Natürliche Reinigungsmittel für die ganze Wohnung

Zum Putzen ist nicht unbedingt ein Giftarsenal notwendig. Wer nachhaltig putzen und dabei auch noch Geld sparen will, der greift am besten in Omas Trickkiste.

Putzen mit umweltfreundlichen Reinigunsmitteln schützt das Klima und spart Geld.
Benutzen Sie umweltfreundliche Putzmittel, um das Klima zu schützen und dabei noch Geld zu sparen. Foto: Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock
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Die hellen Sonnenstrahlen entlarven gnadenlos schmierige Fenster, alte Staubschichten und matte Böden. Jetzt heisst es: Ran an den Frühjahrsputz, der Winterdreck muss weg! Und am besten, alle machen mit. Aber nur wenn auf giftige Chemikalien verzichtet wird, können auch die Kleinsten der Familie dabei sein. So lassen sich beispielsweise viele konventionelle Putzmittel, die eine hohe Konzentration an Chemikalien enthalten, durch Mittel aus Omas Zauberkiste ersetzen. Dies ist nicht nur familienfreundlich, weil es die Haut- und Schleimhäute schont, sondern es schont auch die Umwelt. Denn in der Schweiz gelangen jährlich rund 150.000 Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel ins Abwasser. Dies entspricht einem Verbrauch von 21 Kilogramm pro Person. Allein das ist schon ein Grund, um auf alternative Methoden umzusteigen.

Putzen ohne Chemie: Teppich biologisch aufgefrischt

Geht es nach unseren Grossmüttern, reicht es völlig aus, wenn der Putzmittelschrank mit Allzweckreiniger, Spülmittel und dazu ein bisschen Spiritus und Essig ausgerüstet ist. Aber das funktioniert natürlich nur, wenn man ihre Putzpraktiken kennt. Und hier helfen Lebensmittel und andere natürliche Utensilien: Dass Sauerkraut als zuverlässige Hilfe beim Frühjahrsputz zum Einsatz kommt, ist wohl den wenigsten bekannt, aber mit Sauerkraut lassen sich Teppiche umweltverträglich und absolut sauber reinigen. Das rohe Kraut austropfen lassen, auf den Teppich streuen und ihn kräftig abreiben, das Gröbste dann mit dem Besen, die Reste mit dem Staubsauger entfernen. Das Ergebnis ist ein sauberer Teppich in frischen Farben - ganz ohne chemischen Zusatz.

Langzeitschmutz ade beim Putzen ohne Chemie

Ähnlich einfach geht es endlich auch dem Langzeitschmutz an den Kragen. Das Zaubermittel gegen Kalk heisst immer noch Essig. Am besten geht es, wenn die Kalkablagerungen an den Armaturen im Bad oder in der Küche einfach ein paar Stunden mit essiggetränkten Wattestreifen eingewickelt und danach abgewaschen und nachpoliert werden. Auch für den Abfluss, die Toilette oder zum Entkalken der Duschköpfe leistet Essig gute Dienste. Weisse Fugen hingegen können mit Backpulver sauber gemacht werden. Denn Backpulver enthält Bleichstoffe. Auch zum Reinigen von Polstermöbel kommt laut Oma Essig zum Einsatz. So tränkt man ein Tuch in Essig und legt es auf das Polstermöbel. Nach einer kurzen Einwirkzeit klopft man, zum Beispiel mit dem Holzende eines Besens, auf das Tuch. Darin verfängt sich nun der Staub und gleichzeitig frischt es die Farbe des Polsters auf.

Den Kalk im Bad beseitigen Sie kostensparend und umweltfreundlich mit Essig.

Kalkablagerungen im Bad können Sie ganz einfach mit Essig entfernen. Foto: Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock

Soda und Salz wirken Wunder

Ist beispielsweise der Abfluss träge, reicht es häufig schon, ein Glas Cola in das Rohr zu giessen und über Nacht einwirken zu lassen. Als Rohrputzer wirkt auch eine nächtliche Kur aus Soda und einer Portion kochendem Wasser - und am nächsten Morgen fliesst das Wasser meist schon wieder sauber ab, und der Abfluss riecht frisch. Apropos Soda; früher diente es als mildes Scheuermittel, und das funktioniert auch noch heute. Ist beispielsweise das Essen angebrannt, reicht es in der Regel, etwas Wasser im Topf oder in der Pfanne mit zwei bis drei Löffeln Natron beziehungsweise einem Tütchen Backpulver aufzukochen und einweichen zu lassen.

Stark unterschätzt als Putzmittel wird Salz. Wenn Ofen und Bleche wegen des Sonntagsbratens nach Backofenspray zu rufen scheinen, dann gibt es eine umweltschonende und zugleich günstige Alternative: Einfach eine Schicht Salz auf den Rückständen erhitzen, bis sie sich braun verfärbt, und diese Schicht dann wieder entfernen. Wer will, kann es auch mit Zitronensaft probieren. Und trübe Glasvasen reinigt man am besten mit einer Mischung aus Salz und Essig.

Putzen ohne Chemie: Immer mehr umweltfreundliche Mittel

Omas Putzmittel sind zwar top, aber manchmal braucht es doch mehr. Dazu gibt es inzwischen in den hiesigen Grossverteilern, Bioläden und Drogerien eine Vielzahl an ökologischen Reinigungsmitteln, die auf synthetische Konservierungsmittel, chlorchemische Zusätze und synthetische Duftstoffe verzichten. Für ihre Herstellung werden keine Produkte verwendet, die Tierversuche oder Gentechnologien erfordern. Zudem werden viele Bio-Putzmittel aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Und ökologische Putzmittel sind vollständig biologisch abbaubar. Beispiele hierfür sind die Wasch- und Reinigungsmittel unter der Marke oecoplan von Coop oder das Mittel das Mittel Held eco und Ecover vom gleichnamigen Konzern Ecover. Dieser Konzern forscht täglich nach ökologischen Stoffen auf natürlicher Basis und versucht damit die Auswirkungen ihrer Produkte auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Ein weiterer Trick für ökologisch korrekten streifenfreien Glanz sind Microfasertücher. Diese bestehen aus extrem dünnen Polyester- oder Polyamidfasern und eignen sich besonders zur Reinigung von leicht- und normalverschmutzten glatten Oberflächen. Dabei werden schon mit reinem Wasser hervorragende Ergebnisse erzielt.

Text: Anna Birkenmeier
 

Reinigungstipps auf einen Blick

 

Teppichreinigung mit Sauerkraut:

Das rohe Kraut austropfen lassen, auf den Teppich streuen und ihn kräftig abreiben, das Gröbste dann mit dem Besen, die Reste mit dem Staubsauger entfernen.

Kalkreinigung mit Essig:

Kalkablagerungen an den Armaturen im Bad oder in der Küche ein paar Stunden mit essiggetränkten Wattestreifen einwickeln und danach abwaschen und nachpolieren. Auch für den Abfluss, die Toilette oder zum Entkalken der Duschköpfe geeignet.

Abflussreinigung mit Soda:

Soda und kochendes Wasser abends ins Rohr giessen und am Morgen durchspühlen.

Die Grundsubstanzen der umweltschonenden Reinigung

 
  • Schmierseife oder Tenside aus pflanzlichen Rohstoffen: Hergestellt aus natürlichen Ölen und Fetten und/oder Fettsäuren , zum Teil Wiederverwertung von pflanzlichen und tierischen Altölen, rascher biologischer Abbau
  • Zitronensäure/Essigsäure (Putzessig) - natürlich vorkommende organische Säuren: gute Kalklöser, guter biologischer Abbau
  • Brennsprit (Putzsprit) - natürlicher Alkohol (Ethanol): gute Fettlösung auch bei hartnäckigen Ablagerungen, gut abbaubar
  • Soda - natürlich vorkommendes Mineralsalz (Natriumkarbonat: guter Wasserenthärter , rascher biologischer Abbau, Verstärkung der Reinigungswirkung von Seife

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