Die richtige Pflege für das Blütenwunder Amaryllis

Die als Weihnachtsblüher bekannte Amaryllis und erfreut uns um die Weihnachtszeit mit üppiger Blütenpracht. Wir zeigen, wie sie mit der richtigen Pflege jahrelang Freude bereitet.

Amaryllis: Pflege vor & nach der Blüte plus Tipps zum Überwintern
Blühende Amaryllis in Rot: Auch in der Blühphase braucht die Hippeastrum Pflege. Foto: © iStock / Thinkstock
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Die Amaryllis ist in der Schweiz sowohl mit Knospen als auch im bereits blühenden Zustand erhältlich, um die Weihnachtszeit sogar als hübsche Schnittblume.

Die Amaryllis, auch Ritterstern oder Hippeastrum genannt, blüht zwischen Dezember und Februar. Die Pflanzen wachsen in verschiedenen Farben wie weiss, rot, rosa und sogar mehrfarbig, sind bei entsprechender Pflege langlebig und können, wenn sie verblüht sind, einfach überwintern. Wir zeigen, wie's geht.

Im Artikel

Amaryllis: Der ideale Standort

Bei der Pflege der Amaryllis spielt der Standort eine wichtige Rolle. Starten wir zum Zeitpunkt, zu dem Sie die Zimmerpflanze, sehr wahrscheinlich im November oder Dezember, gekauft haben.

Es ist eine Raumtemperatur von etwa 20 Grad und ein besonders heller Platz empfohlen, um dadurch eine möglichst intensive Färbung der Blüten zu erreichen.

Die Nachttemperatur darf auch mal nur 16 Grad betragen, denn grundsätzlich gilt: Je kühler die Pflanze steht, desto länger hält die Blüte.

Die Lebenszeit einer Blüte kann bis zu drei Wochen betragen. Beachten Sie bei der Amaryllispflege auch, dass die Pflanze zur Zeit der Blüte nicht in der direkten Sonne stehen sollte, weil die Blüten sonst zu schnell welken.

Sobald der Ritterstern blüht, fühlt er sich an einem weniger warmen Platz wohl.

Gewusst? Die in vielen südamerikanischen Ländern verbreitete Ritterstern hat eine Ursprungsart (Hippeastrum vittatum), aus der sich die etwa 70 weiteren wilde Sorten entwickelten.

Amaryllis richtig giessen

Treibt die Zwiebel, ist das Giessen kaum ein Thema. Die Erde darf auch mal austrocknen. Die eigentliche Energie, damit die Blume in der jetzigen Wachstumsphase wachsen kann, ist in der Zwiebel gespeichert.

Kurz bevor die Blüte aufbricht, wird die Amaryllispflege etwas anspruchsvoller und es muss kräftiger gegossen werden. Die Wurzeln der Amaryllis mögen allerdings keine Staunässe. Überschüssiges Wasser sollten Sie eine Stunde nach dem Giessen aus dem Topf oder Untersetzer entfernen.

Während der Blütezeit benötigt die Pflanze regelmässig Wasser. Wenn Sie Ihre Amaryllis auch im nächsten Winter zum Blühen bringen möchten, sollten Sie die Pflanze auch nach der Blütezeit mässig giessen, etwa 1 x die Woche.

Amaryllis nach der Blüte pflegen

Ist die Pflanze verblüht, schneiden Sie die Blüten ab, um die Bildung von Samen zu verhindern. Auch der Blütenstängel wird, wenn möglich, stehen gelassen und erst entfernt, wenn er gelb ist.

Gleichzeitig beginnen Sie damit, die Pflanze nach der Blüte zu düngen. Am besten alle 2,3 Wochen mit flüssigen Blühpflanzendünger versorgen. Mit dieser Massnahme speichert die Zwiebel wieder die nötige Energie, um im heimischen Winter wieder kräftig und gesund auszutreiben.

Je nach Witterung können sie die Pflanze nach dem Frost Ende Mai nach draussen in den Garten, auf die Terrasse oder den Balkon zu ihren anderen Pflanzen stellen. Die Hippeastrum bitte dann zunächst in den Schatten stellen, da sonst durch das ungefilterte UV-Licht die Blätter leicht verbrennen können. Später ist der Standort an einem halbschattigen Platz im Garten ideal. Nun sollten Sie sie der Witterung entsprechend oft giessen und im Garten alle 1 bis 2 Wochen düngen.

Die Zimmerpflanze kann natürlich auch im Haus übersommern, dann benötigt sie weniger Wasser und das Düngen alle 2 Wochen reicht aus.

Ende August, Anfang September beginnt die Ruhephase

Das Giessen mit Wasser sowie das Düngen der Zierpflanze wird dann im August, spätestens Anfang September eingestellt. Nun beginnt die Ruhephase, die ruhig im kühlen Keller oder an einem anderen kühlen Ort stattfinden kann. Das hat den Effekt, dass sich die Zwiebel mit der Energie der Blätter versorgt und diese abwelken.

Das Überwintern können Sie auf zweierlei Arten angehen, um sich im nächsten Jahr wieder an der nächsten Blüte der Hippeastrum zu erfreuen. Im Redaktionstopfgarten wird sie für die Ruhephase einfach an einen kühlen (nicht über 15 Grad warm), dunklen Ort gestellt. Sobald die Blätter vertrocknet sind, werden sie nahe an der Zwiebel abgeschnitten.

Optional können Sie die Hippeastrum auch überwintern, indem Sie sie aus der Erde nehmen, die Zwiebelpflanze in Zeitung wickeln und bis zum Winter kühl lagern. Das Blatt beziehungsweise die Blätter schneiden Sie auch bei dieser Methode erst völlig eingetrocknet ab.

Wachstumsphase der Amaryllis starten

Anfang November leiten Sie wieder die Wachstumsphase ein:

  1. Aus der alten Erde nehmen und vertrocknete Wurzeln bis an die Zwiebel abschneiden.
  2. Haben sich eventuell bereits neue Wurzeln gebildet, diese belassen.
  3. Nach der Ruhephase nehmen Sie nun frische Erde (Zimmerpflanzenerde) und einen grossen Topf (eine Nummer grösser als zuvor) und pflanzen die Zwiebel ein. Der Topf hat idealerweise Abzuchslöcher für das Wasser und steht in einem Übertopf oder auf einem Untersetzer.
  4. Tipp: Eventuell vorhandene Tochterzwiebeln werden entfernt. Auch diese können Sie in kleine Töpfe einpflanzen und regelmässig mit Wasser versorgen. Die Vermehrung ist also ganz einfach, aber aber bis zur ersten Blüte, dauert es ein paar Jahre.
  5. Mindestens die Hälfte der Zwiebel sollte aus der Erde schauen, um Fäule zu vermeiden.
  6. Nun 1 x gut mit Wasser giessen und an einem warmen, hellen Platz aufstellen.
  7. Feucht, aber nicht nass halten und auf die bald einsetzende Wachstumsphase warten.
  8. Treibt die Blüte aus, dann wieder düngen.

Der Zyklus beginnt von vorn und die schöne Pflanze sollte im Winter wieder wunderschöne Blüten bilden.

Auch wenn Sie das Ganze zum ersten Mal machen, es ist wirklich einfach. Verpasst man es übrigens, die Zwiebel Anfang November zu pflanzen, keine Sorge, dann blüht sie eben entsprechend später.

Funfact: Amaryllis oder nicht?

Über ein Jahrhundet stritten sich Botaniker über diese Zwiebel. Amaryllis oder nicht, das war hier die Frage, denn: Die echte Amaryllis, die Belladonnalilie (Amaryllis belladonna), ist Teil der Familie der Amaryllisgewächse. Diese wiederum hat drei Unterfamilien, zu denen beispielsweise auch die Schmucklilien (Agaphantus) zählt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde diese Pflanzenfamilie erstmals botanisch eingeordnet.

Jahrzehnte später wurde in Südamerika eine Pflanze entdeckt, die als Ritterstern – botanischer Name Hippeastrum – bezeichnet wird. Hippeastrum sieht der echten Amaryllis, also der Belladonnalile, in der Blüte sehr ähnlich sieht. Daher wurde Hippeastrum fortan als Amaryllis bezeichnet.

Neben der optischen Ähnlichkeit der üppigen Blüte haben beide gemeinsam, dass sie nicht frosthart sind und nicht im Garten, sondern im Haus überwintern müssen. Was sie aber grundsätzlich unterscheidet, ist die Tatsache, dass die echte Amaryllis erst die Blüten ausbildet und dann das Laub. Der Ritterstern oder Hippeastrum indes bildet erst sein Laub und fängt dann zu blühen an.

Diese Unterschiede sorgten für Zweifel unter den Botanikern. 1987 kam es zur Trennung der beiden Familien und der schöne Ritterstern zählte ab sofort nicht mehr zur Gattung Amaryllis. In diesem Jahr entschieden sich Botaniker, die etwa 70 Sorten der Hippeastrum und mittlerweile mehrere Hundert Züchtungen (Hippeastrum-Hybriden) als eigene Familie zu führen.

Achtung: Die Hippeastrum ist in allen Pflanzenteilen giftig. Daher gilt bei Arbeiten mit der Blume: Vorsicht walten lassen.

Da sich der Name Amaryllis allerdings für die Zwiebel des Rittersterns eingebürgert hat, wird die Pflanze heute meist weiterhin mit dieser Bezeichnung verkauft.

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