gedeihen. Auch wenn diese Sets nicht gerade günstig sind.

Die Pflege des Indoor-Gartens

Wichtig, neben ausreichend viel Licht und mässiger Wärme, ist das regelmässige Giessen des Mini-Gartens auf der Fensterbank. Zudem kann es insbesondere in der Heizperiode sinnvoll sein, die heranwachsenden Pflänzchen mit Wasser zu besprühen oder die Samen unter einer Folie zu ziehen. Dies wirkt der meist trockenen Heizungsluft entgegen.

Giessen Sie immer von unten. Das hat den Vorteil, dass die Pflanzen kräftigere Wurzeln ausbilden und sich nur so viel Wasser holen wie sie benötigen. Ein weiterer Vorteil, gerade bei frisch gekeimten Samen: Die noch zarten Sämlinge fallen beim giessen nicht um und verrotten nicht auf dem Pflanzsubstrat. Letzteres sollte übrigens eine gute Topfpflanzenerde sein, gerne angereichert mit Kompost, der Erde von Schnittlauch kann sogar etwas zerkleinerte Eierschale hinzugegeben werden. Das Kraut liebt kalkhaltige Erde und belohnt mit diesem Zusatzstoff den Fensterbankgärtner mit besonders gutem Wachstum.

Ein Tipp für die Anzucht: Eierkartons aufheben und darin die Samen ziehen. Zum einen kann man hier die Samenmenge gut dosieren, zum anderen saugt sich der Karton sehr schön voll mit Wasser. Ist dieser feucht, haben die heranwachsenden Pflänzchen für den Mini-Garten auf der Fensterbank optimale Startbedingungen. Sind die Pflanzen gewachsen, einfach in grössere Töpfe oder Blumenkästen umpflanzen.

Und wer sich auf die nächste Balkon- oder Gartensaison vorbereiten möchte, kann ab etwa Mitte Februar mit der Anzucht aus Tomaten-, Lauch-, Physalis- oder Paprikasamen auf der Fensterbank schon wieder loslegen.

Was-Wir-Essen.de, Biogaertner.at, Hausgarten.net, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann