Warum Insekten öfter auf unserem Speiseplan stehen sollten

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Heuschrecken-Spiesse oder Wurm-Chips stehen in der Schweiz noch selten auf dem Menü. Weshalb sich das ändern soll, haben wir Christian Bärtsch von Essento gefragt.

Warum Insekten öfter auf unserem Speiseplan stehen sollten
Foto: © merc67 / iStock / Getty Images Plus

Insekten sind nachhaltiger als unsere herkömmlichen Fleischlieferanten, wie das Rind oder Schwein. Die Grillen, Mehlwürmer und Heuschrecken stossen kaum Treibhausgase aus und verbrauchen wenig Wasser.

Gefüttert werden sie mit Nebenprodukten, die in der Lebensmittelproduktion entstehen. Beispielsweise mit Kleie, die beim Mahlen von Getreide übrig bleibt. So steht das Futter der Insekten nicht in Konkurrenz mit unseren Nahrungsmitteln.  

Weshalb Sie Insekten, auch abgesehen von der Nachhaltigkeit, unbedingt probieren sollten? Wir haben Christian Bärtsch, Mitgründer und Geschäftsführer von Essento, gefragt.

Herr Bärtsch, die Insekten sind nachhaltig aber sind sie auch gut für uns?

Ja, sie sind reich an Proteinen, Mineralien und B12. Die Tiere haben ein sehr gutes Immunsystem und müssen deshalb nicht mit Antibiotika oder anderen Medikamenten gefüttert werden. Und es gibt auch keine bekannten Krankheiten, die auf Menschen übertragen werden könnten.

Welche Insekten sollte man sich nicht entgehen lassen?

Jede Insektenart ist für sich schon ein Highlight. Mein persönlicher Favorit sind gegrillte Heuschrecken. Die schmecken wie Hühnchen.

Und nach was schmecken die anderen Arten?

Jede Person assoziiert den Geschmack mit etwas Anderem. Häufig genannt wird Haselnuss bei Mehlwürmer und Popcorn bei Grillen. Dabei ist auch die Zubereitungsart entscheidend, Grillenmehl kann sogar an Krabbenfleisch erinnern.

Wenn ich Insekten probieren möchte, muss ich die dann kaufen oder kann ich sie einfach von der Wiese sammeln?

Sammeln und essen Sie keine Insekten, welche auf der Roten Liste des Bundes stehen.

Wir raten vom regelmässigen Konsum von Insekten, welche aus nicht kontrollierter Zucht stammen ab. Denn in der freien Wildbahn können Insekten Schwermetalle aufnehmen, die zu gesundheitlichen Problemen führen können.

Welche essbaren Insekten kann ich zu Hause züchten?

Mehlwürmer eignen sich besonders für die eigene Insektenzucht. Sie sind sehr anspruchslos und verwandeln die Rüstabfälle aus der Küche und altes Brot in hochwertiges Protein.

Warum Insekten öfter auf unserem Speiseplan stehen sollten

Christian Bärtsch ist Mitgründer und Geschäftsführer von Essento. Foto: © Essento

Was sollte ich beim Kochen von Insekten beachten?

Grundsätzlich lassen sich Insekten so zubereiten wie Fleisch oder Shrimps. Da die Tierchen sehr klein sind, dauert es nicht sehr lange sie anzubraten. Zudem sollten Sie nicht zu viel Hitze verwenden, da die Insekten leicht anbrennen und dann bitter schmecken.

Kann ich die Insekten einfach komplett in die Pfanne tun?

Der essbare Anteil von Insekten liegt bei 80-100 Prozent. Bei Heuschrecken müssen Sie die Hinterbeine mit den kleinen Widerhaken entfernen. Aber bitte nicht wegwerfen: Die Beine können Sie trocknen und in einem Mörser zu einem Mehl verarbeiten.

Was ist Ihr persönliches Lieblingsgericht?

Wenn es schnell gehen muss, esse ich einen Essento Burger, und wenn Freunde vorbeikommen serviere ich meistens eine Polenta- Mehlwurm-Roulade – die ist echt klasse!

Wollen Sie auch mal Insekten probieren?

Mehr Informationen, Insektensnacks zum Bestellen und diverse Rezepte finden Sie auf essento.ch

Autor: Olivia Sasse, am 24. Mai 2018