Schimmel entfernen: Welche Mittel und Massnahmen wirklich helfen

Schimmel in der Wohnung ist lästig, hässlich und schlecht für die Gesundheit. Um Schimmel zu entfernen gibt es zahlreiche Hausmittel und Produkte, aber manchmal muss auch der Fachmann ran.

Schimmel entfernen: Welche Mittel am besten gegen Schimmel helfen
Foto: ©milosradinovic / iStock / Getty Images Plus
  • 25
  • 1

 

Schimmelsporen umgeben uns eigentlich immer. In sehr geringer, meist unbedenklicher Konzentration. Doch findet er eine feuchte Stelle in der Wohnung, blüht der Pilz wortwörtlich und meist sehr zügig auf. Nur noch etwas Nährstoffe dazu, Temperaturen über 10 Grad, schon hat man ein Schimmelproblem.

Dabei sind die Ursachen äusserst vielfältig. Bauliche Schäden oder Mängel – von schlechter Dämmung oder Abdichtung bis hin zu Konstruktionsfehlern –, ein schlecht durchlüftetes Bad oder andere, zu feuchte Räume ziehen den Pilz magisch an.

Arten von Schimmelpilzen

In der Natur gibt es jede Menge Schimmelarten, sie sind praktisch überall anzutreffen, sie verbreiten sich über die Luft und in normaler Konzentration sind sie auch in den eigenen vier Wänden zu finden. Das ist normal und grundsätzlich nicht schädlich.

Es gibt gelben, grünen oder roten, am häufigsten ist allerdings der Schwarzschimmel. Der Schwarzschimmel ist es, der sich im feucht-warmen Raumklima schnell über seine Sporen ausbreitet und dann, gerade in der Wohnung, zur Gefahr für die Gesundheit wird. Es entstehen die sogenannten Mykotoxine, Schimmelpilzgifte, die gesundheitsschädlich sind.

Sie können die unterschiedlichsten Krankheitssymptome hervorrufen, die man so nicht unbedingt zuordnen kann. Hierzu zählen Kopfschmerzen, allergische Reaktion der Haut und Atemwege, Schlafprobleme (gerade bei Schimmelpilz im Schlafzimmer), Augenreizungen, Schnupfen oder Magen-Darm-Beschwerden. Schwarzschimmel gilt als der gefährlichste seiner Art und steht im Verdacht, Krebs auszulösen.

Wie Schimmel entsteht und wo er sich ausbreitet

Ob Schwarzschimmel oder andere gefürchtete Vertreter – Schimmelpilze benötigen ein dauerhaft feuchtes Milieu und eine organische Grundlage, beispielsweise Holz, Cellulose, Tapeten oder auch Dämmmaterialien als Nahrung. Dann kann er sich schnell verbreiten. Auch können falsches Lüften oder Heizen die Ursache für Schimmelbefall sein.

Der Pilz liebt besonders das feucht-warme Klima im Bad oder in der Küche, aber auch bauliche Mängel wie dauerhaft feuchtes Mauerwerk – vorhandener oder behobener Wasserrohrbruch, undichte Dämmungen, Hauswände oder Dächer – oder zwischen einzelnen Räumen können die Ursache sein.

Speziell bei Schimmelpilzen beliebt sind: Ecken, beispielsweise in der Nähe von Fenstern, wenn sich dort Wärme- oder gar Feuchtigkeitsbrücken befinden und ständig Wasser kondensiert, Dichtungen aus Silikon, etwa im Badezimmer und vornehmlich in der Dusche, oder zu dicht an der Wand stehende Möbel. Dort ist er besonders fies, denn meist sieht man ihn nicht und entdeckt ihn erst beim nächsten Umzug oder Möbelrücken.

Auch ein Indiz für den Pilz: Von innen feuchte Fenster oder ein wirklich muffiger Geruch.

Schimmbelbefall im Badezimmer

Gute Voraussetzungen finden Schimmelpilze, wie erwähnt, besonders im Bad, wo sie wachsen und gedeihen.

Der klassische Ort im Bad ist die Dusche, in dem sich Schimmelpilz ansiedelt. Es können hier auch bauliche Fehler sein, die Spritzwasser hinter die Fliesen gelangen lassen. Aber das ist eher selten.

Besonders gerne siedeln sich die Sporen im Badezimmer an folgenden Orten an

  • Fugen zwischen Fliesen
  • Fugen auf Silikonbasis (etwa in der Dusche)
  • Duschvorhänge
  • Duschköpfe
  • Armaturen und deren Übergänge (z. B. am Waschbecken und mit Seifenresten)
  • hinter Schränken
  • auf/unter Tapeten
  • Fensterdichtungen (oft auch aus Silikon)
  • rund ums Fenster im Bad (meist: Fuge aus Silikon)

Hier kann sich im Bad Schimmelbefall zeigen, wobei Fugen aus Silikon am häufigsten Schimmelpilze aufweisen, denn dort sammelt sich die meiste Feuchtigkeit im Badezimmer.

Schimmelpilz vorbeugen und vermeiden

Gegen bauliche Mängel können Sie als Mieter selten selbst etwas tun, sofern diese der Grund für den Schimmelbefall sind. Bei Verdacht: Unbedingt den Vermieter kontaktieren!

Und als Besitzer einer Immobilie sollten Sie auf jeden Fall und bei grösseren Flächen einen Fachmann zurate ziehen, auch und gerade, wenn die Ursache für den Schimmelbefall unklar ist.

Vermeiden können Sie Schimmelbildung wie folgt

  • Indem Sie regelmässig die Wohnung gut lüften. Bitte auch und gerade im Winter. 1 bis 2 x am Tag querlüften genügt meist schon, um vorzubeugen.
  • Nach dem Duschen auch das Bad auf jeden Fall gut durchlüften, um die feuchte Luft entweichen zu lassen.
  • Eventuell Abzieher in der Dusche verwenden.
  • Zudem sollte die Badezimmertür bei Nichtbenutzung des Bades offenbleiben, um die Feuchtigkeit aus dem Badezimmer entweichen zu lassen. Das verteilt die Feuchtigkeit unbedenklich in anderen Räumen.
  • Silikonfugen im Bad, wenn befallen, sollten schnell entfernt werden. Am besten gegen schimmelpilzresistentes Silikon austauschen.
  • Extreme Temperaturunterschiede zwischen einzelnen Räumen vermeiden.

Lesetipp:

Und noch ein Tipp: Im Zweifelsfall Möbel immer ein Stück von der Wand entfernt aufstellen. Auch und gerade im Bad oder weniger gut geheizten Räumen wo prinzipiell eine höhere Feuchtigkeit in der Luft ist. Neben kräftigem Stosslüften hilft dies gut zur Schimmelprävention.

Und welcher Schimmelentferner hilft wirksam?

Zahlreiche Produkte zur Entfernung

Zunächst einmal ein Tipp für Ihre Sicherheit: Schimmelmittel arbeiten oft mit aggressiven Inhaltsstoffen. Daher sollte jeder, der Schimmelmittel zum Entfernen verwendet, Handschuhe tragen, idealerweise eine Schutzbrille aufsetzen und so gut wie möglich lüften. Und gerade Allergiker sollten es gleich ganz bleiben lassen.

Handelsübliche Schimmelmittel sind in der Regel Biozide. Sie sollen den Pilz abtöten und sind darum mehr oder weniger aggressiv, teils sogar gesundheitsschädlich. Daher erhalten diese Antischimmel-Produkte von Ökotest alle die Bewertung «keine Empfehlung». Mehr noch: Wird eine unglückliche Mischung aus zwei Mitteln zum Schimmel entfernen gewählt, können schnell hochgiftige Gase entstehen oder gar Explosionsgefahr aufkommen.

Wird etwa ein ammoniakhaltiges Antischimmelmittel gemischt mit einem Produkt, das Natriumhypochlorit enthält, zum Beispiel ein Bestandteil vieler WC-Reiniger, entsteht ein explosives Gemisch. Vermischt mit salzsäurehaltigen Mitteln entsteht giftiges Chlorgas.

Infokasten: Mietminderung bei Schimmel? Ob im Badezimmer oder an einer Wand in einem anderen Raum, können bauliche Mängel für Schimmelbefall von einem Experten nachgewiesen werden, dann ist eine Mietminderung von 5 bis 30 % in der Schweiz möglich.

Leichten Befall mit Hausmitteln beseitigen

Es muss zur Schimmelentfernung, gerade bei leichtem Befall, nicht immer gleich die chemische Keule Anwendung finden. Es geht auch mit anderen Mitteln, denn so manches Hausmittel dient ebenfalls der Schimmelentfernung.

Folgende Hausmittel helfen, um Schwarzschimmel (und andere) im Haus zu bekämpfen

  • Wasch-Benzin
  • Alkohol (70 %-ig, z. B. aus der Apotheke)
  • Brennspiritus (ebenfalls ein Alkohol)

Zur Anwendung dieser Schimmelentferner unbedingt Schutzkleidung wie Handschuhe, Schutzbrille, lange, unempfindliche Kleidung tragen! Dann die befallenen Flächen mit Brennspiritus, Wasch-Benzin oder Alkohol und einem Tuch abwischen, um den Befall zu beseitigen. Mit Wasser nachspülen. Nach der Behandlung Luft ins Haus lassen.

Immer wieder wird Essig (mit hohem Säuregrad, z. B. Essig-Essenz) empfohlen, um den Belag nachhaltig zu entfernen. Doch was bei Kalkflecken und hartnäckigem Schmutz sehr wohl ein gutes Hausmittel ist, taugt nichts als Anti-Schimmel-Mittel.

Im Gegenteil, warnt auch Ökotest. Denn unter Umständen kann Essig, als Hausmittel gegen Schimmel verwendet, sogar das Pilzwachstum fördern. Statt auf Essig sollten Sie auf hochprozentigen Alkohol setzen. Er entzieht dem Pilz lebenswichtige Feuchtigkeit und entfernt ihn zuverlässig – zumindest von glatten Oberflächen. Aber Achtung! Hausmittel wie Alkohol können Holz, Möbel, Armaturen und Farben, gerade an der Wand, angreifen.

Achten Sie in der folgenden Zeit, ob der Schimmelbefall zeitnah wiederkommt. Ist dies der Fall, sollte der Fachmann sich der Sache annehmen. 

Weitere Hausmittel sind Wasserstoffperoxid aus der Apotheke oder Chlor. Aber diese Anti-Schimmel-Mittel sollten besser Fachleute benutzen.

Der Fachmann und wie er Schimmel entfernt

«Es gibt aus unserer Erfahrung heraus nur ein Mittel, um Schimmel wirklich zu entfernen und das ist Wasserstoffperoxid. Allerdings nicht in der Konzentration, wie es der Coiffeur benutzt oder in der Apotheke erhältlich ist, sondern in viel höherer Konzentration», verrät Schimmel-Spezialist und ökologischer Gebäudesanierer Markus Brecht, Geschäftsführer der süddeutschen Energiewerkstatt Rhein-Neckar. Und dieses hoch konzentrierte Wasserstoffperoxid erhalten nur ausgebildete Fachleute. Der grosse Vorteil für den Wohnungseigentümer: Dieses Schimmelmittel ist völlig schadstofffrei und hinterlässt keine giftigen Dämpfe in den eigenen vier Wänden.

Laut dem Fachmann ist übrigens hochprozentiger Alkohol das beste Hausmittel, um Schimmel im Alleingang zu entfernen.

Bei grossflächigem Schimmelbefall ist Wasserstoffperoxid das effektive und umweltfreundliche Mittel der Wahl, Schimmel zu entfernen und nachhaltig zu bekämpfen.

Wann ist ein Fachmann nötig, um Schimmel zu entfernen?

Eine Faustregel besagt, dass spätestens ab einem halben Quadratmeter Schimmelfläche der Fachmann die Schimmelentfernung übernehmen sollte. Ebenso, wenn sich eindeutig eine feuchte Wand hinter dem Schimmel befindet, sollte der Fachmann ran. Denn nur er hat die adäquaten Mittel.

Eine Auflistung von Profis, die fachmännisch Schimmel entfernen, finden Sie hier.

7 natürliche Helfer, die chemische Putzmittel bestens ersetzen

7 natürliche Helfer, die chemische Putzmittel bestens ersetzen

Starke Leichtgewichte: Kartonmöbel zeigen, was sie können

Starke Leichtgewichte: Kartonmöbel zeigen, was sie können

Wärmepumpen: Neuer Standard für höhere Qualität

Wärmepumpen: Neuer Standard für höhere Qualität