So viel kostet Photovoltaik vom eigenen Dach Sabina Galbiati Lars Meier Mit der eigenen Solaranlage Energie produzieren? Das lohnt sich heute mehr denn je – vor allem, wenn du deinen Solarstrom möglichst direkt im Haushalt nutzt (zum Beispiel für Warmwasser mit Boiler, für die Wärmepumpe oder fürs Laden eines E-Autos). Ob und wann sich zusätzlich ein Batteriespeicher rechnet, hängt von deinem Verbrauchsprofil, dem Strompreis, dem Einspeisetarif und den Förderungen ab. Hier findest du eine realistische Einordnung der Kosten (Stand 2026), eine praktische Rechenhilfe zur Wirtschaftlichkeit und Checklisten, damit du Offerten vergleichen kannst. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken InhaltsverzeichnisKosten der PhotovoltaikPreis-Leistungs-VerhältnisLebensdauerNutzen des BatteriespeichersEinspeisung ins NetzMehr anzeigen Eine Solaranlage bietet nicht nur ökonomische Vorteile, sondern leistet auch einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz. © Halfpoint / iStock / Getty Images Plus 5 Vorteile einer eigenen PV-Anlage Kosteneinsparung durch Eigenstrom Solarstrom vom Dach kann günstiger sein als Netzstrom und trägt zur Senkung der Energiekosten bei – besonders, wenn du tagsüber viel Strom verbrauchst. Einnahmen durch Einspeisung Indem überschüssiger Solarstrom ins Netz eingespeist wird, kannst du zusätzliche Einnahmen erzielen. Wie attraktiv das ist, hängt stark vom lokalen Tarif ab. Immobilienwertsteigerung Eine PV-Anlage kann die Attraktivität deiner Immobilie erhöhen – besonders in Kombination mit effizienter Gebäudetechnik (z.B. Wärmepumpe) und transparentem Monitoring. Steuerabzüge und Fördermittel In vielen Kantonen können Kosten für Solaranlagen von den Steuern abgezogen werden. Ausserdem stehen staatliche Fördermittel zur Verfügung. Welche dies in deinem Fall sind, erfährst du kostenlos mit der Angabe deines Wohnorts auf der Plattform Energiefranken. Vorteile erneuerbarer Energien Photovoltaik bietet nicht nur ökonomische Vorteile, sondern leistet auch einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit. Was bei Kosten für Photovoltaikanlagen zu beachten ist Bei den Kosten einer PV-Anlage spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter: Grösse des Dachs Art des Dachs Montage der Anlage Beschaffenheit des Dachs Die Kosten variieren je nach Installation auf oder in das Dach oder als freistehende Anlage. Auch der Ertrag einer Photovoltaikanlage hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa: Grösse der Photovoltaikanlage Ausrichtung der Photovoltaikanlage Sonneneinstrahlung Wichtig, damit du realistisch planst: In der Praxis entscheidet nicht nur die Jahresproduktion, sondern vor allem, wie gut Produktion und Verbrauch zeitlich zusammenpassen. Je höher dein Eigenverbrauch (z.B. durch Wärmepumpe, Boiler, E-Auto oder zeitgesteuerte Geräte), desto besser fällt die Rechnung meist aus. Übrigens: Die Technologie der Photovoltaik hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, sodass Photovoltaikanlagen wesentlich mehr Strom produzieren, sprich einen höheren Wirkungsgrad haben. Das macht sie auch für das kleine Hausdach attraktiv. Tipp: Wie viel Strom oder Wärme dein Dach produzieren kann, erfährst du mit dem folgenden kostenlosen Tool auf der Website des Bundesamts für Energie. So kannst du Ertrag und Kosten einer möglichen Photovoltaikanlage bereits im Vorfeld abschätzen. Was kostet eine PV-Anlage in der Schweiz wirklich? (Stand 2026) Viele wollen vor allem eines: Planungssicherheit. Darum findest du hier einen praxisnahen Kostenrahmen, wie er 2026 bei typischen Einfamilienhäusern häufig anzutreffen ist. Je nach Region, Dachform, Zugänglichkeit (Gerüst) und Elektroaufwand können die Beträge spürbar abweichen. Kostenblöcke: Module, Wechselrichter, Montage, Elektro, Gerüst, Planung So setzt sich eine Offerte in der Regel zusammen (Richtwerte 2026): PV-Module: ca. 25–40% der Gesamtkosten (Qualität, Leistungsklasse, Optik wie Full-Black, Garantiebedingungen) Wechselrichter (WR) und DC/AC-Komponenten: ca. 8–15% (Stringwechselrichter oder Optimierer/Mikrowechselrichter je nach Verschattung und Dach) Montagesystem und Montagearbeit: ca. 20–35% (Dachtyp, Aufdach/Indach, Schneelast, Blitzschutz/Potentialausgleich je nach Situation) Elektroarbeiten, Zählerplatz, Netzanschluss/Anmeldung: ca. 10–20% (Leitungswege, Anpassungen im Verteiler, Schutzkonzepte) Gerüst/Absturzsicherung: ca. 5–15% (oft ein unterschätzter Kostentreiber, besonders bei steilen Dächern) Planung, Projektierung, Mess- und Monitoring-Lösung: ca. 2–8% (inkl. App/Portal, Schnittstellen, Dokumentation) Grobe Faustregel für Einfamilienhäuser: Je grösser die Anlage, desto günstiger wird sie meist pro kWp, weil Gerüst und Planung nicht linear mitwachsen. Wenn du zwischen zwei Grössen schwankst, kann sich eine leicht grössere Anlage finanziell überraschend gut anfühlen – solange dein Dach sinnvoll genutzt wird und der Netzanschluss passt. Förderung: Einmalvergütung (EIV) und weitere Töpfe In der Schweiz ist die Einmalvergütung (EIV) ein zentraler Hebel, damit sich PV schneller rechnet. Dazu kommen oft kantonale oder kommunale Programme sowie Beiträge einzelner Energieversorger (EVU). Welche Kombination für dich gilt, hängt von Standort, Anlagengrösse und Art der Installation ab. KLEIV, GREIV, HEIV – welche gilt wann? Für PV-Anlagen sind insbesondere diese Instrumente relevant (Begriffe können je nach Programmlogik/Umsetzung im Detail variieren): KLEIV: Einmalvergütung für kleinere Anlagen (typisch für viele Einfamilienhäuser). GREIV: Einmalvergütung für grössere Anlagen (z.B. grössere Mehrfamilienhäuser, Gewerbe, grössere Dachflächen). HEIV: Einmalvergütung für besondere Anwendungen (z.B. bestimmte Gebäudeintegrationen). Ob das für dein Projekt relevant ist, klärst du am besten in der Förderabklärung vor Offertabschluss. Massgebend sind die aktuellen Vorgaben und Berechnungsgrundlagen von Pronovo im Auftrag des Bundes sowie die Informationen des Bundesamts für Energie. Plane Förderabklärungen früh ein, damit Fristen, technische Anforderungen und die Anmeldung sauber zusammenpassen. Kantone, Gemeinden, EVU: So findest du lokale Förderungen Neben der EIV lohnt sich fast immer ein Blick auf regionale Programme. Für Eltern kann das ganz konkret heissen: weniger Eigenkapital, kürzere Amortisation oder die Möglichkeit, gleich noch eine Energieberatung oder eine Dachsanierung mitzudenken. Praktisch ist: Viele Förderprogramme sind an Bedingungen geknüpft (z.B. Minergie-Standard, Kombination mit Wärmepumpe, Indach-Anlage, Denkmalschutzauflagen). Alltagstipp: Wenn du Offerten vergleichst, frage explizit nach, ob die Firma die Förderanträge und die Netzbetreiber-Anmeldung unterstützt (und ob das im Preis drin ist). Das spart dir Zeit – und reduziert das Risiko von teuren Verzögerungen. EIV in 5 Schritten (für den Überblick) Vorabklärung: Passt die Anlage technisch und formal zu den Förderkriterien? Offerte & Projektdaten: Leistung (kWp), Ausführung, Zählkonzept, Inbetriebnahmezeitpunkt. Anmeldung/Gesuch: Fristen und Unterlagen einhalten. Realisierung & Inbetriebnahme: Abnahme, Dokumentation, Messkonzept. Auszahlung: Nach Einreichen der finalen Unterlagen. Wenn du das sauber aufsetzt, vermeidest du die häufigste Förderfalle: zu spät eingereichte oder unvollständige Unterlagen. Preis-Leistungs-Verhältnis einer PV-Anlage für ein Einfamilienhaus Bei der Frage nach den Kosten für eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus kannst du dich an folgenden Durchschnittswerten orientieren: Durchschnittlicher Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts: 4000 bis 5000 kWh Strom Eine 30m2 Photovoltaikanlage kann etwa 6000 kWh Strom pro Jahr erzeugen Die Kosten für eine solche Anlage betragen dank Förderbeiträgen rund 15'000 Franken Der Amortisationszeitraum beträgt etwa 15 Jahre Während der Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren erzielt man einen Gewinn von etwa 10 bis 15 Jahren Einordnung (Stand 2026): Diese Grössenordnungen können weiterhin als Orientierung dienen, aber die Spannweite ist grösser geworden – vor allem wegen unterschiedlicher Gerüst-, Elektro- und Netzanschlusskosten sowie stark variierender Einspeisetarife. Deshalb lohnt sich immer eine individuelle Rechnung (siehe Abschnitt «Wirtschaftlichkeit rechnen»). So wird die Leistung berechnet 1 Kilowatt Peak (kWp) installierte Photovoltaik-Leistung liefert rund 900 bis 1000 kWh Strom jährlich. So kannst du ganz einfach in der untenstehenden Tabelle herauslesen, wie viel eine Solaranlage auf deinem Dach ungefähr kostet. In unserem Rechenbeispiel würde das Einfamilienhaus eine Photovoltaik-Leistung von 5 bis 6 kWp benötigen, um bis zu 5000 kWh Strom zu produzieren. Gemäss den aktuellen Preisen würde eine solche Solaranlage dann zwischen 14'000 und 16'000 Franken kosten. Während eines Jahrzehnts haben sich die Preise für Photovoltaikanlagen quasi halbiert. © Jeremy Poland / iStock / Getty Images Plus Preise von Solarzellen fallen auch in der Schweiz Die Preise für kleine PV-Anlagen haben sich in den letzten Jahren deutlich reduziert. Heute kostet eine Photovoltaikanlage pro Kilowatt Peak (kWp) Leistung etwa 2500 Franken. Zum Vergleich: Vor einem Jahrzehnt lagen die Preise für die gleiche Leistung zwischen 4000 und 7000 Franken – bei geringerer Solarenergieerzeugung. Die genannten Solarzellen-Preise sind Durchschnittswerte und können ausschliesslich zur Orientierung dienen. Sie berücksichtigen noch nicht die aktuellen Marktpreise für Module. Zudem lohnt es sich, verschiedene Angebote mittels Offerten zu prüfen. Übrigens: Bei der Finanzierung einer PV-Anlage sind meist auch Ratenzahlungen möglich. Wirtschaftlichkeit: So rechnest du Eigenverbrauch, Einspeisung und Amortisation Wenn du als Familie planst, zählt nicht nur «Wie viel kostet die Anlage?», sondern «Wie viel Strom ersetze ich damit wirklich – und zu welchem Wert?». Der wichtigste Hebel ist meist der Eigenverbrauch, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde typischerweise den Bezug von Netzstrom ersetzt. Überschüsse bekommst du hingegen zum Einspeisetarif vergütet (der je nach EVU deutlich tiefer sein kann als dein Haushaltsstrompreis). Eigenverbrauchsquote vs. Autarkiegrad: die zwei Kennzahlen Eigenverbrauchsquote: Wie viel Prozent deines PV-Stroms du selbst nutzt (statt einzuspeisen). Autarkiegrad: Wie viel Prozent deines gesamten Strombedarfs du übers Jahr mit eigener PV deckst. Für viele Eltern ist die Eigenverbrauchsquote der schnellere «Geldhebel» (weil sie direkt Kosten spart). Der Autarkiegrad ist eher ein Komfort- und Unabhängigkeitsthema – und steigt besonders mit Speicher, Wärmepumpe und E-Auto. Rechentabelle mit Annahmen (zum Selberrechnen) Parameter Annahme (Beispiel) Was es bedeutet Jahresproduktion PV 6000 kWh Ertrag deiner Anlage (Dach, Ausrichtung, Verschattung) Haushaltsstrompreis 0.30 CHF/kWh Wert jeder selbst genutzten kWh (ersetzter Netzbezug) Einspeisetarif 0.10 CHF/kWh Wert jeder eingespeisten kWh (Vergütung EVU/Marktmodell) Eigenverbrauchsquote 35% Anteil PV-Strom, den du direkt selbst nutzt Jährlicher Wert PV-Strom = (EV * Strompreis) + (Rest * Einspeisetarif) Grobe Jahreswirkung vor Betriebskosten So rechnest du den jährlichen Wert (Beispiel): 6000 kWh × 35% = 2100 kWh Eigenverbrauch. Rest 3900 kWh Einspeisung. Wert = 2100 × 0.30 + 3900 × 0.10 = 630 + 390 = 1020 CHF/Jahr (vereinfacht, ohne Betriebskosten und ohne Strompreisänderungen). Drei Rechenbeispiele für verschiedene Setups EFH ohne Wärmepumpe, ohne E-Auto (typisch: tieferer Eigenverbrauch) Annahme: 6 kWp, 6000 kWh/Jahr, Eigenverbrauch 30%, Strompreis 0.30, Einspeisetarif 0.10. Jahreswert: 1800 × 0.30 + 4200 × 0.10 = 540 + 420 = 960 CHF/Jahr. EFH mit Wärmepumpe und E-Auto (typisch: höherer Eigenverbrauch) Annahme: 10 kWp, 10'000 kWh/Jahr, Eigenverbrauch 55%, Strompreis 0.30, Einspeisetarif 0.10. Jahreswert: 5500 × 0.30 + 4500 × 0.10 = 1650 + 450 = 2100 CHF/Jahr. Wenn du zusätzlich Lasten steuerst (z.B. Warmwasser tagsüber), kann sich die Eigenverbrauchsquote oft weiter verbessern – manchmal sogar ohne Speicher. Mehrfamilienhaus mit ZEV (Eigenverbrauch über mehrere Parteien) Annahme: 30 kWp, 30'000 kWh/Jahr, Eigenverbrauch 70%, Strompreis intern/ersetzt 0.28, Einspeisetarif 0.08. Jahreswert: 21'000 × 0.28 + 9000 × 0.08 = 5880 + 720 = 6600 CHF/Jahr. Hier ist der Hebel oft die hohe Eigenverbrauchsquote durch viele, zeitlich verteilte Verbräuche. Wichtig: Das sind bewusst vereinfachte Beispiele. Für deine Entscheidung zählen zusätzlich Betriebskosten, mögliche Wechselrichter-Erneuerung, Degradation der Module, Finanzierung sowie die Frage, ob du künftig mehr Strom brauchst (z.B. E-Auto, Wärmepumpe, Homeoffice). Erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen und CO2-Emissionen minimieren Wer den produzierten Strom vom eigenen Dach nicht selber verbraucht, kann die Energie ins öffentliche Netz einspeisen. Denn die Energieversorger sind verpflichtet, den Strom mindestens zu den Gestehungskosten abzunehmen. Das gehört mitunter zur Photovoltaik-Förderung des Bundes. Doch damit ist es selten möglich, die vollen Investitionskosten abzudecken. Einspeise- und Abnahmetarife: wo du deinen Tarif findest Damit du seriös rechnen kannst, brauchst du zwei Werte: deinen Strompreis (Bezug) und den Einspeisetarif (Vergütung). Beides unterscheidet sich je nach EVU und Gemeinde. Für eine schnelle Orientierung helfen dir pvtarif.ch sowie der ElCom-Strompreis (jeweils mit regionalen Vergleichen). Am verlässlichsten für die konkrete Planung ist aber immer die Tarifinformation deines lokalen EVU – besonders, wenn Tarife nach Zeitfenstern oder Produktmodellen variieren. Diese Argumente sprechen für den Verkauf von Solarenergie an der Solarstrombörse: Direkter Verkauf von Solarstrom Anlagenbetreiber können ihren Solarstrom direkt an Verbraucher oder Energiehändler verkaufen. Dies kann zu einem besseren Preis führen kann als die Einspeisevergütung durch den Netzbetreiber. Transparente Preisbildung Solarstrombörsen bieten oft transparente Preisbildung und ermöglichen es den Anlagenbetreibern, den besten Preis für ihren erzeugten Strom zu erzielen. Flexibilität Anlagenbetreiber können entscheiden, wann und zu welchem Preis sie ihren Solarstrom verkaufen möchten – je nach den aktuellen Marktkonditionen und ihren eigenen finanziellen Zielen. Förderung der Eigenverbrauchsoptimierung Der Verkauf von Solarstrom über Solarstrombörsen kann Anreize schaffen, den Eigenverbrauch zu optimieren und die Rentabilität der PV-Anlage zu steigern. Lebensdauer und laufende Kosten einer PV-Anlage Die Lebensdauer einer PV-Anlage wird von Herstellern häufig mit rund 25 Jahren angegeben; in der Praxis können Module bei guter Qualität und fachgerechter Montage auch länger nennenswert Strom liefern, während einzelne Komponenten (besonders der Wechselrichter) eher früher ersetzt werden müssen. Um den Wirkungsgrad möglichst hoch zu halten, ist es wichtig, eine Photovoltaikanlage regelmässig zu warten. Idealerweise sollte die Anlage mindestens einmal im Jahr einer Inspektion unterzogen werden, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Zudem ist es ratsam, die Anlage nach starken Unwettern oder Verschmutzungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu reinigen. Auch der Austausch des Wechselrichters nach einigen Jahren ist von Vorteil. Zu den Betriebskosten zählen nebst dem Austausch des Wechselrichters auch Versicherungen, Leistungskontrolle und Administration. Für die Wartung der Photovoltaik haben viele Firmen Angebote oder man kann sich unverbindlich eine Offerte geben lassen. Einmal aufs Dach geschraubt, produzieren Photovoltaikanlagen rund 25 Jahre lang Strom – wenn man sie regelmässig wartet. © Eloi_Omella / iStock / Getty Images Plus Dank Batteriespeicher das Potenzial von Photovoltaik noch besser nutzen Der Batteriespeicher sorgt dafür, dass produzierte aber nicht genutzte Solarenergie gespeichert wird und abends beim Fernsehen oder Kochen genutzt werden kann, wenn die Sonne gar nicht mehr scheint. So kann der Eigenverbrauch der Solarenergie deutlich steigen. Lithium-Ionen-Batterien sind heute wegen ihrer Zyklenfestigkeit und den sinkenden Preisen am verbreitetsten. Gerade auch beim Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) spielt die Speichermöglichkeit von Energie eine immer wichtigere Rolle und letztlich bedeutet die höhere Unabhängigkeit vom Stromnetz für viele auch eine Wertsteigerung der Immobilie. Batteriespeicher ja/nein? Ein Speicher kann sinnvoll sein, wenn … du abends viel Strom brauchst (Kochen, Waschen, Homeoffice, Kinder zuhause) du deinen Eigenverbrauch deutlich erhöhen willst und dein Einspeisetarif tief ist du perspektivisch mehr Strom nutzen wirst (z.B. E-Auto, Wärmepumpe) Ein Speicher ist oft (noch) nicht zwingend, wenn … du deinen Verbrauch bereits gut in die Sonnenstunden verschieben kannst (Boiler, Geschirrspüler, Waschmaschine, Laden tagsüber) dein Budget knapp ist und du zuerst die PV-Fläche maximal sinnvoll nutzen willst Kostenfallen & Qualitätskriterien bei Offerten Eine günstige Offerte ist nicht automatisch die beste. Für Familien ist besonders wichtig, dass die Anlage zuverlässig läuft, gut dokumentiert ist und du im Alltag siehst, ob alles stimmt. Diese Punkte fehlen in Offerten auffällig oft oder sind nur vage formuliert: 10 Offert-Punkte, die oft fehlen Mess- und Monitoring-Konzept: Was genau wird gemessen (Produktion, Eigenverbrauch, Bezug, Einspeisung) und wie lange ist das Portal inklusive? Garantiebedingungen: Produkt- vs. Leistungsgarantie der Module, Garantie auf Montage und Dachdichtigkeit, Reaktionszeiten. Wechselrichter-Strategie: Auslegung, Reserven, Schattenmanagement, erwartete Lebensdauer/Service. Gerüst und Sicherheit: Ist das Gerüst komplett enthalten (Aufbau, Abbau, Absturzsicherung)? Elektroarbeiten im Detail: Anpassungen im Verteiler, Überspannungsschutz, allfällige Verstärkungen, Leitungswege. Brandschutz und Leitungsführung: Saubere DC-Führung, Kennzeichnung, Abschaltmöglichkeiten gemäss lokalen Vorgaben. Netzbetreiber-Anmeldung: Wer macht was, bis wann, und sind Gebühren enthalten? Inbetriebnahme und Übergabe: Protokolle, Dokumentation, Einweisung (damit du das Monitoring wirklich nutzt). Optionen für Erweiterung: Vorbereitung für E-Auto-Laden, Wärmepumpe, Speicher, Smart-Home. Ertragsprognose mit Annahmen: Transparente Annahmen (Ausrichtung, Verschattung, Degradation), statt nur einer Zahl ohne Kontext. FAQ: Die häufigsten Fragen Wie viel kWp brauche ich? Als grobe Orientierung: Wenn 1 kWp etwa 900–1000 kWh pro Jahr liefert, kommst du bei 4500–5000 kWh Jahresverbrauch häufig mit etwa 5–6 kWp in die Nähe deines Jahresbedarfs. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viel du zeitgleich zur Produktion verbrauchst und wie dein Einspeisetarif aussieht. Lohnt sich PV ohne Speicher? Für viele Haushalte: ja. Oft ist eine PV-Anlage auch ohne Speicher wirtschaftlich, besonders wenn du tagsüber Strom nutzen kannst (z.B. Homeoffice, Boiler, zeitgesteuerte Geräte). Ein Speicher kann die Eigenverbrauchsquote erhöhen, muss aber finanziell zur Situation passen. Wie hoch ist der Einspeisetarif? Das ist je nach EVU und Tarifmodell unterschiedlich. Für eine schnelle Orientierung kannst du pvtarif.ch und den ElCom-Strompreis nutzen. Für deine konkrete Planung zählt der aktuelle Tarif deines lokalen EVU.