Öko oder nicht? Warum es sich lohnt, nachhaltige Schuhe zu tragen

Wer bei Öko-Schuhen an althergebrachte Biolatschen denkt, ist auf dem Holzweg. Inzwischen gibt es modische Sneaker, Sandalen und andere nachhaltige Schuhe. Diese sind aus Natur- und Recyclingmaterialien hergestellt sowie kompostierbar. Gemäss dem Motto: Natur am Fuss statt Schadstoffe im Schuh.

Nachhaltige Schuhe.
Nachhaltige Schuhe: Komfort für Füsse und Umwelt. Foto: © Ariwasabi - Fotolia.com
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20 Milliarden. So viele Schuhe produziert man weltweit Jahr für Jahr. Davon sind die meisten  weder kompostierbar noch rezyklierbar. Chromgegerbtes Leder, Kunststoffe, vorbehandelte Textilien und Kleber sind nur einige der etwa 40 miteinander verklebten und verwebten Materialien, aus denen ein Schuh gefertigt ist. Daraus wuchsen bisher Müllberge, die kaum verrotten. Deshalb wollen immer mehr Verbraucher nachhaltige Schuhe aus Recyclingmaterial, Leinen, Baumwolle oder Autoreifen. Doch statt unansehnlicher Biolatschen präsentieren sich Öko-Schuhe als modische Sneaker, Flip-Flops und Stiefel.  
 

Öko-Schuhe sind heutzutage selten aus Leder

Das altdeutsche Sprichwort «schlimmes Leder, schlimme Schuhe» unterliegt keinem Verfallsdatum. Einige Studien und Testergebnisse der letzten Jahre zeigen, wie stark Lederschuhe belastet sind. 2007 untersuchten die Kantonalen Labors verschiedene Lederartikel. Davon enthielt die Hälfte eine zu grosse Menge an giftigem Chrom. Insbesondere Chrom VI gilt als krebserregend, erbgutverändernd und allergieauslösend und wird bei Hautkontakt übertragen. Beide Stoffe fand auch Ökotest (www.oekotest.de) bei der Untersuchung von 15 gewöhnlichen Damensneaker. Weiterhin entdeckten sie  einen bunten Giftcocktail bei so gut wie allen Schuhen. Dies waren Rückstände von Chemikalien, die nach der Konservierung, der Färbung und nach der so genannten Wetterfestausrüstung im Material verblieben. Doch warum verzichten die Hersteller dann nicht zumindest auf Chrom? Weil sie damit Zeit und Geld sparen können. In nur wenigen Stunden produzieren sie hochwertiges Leder, was mit pflanzlichen Gerbstoffe oft mehrere Monate dauert und so unerwünschte Mehrkosten anhäuft. Laut Industrie müssen Gerbereien schätzungsweise bis zu fünf Prozent der Gesamtbetriebskosten einrechnen, um EU-Umweltvorschriften wie zum Beispiel Recycling und Wiederverwertung einzuhalten. Nun wird deutlich, wo der Schuh drückt: Trotz dieser Vorschriften ist der Einsatz von Chrom weiterhin erlaubt, obwohl es durch schwermetallbelastete Abfälle zu Umweltbelastungen kommt.

Fairtrade produziert nachhaltige Schuhe

Die Gerbung und Fertigung findet häufig außerhalb von Europa statt, wo man sich meist nicht an Sozial- und Umweltstandards hält. Deshalb ist auch Fairtrade bei nachhaltigen Schuhen wichtig. Damit ist garantiert, dass die Arbeiter angemessen entlohnt werden und so ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen aus eigener Kraft verbessern können.

Tragbar: Ökologische Schuhe

Auch bei Schuhen heisst es inzwischen zurück zur Natur. Doch beim Thema Nachhaltigkeit spielen nicht nur die eingesetzten Materialien eine Rolle, sondern auch kurze Transportwege, der Verzicht von synthetischen Konservierungsmitteln, der Einsatz von abbaubaren Verpackungsmaterialien und die ehrliche Kommunikation mit den Verbrauchern.

Ökologische Schuhe, die sogar blühen

Die OAT-Sneaker (www.oatshoes.com) sind nicht nur schick und vollständig abbaubar, sondern blühen sogar, nachdem man diese wegwirft oder ins Gartenbeet eingräbt. Wie das funktioniert? In der Sohle ist ein Beutel voll Samen eingenäht.