Preise für Solaranlagen: So viel kostet Photovoltaik vom eigenen Dach

Mit der eigenen Solaranlage Energie produzieren ist heute günstiger denn je. Die Kosten für eine Photovoltaikanlage lassen sich bereits innert 15 Jahren amortisieren. Die Preise für eine Solaranlage, worauf zu achten ist, Vorteile von Solarstrom und wie gross eine PV-Anlage auf dem Dach sein sollte. 

Kosten Photovoltaik - das sind die Preise für Solaranlagen
Photovoltaik lohnt sich mehr denn je, da die Preise für Solaranlagen in den letzten Jahren rapide gesunken sind. Foto: © iStock / Getty Images Plus
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Immer mehr Hausbesitzer setzen auf eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch im Haus. Diese Form erneuerbarer Energie lohnt sich, denn die Preise für Photovoltaikanlagen sind in den letzten Jahren stark gesunken.

Im Artikel

Was bei Kosten für Photovoltaikanlagen beachten

Bei den Kosten einer Solaranlage sollten Hauseigentümer nicht nur die Grösse und Art der PV-Anlage im Blick haben, sondern auch die Montage und die Beschaffenheit des Dachs. Zudem unterscheiden sich die Kosten der Anlage je nachdem, ob sie auf das Dach oder in das Dach gebaut wird oder ob es sich um eine freistehende Anlage handelt beispielsweise auf einem Flachdach.

Freistehende Photovoltaik-Anlage auf Flachdach

Freistehende Photovoltaikanlage. Foto: iStock / Getty Images Plus

Den Kosten einer Photovoltaikanlage steht der Ertrag gegenüber. Wie viel Solarstrom eine PV-Anlage produziert, hängt unter anderem von der Grösse der Anlage und des Dachs, der Ausrichtung und natürlich den Sonnenstunden ab.

Die Technologie der Photovoltaik hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, sodass Photovoltaikanlagen wesentlich mehr Strom produzieren, sprich einen höheren Wirkungsgrad haben. Das macht sie auch für das kleine Hausdach attraktiv. Ein praktisches Tool, mit dem Sie die Produktion der Solarenergie einfach berechnen, hilft, Ertrag und Kosten der Photovoltaik abzuschätzen. 

5 Vorteile einer eigenen Solaranlage

  1. Die Kosten für eine Photovoltaikanlage zahlen sich allemal aus: Strom aus Eigenproduktion vom Dach ist günstiger als jener aus dem öffentlichen Netz.
  2. Wer seinen überschüssigen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist, verdient damit Geld.
  3. Dank einer Solaranlage steigt der Wert einer Immobilie.
  4. In den meisten Kantonen lassen sich Optimierungen beim Stromverbrauch von den Steuern abziehen, so auch die Installation einer Photovoltaikanlage. Um weitere Kosten zu senken, ist es möglich, kantonal abhängige Fördermittel und Steuervergünstigen in Anspruch nehmen. Manche Förderpakete können mehrere tausend Franken bereitstellen.
  5. Last but not least gehört Photovoltaik zu den erneuerbaren Energien, die gerade für Privatpersonen lukrativ ist. Hier sollte man sich auch das Angebot für einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) genau anschauen.

Preis-Leistungs-Verhältnis einer PV-Anlage für ein Einfamilienhaus

Montage Photovoltaik-Anlage

Montage einer PV-Anlage. Foto: iStock / Getty Images Plus

Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt jährlich 4000 bis 5000 kWh Strom. Mit einer Photovoltaikanlage von 30m2 lassen sich gut 6000 kWh Strom gewinnen. Eine solche Anlage kostet dank Förderbeiträgen rund 15'000 Franken und ist in knapp 15 Jahren amortisiert. Bei einer Lebensdauer der Photovoltaikanlage von 25 bis 30 Jahren erzielt man also während 10 bis 15 Jahren einen Gewinn

Leistung berechnen

1 Kilowatt Peak (kWp) installierte Photovoltaik-Leistung liefert rund 900 - 1000 kWh Strom jährlich. So können Sie ganz einfach in der untenstehenden Tabelle herauslesen, wie viel eine Solaranlage auf Ihrem Dach ungefähr kostet. In unserem Rechenbeispiel würde das Einfamilienhaus eine Photovoltaik-Leistung von 5 bis 6 kWp benötigen, um bis zu 5000 kWh Strom zu produzieren. Gemäss den aktuellen Preisen würde eine solche Solaranlage zwischen 14'000 und 16'000 Franken kosten.

Solarzellen: Preise fallen auch in der Schweiz

Die Preise für Photovoltaik sinken weltweit, so auch in der Schweiz. Das begründet sich im technologischen Fortschritt und der zunehmend effizienten Fertigungsmethoden für Photovoltaikanlagen. Davon profitieren auch Schweizer Solarkunden.

Zum Vergleich 2011 kostete eine Anlage mit 4 kWp Leistung zwischen 16'000 und 18'000 Franken. 2019/2020 zahlt man für die gleiche Leistung 11'000 bis 12'500 Franken, je nachdem wie leistungsstark die PV-Anlage dimensioniert ist. Diese Werte basieren massgeblich auf der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Sie setzt sich aus einem angenommenen Zinssatz von fünf Prozent, einer Amortisationsdauer von 25 Jahren, Unterhalts- und Betriebskosten von acht Rappen pro Kilowattstunde sowie einem Jahresertrag von 950 Kilowattstunden pro Kilowattpeak zusammen. Daraus ergeben sich entsprechende Vergütungssätze für verschiedene Anlagengrössen. 

Die Kosten für eine kleine Solaranlage liegen aktuell bei rund 2500 Franken pro Kilowatt Peak (900 -1000 kWh) Leistung. Vor 10 Jahren lagen die Preise für dieselbe Photovoltaik-Leistung bei 4000 bis 7000 Franken. Und man erhielt dafür weniger Solarenergie.

Tabelle: Solaranlage Kosten

Grösse der Solaranlage für das Dach Anschaffungskosten (Total) der Solaranlage in CHF Anschaffungskosten inklusive Speicher in CHF
4 kWp / 3600 - 4000 kWh 11'000-12'500 18'000-19'000
5 kWp / 4500 - 5000 kWh 12'500-15'000 19'000-21'000
6 kWp / 5400 - 6000 kWh 15'000-17'500 21'000-23'000
7 kWp / 6300 - 7000 kWh 17'500-18'500 23'000-25'000
8 kWp / 7200 - 8000 kWh 18'500-20'000 25'000-27'000
9 kWp / 8100 - 9000 kWh 20'000-21'000 28'000-32'000
10 kWp / 9000 - 10'000 kWh 21'000-22'000 32'000-36'000

 

Die genannten Solarzellen-Preise sind Durchschnittswerte und können ausschliesslich zur Orientierung dienen. Sie berücksichtigen noch nicht die aktuellen Marktpreise für Module. Zudem lohnt es sich, verschiedene Angebote mittels Offerten zu prüfen. Bei der Finanzierung einer PV-Anlage sind meist auch Ratenzahlungen möglich. 

Mit dem Batteriespeicher die ganze Photovoltaik nutzen

Der Batteriespeicher sorgt dafür, dass produzierte aber nicht genutzte Solarenergie gespeichert wird und abends beim Fernsehen oder Kochen genutzt werden kann, wenn die Sonne gar nicht mehr scheint. in der Tabelle oben sehen Sie, welche zusätzlichen Kosten entstehen. So kann der Eigenverbrauch der Solarenergie auf bis zu gut 90 Prozent erhöht werden. Lithium-Ionen-Batterien sind heute wegen ihrer Zyklenfestigkeit und den sinkenden Preisen am verbreitetsten. Sei es nun ein Batteriespeicher mit Lithium-Ionen-Technologie oder eine andere Variante: Gerade auch beim Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) spielt die Speichermöglichkeit von Energie eine immer wichtigere Rolle und letztlich bedeutet die hohe Unabhängigkeit vom Stromnetz auch eine Wertsteigerung der Immobilie.

Weitere Informationen zum ZEV.

Lebensdauer und laufende Kosten einer Solaranlage

Wartung Photovoltaik-Anlage

Eine Photovoltaikanlage muss regelmässig kontrolliert werden. Foto: iStock / Getty Images Plus

Laut einem Fachbericht von Hausinfo zeigen neuste Studien, dass die Lebensdauer von Solarmodulen respektive Solaranlagen in der Regel übertroffen wird. Im Laufe der Jahre sinkt die Leistung der Anlagen durchschnittlich um 20 Prozent, was ganz normal ist. Um den Wirkungsgrad möglichst hoch zu halten, ist es wichtig, eine Solarstromanlage zu warten. Auch der Austausch des Wechselrichters nach einigen Jahren ist von Vorteil. Zu den Betriebskosten zählen nebst dem Austausch des Wechselrichters auch Versicherungen, Leistungskontrolle und Administration. Bei einer Anlage mit 5 kWp Leistung fallen pro kWh 4,6 Rappen an. Für die Wartung der Photovoltaik haben viele Firmen Angebote oder man kann sich unverbindlich eine Offerte geben lassen.

Informieren sich bei Energie Schweiz ausführlich über die Wartungskosten von verschiedenen Photovoltaikanlagen.

Erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen und CO2-Emissionen minimieren

Wer den produzierten Strom vom eigenen Dach nicht selber verbraucht, kann die Energie ins öffentliche Netz einspeisen. Die Energieversorger sind verpflichtet, den Strom mindestens zu den Gestehungskosten abzunehmen. Das gehört mitunter zur Photovoltaik-Förderung des Bundes. Doch damit ist es selten möglich, die vollen Investitionskosten abzudecken. Für eine bessere Wirtschaftlichkeit kann man die Solarenergie an der Solarstrombörse von Elektrizitätswerken verkaufen oder die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) nutzen. Für beide Möglichkeiten gibt es jedoch lange Wartezeiten. Wer die KEV für 25 Jahre in Anspruch nehmen möchte, muss die Anlage vor dem Bau bei Swissgrid anmelden. Viele warten mit der Installation bis sie die Zusage, für die staatliche Förderung erhalten. Wer dennoch baut, baut auf eigenes Risiko. In der Wartezeit kann man den Strom zum konventionellen Preis verkaufen. Dabei läuft jedoch entsprechend die Förderungszeit ab. Wer beispielsweise drei Jahre auf die Zusage wartet, verkauft Solarstrom für wesentlich weniger Rappen und hat keinen Anspruch auf eine rückwirkende «Ausgleichszahlung». Nach der Bewilligung steht dem Anlagenbesitzer die Einspeisevergütung für noch 22 Jahre zu. Von Vorteil ist, dass die Höhe der KEV vom Bautermin abhängt. Damit fällt die Vergütung in diesem Fall entsprechend höher aus, da die KEV jährlich um mindestens acht Prozent sinkt.

Inzwischen ist jedoch klar, dass das KEV in dieser Form abgeschafft werden soll. So könnte der Deckel wegfallen oder stattdessen Subventionsbeiträge für den Solaranlagenbau eingeplant werden. Fest steht, dass man den Solarstrom in der Schweiz fördern muss. Sonst wird das Ziel für 2030 verfehlt, die regenerative Stromerzeugung im Vergleich zum Jahr 2000 um mindestens 5'400 Gigawattstunden jährlich zu erhöhen.

Wie in naher Zukunft noch kostengünstigere Solarzellen entstehen können, erfahren Sie im folgenden Beitrag:

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