Chinesische Heilkräuter: Vorsicht vor Giftstoffen

Viele chinesische Heilkräuter sind mit Pestiziden belastet. Besonders im Internet oder in kleinen Asia-Läden tummeln sich des öfteren giftige Inhaltsstoffe. Doch es gibt auch weitestgehend sichere Verkaufsstellen.

Chinesische Heilkräuter: Vorsicht vor Giftstoffen
Chinesische Heilkräuter sollten am besten aus Apotheken gekauft werden, denn hier sind sie besser auf Pestizide geprüft. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Viele die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun wollen greifen inzwischen auf die traditionelle chinesische Medizin zurück. Doch gerade chinesische Heilkräuter sind laut einer Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace oft mit Pestiziden belastet, welche die Gesundheit eher zusätzlich belasten statt ihr auf die Sprünge zu helfen.

Wie die chinesischen Heilkräuter untersucht wurden

Die Organisation testete zwischen November 2012 und April 2013 insgesamt 36 Proben der am häufigsten verwendeten chinesischen Kräutern aus Ländern wie Deutschland, Italien, Frankreich und den Niederlanden, sowie den USA und Kanada.

Von den Kräutern, bestehend aus Chrysanthemen, Goji-Beeren, Geissblatt, getrockneten Lilienknollen, San-Qi-Wurzeln, chinesische Datteln und Rosenknospen, wurden bei allen bis auf chinesische Datteln aus Deutschland Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden. Auf einer Probe Geissblatt aus Deutschland fanden sich sogar 26 unterschiedliche Pestizidreste von denen neun den in der EU festgelegten Grenzwert überschritten. Auch bei weiteren 26 Proben kam es zu Überschreitungen von Pestizidgrenzwerten.

Chinesische Heilkräuter aus der Apotheke sicher

Die Greenpeace-Studie bietet aufgrund der kleinen Stichprobenmenge zwar keinen repräsentativen Einblick, verweist aber auf ein Problem, dass es bereits seit längerem gibt. Denn schon 2010 kritisierte das chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart die Pestizidmenge auf Goji-Beeren.

Ärzte raten deshalb dazu chinesische Kräuter aus der Apotheke zu kaufen. Denn die Kräuter würden hier vor dem Verkauf nochmals auf Pestizide getestet, so Dr. Sven Schröder vom HansaMerkur Zentrum für traditionelle Chinesische Medizin vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gegenüber spiegel.de. «Die Apotheken dürfen sich nach gesetzlichen Bestimmungen nicht auf die chinesischen Labors verlassen», erklärt Schröder und rät dazu, dass sich Patienten bei ihrem Arzt vorab über chinesische Kräuter informieren lassen.


Quelle: spiegel.de

Text: Katharina Kehler