Gesund wohnen: Richtig lüften und heizen im Winter

Richtig lüften und heizen im Winter bedeutet nicht auf die eigene Behaglichkeit zu verzichten. Mit ein paar Tricks haben Sie es Zuhause nicht nur wohlig warm, sondern sparen auch Heizkosten und vermindern die Gefahr von Schimmel.

Im Winter richtig lüften spart Energie und Heizkkosten.
Regelmässig lüften ist wichtig, um Schimmel im Haus vorzubeugen. Foto: © ronstik / iStock / Thinkstock
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Die Heizsaison bricht an. Wenn die Raumtemperatur unter 20 Grad sinkt, drehen viele Schweizer die Heizung auf. Doch jeder Wintertag mehr macht sich auch in der Heizkostenabrechnung bemerkbar. Deshalb werden einfache Lösungen gesucht, um Energie zu sparen. Bereits einige Veränderungen im Wohnalltag helfen, die Kosten künftig unter Kontrolle zu halten. In der kalten Jahreszeit sorgen Schweizer Mieter und Eigenheimbesitzer für ein gesundes Raumklima, indem sie richtig lüften und heizen.

Richtig Lüften: Bewusst die Fenster mehrmals am Tag öffnen

Wenn die Scheiben von Innen mit Kondenswasser beschlagen, wird es Zeit, die Fenster zu öffnen. Ob Regen, Nebel, Schnee oder Sonnenschein - in der Winterzeit gilt stets, dass man täglich drei bis fünf Mal mit Durchzug für maximal zehn Minuten richtig lüften sollte. Bei Minusgraden fallen die Lüftungszeiten entsprechend kürzer aus. Sind die Fenster und Türen geöffnet, ist die Heizung abzudrehen. Als Faustregel gilt, dass man nach dem Aufstehen und vor dem zu Bett gehen gut durchlüftet. Wer jedoch bei offenen Fenster schläft, heizt die Energie regelrecht zum Fenster hinaus.

Lässt man ein Kippfenster den Winter über offen stehen, dann lösen sich 200 Liter Heizöl ungenutzt «in Luft» auf. Es gibt jedoch Ausnahmen: Wer in einem mässig gedämmten Altbau mit Isolierfenstern wohnt, sollte häufiger Lüften. Sonst setzt sich unerwünschtes Kondenswasser an den Wänden ab. Das gilt auch für Räume, wie z.B. Büros, in denen sich regelmässig viele Menschen aufhalten.

Feuchtigkeit in der Wohnung

Bis zu zwölf Liter Wasserdampf produziert ein Vier-Personen-Haushalt täglich. Bis zu einem Liter Wasser gibt ein Mensch an seine Umgebung ab. Weitere Liter fallen an, wenn man kocht oder duscht. Um nicht die Feuchtigkeit an die restlichen Wohnräume abzugeben, raten Experten, stets die Türen zu schliessen und richtig zu lüften, wobei auch Abluftanlagen helfen können. Spätestens wenn die Fenster beschlagen, wird es Zeit, frischen Sauerstoff hineinzulassen. Richtig Lüften bedeutet, dass sich ein gesundes Raumklima und weniger Feuchtigkeit in der Wohnung einstellt. Wer jedoch am Heizen spart, muss entsprechend mehr lüften. Kalte Raumluft nimmt weniger Wasserdampf auf als warme und so steigt die Gefahr von Schimmelpilz in der Wohnung.

Ratgeber für richtiges Heizen im Winter: Aufdrehen und sparen

Sinkt die Raumtemperatur beständig unter 20 Grad, sollten Bewohner von ungedämmten Altbauten nicht mehr mit dem Heizen warten. Wer jedoch das Thermostat um nur ein Grad herunterstellt, spart schon sechs Prozent an Energie ein. In Wohnräumen, in denen 24 Grad herrschen, wird ein Viertel mehr Energie verbraucht als bei Mietern, die ihre Raumtemperatur auf 20 Grad reduzieren. Fachleute raten, alle Wohnräume gleichermassen zu beheizen und Türen zu kühleren Räumen zu verschliessen. Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass man Energie spart, indem man das Thermostat während kurzer Abwesenheit auf Null stellt. Das kann ein mehrstündiger Einkauf oder auch die Zeit sein, die man auf seiner Arbeitsstätte verbringt. Wer nach der Rückkehr das Thermostat in der ausgekühlten Wohnung voll hochdreht, verbraucht wesentlich mehr Energie, als diejenigen, die ihre Heizung gleichbleibend auf niedriger Temperatur laufen lassen. Das ist eine wichtige Grundregel für richtiges heizen.

Richtig heizen in Bad, Wohn- und Schlafzimmer

In Bädern sind 22 Grad Raumtemperatur empfohlen. Das entspricht der «vier» auf dem Thermostatventil. Optimal beheizte Wohn- und Arbeitsräume zeigen 20 Grad auf dem Thermometer an. In Schlafräumen und häufig genutzten Zimmern genügen 18 bis 20 Grad. Nutzt man Wohnräume selten, dann reichen dort 17 Grad vollkommen aus. Richtig heizen und lüften hilft, dass sich kein Schimmel bildet.

Regelmässig lüften ist wichtig.

Wenn man im Winter richtig heizt und lüftet, spart man Energie und Heizkosten und hat es trotzdem gemütlich warm. Foto: © AlexRaths / iStock / Thinkstock

Ungeniessbar: Schimmelpilz in der Wohnung

Menschen leben im Alltag unbehelligt von Schimmelpilz-Sporen. Erst wenn sich diese auf feuchte Wände niederlassen, können sie gedeihen und im schlimmsten Fall die Gesundheit schädigen. Studien bestätigen, dass Bewohner in schimmelbelasteten Wohnungen häufiger unter Allergien oder Atemwegsreizungen leiden. Zwar glauben viele Schweizer, dass grösstenteils defekte Dächer oder Wasserrohrbrüche den Schimmel verschulden. Doch lösen vielmehr ihre Lebensgewohnheiten Schimmelpilz in der Wohnung aus. Zu viel Feuchtigkeit an ausgekühlten Wänden und zu wenig Lüften verschärfen die Situation. Wer im Erdgeschoss und in Gebäuden mit Aussenwänden unter 35 Zentimeter Dicke wohnt, lebt in ständiger Gefahr vor Schimmelpilz in der Wohnung. Dem kann man vorbeugen, indem man auf eine Raumluftfeuchtigkeit von maximal 40 Prozent achtet. Sicher gehen all diejenigen, die richtig lüften und heizen.

Was tun bei Schimmelpilz in der Wohnung?

Bricht Schimmel grossflächig aus, dann sollte ein Fachmann für Bauschäden die Situation beurteilen. Zudem muss der Vermieter oder der Verwalter informiert werden. Nach Klärung der Ursache werden Massnahmen zur Sanierung geplant. Treten in der Zeit gesundheitliche Beschwerden auf, ist ein Arztbesuch ratsam. Wer die Stellen nur mit Farbe überstreichen möchte, löst das Problem nicht. Die Sporen bleiben und spriessen beim nächsten Feuchtigkeitseinbruch erneut. Mehr zum Thema wie Sie Schimmel entfernen.

Richtig Heizen im Winterurlaub

Viele Sparfüchse drehen vor dem Winterurlaub die Heizung runter. Bei längerer Abwesenheit kühlt jedoch die Wohnung bei Minusgraden schnell aus und es kann zu Frostschäden am Gebäude kommen. Fehlt die entsprechende Dämmung oder steht das Haus frei, dann wird die Situation verschärft. Fällt die Raumtemperatur unter Null Grad, können Rohrleitungen einfrieren. Dann bleibt man oftmals auf dem Schaden sitzen, da die Versicherung im Regelfall nicht zahlt. Um diese Situation zu vermeiden, sollte man die Heizung auf niedriger Stufe weiter laufen lassen. So pegelt sich die Raumtemperatur auf etwa 16 Grad ein und der erholsame Winterurlaub endet ohne böse Überraschung. Wer sicher gehen möchte, bittet seinen Nachbarn, regelmässig nach dem Rechten zu sehen.

Linktipps:

  •  Wer es alles über richtiges Lüften möchte, erfährt das in dem PDF von Oeko-Forum.

 

Quellen: BAG, BFE, EnergieSchweiz, Öko-Forum, Mieterverband

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