Igel füttern: Wie kann man den Nützlingen durch den Winter helfen?

  • 0

Wer sie im Garten entdeckt, verspürt schnell den Wunsch, die nützlichen und sympathischen Igel zu füttern, damit sie sich richtig heimisch fühlen. Doch Igel sind nun einmal keine Haustiere. Ist es daher überhaupt sinnvoll, ein Schälchen Milch oder Essensreste bereitzustellen, um Igel zu füttern?

Igel füttern im Winter ist nicht die beste Lösung!
Igel sind süss und putzig, aber sie können sich selbst ernähren - wenn nicht, kann man sie auf eine Igelstation bringen. Igel füttern ist daher eigentlich nicht erlaubt, es gibt aber Ausnahmefälle. Foto © iStock / Thinkstock

Ist es erlaubt Igel im Winter zu füttern?

Wild lebende Tiere sind darauf eingestellt, ohne menschliche Hilfe zu überleben. Es ist für sie eher schädlich, die angeborene Distanz zum Menschen zu verlieren. Zwar ist der Wunsch verständlich, die kleinen Nützlinge öfter im eigenen Garten beobachten zu wollen. Aber Igel sind geschützte Wildtiere. Das schweizerische Natur- und Heimatschutzgesetz verbietet es gesunde Igel zu füttern, zu halten und zu pflegen. Die Frage «Darf man Igel füttern?» kann also mit «Nein – bis auf Ausnahmen» beantwortet werden.

Wer dennoch gesunde Igel füttert, tut den Tieren damit keinen Gefallen. Milch und gewürzte Speisen führen zu Verdauungsbeschwerden. Regelmässig gefütterte Igel gewöhnen sich daran und vernachlässigen bald die Suche nach ihrer natürlichen Nahrung. Im Extremfall kann das Igel füttern dazu führen, dass der Igel seinen Winterschlaf «verpasst».

In welchen Situationen ist das Igel füttern im Winter sinnvoll und erlaubt?

Wenn spät im Herbst sehr kleine Igel im Garten zu sehen sind, kann es sinnvoll sein, ein Schälchen mit Katzenfutter aus der Dose und ein Schälchen Wasser herauszustellen. Das ermöglicht dem Igel, genügend Speckvorrat für den Winterschlaf anzulegen. Das Füttern muss allerdings rechtzeitig wieder eingestellt werden, damit der Igel sich zum Winterschlaf begeben kann.

Es ist auch sinnvoll Igel zu füttern, wenn sie mitten im Winter herumlaufen, zu früh aus dem Winterschlaf aufgewacht sind, dabei ihre Energiereserven schon verbraucht haben und noch keine Nahrung finden. Da sie nicht mehr weiterschlafen, müssen sie in einem warmen Raum gehalten und betreut werden, bis sie im Frühling in Freiheit entlassen werden können. Der Igel muss von Parasiten befreit werden, er benötigt ein eigenes Gehege an einer warmen Stelle mit einem Unterschlupf und artgerechtes Futter. Wer einen hilfsbedürftigen Igel betreuen möchte, sollte sich unbedingt von einem Tierarzt oder einer Igelstation helfen und beraten lassen.

Statt Igel füttern besser Unterschlupf für den Winter bauen

Wer Igeln im Winter helfen möchte, sollte sie zwar nicht anfüttern. Für einen Unterschlupf über die kalten Monate hinweg sind die Winterschläfer jedoch oft dankbar. Diese können Sie am besten etwas abgelegen in Ihrem Garten ganz einfach herstellen. Wie lesen Sie in dem Artikel «Igeln beim Überwintern helfen».

 

Am besten kontaktieren Sie eine Igelstation!

Falls Sie im Herbst oder sogar noch im Winter auf zu kleine Igel treffen, sollten Sie diese auf eine Igelstation bringen. Dort kümmern sich Experten um sie, bringen sie sicher durch den Winter und lassen sie im Frühjahr wieder frei. Die Standorte der Igelstationen in der Schweiz sowie ihre Notfallnummer.