Diese Lebensmittel machen weit gereisten Superfoods Konkurrenz

Wer sich gesund ernähren will, setzt oft auf Superfoods. Doch dank diesen gesunden Lebensmitteln können Goji, Acai, Chia, und Co. getrost in ihrer fernen Heimat bleiben.

Gesunde Lebensmittel: Diese Nahrungsmittel machen eine gesunde Ernährung aus
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Superfoods strotzen nur so vor Mikronährstoffen, die sie zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt machen sollen. Jede Menge Vitamine, hoch dosierte, gesunde Mineralstoffe oder Radikalenfänger, die uns fit und gesund machen.

Doch gesunde Lebensmittel wachsen auch vor unserer Haustür. Wir zeigen gute Alternativen zu Avocados, Gojibeeren, Chiasamen & Co..

Goji- & Acaibeeren vs. heimisches Beerenobst

Gesunde Lebensmittel: Gojibeeren, Arojabeeren und Beerenobst

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Die chinesische Gojibeere ist eine wahre Wunderwaffe für unsere Gesundheit, die Acaibeere aus dem Amazonasgebiet ist ihr ebenbürtig. Ja, selbst lebensverlängernd wollen die kleinen Kraftpakete sein. Vor allem die viel gepriesenen Antioxidantien in den Beeren sollen diese Wunder bewirken und sie zu besonders gesunden Lebensmitteln machen.

Doch hier können heimische, frisch gepflückte Beeren wunderbar mithalten. Auch sie enthalten jede Menge gesunder Inhaltsstoffe, von wertvollen Vitaminen über Mineralien bis hin zu den so bei Goji und Acai gelobten Antioxidantien. Vor allem die dunklen Früchte wie Brombeere, Heidelbeere, aber auch die leckeren Kirschen und die Schwarze Johannisbeere liefern jede Menge davon. Sich die lange Saison über mit heimischen wie frischen Beeren zu versorgen und sie im Winter aus der Truhe in den Smoothie oder das Müsli zu geben ist eine sehr gute Alternative zu den weitgereisten, getrockneten, pulverisierten oder flüssigen Fruchtbomben.

Nachhaltigkeitstipp: Im eigenen Garten oder auf dem Balkon gesunde Beeren pflanzen, geht ganz einfach: Welche Beeren wollen Sie pflanzen und ernten? Johannisbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Erdbeeren

Gesunde Lebensmittel mit viel Vitamin C

Die Acerola-Kirsche, als Superfood gepriesen, ob seines weltmeisterlichen Vitamin C Gehaltes, ist aufgrund ihrer geringen Haltbarkeit leider so gut wie gar nicht bei uns frisch erhältlich. Daher ist sie allenfalls getrocknet, als Saft oder in Pulverform zu kaufen. Und dies zu einem strammen Preis. Im Tausch bieten die südamerikanischen Früchte satte 1700 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm, also jede Menge.

Gesunde Lebensmittel: Acerolabeere, Hagebutte und Sanddorn

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Händler der Vitamin C-Bombe werben gerne damit, dass sie bis zu 30 x mehr Vitamin C als beispielsweise Äpfel, Erdbeeren oder Zitronen enthält. Das klingt super, oder? Zumindest als Kaufanreiz. Nur, man könnte einfach auch andere Früchte mit mehr Vitamin C-Gehalt aufführen, dann wäre die Diskrepanz nicht mehr ganz so gross.

Heimische Beispiele sind die Schwarze Johannisbeere mit knapp 200 mg oder Sanddorn mit bis zu 800 mg. Und wenn man von diesen gesunden, heimischen Vitaminbomben einfach mehr isst oder trinkt, schon ist die Acerola-Kirsche gar nicht mehr so weltmeisterlich.

Noch konkurrenzfähiger in Sachen Vitamin C ist die Hagebutte. Sie enthält bis zu 1250 mg Vitamin C. Wer braucht da noch weitgereiste oder pulverisierte Acerola-Kirschen.

Zumal man bei einer empfohlenen Tagesdosis von unter 100 mg auch schnell mit kostengünstigerem Obst und Gemüse und bei einer ausgewogenen Ernährung recht leicht auf den nötigen Tagesbedarf des gesunden Vitamins kommt. Wenn es um Höchstwerte geht, dann ist die Frucht von Rosen jedenfalls die interessante, heimische Alternative.

Nachhaltigkeitstipp: Diese gesunden Lebensmittel aus der Ferne können Sie im eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauen. Hier finden Sie Anleitungen und Tipps für: Ingwer, Kiwi, Kurkuma, Cherimoya, Auberginen, Wassermelonen

Gesunde Lebensmittel: Chia- vs. Leinsamen

Gesunde Lebensmittel: Chiasamen vs. Leinsamen

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Kaum ein Superfood wird so gepriesen wie der Chiasamen. Man kann nach dem Quellenlassen mit diesen erneuten Südamerikanern zwar jede Menge in der Küche zaubern – siehe Pudding aus Chiasamen –, ihr Gehalt an gesunden Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist recht hoch, Antioxidantien soll er reichlich enthalten und die verdauungsfördernde Wirkung sei ideal für unseren Körper.

Doch dem weitgereisten Superfood kann man bedenkenlos den guten alten Leinsamen gegenüberstellen. Und auch er kann durchaus mit inneren Werten glänzen. Auch er schützt unsere Zellen, in diesem Fall durch sekundäre Pflanzenstoffe, die sich Lignane nennen und die nachweislich präventiv vor Darm-, Brust- und Prostatakrebs schützen sollen. Leinsamen enthält ebenfalls die guten Fettsäuren, die das Herz und Immunsystem schützen, Haare, Nägel, Haut und Schwangere profitieren von der enthaltenen Folsäure. Und für die Verdauung sind sie ebenso gut wie Chiasamen. Mehr zum Superfood Leinsamen erfahren Sie hier.

Exotische vs. heimische Körner

Gesunde Lebensmittel: Quinoa, Amaranth und Haferflocken

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Auch beim Getreide gibt es einige Sorten, die gerne zu den besonders gesunden Lebensmitteln gezählt werden. Ob Quinoa, das Urgetreide aus Südamerika, oder das Pseudogetreide Amaranth mit gleicher Herkunft – weitgereiste Körner laufen dem heimischen Getreide den Rang ab, wenn es um eine gesunde Ernährung geht.

Dagegen sind Haferflocken das heimische Superfood, das ebenso vielfältig in der Küche eingesetzt werden kann und mit spitzen inneren Werten glänzt.

So liefern Haferflocken unserer Verdauung jede Menge Ballaststoffe, bieten komplexe Kohlenhydrate, die lange satt machen und dem Heisshunger den Garaus machen. Zudem sind Haferflocken wahre Muskelaufbauer dank jeder Menge Eiweiss. Weitere Argumente für die Wahl der Haferflocke als auch in der Schweiz angebautes Getreide sind das Hautvitamin E und die enthaltenen Mineralien, die als wahre Hautverjünger gelten.

...wären da nicht die Gluten

Okay, Quinoa und Amaranth sind glutenfrei. Ein Pluspunkt, den Haferflocken aber schnell relativieren können. Denn, so die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft, Haferflocken enthalten zwar geringe Mengen an Klebereiweiss, doch anders als beim Weizen ist es weitaus verträglicher und soll, so die Fachleute, bei Zöliakie nicht schaden. Alleine eine allmähliche Gewöhnung sollte mit anfangs kleineren Portionen vorgenommen werden. Mehr zu diesem heimischen Superfood unter 5 gute Gründe, warum Haferflocken ein Superfood sind.

Man kann gespannt sein, ob die ersten Anbauversuche von Quinoa in der Schweiz sich als erfolgreich erweisen. Dann muss das Getreide zumindest nicht mehr so weit reisen.

Gesunde Lebensmittel zum Knabbern: Cashew- vs. Baumnuss

Gesunde Lebensmittel: Cashewkerne, Baumnüsse und Kürbiskerne

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Cashewkerne, genauer, die Cashewnuss, stammt ursprünglich aus Brasilien. Heute wird die beliebte gesunde Knabberei auch in Kenia oder Indien aus einer apfelähnlichen Frucht angebaut und eingeführt. Auch sie wird als besonders gesund gepriesen, da sie ein guter Magnesium- und Phosphorlieferant ist, reich an gesunden Fettsäuren und diversen Vitaminen wie die der B-Gruppe.

Auch hier steht ein heimischer Konkurrent in Sachen Gesundheitsförderung in nichts nach. Denn: Die Baumnuss bietet der Cashewnuss ordentlich Paroli. So enthält auch sie jede Menge gesunder Fette, fördert das Immunsystem dank jeder Menge Zink, liefert ebenso B-Vitamine, den Eiweissbaustoff Tryptophan, der unser Gehirn zu Höchstleistungen anspornt, sowie Serotonin, das uns beim Knabbern einfach glücklich macht.

Kürbiskerne enthalten Magnesium, Phosphor, Kalium, Eisen und Zink in ähnlich hohen Konzentrationen wie die Cashews. In Sachen Ballaststoffe toppen die Kürbiskerne die Cashews sogar. Und: Sie kommen aus der Schweiz. Warum Kürbiskerne sonst noch so gesund sind.

Avocado, das gesunde Lebensmittel schlechthin?

Kaum ein anderes gesundes Lebensmittel hat einen derartigen Trend ausgelöst wie die Avocado. Tatsächlich sind Avocados sehr gesund, doch ihre Ökobilanz ist erschüttert. Deshalb zeigen wir hier sieben gesunde Lebensmittel, die, wenn sie kombiniert werden, der Superfrucht Avocado durchaus das Wasser reichen können.

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Beeren als Alternative zu Avocados

6. Beeren

Gerade im Sommer können Sie auf heimische Beeren zurückgreifen. Sie sind reich an Vitaminen, Antioxidantien, Kalzium, Magnesium, Eisen und weiteren gesunden Inhaltstoffen. Ein Beeren-Mix im Müesli oder als Dessert ist eine gute Alternative zur Avocado. Ausserhalb der Saison dürfen es übrigens auch mal tiefgekühlte Beeren sein. Foto: © malyugin/ iStock / Getty Images Plus

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Warum die Avocado dem Klima schaden kann.

Gesunde Datteln vs. Pflaumen und Zwetschgen 

Gesunde Lebensmittel: Dateln vs. Pflaumen

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Datteln werden auch Früchte der Götter genannt – nicht ganz umsonst, denn sie schmecken sehr süss und haben einen hohen Nährwert. Datteln reisen allerdings aus sehr fernen Ländern wie Israel oder Marokko an. Dabei haben wir hier vor Ort zwei ideale Alternativen.

Sind Pflaumen und Zwetschgen getrocknet, machen sie den Datteln ordentlich Konkurrenz. Pflaumen und Zwetschgen haben vergleichbare Nährwerte wie Datteln, aber verfügen zusätzlich über einen hohen Gehalt an Vitamin A.

Gesunder Granatapfel vs. Randen

Gesunde Lebensmittel: Granatapfel vs. Randen

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Der Granatapfel fällt überwiegend wegen seiner hohen Anteile an Kalium, Kalzium, Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen als gesundes Lebensmittel auf. Damit wir das geniessen können, muss die Frucht aber weite Wege aus Brasilien, dem Iran oder dem Mittelmeerraum hinter sich bringen.

Die Rande hingegen hat auch bei uns fast das ganze Jahr über Saison. Und was die gesunden Inhaltsstoffe angeht, kann sie den Granatapfel teilweise noch übertreffen. So punktet die Rande mit deutlich mehr Vitamin A und Natrium.

Lachs oder doch lieber Lachsforelle?

Gesunde Lebensmittel: Lachs vs. Lachsforelle

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Lachs ist besonders gesund wegen seiner ungesättigten Fettsäuren, den enthaltenen B-Vitaminen und dem Vitamin A. Doch er stammt in der Regel aus Norwegen, Irland oder auch Alaska.

Wer stattdessen auf den Saibling oder die Lachsforelle setzt, bekommt diese auch aus regionalem Fang zu kaufen. Und was die gesunden Inhaltsstoffe angeht, können die zwei bei uns einheimischen Fischarten bestens mit dem Lachs mithalten.

Weitgereiste vs. heimische gesunde Lebensmittel: Die nachhaltige Alternative

Viele, mehr oder minder gesunde Lebensmittel aus fernen Ländern erfahren heutzutage immer wieder einen Hype. Es scheint fast so, dass Nüsse, Früchte, Getreidealternativen und andere Lebensmittel von jetzt auf nachher unser Leben retten können und ihr täglicher Konsum wirklich die einzige Massnahme zur Erhaltung der Gesundheit zu sein scheinen. Und das wird teuer bezahlt. In vielerlei Hinsicht.

So rechnet die Zeitschrift Focus vor, dass ein Kilo der hippen Superfoods für ihren Transport aus fernen Ländern gerne mal um die 10 Kilo CO2-Ausstoss verursachen. Und im gleichen Bericht wird beispielsweise aufgezeigt, dass die gesunde Goji-Beere oft mit Pestiziden belastet ist. Zumal die weite Reise Zweifel bei Verbraucherschützern aufkommen lässt, ob die ehedem nicht wissenschaftlich bewiesenen Superkräfte der Kerne und Früchte verblassen auf ihrer Reise.

Und, nimmt man das Beispiel Quinoa, so sorgte der Hype des Superfoods im traditionellen Hauptanbauland Bolivien für mächtige Umweltprobleme und für Nahrungsmittelknappheit, wegen den im Land stark gestiegener Preise, wie der Tagesanzeiger bereits vor einigen Jahren berichtete.

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