Das Hochbeet richtig befüllen und bepflanzen

Hochbeete sind grossartig! Selbst auf kleinstem Raum ermöglichen Sie eine üppige Ernte. Voraussetzung: Sie müssen richtig befüllt sein. Praxistipps wie Sie das Hochbeet befüllen und bepflanzen.

Hochbeet befüllen und bepflanzen mit Setzlingen
Ein Hochbeet im Garten anlegen, das schont den Rücken und der Hobbygärtner erntet auf kleiner Fläche ungleich mehr, als im Beet am Boden. Foto © linephoto/ iStock / Getty Images Plus
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Hochbeete sind spätestens seit Urban Gardening die Städte erobert wieder extrem beliebt. Kein Wunder haben sie doch so einige Vorteile, wie eine reichere und länger dauernde Ernte im kleinen Gemüsegarten. Ideal ist der Aufbau der Füllung mit dem Vier-Schicht-System. Weiter unten finden Sie eine einfache Anleitung zum Befüllen Ihres Hochbeets und wie Sie die Füllung optimal pflegen und erneuern. Für alle, die es einfach mögen, zeigen wie eine simple Füll-Variante. Zudem zeigen wir, wie Sie ihr Hochbeet bepflanzen und optimal für den Anbau mit Gemüse und Kräutern nutzen und Tipps für Hochbeete auf Balkon und Terrasse.

Ein Hochbeet, das richtig angelegt und bepflanzt wurde, bringt seinem Besitzer lange Freude. Wie Sie selbst ein Hochbeet aus Holz bauen, sehen Sie Schritt für Schritt in unserem Artikel «Hochbeet selber bauen». Sobald es steht, geht es an die Befüllung.

Die schnelle Variante besteht aus einer einfachen Füllung mit gutem Mutterboden oder Pflanzerde. Sie eignet sich für kleinere, höher gelegte Beete und man kann im Beet sofort alles Mögliche anpflanzen.

Gemüsegärtner setzten aber mit Vorliebe auf die klassische Vier-Schicht-Füllung, wenn sie ein neues Hochbeet anlegen und bepflanzen. Dieser Schichtaufbau hat mehrere Vorteile.

Warum vier Schichten?

Fachsimpeln Hochbeetgärtner untereinander, dann fällt immer auch der Begriff 'vier Schichten' für die Füllung. Dieser Aufbau setzt voraus, dass Sie das entsprechende Material haben oder besorgen können. Diese vier Schichten werden geschätzt, da sie durch die teilweise Verrottung der Inhaltsstoffe vergleichsweise viel Wärme abgeben. Die Wärme sorgt für einen früheren Start in die Anbausaison und sie verlängert diese auch. Und da eine der Schichten aus reinem, noch nicht verrottetem Kompost besteht, hat der Inhalt äusserst viele Nährstoffe. Diese werden von den sogenannten Starkzehrern wie Kürbis, Zucchetti oder Kohl geschätzt.

Es gibt verschiedene Formen des Schichtaufbaus. Im Folgenden stellen wir eine der gängigsten vor, die auch im Redaktionsgarten genutzt wird.

Massnahmen vor dem Anlegen Ihres Hochbeetes

Falls Ihr Beet direkt auf dem nackten Gartenboden steht, sollten Sie vor dem Befüllen ein Gitter oder einen feinen Maschendrahtzaun, sogenannter Hasendraht, auf dem Boden anbringen. Bitte so 10 bis 15 Zentimeter an den Rändern hochstehen lassen. Dies dient der Abwehr insbesondere von Wühlmäusen, die es auf Ihre reiche Ernte abgesehen haben.

Ob Sie die Seitenwände vor dem Befüllen verkleiden oder behandeln, ist Geschmacksache und abhängig vom verwendeten Material sowie der gewünschten Haltbarkeit des Beetes, gerade, wenn Sie Holz verwenden. Viele nutzen hierfür Teichfolie, die allerdings nicht immer weichmacherfrei ist. Weichmacher stehen im Verdacht, Krebs auszulösen und hormonell zu wirken. Stoffe, den Sie vielleicht nicht im (Holz-)Hochbeet haben möchten.

Tipps vor dem Befüllen

  • Ein Unkrautvlies an die Aussenwände angebracht, erfüllt auch den Zweck, das Erdreich vom Holz zu trennen.
  • Eine weitere Möglichkeit für den Holzschutz: Das Innere (gerne auch aussen) mit Ölen oder umweltfreundlichen Lasuren streichen. Eine Empfehlung gilt der sehr gut aushärtenden Behandlung mit Leinölfirnis, das die Grosseltern bereits für den natürlich-effektiven Holzschutz nutzten. Bei Lärche und anderen Harthölzern können Sie auf diese Massnahmen verzichten.
  • Wenn sie einen besonders lehmigen Boden im Garten haben, der lange sehr nass bleibt, dann können Sie ca. 10 cm Erdreich abtragen und dieses Loch mit Kies als Drainage auffüllen.

Anleitung: Das Beet in vier einzelnen Schichten füllen

Nun zum Schichtaufbau für ein Pflanzbeet mit 80 bis 100 cm Höhe.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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  1. Die erste Schicht besteht aus Schnittgut aller Art. Sie schneiden Bäume zurück oder bringen Sträucher und Hecken wieder in Form? Dann die Zweige und Äste ganz grob zerkleinert als erste Schicht auffüllen. Diese sollte so 15 cm messen. Alternativ können Sie Hackschnitzel verwenden oder auch Heuballen. Tipp: Einfach mal nach dem Befüllen hineinhüpfen und im Entengang das grobe Material etwas verdichten. Zweck dieser Schicht: Drainage für überschüssiges Wasser.
  2. Bei der zweiten Schicht, die etwa 15 – 20 cm misst, sind Sie flexibler. Diese kann aus Gartenerde bestehen, aber auch aus abgestochenen Grassoden und Laub (wenn Sie besonders viel haben) sowie Grasschnitt, den sie über einen Zeitraum sammeln. Zweck: Füllschicht, ist organisches Material darunter, dann kommt die langsame Verrottung und Stickstofflieferung sowie Wärme hinzu. Tipp: Haben Sie mehr Schnittgut als Materialien für diese Schicht, dann eben etwas mehr und bis zu 30 cm Schnittgut verwenden.
  3. Die dritte Schicht besteht entweder aus noch nicht ausgereiftem, aber sichtlich schon zersetztem, grobem Kompost, Rohkompost genannt. Zweck: Wärme und Nährstoffabgabe.
  4. Die vierte Schicht im Beet gilt der eigentlichen Pflanzschicht. Hier füllen Gärtner mit mehreren Hochbeeten (einen Teil davon) gerne mit 30 cm reifem Kompost auf. Das hat den Vorteil, dass hier wirklich hungrige Pflanzen sichtlich gut gedeihen. Für genügsamen Salat oder Radies ist das indes viel zu viel Power. Daher der Tipp: Mit guter Pflanzerde, möglichst torffrei, diese Schicht gestalten. Dann können Sie gleich alles pflanzen. Bei Verwendung von Kompost ist diese Gemüseabteilung für weniger hungrige Pflanzen ab dem 2. Jahr verwendbar.

Pflege der Füllung

Der Inhalt Ihres Hochbeets setzt sich nach der ersten Saison um bis zu 20 cm ab. Der Grund ist die Verdichtung, vor allem aber die Verrottung. Hier müssen Sie ab dem zweiten Jahr das Beet jährlich mit Pflanzerde auffüllen. Tipp: Verwenden Sie hier eher gute, torffreie Erde. Die teurere  Hochbeeterde ist unnötig.  Dieser geben Sie jährlich pro m² eine Handvoll Urgesteinsmehl, Terra Preta oder Hornmehl zu, fertig ist das ideale Pflanzmedium.

Nach etwa 5 Jahren ist der Dünge- und Wärmeeffekt der Schichtbefüllung vorbei. Nun können Sie den Inhalt einfach neu anlegen - der 'alte' Inhalt verbessert prima schlechte Gartenböden oder ist gut für Topfpflanzen oder aber Sie belassen es hierbei, füllen jährlich auf und geben besonders hungrigen Pflanzen einfach etwas Kompost rund ums Pflanzloch hinzu.

Variante 2: Anlegen und befüllen geht auch einfacher

Im Redaktionsgarten stehen insgesamt drei solcher rückenschonender Pflanzbeete mit insgesamt 14 m². Als diese angelegt wurden, war nicht annähernd ausreichend des benötigten Füllmaterials vorhanden. Für diesen Fall und für jene, die es gerne einfach halten, kann auch Gartenerde aus dem eigenen Garten oder von einem Baustoffhändler bezogen werden. Gerne wird für Gartenbaumassnahmen Erde mit einem Anteil von 20, 25 Prozent Kompost angeboten. Oder: Man kauft regional produzierten Kompost – Biogasanlagen verkaufen teils Kompost und Pflanzsubstrate – und mischt diesen unter die Gartenerde.

Praxistipp zu Schnecken: Die Beete sind gut bei Schnecken im Garten. Aber auch sie entdecken irgendwann die Leckereien in luftiger Höhe. Hier hat sich ein im Gartencenter erhältliches Kupferband bewährt. Das ist selbstklebend, 2, 3 cm breit. Damit es länger hält, hilft es, alle 30 - 50 cm eine Agraffe einzuschlagen.

Bei mehreren Kulturen über das Jahr geben Sie bei weniger hungrigen Kulturen einfach vor der Wiederbepflanzung genannte Hilfsmittel wie Urgesteinsmehl hinzu. Spätestens jedes Frühjahr. Für Starkzehrer kommt noch etwa 45 Liter Kompost auf 1 m² ins Beet. Fertig ist die passende Erde für Ihr Hochbeet.

Die optimale Bepflanzung: Grenzenlose Vielfalt

Hochbeet bepflanzt mit Gemüse und Salat

Foto © Jürgen Rösemeier

Man muss nicht unbedingt ein Gartenbaustudium ablegen, um ein oder mehrere diese Pflanzbeete optimal zu nutzen. Optimal heisst: Möglichst viel und lange auf kleiner Fläche ernten – ganz nach der Philosophie der Permakultur.

Radieschen, Salat, Randen, Rüebli, Fenchel, Pastinake oder Spinat, Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini, Kürbis, Kohl, Auberginen, Peperoni oder Peperoncini und frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum – gepflanzt und gesät wird, wie im ganz normalen Gemüsegarten.

Tipps aus dem Redaktionsgarten

  • Gemüse nach den Prinzipien der Mischkultur anbauen ist gerade auf der begrenzten Fläche optimal.
    Hochbeet befüllt und bepflanzt mit Gemüse

    Foto © Jürgen Rösemeier

  • Kann, muss aber nicht: Fruchtfolge wird im Gemüsebeet empfohlen, da so vor allem die Krankheitsanfälligkeit und der mögliche Schädlingsbefall minimiert wird. Bei der Fruchtfolge platziert man im Schnitt nur alle 4 Jahre wieder eine Pflanzenart an gleicher Stelle im Beet. Bei diesen höhergelegten Beeten und mit der begrenzten Pflanzfläche ist das allerdings schwierig. Hier kann man versuchen, die Pflanzen  jedes Jahr möglichst an eine andere Stellen zu setzen. Im Vergleich zum Gartenbeet ist dieser Punkt allerdings zu vernachlässigen, da Sie ihre Beete schliesslich jedes Jahr neu auffüllen.
  • Tief- neben Flachwurzler und schnell neben langsam. Auch eine Form der Mischkultur, die sich bewährt hat, ist es, flach- neben tiefwurzelnde und lange neben kurze Kulturen zu platzieren. So sitzt im Redaktionsgarten Wurzelgemüse eher dicht neben Salaten. Der Salat ist längst abgeerntet, wenn Rote Beete, Kohlrabi oder Karotten richtig in Fahrt kommen. Zudem teilen sich solche Kulturen das Erdreich gut auf. So wurzelt Salat nur flach und benötigt wenig Nährstoffe, das benachbarte Wurzelgemüse sucht sein Heil (und Nährstoffe) in der Tiefe. Oder: Radieschen können durchaus mit Rüebli zusammenwachsen. Erstere sind längst gegessen, wenn die Rüebli richtig in Fahrt kommen. So können Sie platzsparend viele Pflanzen unterbringen.
  • In die Höhe und über den Rand wachsen lassen. Gurken wachsen hervorragend an einem Spalier in die Höhe und die Zucchetti machen sich prima am Rand und darf diesen überragen. Werden bei Letzterer die Blätter allzu üppig? Kein Problem, einfach von unten her ausdünnen.
    Hochbeet mit salat, Kräutern

    Foto © Jürgen Rösemeier

  • Mehrjährige Kräuter, eher nicht. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin & Co. Diese mehrjährigen Kräuter und Pflanzen setzen Sie lieber in den Garten oder in einen großen Topf. Ansonsten müssten Sie vor dem Auffüllen die Mehrjährigen regelmässig ausgraben und neu pflanzen.
  • Optimale Ausnutzung der Fläche: Ein oder mehrere Hochbeete sollten ab dem Frühjahr und maximalen Ertrag immer möglichst voll sein und idealerweise bleibt keine Fläche frei. Das erzielen Sie, indem Sie regelmässig nach Bedarf Setzlinge vorziehen (Salat z. B. alle vier Wochen) oder eben beim Gärtner des Vertrauens Setzlinge nachkaufen. Ist etwas abgeerntet, dann wird gleich wieder nachgelegt (Samen) oder nachgepflanzt (Jungpflanzen).

Im Ziergarten ein Hochbeet bepflanzen

Man kann ein Hochbeet mit allem bepflanzen, worauf man Lust hat. Nicht nur Gemüse ist geeignet, sondern auch Blumen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hochbeete können eingesetzt werden, um den Garten zu gliedern oder einen Sitzplatz einzufassen. Die spezielle Schichtung ist dann aber weniger geeignet.

Tipps für befestigte Flächen & den Balkon

So eine Insel aus Blüh-, Gemüse- und Kräuter-Pflanzen passt überall hin und muss auch gar nicht so hoch sein. So 45 Zentimeter reichen aus. Wie wäre es solche künstlichen Blühflächen einfach mal auf befestigte Flächen wie in der Hofeinfahrt oder auf die Terrasse aufzustellen? Hierzu müssen Sie lediglich stabiles, wasserdurchlässiges Unkrautvlies zur Auskleidung am Boden und einige Zentimeter nach oben einlegen und loslegen. Das Vlies ist nötig, damit Ihnen die Pflanzerde nicht davonfliesst.

Natürlich sind die Alleskönner auch für Balkone geeignet. Hier sollte man allerdings weniger voluminöse, leichte Beete wählen, am besten welche, die auf Füssen stehen. Im Zweifelsfall die Statik mit dem Hausbesitzer abklären.

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