10 Lebensmittel, die viel länger haltbar sind als draufsteht

Wer sich strikt ans Mindesthaltbarkeitsdatum hält, wirft oft mehr weg als nötig. Wir zeigen, was Sie länger verwenden können und wann etwas nicht mehr essbar ist.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Diese 12 Lebensmittel halten länger
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Wie unter anderem die NZZ berichtet, werden in Schweizer Privathaushalten jährlich etwa 2 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Darunter sind oft auch Dinge, die eigentlich noch gut wären. Denn nicht immer, wenn das Mindeshaltbarkeitsdatum überschritten ist, muss das Essen auch gleich in die Tonne.

Denn einige Lebensmittel halten sich oft auch noch lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Und ein paar Lebensmittel bräuchten eigentlich gar kein Haltbarkeitsdatum. Bei Essen, das eigentlich nicht schlecht werden kann oder auch da, wo sich gut erkennen lässt, ob das Lebensmittel noch gut ist, können Sie daher das Mindesthalbarkeitsdatum (MHD) durchaus als Richtlinie statt als Gesetz betrachten. So wie etwa bei diesen 10 Dingen:

1. Versalzen Sie dem Haltbarkeitsdatum die Suppe

Versalzen Sie dem Haltbarkeitsdatum gehörig die Suppe

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Salz lagert Millionen von Jahre in Gebirgen, das wird nicht so schnell schlecht und benötigt eigentlich gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Vorsicht ist nur geboten bei Salz mit Zusätzen wie Trennungsmitteln oder Jod. Das soll nicht ewig haltbar sein. Und feucht darf Salz auch nicht werden. Trocken gelagertes, reines Meer-, Himalaya- oder Speisesalz sollte auch nach Jahren noch bestens würzen.

2. Zuckersüss können Sie es ruhig länger haben

Zuckersüss können Sie es ruhig länger haben

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Zwar zieht Zucker wie unbehandeltes Salz irgendwann Feuchtigkeit an und verklumpt. Doch richtig schlecht werden kann er nicht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist bei Zucker daher unnötig und Sie können ihn trocken gelagert auch ruhig darüber hinaus verwenden.

3. Konserven sind für die Ewigkeit gemacht

Konserven sind für die Ewigkeit gemacht

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Bei Konserven ist die Haltbarkeit von der Lagerung und dem Inhalt abhängig. Theoretisch halten sie sich ewig und damit auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Allerdings sollten Sie darauf achten, ob die Dose eingedrückt ist oder Sie im Inneren Rost finden. Dann lieber Hände weg davon, und zwar gilt das auch, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht überschritten ist.

Bei intakten Konserven sollte allerdings nichts passieren. Im Zweifelsfall gilt sowieso immer: Ansehen, riechen, ein klein wenig probieren. Wenn die Lebensmittel dann noch essbar wirken, sollten sie in Ordnung sein.

4. Bienen kennen kein Mindesthaltbarkeitsdatum

Bienen kennen kein Mindesthaltbarkeitsdatum

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Honig bleibt auch nach vielen Monaten und ungeöffnet sogar über mehrere Jahre noch immer das süsse Gold. Er kann zwar sein, dass er kristallisiert. Dann heisst es einfach ab ins Wasserbad und schon wird er wieder flüssig. Aber kühl, trocken und hygienisch einwandfrei gelagert bleibt Honig in der Regel auch lange über das Mindesthalbarkeitsdatum hinweg essbar.

Wenn Sie schon Schimmel im Honig hatten, stammt der eher nicht von dem Lebensmittel selbst. Es liegt eher am Besteck, das im Honig gelandet ist und vorher schon im Mund, in der Butter oder auf dem Brot war.

5. Reis bleibt Ihnen praktisch ewig erhalten

Reis bleibt Ihnen praktisch ewig erhalten

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Bis auf den Naturreis mit seinem höheren Fettgehalt, wird Reis nicht schlecht. Trocken und dunkel gelagert hält das Getreide im Grunde ewig. Tipp: Schraubgläser oder Dosen sind optimal für eine lange Lagerung von Reis. Auch dunkel hat es dieses Lebensmittel gerne. Gerade, wenn die Packung angebrochen ist.

6. Nudeln sind nicht für immer essbar – aber über Jahre

Nudeln bleiben nicht für immer essbar – aber über Jahre

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Trockennudeln, die aus Hartweizengriess entstehen, sind extrem lange geniessbar. Ist das MHD weit überschritten, sollten Sie auf Geruch und Zusammensetzung der Teigwaren achte, um ihre Haltbarkeit festzustellen. Ausnahmen bilden Nudeln mit Eiern oder aus Vollkorn. Diese können eher mal schlecht werden.

7. Getrocknetes kann aufs Haltbarkeitsdatum verzichten

Getrocknet kann vieles auf ein Mindesthaltbarkeitsdatum verzichten

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Hülsenfrüchte jeder Art halten getrocknet meist weitaus länger als das MHD angibt. Die Bohnen, Linsen und Erbsen, die man in der Packung getrocknet kauft, werden in der Regel nicht so schnell schlecht. Voraussetzung: Kühl und trocken lagern, aber nicht im Kühlschrank.

Jedoch kann sich nach Ablauf des Mindesthalbarkeitsdatums die Kochzeit verändern. Und wenn sie vor dem Kochen oder auch danach komisch riechen oder aussehen, sollten Sie die Finger davon lassen. Gleiches gilt für den Fall, dass Parasiten wie Motten sich eingenistet haben.

8. Koffein kennt kein Verfallsdatum

Koffein kennt kein Verfallsdatum

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Kaffee wird im geöffneten Zustand zwar irgendwann säuerlich. Aber ein MHD bräuchte eine verschlossene Packung mit gemahlenen oder ganzen Bohnen eigentlich nicht. Eingeschweisst ist die verschlossene Packung praktisch ewig haltbar. Aromapackungen werden richtig gelagert auch nicht schlecht, aber der Kaffee verliert darin schnell an Aroma.

9. Bei Mineralwasser setzen Sie auf Glas statt Plastik

Bei Mineralwasser setzen Sie auf Glas statt Plastik

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Jedes Mineralwasser hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Für Plastikflaschen ist dies auch sinnvoll, da sich daraus nach Ablauf des MHD giftige Stoffe lösen können. Mineralwasser in Glasflaschen wird jedoch nicht schlecht.

10. Geben Sie dem Haltbarkeitsdatum Peffer

Machen Sie dem Haltbarkeitsdatum Peffer unter Hintern

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Grundsätzlich haben Gewürze ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Doch eigentlich werden sie nicht wirklich schlecht. Nach vielen Monaten kann zwar die Würzkraft nachlassen und damit der Geschmack. Richtig gelagert werden sie jedoch in der Regel nicht ungeniessbar. Auch hier gilt nach Ablauf des MHD ein klein wenig probieren und dann entscheiden.

Einige Lebensmittel sollen Haltbarkeitsdatum verlieren

In der Europäischen Union wird seit 2015 darüber diskutiert, ob das MHD auf bestimmten Lebensmitteln verschwinden soll. Nudeln, Reis und andere Getreide sowie Kaffee könnten demnach in der EU und vielleicht auch in der Schweiz ihr Mindesthaltbarkeitsdatum verlieren.

Ansonsten gilt: Werden die Lebensmittel wie auf der Packung vermerkt gelagert, dann halten die genannten Nahrungsmittel in der Regel weitaus länger als im Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben. Wird lange Gelagertes geöffnet, dann sollte man allerdings immer an den Lebensmitteln riechen, die Konsistenz prüfen und ein klein wenig davon probieren, bevor sie in den Topf oder aufs Brot kommen.

Was das Mindesthaltbarkeitsdatum eigentlich bedeutet

Ein MHD belegt den Zeitpunkt, bis zu welchem Geschmack, Farbe und Konsistenz einer ungeöffneten Packung in jedem Fall erhalten bleiben. Das heisst aber nicht, dass das Lebensmittel nach dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums zum Gesundheitsrisiko werden muss. Gerade bei den oben genannten Lebensmitteln ist das unwahrscheinlich. Es kann eher passieren, dass Geschmack oder Konsitenz ein wenig leiden, das Lebensmittel aber trotzdem geniessbar bleibt. In der Regel können Sie sich bei diesen Lebensmitteln nach dem MHD auf Ihre Sinne verlassen, um herauszufinden, ob etwas noch gegessen werden kann.

Anders ist es bei leicht verderblichen Lebensmitteln. Beispiele hierfür sind Fisch und Fleisch. Wenn diese frischen Lebensmittel ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben, in der Schweiz angegeben mit «zu verbrauchen bis», dann sollten diese Produkte tatsächlich nicht mehr gegessen werden. Denn der Konsum kann tatsächlich ein ernsthaftes, gesundheitliches Risiko darstellen.

Quellen: NZZ.ch, BLV, Welt.de, Reishunger.de, forschen-und-wissen.de, sichersatt.de, Zeit, lestra.de

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann