Hochbeet befüllen: Eine einfache Anleitung in 4 Schritten

Hochbeete ermöglichen selbst auf kleinstem Raum eine üppige Ernte. Voraussetzung: Sie müssen richtig befüllt sein. Am besten befüllst du ein Hochbeet in vier Schichten. Kleinere Hochbeete, die nicht direkt auf dem Boden stehen, kannst du hingegen mit nur zwei Schichten – einer Drainage und Gartenerde – befüllen. Hier bekommst du wichtige Praxistipps fürs Hochbeet befüllen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Drei grosse Hochbeete in einem Garten
Richtig befüllt gedeiht Gemüse sehr schnell im Hochbeet. © Sandra Westermann / iStock / Getty Images Plus
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Hochbeet befüllen – das Wichtigste in Kürze:

  • Hochbeete befüllt man immer in Schichten.
  • Ein klassisches Hochbeet wird direkt auf dem Gartenboden platziert. Mehr zum Untergrund
  • Vor dem Befüllen solltest du bei einem offenen Hochbeet einen Maschendraht über den Boden legen. Welche Vorbereitung wichtig ist
  • Die vier Schichten im Hochbeet bestehen aus Schnittgut, Laub, grobem Kompost und gartenerde. Zur Befüllung
  • Nicht alle Zweige eignen sich für die Befüllung, darunter etwa Efeu und Nadelhölzer. Welche Äste nicht ins Hochbeet dürfen
  • Ein kleines Hochbeet für den Balkon füllst du nur mit Erde und Blähton. Hier geht’s zur Anleitung

Ein Hochbeet wird in Schichten befüllt. Als schnelle Variante kannst du zwar auch eine Füllung aus Pflanzerde verwenden, doch bessere Bedingungen für Nutzpflanzen wie Gemüse und Kräuter schaffst du mit einem nährstoffreichen Boden aus vier Schichten.

Ein Hochbeet in Schichten befüllen hat mehrere Vorteile

Die klassische Vier-Schicht-Füllung eines Hochbeetes hat sich bereits bewährt. Durch die Verrottung der Befüllung wird viel Wärme abgeben, wodurch das optimale Mikroklima entsteht. Die Wärme sorgt für einen früheren Start in die Anbausaison und verlängert diese.

Hinzu kommt, dass eine der Schichten aus reinem, noch nicht verrottetem Kompost besteht. Dieser enthält äusserst viele Nährstoffe, die insbesondere von den sogenannten Starkzehrern wie Kürbis, Zucchetti oder Kohl geschätzt werden.

Es gibt verschiedene Formen des Schichtaufbaus. Im Folgenden stellen wir eine der gängigsten vor, die auch im Redaktionsgarten genutzt wird.

Auf welchen Untergrund stellt man ein Hochbeet?

Das Tolle an einem Hochbeet ist, dass du es überall aufstellen kannst. Auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten. Bevor es an die Frage nach dem Untergrund und der Befüllung geht, ist jedoch wichtig zu klären, welche Art Hochbeet du aufstellen willst.

Ein sogenanntes Kompost-Hochbeet hat einen offenen Boden und muss direkt auf der Erde stehen. Wer ein geschlossenes Hochbeet hat, kann dieses an einen Ort der Wahl stellen – Hauptsache, die Pflanzen bekommen genug Licht.

Auch die Befüllung eines Hochbeets richtet sich danach, ob du ein offenes Hochbeet oder eines auf Beinen bepflanzen möchtest.

Den Untergrund fürs Hochbeet vorbereiten

Falls dein Hochbeet direkt auf dem Gartenboden steht, solltest du vor dem Befüllen ein Gitter oder einen feinen Maschendrahtzaun, sogenannter Hasendraht, auf dem Boden anbringen. Dabei ca. 15 Zentimeter an den Rändern hochstehen lassen. Dies dient der Abwehr von Wühlmäusen.

Tipps vor dem Befüllen

  • Stecke den Platz für dein Hochbeet vorher ab und hebe eine flache Grube aus.
  • Entferne grössere Steine und ziehe Wurzelunkraut aus der Erde.
  • Lockere die Erde an dem Ort auf, wo das Hochbeet stehen soll.
  • Ein Unkrautvlies an die Aussenwände angebracht hilft, das Holz vor direktem Kontakt mit der Erde zu schützen, sodass es nicht verrottet.
  • Wenn du einen besonders lehmigen Boden im Garten hast, der lange sehr nass bleibt, kannst du ca. 10 cm Erdreich abtragen und dieses Loch mit Kies als Drainage auffüllen.
  • Stelle nun das Hochbeet auf und lege besagten Hasendraht aus.

Anleitung: Hochbeet befüllen Schicht für Schicht

Der folgende Schichtaufbau eignet sich für ein Pflanzbeet mit 80 bis 100 cm Höhe. Tipp: Die Befüllung eignet sich vor allem, wenn du Nutzpflanzen wie Gemüse und Kräuter im Hochbeet ziehen möchtest.

Schnittgut

Die erste Schicht besteht aus Schnittgut aller Art. Hierfür eignen sich Äste und Zweige von Büschen und Bäumen. Diese grob zerkleinert als erste, ca. 15 cm hohce Schicht auffüllen. Alternativ kannst du Hackschnitzel oder Rindenmulch verwenden. Tipp: Nach dem Befüllen ins Hochbeet treten und das grobe Material mit grossen Schritten etwas verdichten. Zweck dieser Schicht: Drainage für überschüssiges Wasser.

Laub und Rasenschnitt

Bei der zweiten Schicht, die etwa 15 – 20 cm misst, bist du flexibler. Diese kann aus Gartenerde bestehen, aber auch aus umgedrehten Rasensoden und Laub sowie Rasenschnitt, den du über einen Zeitraum gesammelt hast. Zweck der Füllschicht: Befindet sich organisches Material darunter, kommt die langsame Verrottung und Stickstofflieferung sowie Wärme hinzu.

Grober Kompost

Die dritte Schicht besteht aus halbreifem, aber sichtlich schon zersetztem, grobem Kompost, Rohkompost genannt. Zweck: Wärme und Nährstoffabgabe.

Gartenerde und reifer Kompost

Die vierte Schicht ist die Pflanzschicht. Diese mit guter Gartenerde, möglichst torffrei, ca. 30 cm hoch befüllen. Alternativ kannst du dieser Schicht auf reifen Kompost untermischen, was gerade für den Gemüseanbau im Hochbeet optimal ist.

Welche Äste nicht ins Hochbeet dürfen

Vorsicht: Nicht alle Zweige und jedes Laub eignet sich für die Hochbeet-Befüllung. Thuja und Nadelholz versauert die Befüllung. Das Laub von Nussbäumen hemmt das Wachstum und Efeu bringt die Gefahr mit sich, das ganze Hochbeet zu durchwuchern. Auch Rosenzweige können plötzlich unerwünscht neu austreiben.

Kann man ein Hochbeet auch nur mit Erde befüllen?

Egal ob du ein Kompost-Hochbeet im Garten oder ein geschlossenes Hochbeet auf dem Balkon hast – wichtig ist, dass die Befüllung das Abfliessen von Wasser ermöglicht. Kleinere Hochbeete wie etwa Tischhochbeete haben jedoch deutlich weniger Platz als konventionelle Hochbeete und eignen sich daher nicht für viele verschiedene Schichten.

Kleines Hochbeet auf einem Balkon
Ein kleines Hochbeet befüllst du mit einer Schicht Kies und Gartenerde. © TG23 / iStock / Getty Images Plus

Die kleineren Hochbeete befülllst du daher in erster Linie mit Erde. Das hat den Vorteil, dass die Befüllung sehr schnell und einfach von der Hand geht. Ein Nachteil ist jedoch, dass die Nährstoffe aus der natürlichen Beschichtung fehlen und du das Hochbeet daher regelmässig düngen solltest.

Auch ein kleines Hochbeet solltest du jedoch nicht ausschliesslich mit Erde befüllen. Damit Wasser ablaufen kann, ist eine Drainage aus Kies, Blähton oder Schotter wichtig. Diese Schicht kann 15-25 cm hoch sein. Darauf kannst du dann die Gartenerde verteilen.

Tipp: Auch wenn du ein Hochbeet nur für Zierpflanzen anlegst, kannst du auf die aufwändige Beschichtung verzichten. Dann füllst du – je nach Höhe des Hochbeetes – eine 15-30 cm dicke Schicht Kies oder Schotter ins Beet. Decke diese Schicht mit einem Gartenvlies ab, damit die Erde nicht in die Kiesschicht sickert. Nun kannst du den Rest des Hochbeetes mit hochwertiger Gartenerde befüllen.

Die Befüllung des Hochbeetes frisch halten

Der Inhalt deines Hochbeets setzt sich nach der ersten Saison um bis zu 20 cm ab. Der Grund ist die Verdichtung, vor allem aber die Verrottung. Hier solltest du ab dem zweiten Jahr das Beet jährlich mit Pflanzerde auffüllen.

Tipp: Verwende ausschliesslich torffreie Erde. Die teurere Hochbeeterde ist unnötig. Dieser gibst du jährlich pro m² eine Handvoll Urgesteinsmehl, Terra Preta oder Hornmehl zu, fertig ist das ideale Pflanzmedium.

Nach etwa 5 Jahren ist der Dünge- und Wärmeeffekt der Schichtbefüllung vorbei. Nun kannst du den Inhalt einfach neu anlegen. Mit dem alten Inhalt kannst du Gartenböden oder oder Topfpflanzen düngen.

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