Wann und wie du Rhabarber richtig erntest

Rhabarber kannst du ab Anfang April bis Ende Juni ernten. Zieh die Stiele aus der Erde, statt sie zu schneiden. Ernte vor allem junge Triebe, denn sie sind weniger holzig und schmecken typisch süss-säuerlich.

Rhabarber ernten und anbauen
Der Rhabarber ist eine sehr ergiebige Pflanze: Einmal gepflanzt hält er sich über viele Jahre im Garten. Foto: © RawFile / iStock / Thinkstockphotos
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Wie und wann Rhabarber ernten?

Das "Wie" ist wichtig, denn Rhabarber mag es gar nicht, wenn er per Schnitt geerntet wird. Die Stiele werden stets an der Basis herausgezogen. Machst du das nicht und schneidest die Stiele ab, dann kann der zurückbleibende Stumpf faulen und die unterirdischen Pflanzenteile schädigen.

Das 'Wann' beginnt, je nach klimatischer Region, etwa ab Anfang April und dauert bis Ende Juni. Im ersten Jahr der Pflanzung solltest du das junge Gewächs aber erstmal wachsen lassen. Wird nicht geerntet, dann können sich die knollenförmigen Wurzeln, Rhizom genannt, richtig ausbilden.

Die erste Ernte beginnt also erst im folgenden Jahr. Und auch dann solltest du dich etwas zurückhalten und nicht länger als bis Mitte Mai ernten.

Generell werden maximal die Hälfte der Blattstiele geerntet. Mehr kann die Pflanze allzu sehr schwächen.

Rhabarberpflanzen sind äusserst langlebig. Bei entsprechender Pflege und dem richtigen Standort hast du viele Jahre eine zuverlässige Pflanze im Garten.

Wie sieht man, dass die Rhabarber-Stengel reif sind

Die Stängel sind erntereif, wenn sie eine glatte Oberfläche aufweisen und die Blätter ausgebildet haben. Dann ist die beste Erntezeit. Je dicker die Blatttriebe werden, desto eher sind sie holzig und faserig. Das Ziel ist also, eher die jungen Triebe, als alte und mächtige zu ernten.

Wann wird Rhabarber giftig?

Roh ist der frisch geerntete Rhabarber nicht so bekömmlich, weswegen du den Verzehr ungekocht oder ungebacken vermeiden solltest. Selbst kleinere Portionen der rohen Stiele können bereits Bauchschmerzen auslösen. Im gekochten Zustand ist das kein Problem mehr.

Ist die empfohlene Erntezeit vorüber, dann bildet die Pflanze mehr und mehr der gesundheitsschädlichen Oxalsäure. Dann wird er als giftig eingestuft. Die Oxalsäure ist ein Stoff, der zwar auch in anderen Pflanzen vorkommt – vom Spargel über Spinat, Salat bis zum Schwarzen Tee –, doch der Gehalt ist dann vergleichsweise hoch. Bei hoher Konzentration von Oxalsäure im Körper kann es zur Eisen- und Kalziumarmut kommen und die Nierensteinbildung gefördert werden.

Übliche Mengen in der empfohlenen Erntezeit zu verzehren ist allerdings kein Problem, da der Körper die Säure über den Harn wieder ausspült.
Die höchste Konzentration finden wir insbesondere in den Blättern, weswegen diese auf keinen Fall verzehrt werden.

Wie lange kann man Rhabarber ernten?

Traditionell wird die Ernte am Johannistag, den 24. Juni, eingestellt. Zum einen soll das Gemüse danach zu viel der Oxalsäure eingelagert haben, zum anderen muss sich die Pflanze, genauer das unteridische Rhizom, vor seiner Winterruhe und nach der Ernte wieder erholen. Gibst du ihm diese Chance nicht, dann leidet die Langlebigkeit erheblich.

Welchen Rhabarber von August bis Herbst ernten?

Neuere Züchtungen, den sogenannten Herbstrhabarber, kannst du auch nach dem Johannistag und bis in den Oktober abernten.

Rhabarber pflanzen und nach der Ernte pflegen

Vom Rhabarber gibt es mehrere Sorten, besonders beliebt: Jene Sorten, die eine typische rote Stielfärbung aufweisen. Diese Sorten haben kaum oder gar keine faserige Haut. Ist die Sorte mit Fasern versehen, dann merkst du das, wenn du das Stielende abschneidest. Diese Fasern solltest du dann abziehen.

Die übliche Pflanzzeit ist im Herbst. Man kann aber noch bis in den April hinein Rhabarber pflanzen, wenn man darauf achtet, dass der Boden nicht austrocknet. Das mag die ansonsten sehr genügsame Pflanze überhaupt nicht.

Rhabarber liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und er benötigt reichlich Nährstoffe. Daher ist es sinnvoll, im bereits beim Pflanzen eine kräftige Portion Kompost ins Pflanzloch unterzumischen, gerne auch etwas Hornspäne oder Hornmehl. 

Auch nach der Erntezeit freut sich das Gewächs über eine Schicht aus Mulch, am besten Kompost, um sich vor dem Winter nochmals richtig zu stärken. Die weitere Pflege beschränkt sich auf regelmässiges Giessen und das Herausbrechen der Blütenstände.

Nach 6 bis 8 Jahren kann es sein, dass deine Pflanze von innen her verkahlt. Dann wird es Zeit, sie auszugraben und zu teilen. Hierzu wird die kahle Mitte entfernt und der Rhabarber in zwei oder drei Teile geschnitten oder mit dem Spaten geteilt.

Tipp: Warum man die Blüte ausbricht

Rhabarber ist ein Knöterichgewächs und zählt zu den Stauden. Stauden sind mehrjährige Pflanzen wie sicher ein Teil der Blühpflanzen in deinem Garten. Zwar sieht die lange Rispe mit weissen Blüten richtig schön aus, nur: Die Blüte und anschliessende Samenbildung schwächt deine Pflanze, das heisst, sie produziert nicht mehr so viel Laub mit den begehrten Stängeln. Daher bricht sie der Rhababerpflanzen-Besitzer im April, spätestens jedoch im Mai an der Basis aus.

Rhabarber in der Küche

Gewusst? Die rote Färbung erhält der Rhabarber durch wertvolle Anthocyane, ein Pflanzenstoff, der als Radikalenfänger gilt und die menschlichen Zellen schützt. Das Frühlingsgemüse ist zudem reich an Mineralien und liefert Vitamine wie Vitamin C, A und jene aus dem B-Komplex. Kalorienbewusste freut es zudem, dass 100 Gramm der Stiele lediglich 13 Kilokalorien haben.

Tatsächlich ist Rhabarber ein Gemüse, das du nicht nur süüs als Komptott oder Wähe zubereiten kannst, sondern auch herzhaf, obwohl es wirklich für Süssspeisen optimal geeignet ist. Rhabarber stammt ursprünglich aus dem Himalayagebiet Chinas und gewann ab dem 18. Jahrhundert mehr und mehr Fans in Europa.

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