Wasserkefir: Alles zur Wirkung & ein einfaches Rezept

Selbstgemachter Wasserkefir ist eine feine und gesunde Alternative zu herkömmlicher, zuckerreicher Limonade. Das fertige Getränk können Sie nicht kaufen, dafür bereiten Sie es mit wenigen Zutaten einfach selber zu: Ein schnelles Rezept und Tipps zum Verfeinern.

Wasserkefir: Alles zur Wirkung & ein einfaches Rezept
Wasserkefir ist eine feine und Gesunde Alternative zu Limonade und Eistee. Foto © VadimZakirov / iStock / Getty Images Plus
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Wasserkefir ist eng verwandt mit dem gesunden Trendgetränk Kombucha. Der fein herbe Geschmack des Erfrischungsgetränks entsteht beim Fermentieren und erinnert an Bitter Lemon. Mit unserer Anleitung gelingt das Rezept für das leckere Kefir-Getränk im Handumdrehen.

Im Artikel:

Was ist Wasserkefir?

Wasserkefir ist ein kohlensäurehaltiges Getränk, das mithilfe sogenannter Kefir-Kristalle angesetzt wird und bei der Herstellung fermentiert. Der Geschmack des süss-sauren Erfrischungsgetränks erinnert an Bitter Lemon oder frischen Federweisser. Wegen der Kohlensäure und des geringen Zuckergehalts ist das Getränk eine leichte Alternative zu stark gesüssten Limonaden.

Wasserkefir-Kulturen erinnern optisch an Kristalle

Die Kefirkulturen erinnern an Kristalle und werden auch Japankristalle genannt. Foto © princessdlaf / iStock / Getty Images Plus

Die Herkunft des Wasserkefirs ist nicht eindeutig und es gibt verschiedene Überlieferungen, wo die Kefir-Kulturen erstmals entdeckt wurden. Die Kulturen erinnern optisch an kleine Kristalle und werden auch Japankristalle oder Japanische Kristallalgen genannt. Während das probiotische Getränk bereits in den 1930er Jahren unter dem Namen "Tibis" in der Schweiz bekannt und beliebt war, geriet es nach dem Zweiten Weltkrieg vorübergehend in Vergessenheit. Doch das wachsende Interesse an traditionellen Rezepten und der Trend zum Selbermachen haben den Wasserkefir zum hippen Erfrischungsgetränk gemacht.

Anders als der Namen vermuten lässt, hat Wasserkefir wenig Ähnlichkeiten mit Milchkefir. Zwar bestehen die Kristalle genau wie die Kefirknollen aus Hefen und Milchsäurebakterien, doch bei der Gärung wird statt Milchzucker Haushaltszucker zersetzt und der Kefir wird mit Wasser anstatt mit Milch hergestellt. Genau wie Milchkefir enthält Wasserkefir nach dem Fermentieren einen Alkoholgehalt. Je nach Dauer der Gärung variiert er zwischen 0,2 und 2 Volumen Prozent. Ausserdem bleibt ein Restzucker enthalten, da der Zucker bei der Fermentation nur teilweise abgebaut wird.

So unterscheidet sich Wasserkefir von Kombucha

Eine grössere Ähnlichkeit hat Wasserkefir hingegen mit Kombucha. Das fermentierte Teegetränk wird mit dem sogenannten Kombuchapilz hergestellt und ist ebenfalls ein beliebtes Erfrischungsgetränk mit probiotischer Wirkung. Die gelbliche trübe Farbe sowie den süss-säuerlichen Geschmack haben die beiden Getränke gemeinsam. Der Unterschied zwischen den fermentierten Getränken liegt im Gärungsprozess:

  • Wasserkefir enthält nach der Gärung Kohlensäure und einen geringen Gehalt an Alkohol und Zucker - Kombucha hingegen nicht.
  • Für den Wachstum des Kombucha-Pilzes und für die Nähstoffumsetzung benötigt Kombucha während der Fermentation Sauerstoff. Wasserkefir hingegen wird in einem verschlossenen Gefäss fermentiert, damit die entstehende Kohlensäure nicht entweichen kann.
  • Kombucha reift etwa eine Woche lang. Fertigen Wasserkefir erhalten Sie schon nach ein bis drei Tagen.

Rezept: Wasserkefir selber machen

Für frischen Wasserkefir brauchen Sie nur wenige Zutaten. Neben Wasser und den Kefir-Kristallen wird das Getränk mit Zucker und Trockenfrüchten angesetzt. Der Zucker wird von den Hefen der Kefirkulturen in Milchsäure umgewandelt. Die Trockenfrüchte enthalten Stickstoff und sind daher für den Stoffwechsel bei der Fermentation wichtig. Die Säure der Zitrone sorgt bei der Herstellung dafür, dass sich kein Schimmelpilz bildet.

  • 1 Liter Wasser
  • 30 Gramm Kefir-Kristalle
  • 60 Gramm Rohrzucker
  • 30 Gramm ungeschwefelte Trockenfrüchte (z.B. getrocknete Feigen, Rosinen, Datteln, Pflaumen)
  • 2 Scheiben einer Bio Zitrone oder 3 EL Zitronensaft

Wichtig: Für die Herstellung von Wasserkefir brauchen Sie herkömmlichen Zucker. Mit Zuckeralternativen wie Honig oder Agavendicksaft erzielen Sie keine guten Ergebnisse.

Ausserdem brauchen Sie

  • ein verschliessbares Gefäss für einen Liter Kefir
  • einen Kunststoff-Trichter
  • ein Sieb aus Kunststoff
  • einen Holzlöffel
  • eine oder mehrere sterilisierte Flaschen (Fassungsvermögen insgesamt ein Liter)

Wichtig zu wissen: Die Kefir-Kristalle dürfen nicht mit Metall in Berührung kommen. Bei direktem Kontakt wird ein ungünstiger Ionenfluss ausgelöst, der die Kristalle beschädigt und in Ihrer Wirkung einschränkt. Die Kristalle können dabei sogar ganz verderben. Daher ist es wichtig, Zubehör aus Holz oder Kunststoff zu verwenden. Ausserdem sollten Sie die Kefirkristalle nicht anfassen. Hierbei können Bakterien die Kristalle angreifen und nachhaltig zerstören.

Bei der Fermentation bilden sich Alkohol und Kohlensäure

Bei der Herstellung zersetzt die Hefe den Zucker und wandelt ihn in Milchsäurebakterien um. Foto © mariannehoy / iStock / Getty Images Plus

Zubereitung

  1. Lösen Sie den Zucker durch kräftiges Rühren in einer Schüssel im Wasser auf. Das gelingt optimal, wenn das Wasser Zimmertemperatur hat.
  2. Füllen Sie das Zuckerwasser in das Gefäss um, in dem der Kefir reifen soll.
  3. Geben Sie nun die getrockneten Früchte hinzu.
  4. Anschliessend geben Sie die Kefirkristalle sowie die Zitronenscheiben oder den Saft hinzu.
  5. Nun können Sie das Glas verschliessen. Drehen oder drücken Sie den Deckel nicht zu fest auf das Gefäss, damit die bei der Fermentation entstehende Druckluft entweichen kann.
  6. Stellen Sie den Ansatz an einen lichtgeschützten Ort und lassen ihn bei Zimmertemperatur ein bis drei Tage fermentieren. Je länger Sie den Wasserkefir stehen lassen, umso intensiver wird der Geschmack.
  7. Füllen Sie den fertigen Wasserkefir durch ein Sieb und den Trichter in sterilisierte Glasflaschen.
  8. Die Kefir-Kristalle sollten nach der Verwendung vorsichtig mit lauwarmem Wasser abgespült werden. Sie können anschliessend gleich einen neuen Wasserkefir ansetzen.
  9. Der fertige Kefir kann bis zu vier Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Tipp: Bei sehr warmen Temperaturen im Sommer sollten Sie den Ansatz einmal täglich entlüften. Dafür reicht es, kurz den Deckel vom Glas zu schrauben, damit die warme Luft entweichen kann.

Wenn Sie eine Kefir-Pause einlegen möchten, können Sie die Kristalle in einem Gefrierbeutel mit etwas Wasser einfrieren. In der Kälte können die Kulturen eine lange Zeit überleben. Bevor Sie neuen Wasserkefir ansetzen, sollten die Kristalle nach dem Auftauen für zwei bis drei Tage in Zuckerwasser gelegt und zwischendurch abgespült werden.

So variieren Sie das Wasserkefir-Rezept

Das Wasserkefir-Getränk können Sie individuell zubereiten und mit verschiedenen Zutaten noch verfeinern. Besonders lecker schmeckt das Erfrischungsgetränk, wenn Sie direkt vor dem Trinken frische Früchte hinzufügen. Den fertigen Kefir können Sie etwa mit einer handvoll saisonaler Beeren oder zwei Scheiben Orange verfeinern.

Wasserkefir kann mit Kräutern und Zitrone verfeinert werden

Mit Kräutern und frischer Zitrone schmeckt gesunder Wasserkefir besonders fein. Foto © bhofack2 / iStock / Getty Images Plus

Wenn Sie gerne Bitter Lemon oder Ginger Root Beer trinken, haben wir einen Extra-Tipp für Sie: Geben Sie bei der Zubereitung zwei Scheiben Zitrone inklusive der Schale hinzu. Die Bitterstoffe aus dem Weiss der Zitronenschale lösen sich bei der Fermentation, wodurch Sie einen bitter-süssen Wasserkefir erhalten. Verwenden Sie unbedingt Bio-Früchte, damit die Schale unbehandelt ist.

Auch frische Kräuter wie Rosmarin, Minze oder Zitronenmelisse passen wunderbar in das erfrischende Getränk. Die Kräuter können Sie bei der Zubereitung hinzugeben oder in das fertige Getränk mischen. Wenn Sie sie schon vorher hinzugeben, können sich die Aromen besonders gut entfalten. Auch drei Scheiben Ingwer oder Kurkuma verleihen dem Wasserkefir eine würzige Note.

Alles zur Wirkung des probiotischen Getränks

Wasserkefir ist für seine gesunde Wirkung bekannt und wird auch als probiotisches Lebenselixier bezeichnet. Eine heilende Wirkung ist allerdings bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Das Getränk ist reich an gesunden Inhaltsstoffen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden des Magen-Darm-Trakts fördern. Die wertvollen Mikroorganismen enthalten Vitamin D und C, Vitamin B-Komplexe sowie Milchsäurebakterien. Letztere tragen zu einer guten Verdauung bei und haben eine positive Wirkung auf den Darm.

Wasserkefir kaufen: Wo Sie Wasserkefir-Kristalle erhalten

Wie bereits erwähnt können Sie fertigen Wasserkefir nicht kaufen. Um die erfrischende Alternative zu Limonade und anderen Süssgetränken herzustellen, benötigen Sie Kefirkulturen. Diese sind im Reformhaus sowie in zahlreichen Onlineshops erhältlich, etwa bei Aprovital oder Wellness-Drinks.

Beachten Sie beim Kauf den Unterschied zwischen Wasserkefir-Kristallen und Wasserkefir-Ferment. Die echten Kristalle vermehren sich bei jedem Ansatz um bis zu 75 Prozent, wenn Sie hartes Wasser verwenden. Das enthaltene Kalzium nährt die Japankristalle und führt deshalb zu deren Wachstum. Anders ist es beim Wasserkefir-Ferment: Das Pulver ist nicht so langlebig wie die Kristalle und kann höchstens für 10 Ansätze angewendet werden. 

Wir empfehlen daher, richtige Kristalle in Bio-Qualität zu kaufen. Hiervon profitieren Sie bei richtiger Pflege mehrere Jahre und können kleine Mengen der Kefir-Kristalle an Freunde und Bekannte weitergeben.

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