Diese Balkonblumen fördern die Artenvielfalt

Mit bunten Blumen holen wir uns ein Stück Natur in die Städte und auf unsere Balkone. Sie bilden eine wichtige Lebensgrundlage für Insekten. Allerdings ist nicht alles, was blüht, wertvoll für unsere Umwelt und lockt Bienen, Schmetterlinge & Co. auf unsere Balkone. Geranien und Petunien produzieren beispielsweise keine Pollen, was die Blumen für die Artenvielfalt wenig attraktiv macht. Welche Balkonblumen du stattdessen anpflanzen kannst und wie du deinen Balkon in eine grüne Oase verwandelst.

Eine Person giesst mit einer Giesskanne verschiedene Pflanzen auf dem Balkon.
Nicht alle geläufigen Balkonblumen sind wertvoll für Bienen, Schmetterlinge & Co. © DeRepente / iStock / Getty Images Plus
  • 181
  • 3

Balkonblumen – das Wichtigste in Kürze:

Weltweit verschwinden immer mehr Pflanzen- und Tierarten. Auch in der Schweiz sinkt die Artenvielfalt teils bedrohlich. Wer hier den kleinen und grösseren Tierchen – vom Marienkäfer bis zur Hummel oder dem Schmetterling – helfen möchte, kann mit wenig viel bewirken. Und das nicht nur durch das Anlegen eines Naturgartens. Denn auch auf dem Balkon kannst du mit heimischen Blumen die Artenvielfalt fördern und Insekten viel Nahrung bieten.

Welche Blumen eignen sich am besten für den Balkon?

Bei der Auswahl der Blütenpflanzen für den Balkon gilt dasselbe wie für den Naturgarten: Um die Biodiversität zu fördern, sollten möglichst nur einheimische Pflanzen verwendet und darauf geschaut werden, dass vom Frühjahr bis in den späten Herbst etwas blüht.

Einheimische, mehrjährige Stauden für sonnige Balkone

Wer einen Südbalkon mit viel Sonneneinstrahlung hat, dem bietet sich eine grosse Breite an verschiedenen Blütenpflanzen an. Susanne Wepfer von der Gärtnerei Hauenstein in Rafz empfiehlt für sonnige Balkone folgende Pflanzen:

  • Gemeine Küchenschelle
  • Frühlingsschlüsselbume
  • Skabiosen Flockenblume
  • scharfer Mauerpfeffer
  • Herzgespann
  • Resede
  • Moschus Malve
  • Alpen-Leinkraut
  • wilde Möhre
  • Taubenscabiose

Einheimische, mehrjährige Stauden für (halb-)schattige Balkone

Für Nordbalkone mit viel Schatten oder wenig Licht empfiehlt die Gärtnerin folgende Pflanzen:

  • Stinkende Nieswurz
  • Walderdbeere
  • Blutroter Storchenschnabel

Bild: 1 von 11

Skabiosenflockenblume

Die Skabiosneflockenblume zieht Bienen an und bildet viele einzelne Blüten. Sie blüht von Mai bis Juni, fühlt sich an sonnigen Standorten besonders wohl und verträgt auch trockene Böden.

Weitere Bilder anschauen

Mehr Balkonblumen für Bienen & Co.

Es gibt auch ein paar Balkonblumen, die ursprünglich nicht aus der Schweiz stammen, der Artenvielfalt dennoch einen Mehrwert bringen. Susanne Wepfer, Gärtnerin bei Hauenstein, meint dazu: «Solange es sich nicht um invasive Arten handelt, können diese gut und gerne auf dem Balkon angepflanzt werden.» Bienen, Schmetterlingen & Co. sei es letztendlich egal, wo die Pflanzen ihren Ursprung haben, solange sie wertvollen Nektar und Pollen produzieren.

Über Susanne Wepfer

Portrait von Susanne Wepfer
© zVg

Susanne Wepfer arbeitet als Gärtnerin bei Hauenstein. Sie berät die Kundschaft bei der richtigen Pflanzenauswahl. In ihrem eigenen Garten baut sie Obst und Gemüse an und sorgt mit verschiedenen Blütenstauden für mehr Biodiversität.

Welche Balkonblumen sind robust?

Grundsätzlich sind einheimische Blumen und Wildpflanzen sehr robust, da sie an die hiesigen Bedingungen angepasst sind. Du kannst also Küchenschellen, Margeriten, Storchenschnabel & Co. anpflanzen, ohne dass diese eine besondere Pflege brauchen oder speziell überwintert werden müssen.

Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass der Standort an die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst ist. Nicht jede Blume oder Staude verträgt gleich viel Sonnenlicht. Zudem ist auch die benötigte Wassermenge für die Auswahl der Pflanzgefässe von entscheidender Bedeutung. Infos darüber erhältst du im Gartengeschäft.

Welche Balkonblumen blühen den ganzen Sommer?

Eine besonders lange Blütezeit haben unter anderem Schafgarbe, der Steppensalbei wie auch Margeriten. Eine weitere Möglichkeit, den ganzen Sommer blühende Blumen auf dem Balkon zu haben sind Wildblumenwiesen. Susanne Wepfer warnt allerdings: «Für Personen, die einfach dauerblühende bunte Blumen auf dem Balkon haben möchten, eignen sich Blumenwiesen weniger.» Auch handle es sich oft einfach um einjährige Blumen. Die Wiese müsse jedes Jahr neu angesät werden. Zudem sei der Platz meist so klein, dass neben den Gräsern nur wenige Blumen auf diesem Raum wachsen. Deshalb empfiehlt die Gärtnerin mehrjährige, einheimische Stauden, die im Spätwinter zurückgeschnitten werden und im nächsten Jahr austreiben.

Damit sich beispielsweise Wildbienen auf deinem Balkon wohlfühlen, sollten diese auch Platz zum Nisten finden. Eine Anleitung zum Bau eines Wildbienenhotels findest du hier.

Welche Blumen für den Balkon blühen besonders lange?

Es gibt verschiedene Blumen und Stauden, die dir über längere Zeit Blüten schenken. Dazu zählen zum Beispiel das Eisenkraut und Sonnenblumen. Es gibt auch nicht einheimische Blumen, die wertvoll für die Artenvielfalt sind und mit langen Blütezeiten punkten. Etwa Lavendel, Kapuzinerkresse oder Jasmin. Ausserdem kann man mit einem Rückschnitt nach der Blüte (zum Beispiel beim Wiesensalbei) eine weitere Blüte fördern.

Diese Kräuter kannst du auf dem Balkon pflanzen

Küchenkräuter bereichern nicht nur unsere Speisen, viele haben ausserdem positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt und sind damit eine ideale Ergänzung für die Balkonblumen-Auswahl. Hierzu gehören Oregano, Lavendel, Borretsch, Schnittlauch, der kurz blühende Rosmarin, alle Thymianarten oder der Basilikumstrauch. Gerade letzterer blüht den ganzen Sommer über in langen, meist rosa gefärbten Blütenrispen. Nebenbei ist er viel unempfindlicher als der Gemeine Basilikum und mit einer Höhe von etwa einem Meter gibt es Basilikumblätter ohne Ende.

Wie bepflanze ich meine Balkonkästen richtig?

Balkonkästen werden genau wie andere Pflanzkübel bepflanzt. Dabei solltest du beachten, dass sich die ausgewählten Pflanzen miteinander vertragen. Zudem sollten nicht zu viele Pflanzen in dasselbe Gefäss kommen, da die Platzverhältnisse eher begrenzt sind. Frau Wepfer empfieht, maximal zwei Pflanzen in einen Blumenkistchen von 40 Zentimetern zu pflanzen. «Das hängt aber immer auch von der Grösse der Pflanze ab. Hochwachsende Pflanzen mit dicken Stängeln brauchen mehr Platz als kleinere mit dünnen Stängeln.

Welche Pflanzkübel eignen sich am besten für den Balkon?

«Bei der Wahl des passenden Pflanzgefässes spielt vor allem die Endgrösse der Pflanze eine Rolle», so Wepfer. Grundsätzlich eignen sich jedoch alle Gefässe. Allerdings müsse man Pflanzen in kleinen Gefässen mehr giessen, da die Erde schneller austrocknet.

Wann ist die beste Zeit, um den Balkon zu bepflanzen?

In der Schweiz gilt als Faustregel: Empfindliche, nicht winterharte Pflanzen sollten nicht vor den Eisheiligen nach draussen kommen. Frost schadet diesen Pflanzen. Am besten beginnst du also Mitte Mai mit der Bepflanzung deines Balkons, dann bist du auf der sicheren Seite. Winterharte, mehrjährige Pflanzen können bereits im Februar gepflanzt werden.

Was kann man im März auf dem Balkon pflanzen?

Frühblüher wie beispielsweise die Küchenschelle oder Veilchen können bereits im März auf dem Balkon angepflanzt werden. Sie vertragen problemlos kühlere Temperaturen. Auch Märzenbecher, Tulpen, Krokus und Frühlingslichtblumen können schon im März auf den Balkon – allerdings nicht als Zwiebel sondern als bereits ausgewachsene Pflanze, da sie sonst erst im darauffolgenden Jahr blühen. Zwiebelpflanzen müssen im September gesetzt werden, damit sie im Folgejahr blühen.

Kommentieren / Frage stellen

Passend zum Thema: