Die Küche als Natur-Apotheke: Heilkräuter und ihre Wirkung

Vieles was uns als einfache Gewürze oder Tee bekannt ist, hat eine heilende Wirkung. Welche gängigen Heilkräuter in der Küche regelmässig zu finden sind, was für eine Wirkung sie haben und wie Sie diese zubereiten. 

Heilkräuter: Wirkung und Zubereitung wichtiger Heilpflanzen
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Sind Heilkräuter etwas bitter, wie die Blätter der beliebten Gartenstaude Schafgarbe, dann fördern sie in der Regel die Verdauung und sorgen für eine gesunde Darmflora.

Haben sie einen scharfen Geschmack, wie die Kapuzinerkresse oder Ruccola, enthalten die Heilkräuter meist Senföle, die antibakteriell wirken und Atemwegs- oder Harnwegsinfekten vorbeugen sollen. So haben die meisten unserer Gewürze eine heilende Wirkung.

Wichtige Küchengewürze, die auch Heilkräuter sind

Petersilie kann bei Eisen- oder Calciummangel helfen, das Grün ist dazu reich an Vitamin C, A und E. Frisch über das Essen, in den Salat, die Kräuterbutter oder den Quark gegeben kann dieses Heilkraut zudem munter machen und die Abwehr stärken.

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Bei Entzündungen und Stress: Thymian als Gewürz und Heilkraut

Thymian ist nicht nur ein beliebtes Gewürz in der Küche, sondern auch ein wahrer Alleskönner unter den Heilkräutern. In einem warmen Bad oder im Tee helfen die beruhigenden, ätherischen Öle Stress abzubauen.

Ein Tee aus frischen oder getrockneten Blättern kann auch bei der Erkrankungen der Atemwege Linderung bringen. Durch seine antibakterielle Wirkung kann Thymian auch helfen, Fiebererkrankungen zu bekämpfen. Für den Tee mischt man 2 TL getrocknete, zerkleinerte Blüten mit ¼ L Wasser und lässt ihn 10 Minuten ziehen. Denn Tee warm trinken.

Einsetzen kann man Thymian auch bei Hauterkrankungen wie Warzen. Eine Tinktur aus Thymian auf der Kopfhaut auftragen hilft zudem bei Haarschuppen und gereizter Kopfhaut. Foto: © Olha_Afanasieva / iStcok / Thinkstock

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Auch der würzige Schnittlauch hat jede Menge gesunde Inhaltstoffe. So enthält er Vitamine wie Vitamin C, B6, A und E sowie Folsäure. Er ist eines der Heilkräuter die Arterienverkalkung verhindern sollen und er wirkt harntreibend wie auch antibakteriell.

Sauerampfer enthält nicht nur zahlreiche Vitamine, sondern Bitter- und Gerbstoffe. Er soll blutbildend und -reinigend wirken sowie die Verdauung fördern und gegen Magenbeschwerden wirken. Selbst vor Pickeln soll dieser wahre Alleskönner schützen. Aufgrund seines hohen Gehalts an Oxalsäure ist es jedoch nicht ratsam, Sauerampfer in grossen Mengen zu essen.

Ebenso helfen viele mediterrane Kräuter heilen. Salbei etwa wird als Tee bei Halsschmerzen genutzt, aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung lindert Rosmarin Blähungen und Kreislaufbeschwerden. Thymian löst Schleim in den Bronchien oder lindert Durchfallbeschwerden.

Brunnenkresse ist eine wahre Vitaminbombe. Sie enthält viel Vitamin C, Eisen, Jod, Calcium und Gerbstoffe, welche man auch Antioxidantien oder Radikalenfänger nennt. Sie sollen insbesondere vor Krebs und Hautalterung schützen. Die Brunnenkresse wirkt aber auch bei vielen anderen Beschwerden wie Halsschmerzen, Verdauungsproblemen und Blasenentzündung.

Petersilie, Kerbel, Fenchel, Minze, Basilikum und Zitronenmelisse haben übrigens alle gemein, dass sie eine entzündungshemmende Wirkung haben. Ihr regelmässiger Verzehr soll sogar chronische Gelenkbeschwerden verbessern. Dieses Wissen wird in der asiatischen Heilkunde bereits seit Jahrhunderten angewandt.

Wilde Heilkräuter, die Beschwerden lindern

Wildkräuter sammeln sollte man nur, wenn man sich wirklich auskennt. Wer sie für die Küche und als Heilkräuter verwenden möchte, sollte mindestens ein sehr gutes Bestimmungsbuch zur Hand haben. Noch besser: Einen Kurs bei einem Wild- und Heilkräuter kundigen Fachmann besuchen. Denn oft haben Kräuter giftige Zwillinge von denen sie kaum zu unterscheiden sind. Auf Nummer sicher zu gehen, dass das gesuchte Wildkraut im Korb landet, ist daher enorm wichtig. Auch sollten Heilkräuter nicht von verunreinigten Standorten gesammelt werden, weil sie dann Giftstoffe enthalten können. Ansonsten sind alle heilenden Wildkräuter auch in verschiedenen Formen im Handel erhältlich.

Wer Petersilie mag, der kann den stark wuchernden Giersch wild oder aus dem Garten pflücken. Er wirkt etwa bei Verdauungsschwäche oder Durchfall.

Löwenzahn wird zwar oft als Unkraut angesehen, er gehört aber auch zu den Heilpflanzen. Teile der Wildblume sollen etwa Entzündungen hemmen und den Appetit anregen.

Mit der Brennnessel sollte man vorsichtig umgehen und bei der Verarbeitung umbedingt Handschuhe tragen. Ein Tee daraus soll Entzündungen hemmen und die Abwehr stärken.

Weitere Heilkräuter und ihre Wirkungen finden Sie oben in der Bildergalerie.

Heilkräuter im Garten und auf dem Balkon anbauen

Viele Heilkräuter sind recht anspruchslos und benötigen nur wenig Pflege, um im Garten oder auf dem Balkon zu gedeihen. Nur die mediterranen Vertreter sind manchmal etwas anspruchsvoller, weil ihnen Verhältnisse hierzulande nicht entgegenkommen.

Praktisch und platzsparend Heilkräuter anbauen kann man etwa in einer Kräuterspirale. Wie sie diese anlegen und mit den Heilkräutern bepflanzen erfahren Sie in dem Artikel «In der Kräuterspirale pflanzen Sie viele Gewürze auf kleinen Raum».

Quellen: Praxisvita.de, dr-feil.com, mopo.de, gesundheit.gv.at

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann