Der Pflanzkalender für Ihren Gemüsegarten

Die kalte Jahreszeit ist vorbei und überall beginnt frisches Grün zu spriessen. Das ist die Zeit, in der es Hobbygärtner in ihr Terrain zieht, um die Beete für das Gemüse vorzubereiten. Lesen Sie hier, zu welcher Zeit Sie am besten mit dem Pflanzen beginnen und wann Sie mit der Ernte rechnen können.

Der Pflanzkalender verschafft Ihnen einen Überblick, wann Sie was pflanzen können und wann Sie mit einer ersten Ernte rechnen können.
Der Pflanzkalender verschafft Ihnen einen Überblick, wann Sie was pflanzen können und wann Sie mit einer ersten Ernte rechnen können. Foto: Pixland, Pixland, Thinkstock
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Mai - Pflanzzeit!

Ab Mitte Mai sind die Eisheiligen vorüber. Das ist die Zeit für das Säen und Pflanzen von Gurken, Stangenbohnen, Melonen, Zucchini, Möhren, Broccoli, Kohlrabi, Kartoffeln, Tomaten und Kürbisgewächsen. Achten Sie darauf, dass Sie zwischen den Setzlingen und Saatkörnern immer etwas Platz lassen, damit die Pflanzen sich genügend ausbreiten können. So bekommen Sie kräftigere Pflanzen und erhalten eine grössere Ernte.

Sofern Rosenkohl in ihrer Garten-Planung vorkommt, sollten Sie diesen wegen seiner langen Entwicklungszeit gleich als aller erstes säen.

Salat, Radieschen und Spinat wachsen sehr schnell. Deshalb können Sie jetzt bereits mit dem Pflanzen beginnen und über den Sommer hinweg laufend immer wieder nachsäen.

Für Bohnen, wie die Feuerbohne oder die Buschbohne ist ebenfalls der Mai die beste Zeit für die Saat. Dafür brauchen Sie jedoch ein Klettergerüst in Form einer Stange oder eines Spaliers. Die Buschbohne können Sie bis Mitte Juli mehrmals aussähen, um die Ernte über ein paar Wochen zu verteilen.

Für das Säen der Salatgurke legen Sie am besten eine Gartenbaufolie, auch Mulchfolie genannt, auf das Beet und schneiden im Abstand von 50 cm zwei sich kreuzende Schnitte hinein. Geben Sie an diesen Stellen 2 bis 3 Samenkörner in die Erde. Lassen Sie nach dem Keimen nur den stärksten Sämling stehen. Durch die Folie wird das Erdreich erwärmt, was Ihnen eine 2 bis 3 Wochen frühere Ernte ermöglicht. Zudem werden die Gurken nicht schmutzig.

Düngen Sie die Pflanzen regelmässig. Dazu eignet sich Komposterde, oder bei Setzlingen Komposterdenwasser. Dafür geben Sie eine Schaufel gesiebten Kompost in eine Gieskanne, leeren 2 Liter Wasser hinzu und lassen das ganze zwei Tage an der Sonne stehen. Giessen Sie das «Kompostwasser» direkt aus der Kanne zu den Pflanzen. Nicht jede Pflanze und jeder Boden benötigen den selben Dünger. Mehr zu dem Thema Dünger finden Sie hier.

Juni – Anhäufeln, ausgeizen, pikieren

Inzwischen sollten die Sämlinge schon kräftig am Spriessen sein. Um die Gemüsepflanzen noch kräftiger werden zu lassen, hilft Ihnen das Anhäufeln von zusätzlichem Erde-Kompostgemisch um die Stängel. Dadurch entwickeln die Pflanzen weitere Wurzeln, die zusätzlich Nährstoffe in die Pflanze tragen.

Kürbisse sollten inzwischen drei bis fünf Blätter bekommen haben. Das ist der Zeitpunkt, wo Sie den Haupttrieb oberhalb des zweiten Blattes kappen. Im Juli schneiden Sie ein weiteres Mal jeden neuen Trieb oberhalb des fünften oder sechsten Blattes zurück. Damit sorgen Sie dafür, dass die Kürbispflanze zwar weniger, dafür besser entwickelte Früchte trägt.

Wenn Sie bei den Zucchini die Blüten abzwicken, ist das Risiko kleiner die Früchte wegen Fäule zu verlieren. Denn die Blütenblätter sind bei feuchtem Wetter besonders anfällig für Pilzerreger und können diese auf die Früchte übertragen.

Auch bei den Tomaten sollten Sie regelmässig  Blätter und überschüssige Triebe mit Blüten ausgeizen, damit die Pflanze ihre Kraft nicht an zu viele Beeren verschwendet. Mehr zur Aufzucht und Pflege von Tomaten  finden Sie hier.

Nach so viel Arbeit, belohnt Sie eine erste Ernte. Broccoli, Möhren, Kohlrabi und Frühkartoffeln sollten jetzt bereits genügend gereift sein und können geerntet werden. Salatköpfe sollten Sie bei ausreichender Grösse unbedingt sofort ernten, bevor sie ungewollte Blütenstände treiben.

Durch die Ernte ist in den Beeten wieder Platz frei geworden. Lockern sie erst den Boden, mischen Sie Kompost unter und voila! – Sie können eine zweite Aufzucht starten! Im Juni pflanzen Sie vorzugsweise Lauch, säen Herbstfenchel, Blumenkohl und ein zweites mal Buschbohnen. Und nicht vergessen! Immer mal wieder düngen.

Frisch geerntetes Gemüse schmeckt am besten!

Frisch geerntetes Gemüse schmeckt am besten! Foto: Martin Poole, Digital Vision, Thinkstock

Juli – Zeit für das Herbstgemüse

Herbstgemüse, wie Chinakohl, Fenchel und Zuckerhut können Sie ab Mitte Juli pflanzen. Auch Radieschen und Kopfsalat können jetzt noch einmal für eine Späternte gesät werden. Randen eignen sich für eine zweite Aussaat ebenfalls sehr gut.

Wichtig bei der Wiederverwendung der Beete für eine zweite Aussaat ist, dass sie die Erde zuerst lockern und kräftig düngen. Denn die erste Ernte hat den Boden bereits stark ausgezehrt. Die fehlenden Nährstoffe müssen nun durch Düngung ersetzt werden.

August und September – Belohnung durch eine reichhaltige Ernte!

Salat und Tomaten konnten Sie bereits zwischen durch ernten. Jetzt ist die Zeit auch für das restliche Gemüse wie Zucchini, Bohnen, Rot- und Weisskohl, Zwiebeln und Gurken gekommen. Wer immer noch nicht genug vom Gärtnern hat, kann jetzt noch die Möglichkeit nutzen und den letzten Feldsalat und Spinat auszusäen.

Wenn Ihnen der Reifungsprozess der Kürbisse zu lange dauert, können Sie im September das Giessen einstellen und die Wurzeln mit einer Schaufel im Umkreis von 50 cm um die Pflanze mit einer Schaufel kappen. Die Kürbispflanze bringt so vor dem einmal all ihre Kraft auf um die Früchte Absterben noch fertig ausreifen zu lassen.

Oktober und November – Den Garten für den Winter fertig machen

Tomaten, die noch nicht genügend gereift sind, können Sie ins Haus nehmen. Oft reifen Sie an einem warmen Ort noch nach. Erntereste, die nicht mehr brauchbar sind, können Sie zusammen nehmen und als Kompost verwerten.

Beete mit sehr hartem Boden sollten Sie noch ein letztes Mal lockern, um sich die Frostgare zu Nutze zu machen. Dabei handelt es sich um eine Frostentwicklung, die in feinkörniger Erde eine Bodenstruktur entwickelt, auf der Pflanzen im nächsten Jahr besonders gut gedeihen. Mit dem Düngen sollten Sie allerdings bis zum nächsten Frühjahr warten.

Wenn jetzt noch Kartoffel- oder Randenknollen hervor kommen, können Sie diese für das nächste Jahr aufbewahren. Die Knollen der Rande können sie in feuchtem Sand lagern. Für die Kartoffeln eignet sich am besten ein kühler, dunkler und trockener Raum.

Wie sie den restlichen Garten, Wiesen, Hecken und Stauden am besten für den Winter fertig machen, lesen Sie in unserem Artikel «Gartentipps: So wird der Naturgarten fit für den Winter». Darin erfahren Sie auch, wann Sie Wintergemüse am besten ernten.

Tipp: Wenn Sie während des Sommers ein Gartentagebuch führen, können Sie dieses im nächsten Jahr zu Rate ziehen und vielleicht beim einen oder anderen Gemüse Verbesserungen vornehmen.

Tipps zur Ernte

Viele der Gemüsepflanzen, wie Salat, Spinat und Radieschen sind mit Nitrat angereichert. Die Sonne baut im Laufe des Tages das Nitrat ab. Da zu viel Nitrat für die Gesundheit schädlich sein kann, ist es wichtig, dass Sie erst am Abend ernten.

Die meisten Gemüsesorten schmecken am besten, wenn sie richtig reif sind. Bei den Zucchini ist es anders. Bei einer Grösse zwischen 10 und 20 cm haben sie am meisten Geschmack. Warten Sie also besser nicht zu lange mit der Ernte.

 

 

Quelle: gartenwelt.de, livingathome.de, mein-schoener-garten.de, wolf-garten.de, rp-online.de  Text: Jessica Buschor

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