Den Gartenboden durch Gründüngung nachhaltig verbessern

Die Gründüngung im Garten verbessert die Bodenstruktur, versorgt die Erde mit Nährstoffen und lockert den Boden auf. Die ideale Zeit für die Gründüngung ist zwischen August und Anfang Oktober. Welche Pflanzen sich eignen und was Sie beachten sollten.

Gründüngung
Ringelblumen eignen sich sehr gut für eine Gründüngung und ide Bluten lassen sich weiterverwerten. Foto © iStock / Getty Images Plus
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«Wo nichts hineinkommt, kommt auch nichts heraus.» So lautet eine alte Bauern- und Gärtnerregel, die sich insbesondere auf den Nährstoffgehalt des Gartenbodens bezieht. Doch nicht nur in Sachen Nährstoffe ist eine Gründüngung eine nachhaltige Lösung. Denn sie kann noch weitaus mehr Gutes bewirken.

Manche Böden sind von Natur aus mager oder ausgelaugt von der diesjährigen Blüten- und Gemüsesaison. Andere wiederum steinhart und kaum zu bearbeiten. Die Lösung: Gründüngung.

Die besten Gründüngungspflanzen

Die zur Gründüngung geeigneten Pflanzen zählen in der Mehrheit zu zwei Gruppen: Den Leguminosen oder den Kreuzblütlern.

  • Nachhaltigleben
    Lupinen lockern den Boden bis in die Tiefe gut auf. Foto © iStock / Getty Images Plus
    Zu den bekanntesten Vertretern von Gründüngungspflanzen aus der Familie der Leguminosen gehören die genannten, tief wurzelnden Lupinen und verschiedene Arten von Klee. Die beiden haben gemeinsam, dass sie sehr viel Grünmasse bilden und durch ihre Wurzeln den Boden mit dem gewünschten Stickstoff anreichern.
  • Gelbsenf Gründüngung
    Gelbsenf eignet sich für die Nachsaat. Foto © iStock / Getty Images Plus
    Andere Gründüngungspflanzen sind die sogenannten Kreuzblütler wie Gelbsenf und Ölrettich (ideal vor dem Kartoffelpflanzen im Frühjahr).
  • Zu den besten Gründüngungspflanzen gesellt sich schliesslich auch noch eine Gruppe von pflanzen wegen ihrer Bienenweide-Funktion. Hier zählt die Phacelia hinzu, auch Phazelie oder Bienenfreund genannt. Gerade
    Phacelia Gründüngung
    Phacelia bietet viel Nahrung für Wildbienen. Foto © iStock / Getty Images Plus
    letzterer bildet unter dem Jahr ausgebracht eine tolle Bienenweide. Es gibt verschiedene Sorten dieser Blühpflanze, als Gründüngung wird vornehmlich die Rainfarn-Phazelie (bot. Phacelia tanacetifolia) ausgebracht. Ebenfalls gute sommerliche Bienenweiden und nützliche Gründungungen sind Buchweizen und Sonnenblumen.
  • Buchweizen als Gründüngung
    Buchweizen bieten für Bienen gute Nahrung. Foto © iStock / Getty Images Plus
    Darüber hinaus gibt es Gründüngungspflanzen, die den Boden gesund halten. Gerade wer Probleme mit schädlichen Nematoden hat, das sind kleine Fadenwürmer in der Erde, die im Beet ordentlich Schaden anrichten können, sollte mal beetweise eine Saison auf ganz spezielle Gründüngungspflanzen setzen, die auch in der Mischkultur sehr geschätzt werden: Tagetes, Ringelblumen und bereits genannter Senf, der gerne auch im Weinbau breiten Einsatz zur Bodengesundheit findet.
  • Tagetes für die Gründüngung
    Tagetes sind äusserst robust und halten Unkraut fern. Foto © iStock / Getty Images Plus
    Eine Ausnahme, auch in Sachen Einarbeiten in den Boden, bilden sogenannte Kurzeinsaaten. Hier werden beispielsweise Kresse oder Nüsslisalat gesät und nach wenigen Wochen und mit etwa fünf Zentimetern Höhe in das Erdreich eingearbeitet.

Um eine optimale Fruchtfolge zu gewährleisten, lautet eine Faustregel: Man soll nie Kreuzblütler als Gründüngung vor anderen Kreuzblütlern oder Hülsenfrüchten (wie die Leguminose Lupine, Bohnen, Erbsen, etc.) aussäen.

Bei den Gründüngungspflanzen wird in nicht-winterharte und winterharte Gründüngungspflanzen unterschieden. Nicht winterhart sind unter anderem: Phacelia, Buchweizen, Lupine, Ackerbohne oder Luzerne. Vorteil der nicht winterharten Gründüngung ist, dass die Pflanzen bei Frost in sich zusammenfallen. Hierdurch werden sie teilweise auf der Erde zersetzt. Die verrotteten Reste lassen sich leichter abräumen oder einarbeiten.

Beste Zeit für die Aussaat

Die beste Zeit, den Gartenboden durch eine Gründüngung zu verbessern, reicht von August bis Anfang Oktober, spätestens dann, wenn die Beetflächen abgeerntet sind konnen sie eine sogenannte Nachsaat ausbringen.

Bei brachliegenden Flächen oder neu anzulegenden Gärten können Sie gerne auch eine Vorsaat ab März vornehmen, um eine Bodenverbesserung zu erzielen und den Garten nicht brachliegen zu lassen.

Aussaat im Frühjahr (Vorsaat): Nüsslisalat, Gelbsenf, Spinat, Phacelia, Ackerbohne, Rotklee

Aussaat im Spätsommer bis Herbst (Nachsaat):  Gelbsenf, Sonnenblumen, Phacelia, Spinat, Nüsslisalat, Rotklee, Pannonische Wicke, Winterraps

Unter- und Zwischensaat: Sie wird ausgebracht sobald die Gemüsepflazen angewachsen sind: Ringelblumen, Tagetes, Portulak, Kapuzinerkresse

So wird gesät

Zur Vorbereitung des Anbaus im kommenden Gartenjahr wird der Gründüngersamen auf die vom Unkraut befreiten Beetflächen gesät, mit einer Harke oberflächlich eingearbeitet und feucht gehalten.

Die Samen der Gründüngungspflanzen laufen besonders schnell auf und es entwickeln sich rasch die gewünschten Pflanzen. Sie dürfen wachsen, bis sie Blüten oder Samen ausbilden. Dann sollten Sie die Gründüngungspflanzen rechtzeitig abmähen oder abschneiden. Ist noch keine Pflanzzeit, dann verbleiben sie zunächst als Mulch auf dem Beet.

Das Schneiden gelingt mit einer Sense oder dem Freischneider, auch ein kräftiger Rasenmäher tut hier gute Dienste. Vorteil: Er zerkleinert gleich das Grüngut, insbesondere, wenn er eine Mulchfunktion hat.

Die Vorteile einer Gründüngung

Wer seine Gemüsebeete fleissig und während der ganzen Gartensaison nutzt, weiss: Starkzehrer wie Tomaten, Kürbis, Zucchini, Gurken und Kohl benötigen jede Menge Nährstoffe.

Und vom Spätherbst bis in den kalten Vorfrühling, wenn nicht viel Gemüse angebaut wird, liegen die im Sommer sorgsam gehegten Flächen brach, haben ihre Nährstoffe grossteils verloren und die Nichtnutzung leistet ihr Übriges. Hier kommt die Gründüngung ins Spiel, die eine sehr gute Möglichkeit ist, den Boden wieder mit Energie zu versorgen.

Boden bis in die Tiefe lockern

Gründüngungspflanzen düngen zumindest im Hausgarten nicht immer, dennoch haben sie positive Effekte auf den Garten und seinen Boden. So erfolgt die Aussaat bestimmter Pflanzen auch aus anderen Gründen.

Einer der Hauptjobs der ausgebrachten Pflanzen ist die Bodenlockerung. Hier sticht insbesondere die Gelbe Lupine, auch Süsslupine (bot. Lupinus luteus) hervor. Denn ihre Wurzeln können ein bis zwei Meter tief in die Erde eindringen. Zusammen mit der Arbeit zahlreicher Bodenlebewesen - siehe 'Einwurf-Infokasten' - hinterlässt diese einen feinkrümeligen Boden.

Gerade die Gelbe Lupine ist fast ein Wunderwerk der Natur, denn sie bildet in ihren Wurzeln Stickstoff, jenes chemische Element also, das für ein gesundes Pflanzenwachstum essentiell ist und leichte Böden deutlich verbessert. Sie ist übrigens auch jene Pflanze, aus der Lupinenmehl gewonnen wird. Wer Lupinen ernten will, sollte sie im Frühjahr aussäen. Im Spätsommer oder Herbst ausgebracht ist die Pflanze 'nur' zur Bodenverbesserung geeignet.

Erosion- und Humus-Schutz

Mal abgesehen davon, dass das ausgelaugte Beet ab Herbst oftmals fast ein halbes Jahr brach liegt, ist die Tatsache nicht zu unterschätzen, dass die leere Fläche gerne auch von Erosion durch Wind und Wetter betroffen ist. Auch hier schaffen Gründüngungspflanzen Abhilfe und halten den Humus und Gartenboden an Ort und Stelle.

Ein Beispiel aus der Schweizer Landwirtschaft? Auch und gerade durch lange Brache sind laut Landwirtschaftlichem Informationsdienst die Verluste durch Bodenerosion enorm. So gehen jedes Jahr zwischen zwei und über vier Tonnen des Ackerbodens je Hektar durch Erosion verloren. Im eignen Garten ist das nicht viel anders.

Gründüngung gegen Unkraut

Leere Flächen sind ein willkommener 'Nistplatz' für so manches Unkraut. Je länger der Boden mit Gründüngungspflanzen dicht bewachsen ist, desto weniger unerwünschtes Unkraut bahnt sich seinen Weg. Denn leider hat so manches unerwünschte Kraut praktisch ganzjährig Saison. Sprich: Die Wildkräuter keimen oft bei ganz niedrigen Temperaturen, dann etwa, wenn sich unser Gemüse noch nicht aus der Erde traut.

Eine dicht gesäte Gründüngung hat hier eine natürliche Abwehr- und Verhinderungsfunktion.

Wasserrückhalt im Sommer und Winter

Durch eine Gründüngung wird weiterhin ein Wasserrückhalt erzielt. Kalte Winterwinde, die durch den schneelosen Garten pfeifen oder die spätwinterliche, sehr intensive Sonne können so dem Boden weniger Wasser entziehen.

In Ihrem Garten werden die Beete durch die Gründüngung merklich aufgewertet. Die organische Masse beziehungsweise organische Substanz wird erhöht, man nennt es auch Humusgehalt, der das gesunde Bodenleben fördert, den Nährstoffgehalt erhöht und insbesondere das Wasserspeichervermögen verbessert. Das Ergebnis ist, dass der Ernteerfolg steigt, die Pflanzengesundheit sichtlich verbessert wird und im Idealfall der Giessaufwand sinkt.

Gründüngung umgraben ja oder nein?

In der Landwirtschaft wird heute noch das Untergraben oder Unterzackern der Gründüngungspflanzen praktiziert. Das Umgraben war in Hausgärten früher ebenfalls Usus.

Doch mittlerweile raten Fachleute vom Umgraben ab, da durch das spatentiefe Umgraben die fein sortierte Struktur des Bodenlebens im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt wird.

Einen 'Gründünger' mit seinem kräftigen Wurzelsystem auszubringen ist da viel nachhaltiger, denn er lockert den Boden praktisch von alleine. Die verbleibenden, absterbenden unterirdischen Pflanzenteile sind nach dem Abfrieren oder Abräumen der überirdischen Pflanzenteile zudem ein ideales Futter für Regenwürmer und andere Humus produzierende Bodenbewohner. Diese lockern den Boden und verteilen gleichzeitig den Dünger.

Über den Winter verrottete, überirdische Pflanzenteile sollten allenfalls entweder nur oberflächennah eingearbeitet oder kompostiert werden. Was winterhart, also mehrjährig ist oder allzu holzig, das wird gehäckselt und als Mulch zurück auf die Beete oder grob zerkleinert auf den Kompost gegeben. Würde sich dieses Material im Boden durch Umgraben zersetzen, riskiert man einen Stickstoffentzug. Denn der Nährstoff wird gleichzeitig für die Zersetzung von Pflanzenteilen benötigt.

Ergänzungsmassnahmen zur Gründüngung

Nicht jeder hat die Zeit, eine Gründüngung auszubringen oder wohnt in Höhenlagen, in denen der Erfolg nur mässig ist ob der frühen, strengen und langen Winter. Die Alternativen für den pflichtbewussten Naturgärtner ist das Düngen mit Kompost, die Verbesserung des Bodens mit der Düngung durch Urgesteinsmehl und in der Wachstumsperiode die Düngung mit selbstgemachten Jauchen wie beispielsweise aus Brennnesseln.

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